Mobil ans Ziel

r_2100x1400_radio_praha.png

Willkommen und Start frei zu einer neuen Ausgabe unseres Verkehrsmagazins "Mobil ans Ziel". Aus dem Prager Studio begrüßen Sie dazu ganz herzlich Silja Schultheis und Lothar Martin.

In unserer heutigen, vorletzten Sendung von "Mobil ans Ziel" haben wir für Sie wieder einen bunten Mix an Verkehrsinformationen zusammen gestellt. Sie reichen vom neuen Engagement der deutschen Firma Siemens in Tschechien über die aktuelle Unfallstatistik bis hin zur Eröffnung des böhmisch-sächsischen Grenzübergangs Kraslice/Klingenthal für den Autoverkehr. Wollen Sie Näheres dazu erfahren, dann bleiben Sie doch einfach dran.

Die terroristische Angriffe in den USA und der Beginn der amerikanischen und britischen Gegenschläge auf die Terroristen in Afghanistan sind auch in der Wirtschaft zu spüren. Für den größten tschechischen Handelsexporteur, die Skoda Auto AG in Mladá Boleslav, haben sie zum Beispiel gewisse Absatzschwierigkeiten hervorgerufen. Insbesondere in West- und Mitteleuropa, aber auch im Nahen Osten haben die Kunden zuletzt eine größere Zurückhaltung beim Kauf der Skoda-Fahrzeuge an den Tag gelegt. Der aktuelle Rückgang sollte sich insgesamt jedoch nicht allzu dramatisch auf die Verkaufsergebnisse des Jahres niederschlagen, weil die Firma im ersten Halbjahr bereits einen weltweiten Verkaufszuwachs von nahezu 20 Prozent verzeichnet hat. "Ich denke, dass am Jahresende ein einstelliger Zuwachs zu Buche stehen wird," zeigte sich denn auch Skoda-Sprecher Milan Smutný optimistisch. Auch den Beginn des Verkaufs des Skoda-Modells Octavia auf dem indischen Markt im November dieses Jahres sollten die genannten Ereignisse Smutný zufolge nicht gefährden.

Noch erfreulicher aber ist, dass am zurückliegenden Montag die Verhandlungen der Firma Siemens und dem Konkursverwalter des bankrotten tschechischen Schienenfahrzeugherstellers CKD Dopravní systémy endlich abgeschlossen werden konnten. Laut unterzeichnetem Vertrag ist das Firmenareal von CKD Dopravní systémy für 750 Millionen Kronen von der Gesellschaft für Schienenfahrzeuge (kurz: SKV), einer 100-prozentigen Siemens-Tochter, erworben worden. Welche Bedeutung dieser Kauf für den neuen Besitzer hat und was er sich in naher Zukunft vorstellt, dazu befragten wir den Sprecher des Unternehmens, Ing. Milos Adámek: "Also für uns bedeutet das, dass wir in Prag-Zlicín endlich - wie wir sagen - ein komplexes und kompetentes Zentrum zur Herstellung von Schienenfahrzeugen errichten können, einschließlich Entwicklung und Vertrieb. Wir rechnen damit, dass die neu entstandene Firma SKV 800 Beschäftigte haben und sich auf die traditionellen Märkte des ehemaligen CKD-Unternehmens orientieren wird. Das heißt, wir werden für Prag und andere Städte Metrozüge herstellen und darüber hinaus bei der Produktion und Modernisierung von Straßenbahnen des vorhandenen CKD-Typs und neuer Typen fortfahren. Kurzum, wir wollen moderne Schienenfahrzeuge anhand der Anforderungen des Marktes und je nach Auftragslage produzieren."

In den ersten acht Monaten dieses Jahres ist in Tschechien die Anzahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um 16,1 Prozent zurückgegangen. Es wurden 116.136 Unfälle registriert, was um mehr als 22.200 weniger waren als zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dennoch: 770 Verkehrstote und 3664 Schwerverletzte sind in jedem einzelnen Fall je einer zuviel, auch wenn in diesen Statistiken die jeweilige Anzahl gesunken ist. Hinzu kommt, dass der Polizei seit dem 1. Januar dieses Jahres laut neuem Verkehrsgesetz nur noch Unfälle mit einem Schaden von über 20.000 Kronen gemeldet werden müssen. Zuvor bestand diese Pflicht bei Unfallschäden von vergleichsweise bescheidenen 1000 Kronen. Häufigste Unfallursache ist nach wie das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit. Allein 47 Prozent aller Unfälle, bei denen 316 Menschen getötet wurden, gehen auf das Konto dieses Fehlverhaltens.

Für die vermeintlich so gestressten Autofahrer gibt es aber auch noch eine erfreuliche Nachricht zu vermelden. Seit dem 8. Oktober - eine Woche früher als geplant - wurde im tschechischen Bezirk Sokolov der böhmisch-sächsische Grenzübergang Kraslice/Klingenthal nun auch für den Autoverkehr freigegeben. Bisher konnte er lediglich von Fußgängern, Rad- und Motorradfahrern genutzt werden. Doch die Regelung für den Autoverkehr bleibt neben allen PKW´s zumindest bei den LKW´s auf Nutzfahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen, die ausschließlich im unmittelbaren Grenzgebiet verkehren, begrenzt. Dennoch ist die Freigabe des Grenzübergangs für den individuellen Autoverkehr eine gehörige Verbesserung für das Einzugsgebiet der Euroregion Egrensis, wie deren Ex-Präsidentin, Dr. Birgit Seelbinder, Radio Prag gegenüber erklärte:

In unserer letzten Sendung haben wir Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, auch darüber informiert, dass der regionale Eisenbahnverkehr im Ascher Zipfel, im Grenzdreieck zwischen Bayern, Böhmen und Sachsen, bald wieder als länderübergreifende Verbindung zwischen As/Asch, Selb und Rehau erschlossen werden soll. Doch auf entsprechende Nachfrage haben wir inzwischen erfahren, dass es sich hierbei bisher nur um Absichtserklärungen der regionalen Politik bzw. Eisenbahnbetreiber handeln soll. Daher machen wir Sie zum Abschluss unserer heutigen Sendung mit den Meinungen von exponierten Vertretern dieser Region bekannt, die uns die aktuelle Situation als noch nicht so hoffnungsvoll beschrieben. So sagte die Bürgermeisterin von Marktredwitz und Ex-Präsidentin der Euroregion Egrensis, Dr. Birgit Seelbinder: