Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png

Tschechien unterstützt EU-Beschlüsse zur Solidarität mit den USA

Die Tschechische Republik hat sich am Samstag den Beschlüssen und dem Aktionsplan der Europäischen Union angeschlossen, wie sie am Freitag Abend in Brüssel von den führenden politischen Vertretern der 15 EU-Mitgliedsländern verabschiedet worden sind. Die volle Unterstützung zu diesen Beschlüssen äußerte der EU-Botschafter der Tschechischen Republik Libor Secka im Namen der tschechischen Regierung während seines Treffens mit dem belgischen Außenminister Louis Michel in Brüssel. "Absolut klar und deutlich schließen wir uns dem Standpunkt der Europäischen Union an, die den Vereinigten Staaten ihre Solidarität bekundet und die deren zielgerichtete Maßnahmen unterstützt, die im Einklang mit der UN-Resolution stehen werden," sagte Secka gegenüber der Nachrichtenagentur CTK.

Spitzenpolitiker plädieren für Reform der Tschechischen Armee

Der tschechische Präsident Václav Havel ist bei einer Zusammenkunft mit führenden Gesetzesvertretern des Landes und den Vorsitzenden der vier demokratischen Parlamentsparteien am Freitag auf der Prager Burg überein gekommen, dass die Zeit herangereift ist für eine einschneidende Reform der bewaffneten Streitkräfte der Tschechischen Republik. Man stimmte darin überein, dass das Land eine Armee von hoher Mobilität brauche, die fähig ist, in den vielfältigsten Situationen schnell und beweglich zu reagieren und die gut ausgebildet und modern bewaffnet ist, sagte Havel nach dem Treffen vor Journalisten. Das bedeute - so Havel weiter -, dass man die schrittweise Reform so gestalten müsse, um "binnen einiger Jahre" eine Berufsarmee zu rekrutieren. Die tschechische Regierung rechnet ihren Reformplänen zufolge damit, dass die Transformierung der jetzigen Streitkräfte in eine Berufsarmee im Jahr 2007 abgeschlossen wird.

Prager Konferenz-Teilnehmer mahnen Differenzierung der Moslems an

Die Unterstützung der fortschrittlichen und humanistischen Strömungen innerhalb des Islams ist nach Aussage von Experten ein Weg, wie man den anwachsenden terroristischen Tendenzen einiger Muslime begegnen kann. Nach Vorstellung der Teilnehmer der Konferenz "Konträre Werte und multikulturelle Gesellschaft", die am Samstag in Prag zu Ende ging, sollte der Westen nicht den Fehler begehen und die liberalen Moslems mit den Extremisten gleichsetzen. Die Konferenzteilnehmer aus Tschechien, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Japan und Russland erörterten an vier Tagen die Problematik des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher kultureller Traditionen.

Umfrage: Mehr als zwei Drittel der Tschechen befürchten 3. Weltkrieg

Mehr als zwei Drittel der tschechischen Bürger hegen die Befürchtung, dass die mit den terroristischen Anschlägen in den Vereinigten Staaten verbundenen Ereignisse in einen weiteren Weltkrieg münden könnten. Angst vor einem Krieg haben 69 Prozent der Tschechen. Einen militärischen Gegenschlag auf die Terrorangriffe unterstützen 45 Prozent " 30 Prozent sind gegen ihn. Genau 57 Prozent der Tschechen sind der Meinung, dass sich terroristische Anschläge in naher Zukunft fortsetzen werden. Dies geht aus einer Blitzumfrage hervor, die die Agentur STEM im Auftrag des Tschechischen Rundfunks und des Tschechischen Fernsehens unter den tschechischen Bürgern vorgenommen hat.

Fiser: Tschechische Krankenhäuser sind auf Terroranschläge vorbereitet

Die tschechischen Krankenhäuser sind Gesundheitsminister Bohumil Fiser zufolge auf eventuelle terroristische Angriffe vorbereitet. "Im Falle von Terroranschlägen wären die Krankenhäuser in der Lage, den erhöhten Andrang von Verletzten zu meistern. Sie sind mit ausreichend Blutkonserven und Verbandsmaterial ausgestattet," sagte der Minister in einem Gespräch für die Tageszeitung "Právo", das in deren Samstagausgabe veröffentlicht wurde. Gleichzeitig äußerte Fiser die Überzeugung, dass im Falle eines Mehrbedarfs an Blutkonserven, die Bereitschaft zu spontanen Blutspenden in der Bevölkerung vorhanden sei.

Schüssel: Tschechien bleibt weiterhin Antworten betreffs Temelin schuldig

Das tschechische Außenministerium hat in einem an das österreichische Umweltministerium in Wien adressierten Schreiben auf die offenen Fragen geantwortet, die sich aus der im Juni durchgeführten öffentlichen Anhörung über das südböhmische Atomkraftwerk Temelin ergeben haben, hat dabei allerdings keine objektiven Zugeständnisse (an die österreichischen Forderungen) gemacht. Dies schreibt das österreichische Blatt "Die Presse" in seiner Samstagausgabe. "Die tschechische Seite sieht das Atomkraftwerk Temelin als akzeptabel sowohl in wirtschaftlicher als auch in energetischer und ökologischer Hinsicht an," zitiert die Tageszeitung aus der Einleitung des Schreibens vom tschechischen Außenministerium. Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat derweil am Freitag in Brüssel gegenüber EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen beklagt, dass die Verzögerung im Melk-Prozess nicht von österreichischer, sondern von tschechischer Seite hervorgerufen werde. Vor Journalisten wiederholte er, dass die tschechische Seite lange Zeit Antworten auf die gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Umweltverträglichkeitsprüfung von Temelin schuldig geblieben ist und zum Teil immer noch schuldig ist.

Freiheitsunion und DEU verhandeln über Parteien-Zusammenschluss

Die liberale tschechische Mitte-Rechts-Partei, die Freiheitsunion, ist mit der kleineren Demokratischen Union (DEU) in Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluss getreten. Wie die Vorsitzende der Freiheitsunion Hana Marvanová am Samstag in Ústí nad Labem/Aussig vor Journalisten sagte, hat man nach langen Vorgesprächen zwischen den Vertretern beider Parteien nun im Präsidium der Freiheitsunion damit begonnen, über die Bedingungen der Integration mit dieser Partei der Viererkoalition zu verhandeln und das Grundkonzept eines Einigungsvertrages zu erarbeiten.

Roth: Einseitige Orientierung auf den Autobau kann zum Problem werden

Vor den Risiken einer einseitigen Orientierung auf Investitionen in die Automobilindustrie der Tschechischen Republik hat am Samstag der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank Wolfgang Roth auf dem zweitägigen Tschechisch-deutschen Diskussionsforum hingewiesen. Dies könnte für die Zukunft eine Quelle für Probleme sein, sagte Roth. In seiner Rede hatte der Vorstandsvorsitzende der Skoda Auto AG, Vratislav Kulhánek, zuvor verkündet, dass Skoda in diesem Jahr aller Voraussicht nach 470.000 Fahrzeuge produzieren werde, was um 300.000 Wagen mehr seien als vor zehn Jahren, als der deutsche Volkswagen-Konzern beim größten tschechischen Autoproduzenten in Mladá Boleslav eingestiegen ist.