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Tschechien behält Vorkehrungen gegen Maul- und Klauenseuche bei

Die Tschechische Republik wird vorerst ihre getroffenen Maßnahmen gegen die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche nicht ausweiten, da ein Vorkommen dieser Seuche auf dem europäischen Festland bisher nicht bestätigt wurde. Das erklärte der tschechische Landwirtschaftsminister Jan Fencl am Dienstag Abend gegenüber der Nachrichtenagentur CTK unmittelbar nach der Sitzung der zentralen Seuchenkommission des Landes. Tschechien belässt es daher bis auf weiteres bei der Desinfektion der Schuhe von Einreisenden aus Großbritannien und Nordirland auf dem Prager Flughafen Ruzyne. Die höchste Warnstufe gilt jedoch für sämtliche landwirtschaftlichen Tiertransporte. Hier werden den Worten des Direktors des Staatlichen Veterinäramtes Josef Holejsovsky zufolge alle Tiere derart untersucht, als ob sie der Seuche verdächtig wären.

Kroatischer Präsident Mesic beendet offiziellen Besuch in Tschechien

Der kroatische Präsident Stjepan Mesic trifft sich zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs in der Tschechischen Republik am Mittwoch mit dem tschechischen Regierungsvorsitzenden Milos Zeman. Auf dem Besuchsprogramm von Mesic stehen des weiteren eine Begegnung mit Vertretern der in Tschechien lebenden kroatischen Bevölkerungsgruppe, ein Vortrag an der Prager Karlsuniversität und eine Stippvisite in der südböhmischen Region. Bereits am Dienstag war Mesic zu Gesprächen mit seinem tschechischen Amtskollegen Vaclav Havel zusammen getroffen. Havel hatte danach vor der anwesenden Presse die internationale Gemeinschaft mitverantwortlich für die jüngsten Zwischenfälle an der mazedonischen Grenze zur südserbischen Provinz Kosovo gemacht. In der Vergangenheit habe der Westen lange tatenlos zugesehen, wie sich das Verhältnis der Balkan-Staaten zueinander verschlechtert habe, sagte Havel und kritisierte, dass die internationale Staatengemeinschaft bei den Konflikten auf dem Balkan "zu wenig Mut" gehabt habe. "Es war eine Vogel- Strauß-Politik. Der Westen hätte den Großteil der Kriege verhindern können", sagte das Staatsoberhaupt.

Tschechien und Kroatien unterzeichneten bilaterales Verkehrsabkommen

Der tschechische Verkehrsminister Jaromir Schling und sein kroatischer Amtskollege Alojz Tusek haben am Dienstag auf der Prager Burg eine bilaterale Vereinbarung über den internationalen Straßenverkehr unterzeichnet. Die Vereinbarung legt ein standardisiertes Regime im internationalen Straßengüter- und -personenverkehr zwischen beiden Ländern fest. Eine ähnliche Vereinbarung 1999 abgeschlossen.

Albright, Kavan und Vlk mit Masaryk-Ehrenmedaille ausgezeichnet

In Prag und Lany gedenken am Mittwoch die tschechischen Politiker des 151. Geburtstages von Tomas Garrigue Masaryk, dem Gründer der selbständigen Tschechoslowakei und ersten Präsidenten dieses Landes. Der Politiker, Philosoph und Soziologe Masaryk gilt als eine der bedeutendsten Erscheinungen der tschechischen Geschichte und wird in der Regel als ein Symbol für Humanität und Demokratie verstanden. Am Vorabend seines nicht erlebten 151. Geburtstages verlieh die Organisation Masaryks demokratische Bewegung aus diesem Anlass an mehrere Persönlichkeiten des politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens aus dem In- und Ausland die Tomas-Garrigue-Masaryk-Ehrenmedaille. Zu den Geehrten gehörten die ehemalige US-amerikanische Außenministerin Madeleine Albright, der amtierende tschechische Außenminister Jan Kavan und der tschechische Kardinal Miloslav Vlk.

Premier Zeman warb in Spanien für mehr Investitionen in Tschechien

Der tschechische Premier Milos Zeman hat zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs in Spanien am Dienstag die Unternehmer des Gastgeberlandes aufgefordert, in noch größerem Maße am tschechischen Markt teilzuhaben und in diesen zu investieren. Hierbei informierten Zeman und Wirtschaftsminister Miroslav Gregr auf einem Forum in Madrid die spanischen Firmenvertreter über die Bedingungen, die die tschechische Regierung ausländischen Unternehmen auf dem hiesigen Markt gewährt. Im Gegenzug habe die Tschechische Republik gute Chancen zur Lieferung von Straßenbahnen für mehrere spanische Städte, erklärte Gregr. Dabei handele es sich um ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem spanische Subunternehmen die Lieferungen im eigenen Land komplettieren werden, ergänzte der Minister.

Tschechische Firma Subterra wird am Gleisbau in Barcelona mitwirken

Die tschechische Firma Subterra wird am Ausbau des Straßenbahn-Gleisnetzes in Barcelona mitwirken. Dies gab der Generaldirektor der Firma Petr Kuchar am Dienstag in Madrid gegenüber der Nachrichtenagentur CTK bekannt. Das auf Ingenieurs- und Zivilbauten ausgerichtete Unternehmen hatte sich bei der Ausschreibung des Projektes u.a. auch gegen die tschechische Firma Stavebni obnova zeleznic durchgesetzt.

Kernkraftwerk Temelin wird voraussichtlich für sechs Tage abgeschaltet

Das südböhmische Kernkraftwerk Temelin wird voraussichtlich an diesem Mittwoch wegen Reparaturarbeiten für etwa sechs Tage abgeschaltet. In der im Probebetrieb laufenden Anlage müssen Sicherheitsventile ausgetauscht werden. Danach soll der erste Reaktor bis Mitte April auf rund 55 Prozent Leistung hochgefahren werden, sagte der Direktor des KKW´s Frantisek Hezoucky am Dienstag gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.

Ob in der umstrittenen Anlage jedoch bereits Ende Juni mit der kommerziellen Inbetriebnahme begonnen werden kann, ist unklar. Das Austauschen der Ventile sowie die Reparatur einer vibrierenden Turbine verzögere dies möglicherweise um zwei Monate, berichtete die Tageszeitung "Lidove noviny" am Dienstag.

Rechtsstreit wegen TV Nova kostete Tschechien angeblich 30 Millionen Kc

Rund 30 Millionen Kronen hat die Tschechische Republik angeblich bisher im internationalen Rechtsstreit um den privaten Fernsehsender Nova gezahlt. Der Rechtsstreit zwischen Tschechien und dem amerikanischen Unternehmer Ronald Lauder wegen TV Nova wird in diesen Tagen vor einem Gericht in London ausgetragen. Wie die britische Financial Times dazu schrieb, könne dieser Streit den Ruf Tschechiens bezüglich der Sicherheit von im Land getätigten Investitionen beschädigen. Mehr zu diesem Thema hören Sie im Anschluss in unserem Beitragsblock.

Staatsanwalt stellt erneut Haftantrag gegen Fußballpräsident Chvalovsky

Der Vertreter der tschechischen Staatsanwaltschaft, der sich mit dem Fall des Präsidenten des Böhmisch-Mährischen Fußballverbandes und Unternehmers Frantisek Chvalovsky befasst, hat Beschwerde gegen die im Fall Chvalovsky durch das Stadtgericht von Prag 1 getroffene Entscheidung eingereicht. Nach diesem Entscheid war der des Kreditbetruges bezichtigte Chvalovsky gegen eine Kaution von 10 Millionen Kronen vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Staatsanwaltschaft befürchtet, dass Chvalovsky seine Freiheit dazu missbrauchen könne, mögliche Zeugen zu beeinflussen und in seiner Straftätigkeit fortzufahren. Die Ermittler für Wirtschaftskriminalität hatten Chvalovsky beschuldigt, als Generaldirektor und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Böhmisch-Mährischen Agrar-Gesellschaft Kredite in Höhe von 640 Millionen Kronen (ca. 35 Millionen Mark) zweckentfremdet verwendet zu haben.

Oppositionsvertrag zwischen Sozialdemokraten und ODS auf dem Prüfstand

Die lang geplante Verhandlung der regierenden Sozialdemokraten und der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) über die Erfüllung der im vorigen Jahr zwischen den größten tschechischen Parteien getroffenen fünf Zusatzvereinbarungen zum beiderseitigen Oppositionsvertrag wird voraussichtlich am Freitag Abend im Prager Abgeordnetenhaus stattfinden. Die ODS werde zu dieser Verhandlung, die die Beziehungen der beiden Parteien zueinander und damit das weitere Schicksal ihres Tolerierungsabkommens klären soll, zehn Unterhändler entsenden. Über die Zusammensetzung der sozialdemokratischen Abordnung werde derzeit noch verhandelt, hieß es in den Mitteilungen, die die Sprecher beider Parteien am Dienstag der Nachrichtenagentur CTK zukommen ließen.

"Mlada fronta Dnes": Die Seuche ein Lehrbeispiel der Globalisierung

Zur Krise wegen der Maul- und Klauenseuche meint die auflagenstärkste tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" in ihrer Dienstagausgabe: "Die Seuche, die bereits Großbritannien fest im Griff hat, beginnt langsam auch nach Frankreich, in die Türkei und in die Mongolei überzugreifen. Es ist die Epidemie von morgen und könnte aus dem Lehrbuch der Globalisierung abgeschrieben sein: Dieser Typ der Maul- und Klauenseuche begann vielleicht in Indien, dann kam er nach Japan und jetzt eben nach Großbritannien. Als am Ende des Ersten Weltkrieges die Spanische Grippe ausbrach, lag dies an der Bewegung von Millionen Menschen. Heute sind mehrere hundert Millionen täglich unterwegs - noch nie hatten Krankheiten so günstige Bedingungen, sich auszubreiten."

Goldene Stadt Prag erhält drei weitere Ehrenbürger

Die Reihe der Ehrenbürger der tschechischen Hauptstadt Prag wird am Mittwoch um drei Persönlichkeiten erweitert. In ihrer Mitte werden der populäre Fußballer Josef Bican, der Schriftsteller Adolf Branald und General Alois Siska aufgenommen. Seit 1945, als die Prager Ehrenbürgerschaft zum ersten Mal vergeben wurde, ist diese Auszeichnung inzwischen 78 Persönlichkeiten zuteil geworden, darunter 31 Ausländern.