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Premier Zeman zu Gesprächen über die EU-Erweiterung und die internationale Lage in Deutschland Am heutigen Freitag wird der tschechische Premier Milos Zeman im Rahmen seines zweitägigen Deutschlandbesuchs mit Bundespräsident Johannes Rau und Kanzler Gerhard Schröder zusammentreffen. Hauptgegenstand der Gespräche werden die internationale Lage und die EU-Erweiterung sein.

Am Donnerstag hatte Zeman die Städte Erfurt und Hamburg besucht. Im Anschluss an eine Zusammenkunft mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, teilten beide Politiker mit, dass sich ihre Länder auf der Ebene der Wirtschaftsministerien oder Handelskammern mit weiteren Formen der Zusammenarbeit beschäftigen wollen. Dabei bezeichnete Vogel die Tschechische Republik als wichtigen Wirtschaftspartner. Am Nachmittag verhandelte der tschechische Premier in Hamburg sowohl mit Landesrepräsentanten der Hansestadt als auch mit Vertretern der Wirtschaft über Die intensivere Nutzung des von der Tschechischen Republik gepachteten Hafengebietes.

Mexikanischer Präsident Fox in Prag

Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist am Donnerstag das Hauptthema der Gespräche zwischen Staatspräsident Vaclav Havel und seinem mexikanischen Amtskollegen Vicente Fox gewesen. Man sei sich darüber einig, dass der Terrorismus eine der großen Gefahren für die Zivilisation darstelle und dass die Regierungen gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Bedrohung unternehmen müssen, erklärte Havel.

Im Rahmen seines zweitägigen Tschechienbesuches sprach der mexikanische Präsident am Donnerstag auch vor den Teilnehmern der Internationalen Antikorruptionskonferenz in Prag.

NATO wird TU-154 einsetzen

Die NATO hat am Donnerstag das von der Tschechischen Republik unterbreitete Angebot, ein tschechisches Transportflugzeug des Typs TU-154 einzusetzen, angenommen. Dies teilte Außenminister Jan Kavan mit. Die Maschine stehe der Allianz bereits ab dem 15. Oktober zur Verfügung, ergänzte Kavan. Das Flugzeug wird anders als bisher vermutet zunächst nicht über dem Atlantik, sondern zum Transport von Personen und Material innerhalb Europas eingesetzt.

Eine Entscheidung, ob US-Maschinen auch von tschechischen Flughäfen aus Afghanistaneinsätze fliegen, steht zur Zeit noch aus. Die tschechische Regierung hatte am Mittwoch vier tschechische Flughäfen, u.a. Prag und Ostrau, als mögliche Stützpunkte angeboten.

Sicherheitsrat kommt zusammen

Zum ersten Mal seit dem Beginn der US-Militäraktionen gegen afghanische Ziele trifft sich heute der Ressortübergreifende Krisenstab. Seine Mitglieder werden gegen Mittag im Innenministerium zusammenkommen. Bei den Gesprächen wird es u.a. um die Bereitstellung des Transportflugzeuges TU 154 für NATO-Einsätze sowie um den weiteren Einsatz tschechischer Soldaten auf dem Balkan gehen.

Eliardo Sanchez nimmt an Forum 2000 teil

Einer der bekanntesten Vertreter der kubanischen Opposition, Eliardo Sanchez, wird nach Prag kommen, um am Forum 2000 teilzunehmen. Wie Oldrich Cerny, Sprecher der veranstaltenden Stiftung , der CTK mitteilte, kommt Sanchez auf Einladung des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel. Das Intellektuellentreffen Forum 2000 beginnt am 14.Oktober in der tschechischen Hauptstadt. Zur Teilnahme haben sich zahlreiche illustre Gäste angemeldet, darunter auch der Dalajlama, Ex-US-Präsident Bill Clinton u.w.

Tschechische Republik verbietet Einfuhr von Schweinen

Die Tschechische Republik hat am Donnerstag die Einfuhr und den Transit von Schweinen und Schweinefleischprodukten aus Brandenburg und Niedersachsen verboten. Grund dafür sei der Ausbruch der Schweinepest in diesen Bundesländern, erklärte der Sprecher des Staatlichen Veterinäramtes, Josef Duben. Das Verbot bezieht sich u.a. auf lebende Tiere, Embryonen und bestimmte Tierprodukte.

Bombendrohung gegen Moschee

Wie erst am Donnerstag bekannt wurde, hatte ein bisher Unbekannter am Dienstag einen Bombenanschlag auf die Moschee in Brünn angekündigt. Wie die Brünner Polizei mitteilte, sei das islamische Gotteshaus daraufhin untersucht, aber kein Sprengsatz gefunden worden. Es handelte sich dabei um die erste Bombendrohung gegen eine Moschee auf tschechischem Boden, so ein Polizeisprecher.

Tschechische Kinder misstrauisch gegenüber Vertretern von Kirche und Regierung

Fast die Hälfte der tschechischen Kinder im Alter von 9 bis 17 Jahren hat kein Vertrauen in Regierung und Kirche. Dies geht aus einer in insgesamt 35 europäischen Ländern durchgeführten UNICEF-Umfrage hervor, über deren Ergebnisse eine Vertreterin des tschechischen UNICEF-Ausschusses die Nachrichtenagentur CTK informierte. Der Umfrage zufolge misstrauten den Vertretern der Kirche rund 47% der Befragten, der Regierung rund 44%. Im Vergleich mit den übrigen postkommunistischen Ländern sowie im internationalen Vergleich schneidet die Tschechische Republik am schlechtesten ab, was das Vertrauen der Kinder in Regierung und Kirche anbelangt.

Autor: Olaf Barth
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