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Kavan empfängt OSZE-Generalsekretär Johnston zu Gesprächen in Prag

Der tschechische Außenminister Jan Kavan trifft am Montag in Prag mit dem Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE) Donald Johnston zusammen. Johnson reist damit nur vier Tage nach dem Besuch des tschechischen Finanzministers Pavel Mertlik bei der Pariser OSZE-Zentrale in die tschechische Hauptstadt. Mertlik hatte sich am vergangenen Donnerstag in Paris mit den Abschlussbewertungen der von der OSZE zur letztjährigen Jahreswende in Tschechien vorgenommenen Überprüfungen hinsichtlich der sog. regulierten Reformen bekannt gemacht. Laut Mertlik sei der OSZE-Bericht überwiegend positiv ausgefallen.

Regierungschef aus Singapur zu Besuch in Tschechien eingetroffen

Der zu einem mehrtägigen offiziellen Besuch in der Tschechischen Republik weilende Regierungsvorsitzende von Singapur Goh Chok Tong trifft am Montag in Prag mit seinem tschechischen Amtskollegen Milos Zeman zu Gesprächen über die Möglichkeiten des Ausbaues der bilateralen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder zusammen. Für Montag ist außerdem ein Treffen des Gastes aus Singapur mit dem tschechischen Abgeordnetenchef Vaclav Klaus vorgesehen, während er am Dienstag von Präsident Vaclav Havel empfangen wird.

Kavan: Fagan stellt keine Bedrohung für Tschechische Republik dar

Der amerikanische Rechtsanwalt Edward Fagan, der die Interessen der gegen das südböhmische Atomkraftwerk Temelin kämpfenden Ökologen und Atomkraftgegner vertritt, stelle nach Ansicht des tschechischen Außenministers Jan Kavan keine Bedrohung für den tschechischen Staat dar. "Fagan kann einige privatrechtliche Anklagen initiieren, und zwar gegen die amerikanische Firma Westinghouse und möglicherweise auch gegen den Betreiber des AKW´s, die tschechische Energiegesellschaft CEZ, nicht aber gegen den tschechischen Staat," erklärte Kavan am Sonntag in einer Fernsehsendung der privaten TV- Anstalt Nova. Fagan verlangt im Auftrag von Anti-Temelin-Organisationen die Einsicht von Dokumenten der Gesellschaften CEZ und Westinghouse, um anhand dieser die Sicherheit des AKW´s überprüfen lassen zu können. "Die Dinge, von denen er spricht, sind Anklagen über die Verursacher einer eventuell zukünftigen Havarie," sagte Kavan. Der ebenfalls bei der Sendung anwesende Vorsitzende der konservativen Freiheitsunion Karel Kühnl ist nichtsdestotrotz der Meinung, dass Fagan ein schwerer Widersacher sei. Kühnl vertritt zudem den Standpunkt, dass alle vom Gesetz erlaubten Unterlagen über Temelin der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich gemacht werden sollten.

Reparatur des Öllecks im AKW Temelin beendet

Die Techniker der Gesellschaft Skoda Praha haben am Sonntag die Reparaturarbeiten am festgestellten Leck der Ölversorgung eines Turbinenteils im ersten Reaktorblock des Atomkraftwerks Temelin beendet. Wie der Sprecher des AKW´s Milan Nebesar dazu gegenüber der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, werden nunmehr alle Vorkehrungen getroffen, um mit der Testphase, die wegen des Lecks am Donnerstag unterbrochen wurde, schnellstmöglich fortfahren zu können.

Präsident Havel sieht künftiges Europa als Ideengeber und gutes Beispiel

Der tschechische Präsident Vaclav Havel sieht das zukünftige Europa als einen Ideengeber, der sich verstärkt mit den Zweideutigkeiten des Zivilisationsprozesses beschäftigen sollte. Europa dürfe nicht wie so oft in der Vergangenheit als Lehrmeister auftreten, der dem Rest der Welt etwas aufzwingt, schrieb Havel in einem Essay für die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes", das am Samstag veröffentlicht wurde.

Vielmehr sollte Europa das Gute der Zivilisationsprozesse vom Schlechten trennen, an sich selbst arbeiten und damit als gutes Beispiel und Inspiration dienen, betonte das Staatsoberhaupt. Havel bedauerte, dass die "historische Chance" der EU-Osterweiterung "manchmal von 1001 technischen Details verdeckt" werde. Die geistigen und politischen Dimensionen würden oft hinter bürokratischen und wirtschaftlichen Einzelfragen verschwinden, meinte der 64- Jährige.

Die europäische Integration sei aber in der Geschichte Europas, die immer wieder den Charakter eines Diktats des Starken über den Schwachen hatte, ohne Beispiel, unterstrich Havel in seinem Beitrag.

Studie: Tschechen gehen nur kurzzeitig wegen Arbeit ins Ausland

Die Bürger der Tschechischen Republik nehmen eine Übersiedlung in andere Staaten lediglich aus ökonomischen Gründen vor, nur ganz wenige hegen die Absicht, sich im Ausland dauerhaft niederzulassen. Dies geht aus einer Studie hervor, die eine Expertengruppe im Auftrag des tschechischen Regierungsrates für soziale und ökonomische Strategie ausgearbeitet hat. Deshalb könne man davon ausgehen - so die Verfasser der Studie -, dass die Tschechen nach dem Beitritt ihres Landes in die Europäische Union nicht in Scharen wegen des unterschiedlichen Lebensniveaus dauerhaft ins Ausland übersiedeln werden. Anhalten werde jedoch eine starke Motivation zu einer kurzzeitigen Migration zum Zwecke der Arbeit, hieß es in der Studie.

Tschechen fahren in Ost-Mitteleuropa am häufigsten mit dem Zug

Annähernd 18 Reisen mit der Eisenbahn hat im zurückliegenden Jahr durchschnittlich jeder Bürger der Tschechischen Republik absolviert. Tschechien liegt damit auf dem ersten Rang, was die Nutzung des Eisenbahn- Personentransports unter den ost-mitteleuropäischen Ländern anbelangt. Dies geht aus den Unterlagen der Internationalen Eisenbahn-Union (UIC) hervor. Die Tschechen benutzen damit den Zug häufiger als die Franzosen (15 Zugreisen jährlich), die Belgier (14) und die Briten (12) und liegen in dieser Hinsicht mit den Deutschen (19) und den Niederländern (18) nahezu gleichauf. Häufiger als in Tschechien fährt man mit dem Zug in Österreich (23), in Dänemark (29) und insbesondere in der Schweiz, wo jeder Eidgenosse durchschnittlich 41 Mal im Jahr mit der Eisenbahn verkehrt.

Dank Sonmmerzeit kein Fahren mit Licht mehr in Tschechien notwendig

Mit der seit Sonntag in Zentraleuropa gültigen Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) entfällt für alle Fahrzeugführer in Tschechien auch die Pflicht, tagsüber mit Abblendlicht fahren zu müssen. Diese Regelung ist Bestandteil der seit dem 1. Januar dieses Jahres in Tschechien in Kraft getretenen neuen Straßenverkehrsordnung, die das Fahren mit Abblendlicht am Tage vorschreibt, allerdings nur für das durch die zweimalige Zeitumstellung fixierte Winterhalbjahr.