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Tschechische Parteien beschließen Fortsetzung des Tolerierungspakts

Die beiden stärksten Parteien in Tschechien haben sich in der Nacht zu Samstag auf eine Fortsetzung ihres seit 1998 bestehenden Tolerierungspakts geeinigt. Das Krisentreffen zwischen den Spitzenfunktionären der regierenden Sozialdemokraten (CSSD) und der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) war nötig geworden, nachdem Vertreter der ODS die geplante Rentenreform sowie ein hohes Haushaltsdefizit kritisiert und mit einer Auflösung des Unterstützungs-Abkommens gedroht hatten. Nach der Zusammenkunft in Prag erklärten jedoch die Parteichefs Milos Zeman und Vaclav Klaus, sie wollten bis zur Parlamentswahl im Jahr 2002 am Tolerierungspakt festhalten.

Der Konsens ruft keine Überraschung hervor

Der Konsens zwischen der CSSD und der ODS vom Freitag über die Fortsetzung des Oppositionsvertrags hat keine Überraschung in den Reihen der Parteien der Viererkoaltion hervorgerufen. Die Repräsentanten der Viererkoaltion setzten allerdings voraus, dass die Sozial- und Bürgerdemokraten vor den nächsten Parlamentswahlen einen Scheingrund für die Kündigung des Vertrags suchen werden. Der Vorsitzende der kommunistischen Abgeordnetenfraktion Vojtech Filip kommentierte die Vereinbarung der beiden Parteien so, dass die Sozialdemokraten endgültig die linken Positionen verlassen hätten.

EU-Integration: Gerichte und Staatsverwaltung

Das tschechische Kabinett will sich in diesem Jahr in Zusammenhang mit der EU-Integration auf das Gerichtswesen und die Staatsverwaltung konzentrieren. Eine weitere Priorität stellt der Kampf gegen das organisierte Verbrechen dar. Dies folgt aus dem Entwurf zum Nationalen Programm der Vorbereitung der Tschechischen Republik auf die EU-Mitgliedschaft, mit dem sich am Freitag Nachmittag der Regierungsausschuss für die europäische Integration befasst hat. Die meisten Aufgaben aus dem Programm des vergangenen Jahres wurden erfüllt, erklärte Außenminister Jan Kavan vor Journalisten.

Rechtsradikale Kundgebung in Jablonec

Ungefähr 60 rechtsextremistische Radikale haben sich heute Nachmittag im nordböhmischen Jablonec nad Nisou / Gablonz versammelt. Sie wollten gegen die steigenden Preise und den EU-Beitritt protestieren. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle.

Stellung der Nationalminderheiten in Tschechien und Deutschland

Probleme der Nationalminderheiten waren Hauptthemen eines Treffens, zu dem Mitglieder des Koordinierungsrates des Tschechisch-Deutschen Gesprächsforums am Freitag in Dresden zusammengekommen sind. Das Treffen wurde als vertraut bezeichnet. Die Delegationsleiter, Christoph Zöpel und Otto Pick, informierten nur darüber, dass man die Fragen in Zusammenhang mit der deutschen Nationalminderheit in Tschechien und mit den Sorben in Deutschland erörtert hat.

Masaryk-Staute in Topolcianky

Die einzige Statue des ersten tschechoslowakischen Präsidenten Tomas Garrigue Masaryk in der Slowakei wurde heute im Kurort Topolcianky enthüllt, den Masaryk als seinen Sommersitz nutzte. Die Bronzeskulptur vom bedeutenden Bildhauer Otto Guttfreund wurde seit 1939 im Depositar der Galerie in Nitra aufbewahrt. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung haben die Präsidenten Tschechiens und der Slowakei, Vaclav Havel und Rudolf Schuster übernommen.

Staatliche wissenschaftliche Bibliothek in Liberec geöffnet

Die neue Staatliche wissenschaftliche Bibliothek im nordböhmischen Liberec/Reichenberg, deren Aufbau im November letzten Jahres beendet wurde, begann in den vergangenen Tagen der Öffentlichkeit zu dienen. Eine frühere Eröffnung der Bibliothek verhinderten Probleme mit dem elektronischen Schutzsystem gegen Bücherdiebstähle, am Freitag eine Mitarbeiterin der Bibliothek der Nachrichtenagentur CTK. "Schon am ersten Tage sind mehrere Hundert Leser gekommen, die die Eröffnung kaum erwarten konnten," informierte sie weiter. Wegen einen Mangels an Finanzen wird die Bibliothek nur an vier Tagen pro Woche ihre Dienstleistungen bieten, dienstags bleibt sie geschlossen.

Waldsteiner Palast für die Öffentlichkeit zugänglich

Interessenten können an diesem Samstag und Sonntag wieder die Räume des Waldsteiner Palastes in Prag besichtigen, der als Sitz der Oberen Parlamentskammer dient. Der Palast der früher nur an Staatsfeiertagen zugänglich war, kann nun nach einer fünf Jahre andauernden Renovierung besucht werden. Dieses bedeutende barocke Baudenkmal wird in den kommenden zwei Monaten an jedem Wochenende von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet sein.

Ausstellung in Koprivnice

Die Liebhaber der Fahrzeuge, und vor allem der Tatra-Wagen können ab heute eine Ausstellung im Regionalen Museum im nordmährischen Koprivnice besuchen. Sie dokumentiert die mehr als 100jährige Geschichte der Herstellung von Rennwagen in diesem Automobilwerk. Die Besucher können um 360 Photos besichtigen, die aus dem Museumsbestand und aus Privatsammlungen stammen. Historische Aufnahmen erfassen u.a. das erste Rennen eines Tatra 1899, als sich diese Wagen in Wien vorgestellt hatten.

Soweit die Meldungen. Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim nachfolgenden Programm von Radio Prag.