Nachrichten

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Wintereinbruch verursachte Verkehrschaos in Tschechien

Das Verkehrschaos, was durch die seit Donnerstag Nachmittag bis Freitag früh andauernden starken Schneefälle in Tschechien ausgelöst wurde, haben Straßenwacht und Polizei bis Freitag Mittag weitgehend in den Griff bekommen. In mehreren Kreisen wurde der ausgerufene Notstand wieder aufgehoben. Eine Komplikation stellen lediglich noch Lastkraftwagen dar, die aufgrund schlechter Winterausrüstung den Verkehr behindern oder nach Unfällen noch einige Fahrbahnen blockieren.

Wegen zahlreicher Unfälle war die Autobahn D 1 von Brno/Brünn nach Prag in der Nacht zum Freitag bis in die Morgenstunden gesperrt worden, meldete die Nachrichtenagentur CTK. Auch der Prager Flughafen musste am Freitag Vormittag seinen Betrieb einstellen. Erst gegen 13.30 Uhr konnte dieser wieder fortgesetzt werden. Wegen der Witterungsverhältnisse wurden u.a. mehrere Sportveranstaltungen (wie z.B. der komplette Spieltag in der Eishockey-Extraliga am Freitag) abgesetzt. Aus dem Riesengebirge wurde erhöhte Lawinengefahr gemeldet. Weitere Informationen zur Wettersituation in Tschechien hören Sie im Anschluss in unserem Tagesecho.

Prager Abgeordnetenhaus hob Gesetz über Jugoslawien-Sanktionen auf

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat am Freitag das im Jahr 1999 angenommene Gesetz über die gegen Jugoslawien verhängten Sanktionen aufgehoben. Hauptgrund für die Aufhebung des Gesetzes war die Entwicklung in Jugoslawien nach dem letztjährigen Fall des Regimes von Ex-Präsident Slobodan Milosevic. Außenminister Jan Kavan wiederholte in diesen Zusammenhang seinen schon im Vorjahr bei der Tagung der UN-Vollversammlung vorgebrachten Standpunkt, dass flächendeckende Wirtschaftssanktionen wie gegen Jugoslawien, aber auch Ländern wie Kuba und dem Irak, unwirksam und oft auch kontraproduktiv seien. Kavan ist der Meinung, dass solche Sanktionen nicht gegen die Opfer von totaltären Regimen, sondern gegen die Diktatoren, die für die Regime verantwortlich sind, ausgerichtet sein sollten.

Kernkraftwerk Temelin steht kurz vor der Wiederinbetriebnahme

Der erste Reaktorblock des südböhmischen Kernkraftwerkes Temelin ist nach einer fast einmonatigen Revision, verbunden mit einer Reparatur an der Dampfzuleitung, wieder startklar zur Inbetriebnahme. Dazu benötigen die Betreiber allerdings noch die Zustimmung der Staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB) in Prag. Dazu erklärte der Sprecher der Behörde Pavel Pittermann am Freitag Vormittag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK, dass man sich derzeit intensiv über diese Entscheidung berate. Wie Milan Nebesar, der Sprecher des KKW´s, der Nachrichtenagentur CTK gegenüber äußerte, rechne man am Samstag mit der erneuten Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks. Vertreter der österreichischen Zweigstelle der internationalen Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichneten die bevorstehende Wiederinbetriebnahme von Temelin als Provokation.

Deutscher der Einfuhr von Strahlungs-Messgeräten beschuldigt

Wegen der nicht genehmigten Einfuhr von Geräten zur Messung radioaktiver Strahlung haben die Behörden in Tschechien Ermittlungen gegen einen 53-jährigen Deutschen aufgenommen. Der Mann soll im Januar zwei dieser Geräte aus Österreich nach Tschechien gebracht und dabei falsche Zollangaben gemacht haben, meldete die Nachrichtenagentur CTK am Freitag. Sie seien später in der Nähe der tschechischen Atomkraftwerke Dukovany und Temelin aufgestellt worden.

Präsident Havel steht unmittelbar vor der Entlassung aus dem Krankenhaus

Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat sich von seiner Lungenerkrankung weitgehend erholt und wird voraussichtlich an diesem Wochenende aus dem Krankenhaus entlassen. Das teilte sein Leibarzt Ilja Kotik am Freitag in Prag mit. Havel hatte aus Gesundheitsgründen Montag vergangener Woche eine Nahost- Reise abbrechen müssen und wird seither im Prager Militärkrankenhaus behandelt. Nach der bevorstehenden Entlassung aus dem Krankenhaus werde sich der Präsident noch einige Zeit auf seinem Amtsschloss in Lany bei Prag erholen und sich dabei allmählich wieder seinem Arbeitsprogramm widmen.

Jiri Padour zum neuen Bischof der Budweiser Diozöse ernannt

Zum Bischof der Budweiser Diozöse der römisch-katholischen Kirche hat Papst Johannes Paul II. den bisherigen Prager Weihbischof Jiri Padour ernannt. Das gab der apostolische Nuntius Giovanni Coppa am Freitag in Prag bekannt. Der 57- jährige Padour löst Bischof Antonin Liska ab, der der südböhmischen Diozöse seit 1991 vorstand und der nach dem Erreichen seines 75. Lebensjahr um die Entbindung aus dieser Funktion ersuchte.

Rosicky, Paska und Sparta Prag dementieren einen Bericht in "Sport-Bild"

Die Leitung des tschechischen Fußballclubs AC Sparta Prag hat am Donnerstag einen Bericht der deutschen Wochenzeitung Sport-Bild dementiert, wonach der Verein nur acht Millionen Mark aus dem Transfer seines ehemaligen Spielers Tomas Rosicky zu Borussia Dortmund erhalten soll, der überwiegende Rest der hohen Ablöse jedoch an den Spieler selbst und dessen Berater gingen. "Wir bestehen auf der Feststellung, dass die Gesamtsumme der Ablöse 25 Millionen Mark beträgt und sie ausschließlich in die Klubkasse des AC Sparta Prag fließen wird. Der Spieler erhält nichts von diesem Betrag und der Spielermanager Pavel Paska erhält eine Provision, wie sie für einen Transfer im Fußball üblich ist," schrieb die Leitung des Clubs in einer Erklärung für die Nachrichtenagentur CTK. Berater Paska kommentierte den Bericht u.a. mit den Worten, er könne es sich nicht anders erklären, als dass jemand eine Möglichkeit suche, um seinen Klienten Tomas Rosicky zu diskreditieren. Rosicky selbst, der laut Sport-Bild mit 20 Millionen Mark am Transfer partipizieren solle, bezeichnete diese Information als totales Hirngespinst und sagte in einem Telefongespräch für die Nachrichtenredaktion CTK: "Ich konzentriere mich auf den Fußball, für solchen Unsinn bleibt mir keine Zeit."

Deutsche Firma Pro-Well plant Großinvestition in Rokycany bei Pilsen

Die deutsche Firma Pro-Well hat die Absicht, in Rokycany bei Plzen/Pilsen ein Werk zur Herstellung von Wellpappe zu errichten. Bis Ende dieses Jahres will sie zu diesem Zweck fast eine Milliarde Kronen (ca. 55 Millionen Mark) investieren. 400 Millionen Kronen sollen dabei in den Bau des Werkes und der restliche Betrag in die Technologie der Produktion fließen. Dies schreibt die Tageszeitung "Hospodarske noviny" in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf den Bürgermeister von Rokycany, Oldrich Koziska.

Die Wetteraussichten für das Wochenende:

Am Samstag wird es in Tschechien wieder kühler werden, wobei mit einer Kaltluftzufuhr von Nordwesten aus gerechnet wird. Tagsüber wird es heiter bis bewölkt, örtlich ist mit Schneeschauern zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen Werte zwischen minus 3 und plus 1 Grad, in Höhen über 1000 Meter liegen sie bei minus 6 Grad Celsius.

Am Sonntag und am Montag keine wesentlichen Wetterveränderungen. Es ist zumeist heiter bis bewölkt, örtlich kommt es zu Schneeschauern oder leichtem Schneefall. Die Tageshöchstwerte bewegen sich an beiden Tagen zwischen minus 2 und plus 2 Grad. In den dazwischen liegenden Nächten wird das Thermometer jeweils auf minus 4 bis minus 8 Grad, vereinzelt sogar auf bis minus 11 Grad Celsius sinken.

Das waren die Meldungen. In unserem Programm geht es weiter mit dem Tagesecho und Olaf Barth. Anschließend hören Sie unser Verkehrsmagazin "Mobil ans Ziel".