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Tschechische Parlamentsdelegation reist zu Gesprächen nach Kroatien

Eine Delegation des tschechischen Parlaments unter Leitung von Abgeordneten- und ODS-Chef Vaclav Klaus reist am Montag zu politischen Gesprächen nach Kroatien. Bei ihrem zweitägigen Besuch in Zagreb wird sie sowohl mit dem Präsidenten des kroatischen Parlaments Baltazar Jalschovic und Präsident Stipe Mesic als auch mit Premier Ivica Racan und Außenminister Tonin Picula zusammen treffen. Der Besuch soll beitragen, die tschechisch-kroatischen Kontakte auf parlamentarischer Ebene zu intensivieren.

Klaus: ODS muss seine ideologische Ausrichtung nicht ändern

Der Vorsitzende der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) Vaclav Klaus ist überzeugt davon, dass seine Partei ihre ideologische Ausrichtung nicht ändern müsse. "Wir müssen uns nirgendwohin bewegen, verbiegen und auch ändern müssen wir uns nicht ... unsere Meinungen sind felsenfest," sagte Klaus vor Journalisten zum Abschluss der ideologischen Konferenz der ODS am Sonntag in Prag. Gleichzeitig bestätigte er noch einmal seine am Vortag gemachte Aussage, wonach seine Partei mit ihm an der Spitze im kommenden Jahr antreten werde, um die Parlamentswahlen zu gewinnen. Seine Partei sei für dieses Ziel in der Opposition herangereift, ergänzte Klaus.

Nicht mehr ganz so einig ist sich die Partei, was die Aufrechterhaltung des sog. Oppositionsvertrages mit den Sozialdemokraten anbelangt. Es häuften sich die Stimmen, die eine Auflösung des Tolerierungsabkommens mit der Regierungspartei fordern, und das je eher desto besser. Dies ging aus der Rede von ODS-Vizechef Petr Necas hervor, die er vor den Delegierten der Konferenz gehalten hat.

Bankbericht: Reformen im sozialen Bereich in Tschechien notwendig

Die Reform des Sozialversicherungssystems, insbesondere des staatlichen Rentensystems, gehört zu den vorrangigsten Aufgaben der Tschechischen Republik. Das geht aus dem Bericht der Europäischen Bank für Erneuerung und Entwicklung über die Transformation der Wirtschaft in den mittel- und osteuropäischen Ländern hervor, der am Sonntag in London veröffentlicht wurde. In diesem Bericht wird der Tschechischen Republik in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent und für das Jahr 2002 ein Wachstum von 3,5 Prozent vorausgesagt. Der Bericht ist zudem ein Grundlagenpapier für die am Montag und Dienstag in der britischen Hauptstadt statffindende Jahrestagung der Bank, an der von tschechischer Seite Finanzminister Jiri Rusnok, dessen Stellvertreter Jan Mladek, der Vizevorsitzende des Fonds für nationales Vermögen Jan Juchelka und der Gouverneur der Tschechischen Nationalbank Zdenek Tuma teilnehmen werden.

Tschechien begrüßt Prozess gegen mutmaßlichen NS-Verbrecher Malloth

Der an diesem Montag in München beginnende Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher Anton Malloth (89) wird von tschechischen Diplomaten und Historikern einhellig begrüßt. "Das Verfahren ist sehr bedeutsam", sagte der Abteilungsleiter im Prager Außenministerium, Jiri Sitler, am Sonntag der dpa in Prag. Der Leiter des heute als Gedenkstätte genutzten ehemaligen Gestapo-Gefängnisses Terezin/Theresienstadt, Jan Munk, nannte die Eröffnung des Verfahrens "sehr erfreulich".

Die Anklage wirft dem heute 89-jährigen Malloth Mord in drei Fällen sowie versuchten Mord in einem Fall vor. Die Opfer waren Häftlinge der Kleinen Festung Theresienstadt, einem berüchtigten Gestapo-Gefängnis in der Nähe von Litomerice/Leitmeritz. Malloth war dort von 1940 bis 1945 Aufseher.

Uranbrennstäbe per Zugtransport im AKW Temelin eingetroffen

Ein mit Uranbrennstäben für das südböhmische Atomkraftwerk Temelin beladener Zug ist am Sonntag Nachmittag planmäßig und ohne Zwischenfälle in seinem Bestimmungsort angekommen. Das Uran war am Samstag an Bord des amerikanischen Frachters "Andromeda" im nordwestpolnischen Hafen Szczecin /Stettin eingetroffen. Danach war die Fracht, die etwa ein Drittel der für den zweiten Reaktorblock des AKW´s Temelin benötigten Brennstäbe enthielt, auf einen Zug verladen und auf einer geheim gehaltenen Streckenführung über Polen und Mähren bis zum südböhmischen Meiler transportiert worden. Umweltschützer kritisierten, dass die Öffentlichkeit nicht über den Transport informiert worden war.

In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen Berichten zufolge regelmäßig Uranbrennstäbe über Polen nach Temelin gebracht werden. Umweltgruppen befürchten vor allem Gefahren durch den Rücktransport gebrauchter Brennelemente auf der gleichen Strecke.

Erneute Reparaturarbeiten im AKW Temelin

Die Pannenserie im umstrittenen AKW Temelin reißt nicht ab. Nach nur dreitägigem Betrieb musste die 1000-Megawatt-Turbine im ersten Reaktorblock erneut wegen technischer Probleme abgestellt werden. Bei 55 Prozent Leistung sei ein Leitungsrohr undicht geworden, informierte AKW-Direktor Frantisek Hezoucky am Samstag. Die im Probebetrieb befindliche Anlage wurde zur Untersuchung auf 3,0 Prozent heruntergefahren und soll am Montag von Technikern untersucht werden.

Mährische Stadt Jihlava plant Gustav-Mahler-Konservatorium

Die mährische Stadt Jihlava/Iglau will mit der Einrichtung eines Gustav-Mahler- Konservatoriums dem berühmten Sohn der Stadt ein späte Ehre erweisen. Bereits im kommenden Jahr soll an der geplanten Musik-Akademie eine sechsjährige Ausbildung für Musik und Chor beginnen. Das Projekt rechne mit 140 Studenten und 200 Pädagogen. Der Komponist Gustav Mahler war am 7. Juli 1860 in Kaliste geboren worden, das wenige Kilometer von Jihlava entfernt liegt. Er starb am 18. Mai 1911 in Wien.

Anthony Hopkins dreht als "schwarzes Schaf" in Prag

Anthony Hopkins (63), im Horrorfilm "Hannibal" Kannibale mit Vorliebe für menschliches Hirn, hat in Prag mit Dreharbeiten für die Komödie "Black Sheep" begonnen. Hopkins spielt in dem Streifen, dessen Budget mit 113 Millionen Dollar (237 Millionen Mark) deutlich über den 80 Millionen Dollar für "Hannibal" liegt, einen erfahrenen CIA-Mann. Er soll aus einem einfachen Tölpel - dargestellt von Komiker Chris Rock - einen Top-Agenten machen, der eine internationale Verschwörung auffliegen lässt. Die Regie für den Klamauk- Film hat Joel Schumacher übernommen ("Batman und Robin").

SPORT: Tschechisches Eishockey muss zwei Niederlagen einstecken

In seinen beiden letzten Vorbereitungsspielen auf die Eishockey- Weltmeisterschaft in Deutschland ist Titelverteidiger Tschechien sieglos geblieben. Gegen den Kontrahenten Russland musste man sich am Samstag in Brünn mit einem 2:2 begnügen und einen Tag später in Zlin gar eine 2:4- Niederlage einstecken. Tragischer als beide Ergebnisse war jedoch die erlittene Leistenverletzung von Radim Tesarik, die den 26-jährigen Verteidiger die Teilnahme am Championat kostete.

Bei der in Finnland ausgetragenen U 18-WM im Eishockey landete die tschechische Mannschaft auf dem 4. Platz. Im Kampf um Bronze unterlag sie Gastgeber Finnland mit 1:2. Neuer Junioren-Weltmeister wurde Russland durch einen 6:2-Finalsieg über die Schweiz.

Trinkfester Student gewinnt "Die 24 Stunden des Erzgebirges"

Tomas Krejci (20), tschechischer Student, hat bei einem Trinkwettbewerb namens "Die 24 Stunden des Erzgebirges" mit 13 Litern Bier in 22,5 Stunden die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen. Sein stärkster Widersacher Jasil Jotov (37) war kurz vor Ende des 24-stündigen Marathons in Hora Svate Kateriny eingeschlafen. Hauptpreis des Wettbewerbs war ein Ferkel. Bei den Frauen konnte Vorjahressiegerin Eva Horakova am Sonntag ihren Titel nicht verteidigen. Die trinkfeste Bürgermeisterin des Ortes hatte damals mit 8,6 Litern Bier in 24 Stunden einen Rekord aufgestellt. In diesem Jahr schaffte Siegerin Jitka Novakova "nur" etwa 4,6 Liter.