Nachrichten

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Außenministerium antwortete auf österreichische Note

Das tschechische Außenministerium hat am Freitag um 15.15 Uhr auf die österreichische Note geantwortet, die die Analyse der Umweltverträglichkeit des AKW Temelin betraf. In der Antwort hieß es u.a., dass die österreichische Regierung das souveräne Recht der Tschechischen Republik auf eine freie Wahl der Energiepolitik in Frage stelle, und zwar mit seinen Forderungen, die die Ausarbeitung der Null-Variante des AKW Temelin, Bearbeitung der erwarteten Entwicklung der tschechischen Energiewirtschaft und einen klaren Plan der Schließung tschechischer Kohlekraftwerke betreffen.

Österreichische Atomkraftgegner protestieren in Wullowitz

Mehr als 100 oberösterreichische Atomkraftgegner haben sich am Freitag kurz vor 18 Uhr am österreichisch-tschechischen Grenzübergang Wullowitz-Dolni Dvoriste versammelt. Diese weitere Protestaktion gegen das AKW Temelin wurde anlässlich des 15. Jahrestags der Havarie in Tschernobyl organisiert. Schon vorher - kurz nach 15.30 Uhr hat eine Gruppe von ca. 30 österreichischen Atomkraftgegnern die Straße vor der Gaststätte Franzosenhof vor dem österreichisch-tschechischen Grenzübergang Wullowitz blockiert. Die Blockade dauerte eine halbe Stunde. Nach Worten von Josef Neumüller von der Initiative "Stopp Temelin", die die Protestaktion organisierte, brachten damit die Atomkraftgegner ihre Unzufriedenheit mit der Haltung des tschechischen Kabinetts zur Inbetriebnahme des AKW Temelin zum Ausdruck.

Tests des Betriebs im AKW Temelin werden vorläufig nicht fortgesetzt

Die Tests im AKW Temelin mit einer 55-prozentigen Leistung des Reaktors werden im ersten Reaktorblock vorübergehend nicht fortgesetzt. Der AKW- Sprecher Milan Nebesar erklärte am Freitag, die Mitarbeiter der Gesellschaft Skoda Energo werten immer noch die Angaben aus, die sie beim letzten Testbetrieb der Turbineeinrichtung gesammelt haben.

Kavan diskutierte in Paris über die EU

Die mangelnde Bereitschaft, über ein konkretes Datum für die EU-Erweiterung zu sprechen, wird von vielen Tschechen so gedeutet, dass die EU ihre Erweiterung zwar nach außen befürworte, sie jedoch nicht ernst meine. Dies erklärte der tschechische Außenminister Jan Kavan am Donnerstag während einer Diskussion im Französischen Institut für internationale Beziehungen in Paris. Der Minister räumte ein, auch in Tschechien gebe es ähnlich wie in Polen Anzeichen von Gereiztheit gegenüber der EU. Kavan, der zu einem zweitägigen Besuch in Frankreich weilt, hielt in dem Pariser Institut einen Vortrag mit dem Titel "Morgen: Tschechische Republik in der Europäischen Union".

Militärpiloten wollen die Armee verlassen

58 tschechische Militärpiloten haben sich entschieden, zum 30. November die Armee zu verlassen und einen Zivilberuf zu suchen. Darüber informierte Generalstabschef Jiri Sedivy am Freitag auf einem Seminar in Prag. Der Oberbefehlshaber der tschechischen Luftstreitkräfte, Ladislav Klima, denke ebenfalls daran, von seinem Posten zurückzutreten. Als Grund dafür nannte er die Meinungen einiger Politiker, dass die tschechische Luftwaffe auf den Kauf neuer Jagdflugzeuge verzichten sollte.

Weißrussen protestierten in Prag gegen Lukaschenko

Ungefähr dreißig in Tschechien lebende Weißrussen und ihre Freunde haben am Donnerstag auf dem Wenzelsplatz in Prag der Opfer der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl gedacht. Ihre stille Demonstration verknüpften sie mit einem Protest gegen die Methoden des weißrussischen Staatspräsidenten, Alexander Lukaschenko, dessen Regierung wegen der Verletzung der Menschenrechte und einer harten Unterdrückung der Opposition kritisiert wird.

Vizeumweltminister Bele mit dem ökologischen Antipreis ausgezeichnet

Vizeumweltminister Josef Bele ist am Freitag mit dem antiökologischen Preis -- dem sogenannten "Ropak" des Jahres 2000 ausgezeichnet worden. Der Antipreis wurde ihm von einer Fachjury vor allem dafür verliehen, dass er eine Ausnahme vom Naturschutzgesetz gebilligt hatte, mit der die Führung der Autobahn D8 durch das Naturschutzgebiet Ceske stredohori/Böhmisches Mittelgebirge ermöglicht wurde. Darüber informierte Miroslav Patrik von der Umweltorganisation Deti Zeme/Kinder der Erde, die die "Ropak"-Umfrage veranstaltet.

Chiara Lubich in Tschechien

Die Gründerin der weltweiten christlichen Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, ist zu einem zehntägigen Besuch nach Prag gekommen. Während ihres heutigen Treffens mit den Journalisten betonte sie, in dieser neuen Evangelisierung sollen sich nicht nur Bischöfe, Priester und Ordensangehörige engagieren, sondern - wie sie sagte- auch das "ganze Volk Gottes". Am Samstag wird Chiara Lubich auf einer Versammlung in der Sporthalle auf dem Prager Messegelände sprechen. Zu den Sympathisanten der Bewegung, deren Anhänger seit den 60er Jahren in der damaligen Tschechoslowakei nur inoffiziell zusammentreffen durften, gehört seitdem auch der Prager Erzbischof, Kardinal Miloslav Vlk.