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Zeman: Handelsbeziehungen zu Indien noch durch Hindernisse blockiert

Auf die strittigen Punkte in den tschechisch-indischen Handelsbeziehungen hat der tschechische Premier Milos Zeman am Mittwoch auf einem Unternehmerforum in Neu Delhi hingewiesen. Zeman verwies dabei vor allem auf die hohe Zollbelastung bei nach Indien exportierten Fahrzeugteilen des Tatra-LKW´s und auf die Unklarheiten in der Wirtschaftspolitik der indischen Regierung, die sich nach wie vor der Errichtung einer Skoda-Auto-Fabrik in Indien verschließe. Über die Hindernisse in den bilateralen Handelsbeziehungen verhandelte der tschechische Finanzminister Pavel Mertlik ebenfalls am Mittwoch in Neu-Delhi mit seinem indischen Amtskollegen Jashvant Sinh. Ministerpräsident Zeman wird seinen fünftägigen Besuch in Indien am Donnerstag beenden und danach wieder die Heimreise antreten.

Zeman-Kabinett verabschiedete Entwürfe zum Schul- und Zollgesetz

Die tschechischen Regierung hat am Mittwoch den Entwurf zum neuen Schulgesetz verabschiedet. Der Gesetzentwurf sieht u.a. die schrittweise Aufhebung der mehrjährigen Gymnasien vor. Des weiteren billigte das Zeman- Kabinett eine Novelle zum Zollgesetz mit dem Ziel, eine völlige Angleichung der inländischen Legislative mit dem Zollrecht der Europäischen Union zu erreichen.

Tschechien schließt 70 Grenzübergänge wegen Seuchenvorsorge

Um ein Übergreifen der Maul- und Klauenseuche zu verhindern, wird die Tschechische Republik 70 kleinere Grenzübergänge nach Deutschland und Polen vorläufig schließen. Die Entscheidung betreffe größtenteils Fußgänger- Grenzübergänge und gelte von diesem Freitag an bis voraussichtlich zum 27. März, erklärte der Direktor der Staatlichen Veterinärbehörde, Josef Holejsovsky, am Mittwoch in Prag. Des weiteren ist die Installation von Desinfektionsmatten an den größeren Übergängen nach Österreich, Bayern, Sachsen und Polen fortgesetzt worden. Laut Anordnung dürfen keine Lebensmittel aus tierischen Produkten nach Tschechien eingeführt werden. Darüber hinaus gelte auch ein Einfuhrverbot von Joghurt und Käse aus Deutschland, meldete die Nachrichtenagentur CTK.

EU-Studie: Befürchtungen über Arbeitnehmer-Zustrom sind überzogen

Die Befürchtungen der Europäischen Union vor einem massenhaften Zustrom von Arbeitnehmern aus der Tschechischen Republik nach deren Beitritt in die EU seien überbetrieben. Dies geht aus einer Arbeitsstudie von tschechischen Experten hervor, die sich mit den Auswirkungen einer tschechischen EU-Mitgliedschaft befasst. "Die dauerhafte Migration wird nach dem EU-Beitritt äußerst gering sein. Die Tschechische Republik nähert sich dem Niveau, wo ein arbeitsbedingter Umzug als nicht mehr attraktiv angesehen wird," äußerte dazu die Leiterin des Expertenteams Ruzena Vintrova am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur CTK.

Sitler: Bereitschaft der deutschen Industrie zur Entschädigung kommt zu spät

Die Entscheidung der deutschen Industrie, die vereinbarten fünf Milliarden Mark in den Fonds zur Entschädigung der im zweiten Weltkrieg rekrutierten Zwangsarbeiter einzuzahlen, kommt nach Auffassung des tschechischen Hauptunterhändlers in der Entschädigungsfrage, Jiri Sitler, zu spät. Laut Sitler hätten die deutschen Unternehmen diesen Schritt bereits vor der Verhandlung beim amerikanischen Gericht vollziehen müssen. So aber sei durch den Richterspruch der letzten Woche die Auszahlung der Entschädigung erneut verzögert worden, monierte Sitler am Mittwoch in einem Gespräch für die Nachrichtenagentur CTK.

Internet-Konferenz mit Vaclav Havel zeitigte überwältigendes Interesse

Eine erstmals mit dem tschechischen Präsidenten Vaclav Havel durchgeführte Internet-Konferenz endete gleich zu Beginn mit einem Fiasko. Bereits nach vier Minuten kapitulierte der Rechner des 64-jährigen, nachdem eine Flut von Anfragen eingegangen war. Ursprünglich wollte Havel am Mittwoch über seine Homepage www.hrad.cz eine Stunde lang Fragen der Bevölkerung beantworten. Die Verbindung sei aber zusammengebrochen, bevor das Staatsoberhaupt auch nur eine Antwort habe geben können, sagte Havels Sprecher Ladislav Spacek der Nachrichtenagentur CTK. Einer späteren CTK-Meldung zufolge konnten die interessierten Internet-Benutzer erst ca. 50 Minuten nach Beginn des Interviews die Antworten des Präsidenten auf ihrem PC lesen.

Tschechiens Fußballpräsident Chvalovsky droht weitere Strafverfolgung

Dem Präsidenten des Böhmisch-Mährischen Fußballverbandes (CMFS) Frantisek Chvalovsky droht die weitere Strafverfolgung. Nachdem Chvalovsky Ende Februar des Kreditbetruges in Höhe von 640 Millionen Kronen (ca. 35 Millionen Mark) beschuldigt und er nach seiner Festnahme gegen eine Kaution von 10 Millionen Kronen zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, wird er nun eines weiteren Kreditbetruges von umgerechnet 38 Millionen Mark beschuldigt. Der oberste Fußballboss des Landes soll das tschechische Bankhaus Komercni banka somit um mehr als 1,3 Milliarden Kronen (ca. 73 Millionen Mark) ungesetzlich erleichtert haben. Das Prager Stadtgericht wird daher in den nächsten Tagen entscheiden, ob Chvalovsky erneut verhaftet wird oder nicht.

21 tschechische Skinheads wegen Überfalls auf Roma verurteilt

Wegen eines Überfalls auf eine Roma-Festgesellschaft hat ein Gericht in Tschechien am Mittwoch sechs Skinheads zu Freiheitsstrafen zwischen 18 und 30 Monaten verurteilt. Gegen 15 weitere Skinheads wurden Bewährungsstrafen zwischen 10 und 24 Monaten verhängt. Zwei Angehörige der rechten Szene wurden freigesprochen. Die 23 Skinheads hatten im November 1999 mit "Sieg- Heil"-Rufen ein Lokal in der südböhmischen Stadt Ceske Budejovice/Budweis gestürmt und die Roma mit Steinen und Flaschen beworfen. Dabei wurden sechs Festgäste leicht verletzt, es entstand mittelschwerer Sachschaden. Mehrere der Skinheads waren unter 18 Jahre alt.

Drei Viertel der Tschechen loben deutsch-tschechisches Verhältnis

Etwa 75 Prozent der Tschechen halten das deutsch-tschechische Verhältnis für gut. Das zeigt eine am Mittwoch in Prag veröffentlichte repräsentative Umfrage der Agentur CVVM. Das Unternehmen hatte im Februar etwa 1100 Tschechen befragt. Davon nannten lediglich 15 Prozent das Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen schlecht.

Während 25 Prozent der Befragten noch an große Probleme zwischen beiden Staaten glauben, sagen mehr als 57 Prozent, dass es zwischen Deutschen und Tschechen schon zur Versöhnung gekommen sei. 47 Prozent halten dabei jedoch die Vertreibung der deutschen Minderheit nach dem Zweiten Weltkrieg für richtig. Dagegen meinen 31 Prozent, dies sei falsch gewesen.

Geistiges Oberhaupt der Kosovo-Serben zu Besuch in Tschechien erwartet

Artemije, das geistige Oberhaupt der orthodoxen Kosovo-Serben, wird in diesen Tagen die Tschechische Republik besuchen. Seine historisch erste Reise nach Tschechien wird ihn dabei vom 16. bis 20. März nach Olomouc/Olmütz, Prag und nach Südböhmen führen. Den Organisatoren des Besuchs zufolge wird Artemije während seines Aufenthalts in Mähren und Böhmen auch zur gegenwärtigen Situation im Kosovo Stellung beziehen.

Stadtrat von Cheb/Eger lässt Studie für Euroregion ausarbeiten

Das Rathaus von Cheb/Eger lässt derzeit eine Studie über die mögliche Errichtung einer Euroregion zwischen Eger und dem deutschen Grenzort Waldsassen ausarbeiten. "Der Kostenaufwand für die Studie wird ca. 45.000 euro betragen, von denen je rund die Hälfte aus der Stadtkasse und aus dem Phare-Programm getragen wird," teilte dazu die Leiterin der Abteilung Entwicklung beim Stadtrat von Eger, Jana Najmanova, am Mittwoch der Nachrichtenagentur CTK mit.

Und hier noch die Wetteraussichten:

Am Donnerstag wird eine Warmfront von Westen her die Tschechische Republik überqueren. Im Verlaufe des Tages ist es jedoch bewölkt, örtlich ist mit Regenschauern und in höheren Lagen mit Schneeschauern zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich zwischen 5 und 9 Grad Celsius. Mit einer Erwärmung ist erst für Freitag und Samstag zu rechnen, wo die Tageshöchstwerte auf 9 bis 13 Grad Celsius ansteigen werden. Nachts liegen die Temperaturen zwischen 5 und einem Grad Celsius.