Musik quer durch die Jahrhunderte – Festival „Musik in den Kirchen“ beginnt

Zwölf Konzerte in drei Städten stehen auf dem Programm des Festivals „Hudba v chrámech“ – „Musik in den Kirchen“. Eröffnet wird es mit einem Konzert in der Wallfahrtskirche Maria vom Siege am Weißen Berg in Prag.

Foto: Hudba v chrámech

Die Geigerin Marie Magdalena Fuxová habe ich vorige Woche im Zug nach Prag kennengelernt. Sie kehrte gerade aus Brněnec zurück, wo ich sie bei einem beeindruckenden Konzert mit dem Pražák-Quartett erlebt habe. Während des Gesprächs kamen wir auch auf das Festival zu sprechen, das die Geigerin vor ein paar Jahren ins Leben gerufen hat. Es heißt „Hudba v chrámech“ – „Musik in den Kirchen“. Fuxová erläutert:

„Das Festival findet in vier herrlichen Kirchen statt, darum dieser Name. Eröffnet wird es in der Marienkirche am Weißen Berg in Prag. In Frenštát pod Radhoštěm am Fuße der Beskiden werden die Konzerte in der Martinskirche und der Johannes-Täufer-Kirche und in Ostrava in der Mariä-Empfängnis-Kirche veranstaltet. Zu Frenštát habe ich eine besondere Beziehung. Meine Eltern sind dort geboren, dann zogen sie jedoch für die Arbeit nach Ostrau. Ich bin also schon eine gebürtige Ostrauerin. Meine Eltern kehrten jedoch als Rentner nach Frenštát zurück, und ich bin sehr froh, sie in der Beskidenstadt besuchen zu können.“

Marie Magdalena Fuxová wird auch selbst bei dem Festival auftreten. Das Eröffnungskonzert in der Kirche am Weißen Berg trägt den Titel „Kreuzungen der Töne – ein Dialog quer durch Jahrhunderte und Kulturen“.  Zuerst spiele sie ein Werk von ihrem Lieblingskomponisten Heinrich Ignaz Franz Biber, merkt die Geigerin an.

„Biber wurde 1644 in Stráž pod Ralskem geboren. Er ist ein bewundernswerter Komponist. Seine Lebensgeschichte würde einige Bücher füllen. Ich bin froh, dass seine Passacaglia für Violine erhalten ist. Sie bildet den Abschluss von Bibers Zyklus der Rosenkranzsonaten. Grażyna Bacewicz (1909–1969, Am. d. Red.) war eine hervorragende polnische Geigerin und Komponistin. Aus ihrem Werk erklingt in Prag das ,Polnische Capriccio‘. Aufgeführt wird des Weiteren die Komposition ,Die späte Stunde‘ (,Pozdní hodina‘) für Violine vom tschechischen Gegenwartskomponisten Ondřej Kukal, die ich sehr mag. Der georgische Komponist Igor Loboda schrieb ein fantastisches Requiem, das er allen Opfern der Kriegs in der Ukraine gewidmet hat. Es ist eine sehr tiefe, emotional starke Komposition, mit der das Konzert den Höhepunkt erreicht.“

Marie Magdalena Fuxová | Foto: Hudba v chrámech

Wie die Geigerin erzählte, entschied sie sich zudem, die Sonate für Violine von Sergei Prokofjew beim Konzert zu spielen. Einerseits sei sie eine der bekanntesten Kompositionen für die Solo-Violine, andererseits werde damit an Prokofjews 135. Geburtstag erinnert. Dieselben Werke stehen auch auf dem Programm der Konzerte, die am 17. Mai in Frenštát pod Radhoštěm und am 18. Mai in Ostrava stattfinden. In Ostrava gebe es zudem noch weitere Programmpunkte. Außer dem Konzert mit dem Duo B&D Strings freue sie sich auf die Zusammenarbeit mit der hervorragenden Klarinettistin Anna Paulová, sagt Marie Magdalena Fuxová.

Anna Paulová und Marie Magdalena Fuxová | Foto: Anna Paulová / FB

„Es wird Mozarts Klarinettenquintett erklingen. Und das Pražák-Quartett wird dort Mozarts Streichquartett d-Moll spielen. Ich bin froh, dass wir anlässlich des 270. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart ein Konzert als eine Huldigung an ihn veranstalten.“

Marie Magdalena Fuxová ist nicht nur Mitglied des Pražák-Quartetts, sondern auch des Bayerischen Kammerorchesters. Zudem unterrichtet sie am Musikgymnasium in Prag.

Das Pražák-Quartett  (von links): Jana Vonášková,  Marie Magdalena Fuxová,  Pavel Jonáš Krejčí und Josef Klusoň | Foto: Petr Švancara,  ČTK

Das Eröffnungskonzert des Festivals „Hudba v chrámech“ findet in der Kirche Maria vom Siege am Weißen Berg in Prag am Samstag, 16. Mai, um 16.20 Uhr statt.

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