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Klaus und Thierse sehen kein Problem für Tschechiens Weg in die EU

Die Erweiterung der Europäischen Union durch die Tschechische Republik sieht der Präsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, als eine Selbstverständlichkeit an. "Europa ist unser gemeinsames Thema", sagte Thierse der Nachrichtenagentur CTK nach seinem Treffen mit dem Vorsitzenden des tschechischen Abgeordnetenhauses, Václav Klaus, am Freitag in Berlin. Klaus führte an, dass er "mit Zufriedenheit die Aussage von Bundestagspräsident Thierse zur Kenntnis genommen habe, dass die Frage der EU-Erweiterung um Länder wie die Tschechische Republik in der politischen Szene Deutschlands sowie unter den Einwohnern des Nachbarlandes überhaupt keine Frage sei, über die man eine Diskussion führen müsse." Die beiden Parlamentschefs konstatierten ferner, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern unkompliziert seien.

EU-Unterhändler Wissels: Tschechien hat große Chance auf EU-Beitritt 2004

Der Unterhändler der Europäischen Kommission für die Tschechische Republik Rutger Wissels hat am Freitag in Prag die von Tschechien in den letzten Monaten erzielten Fortschritte bei der Vorbereitung des Landes auf den EU-Beitritt gewürdigt. Nach Aussage Wissels hat die Tschechische Republik eine große Chance, noch in diesem Jahr die Beitrittsverhandlungen abzuschließen und ab dem Jahr 2004 Mitglied der Europäischen Union zu werden. Tschechien hat bis zum jetzigen Zeitpunkt 24 der 30 zur Aufnahme in die EU erforderlichen Kapitel abgeschlossen. Darüber hinaus werde die Europäische Union den Plan zur Restrukturierung der tschechischen Hüttenindustrie billigen für den Fall, dass die Produktionskapazität gesenkt und die staatliche Unterstützung keine rationale Höhe überschreiten werde, erklärte Wissels auf der Pressekonferenz in Prag. Weitere Informationen zum Besuch von EU-Unterhändler Wissels erhalten Sie im anschließenden Tagesecho.

Premier Zeman schließt mit wichtigen Treffen seinen Jugoslawien-Besuch ab

Der tschechische Premier Milos Zeman erklärte am Freitag nach dem Treffen mit seinem serbischen Amtskollegen Zoran Djindjic in Belgrad, dass die Tschechische Republik bereit sei, mit Jugoslawien über Änderungen bei der Rückzahlung der längst fälligen Kredite und Zinsen in Höhe von 51,1 Millionen Euro, die Jugoslawien für den Bau eines Elektrizitätswerks aufwendete, zu verhandeln. Er verwies darauf, dass allein die Zinsen aus dem Kredit, die die serbische Gegenseite bis ca. vor einem Jahr zu zahlen hatte, gegenwärtig nahezu 2,5 Milliarden US- Dollar betragen. Das Treffen mit Zoran Djindjic und ein Empfang beim jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica am Freitag waren die letzten Stationen von Milos Zeman während seines zweitägigen Besuchs in Jugoslawien.

Tschechische Krone wieder bei Wechselkurs von knapp 32 Kc für einen Euro

Die Tschechische Währung war zu Handelsschluss am Freitag wieder bei einem Wechselkurs von knapp 32 Kronen für einen Euro angelangt. Sie schloss die Geschäftswoche mit einem Kurs von 31,92 Kc für einen Euro ab. Noch am Freitagvormittag hatte sie ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und war kurz nach Geschäftsbeginn von 31,9 Kc je Euro auf einen Kurswert von 31,55 Kronen für einen Euro gestiegen. Daher hatte der Vizegouverneur der Nationalbank, Ludek Niedermayer, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK verkündet, dass, falls keine einschneidende Veränderung auf dem Devisenmarkt zum gegenwärtig anhaltenden Trend einsetzen sollte, die Tschechische Nationalbank intervenierend in den Markt eingreifen werde. Später wurde das zwischenzeitliche "Hoch" der Krone auf die Äußerung des Gouverneurs der Nationalbank, Zdenek Tuma, zurückgeführt, der davon gesprochen hatte, dass der Kurs der Krone zwischenzeitlich fallen könne, auf einen längeren Horizont gesehen aber der Trend eines leichten Anstiegs der Krone im Verhältnis zum Euro anhalten werde. Die Tschechische Krone ist seit Donnerstagnachmittag um nahezu 80 Heller in ihrem Kurswert gestiegen.

Prognose zum tschechischen Bruttoinlandsprodukt wird nach unten korrigiert

Das tschechische Finanzministerium hat seine Prognose zum diesjährigen Bruttoinlandprodukt des Landes vom ursprünglich prognostizierten Zuwachs von 3,8 Prozent auf nunmehr 3,4 Prozent korrigiert. Die Gründe für die Neubewertung lägen in der gegenwärtigen Rezession der Weltwirtschaft und im Abkühlen der Ökonomien der Eurozone, aber auch in den Anzeichen einer Verlangsamung in der Tschechischen Republik, erklärte der tschechische Finanzminister Jirí Rusnok am Freitag in einem Gespräch für die Presseagentur CTK. Des weiteren erklärte Rusnok in den Interview, dass die Regierung des Landes innerhalb von fünf Jahren der Tschechischen Nationalbank 20 Milliarden Kronen zur Kompensierung der Verluste zahlen werde, die die Bank erleide durch den Eintausch der Einnahmen aus der staatlichen Privatisierung von Devisen in die Kronen-Währung. Der tschechische Staat erhält in diesem Jahr allein 150 Milliarden Kronen aus dem Verkauf der Gesellschaften Transgas und Unipetrol. Falls es überdies gelingen sollte, auch die Gesellschaft Cesky Telecom und das Energieunternehmen CEZ zu privatisieren, würde die Einnahmen aus der Privatisierung den Betrag von 400 Milliarden Kronen überschreiten, sagte Rusnok.

Tschechisch-Slowakische Einheit beendete Vorbereitung auf KFOR-Mission

Die Soldaten des 1. Tschechisch-Slowakischen Bataillons haben am Freitag im militärischen Übungsgelände Boletice unweit der südböhmischen Stadt Cesky Krumlov/Krummau die Vorbereitungen auf ihren Einsatz innerhalb der KFOR- Mission in der südserbischen Provinz Kosovo abgeschlossen. Nach Aussage des Befehlshabers des tschechisch-slowakischen KFOR-Kontingents, Oberstleutnant Lubonír Frk, hat das Bataillon schrittweise alle vorbereitenden Übungen absolviert und dabei alle simulierten Situationen gemeistert, mit denen man im Kosovo rechnen muss. Das 500 Mann starke Bataillon wird ab dem 1. März die 11. Aufklärer-Kompanie bei der KFOR-Mission ablösen.

Ein Toter bei Bergwerksunglück in Brüxer Kohlengrube

Bei einem Einsturz in der Tiefe des Braunkohlenbergwerks Centrum, das der Kohlegesellschaft der nordböhmischen Stadt Most/Brüx gehört, ist am Donnerstagabend ein Bergarbeiter tödlich verunglückt. Das Opfer ist laut Polizei- Angaben ein 42-jähriger Kohlekumpel, der bei dem Einsturz verschüttet wurde. Das Unglück ereignete sich am Donnerstag nach 18 Uhr. Die Ursachen des Einsturzes werden derzeit von der Polizei ermittelt. Binnen 14 Tagen sollte die Ermittlungskommission ein entsprechendes Ergebnis vorlegen, sagte dazu der Produktionsdirektor der Brüxer Kohlegesellschaft Petr Kolman am Freitag vor Journalisten.

Textilfirma Schiesser verlagert Wäsche-Produktion nach Tschechien

Der süddeutsche Wäsche-Hersteller Schiesser AG wird an seinem Stammsitz Radolfzell 250 bis 300 der insgesamt 920 Arbeitsplätze abbauen. Die Produktion soll im Jahresverlauf komplett in die Werke in Tschechien und Griechenland verlagert werden. Die Stellen-Streichung in Radolfzell ist der letzte Teil einer umfassenden Umstrukturierung des zum Schweizer Familienunternehmen Hesta Tex AG gehörenden Unternehmens. Den Jahresumsatz 2001 gab Schiesser mit 231 Millionen Euro (452 Millionen Mark) an.

SPORT: Deutscher Doppelsieg bei Weltcup der Kombinierer in Liberec

Die deutschen Nordischen Kombinierer feierten beim Sprint-Weltcup im nordböhmischen Liberec/Reichenberg am Freitag den zweiten Doppelerfolg der Saison. Ronny Ackermann gewann vor Georg Hettich. Ackermann rückte mit seinem fünften Saisonsieg wieder näher an den im Weltcup führenden Felix Gottwald (Österreich) heran, der nur auf Platz 20 kam. Im Wintersportort unter dem Jeschken, der sich neben dem japanischen Sapporo um die nordische Ski- Weltmeisterschaft 2007 bewirbt, findet am Samstag (Springen) und Sonntag (15- km-Langlauf) der letzte Kombinations-Weltcup vor den Olympischen Winterspielen statt.