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Präsident Vaclav Havel ernannte einen neuen Verteidigungsminister

Auf Vorschlag von Premier Milos Zeman hat Präsident Vaclav Havel den bisherigen wirtschaftspolitischen Stellvertreter des Verteidigungsministers, Jaroslav Tvrdik, zum neuen Verteidigungsminister ernannt. Er löst in diesem Amt seinen Vorgänger Vladimir Vetchy ab, der nach Versäumnissen bei der Verwirklichung von Wirtschaftsreformen seinen Posten räumen musste. Nach Mitteilung des Premiers soll Tvrdik binnen drei Monaten ein Konzept für die Professionalisierung der tschechischen Armee und Abschaffung der Wehrpflicht ausarbeiten. Generalstabschef Jiri Sedivy und der Befehlshaber der tschechischen Luftstreitkräfte Ladislav Klima setzen sich ein für die Professionalisierung der Armee ein. Die Erreichung dieses Ziels innerhalb von sechs Jahren halten sie für möglich.

ODS-Chef Klaus hat kein Verständnis für die Ernennung eines ehemaligen Offiziers zum Verteidigungsminister

Im Zusammenhang mit der Ernennung von Jaroslav Tvrdik zum neuen Verteidigungsminister hat der Chef der Abgeordnetenkammer und ODS-Vorsitzende Vaclav Klaus auf dessen erst kürzlich abgeschlossene Karriere in der Armee verwiesen. Zum ersten Mal nach der Wende 1989 - so Klaus - werde hiermit das Prinzip der Armeeleitung durch eine Zivilperson verletzt werden. Gleichzeitig deutete er aber an, dass seine Partei aus diesem Grunde keinen Rücktritt der ganzen Regierung verlangt. Die ODS respektiere das Recht des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten, die Minister nach eigener Vorstellung zu ernennen. Ähnliche Einstellung zum neuen Verteidigungsminister wie die ODS haben auch Politiker der Viererkoalition. Tvrdik selbst hält sein 10jähriges Wirken als Berufasoldat für einen Vorteil in seiner neuen Funktion des Verteidigungsministers.

Verheugen diskutierte in Wien über EU-Erwewiterung und Temelin

Auf die Notwendigkeit der EU-Erweiterung haben sich am Freitag der EU-Kommissar Günther Verheugen und die österreichische Außenministerin Benita Ferrero-Waldner geeinigt. Bei einer Debatte im Haus der Industrie in Wien gingen beide Politiker auch auf die Frage des umstrittenen Atomkraftwerkes Temelin ein . Diesbezüglich verwiesen Sie darauf, dass der Prozess von Melk, wo die Premiers Tschechiens und Österreichs ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet hatten, fortgesetzt werden muß. In der für zwei Monate vorgesehenen Abschaltung des AKWs sieht Verheugen eigenen Worten zufolge keinen Grund zur Beunruhigung. Dies sagte er gegenüber der österreichischen Presseagentur APA.

Sender Freies Europa/Radio Liberty begeht sein 50.Gründungsjubiläum

Aus Anlass des 50.Gründungsjubiläums des Senders Freies Europa / Radio Liberty hat in dessen Prager Hauptquartier eine feierliche Versammlung stattgefunden. Vaclav Havel zufolge, der eine Ansprache hielt, erfüllt der Sender derzeit zwei wichtige Aufgaben: die Verbreitung freier Informationen in die Länder mit nichtdemokratischen Regimen und für die Journalisten in der freien Welt stelle er ein Vorbild an Professionalität dar.

Feierliche Versammlung von Kriegsveteranen

Der Beendigung des 2.Weltkrieges haben am Freitag Mitglieder des Tschechischen Verbandes der Widerstandskämpfer und der Tschechoslowakischen Legionärsgemeinde gedacht. Die Kriegsveteranen, die auf einer feierlichen Versammlung im Gebäude des Verteidigungsministeriums zusammenkamen, wurden u.a. vom stellvertretenden Generalstabschef Jiri Martinek wie auch von den Militär-Attaches Russlands und der USA begrüßt. In der Denkmalstätte des 2.Weltkrieges im nordmährischen Hrabyne bei Opava/Tropau wurden am Freitag 555 Wehrpflichtsoldaten der Logistik-Basis vereidigt. Bei dem feierlichen Zeremoniell gedachten sie der bei der Befreieung der Tschechoslowakei 1945 Gefallenen.

Neues Pflegehaus für Kriegsveteranen in Prag eröffnet

Im Beisein des Generalstabschefs Jiri Sedivy ist am Vormittag im Prager Militärhospital ein Pflegehaus für Kriegsveteranen eröffnet worden. Die erste Einrichtung dieser Art in Tschechien, die über 18 Betten verfügt, wird einen Service nicht nur Veteranen des 2.Weltkrieges, sondern auch Soldaten, die nach ihrer Teilnahme im Golfkrieg 1991 oder dem Balkan-Krieg Gesundheitsprobleme haben.

Tschechisch-spanisches Unternehmerforum

Spanien will zunehmend durch Investitionen in Tschechien präsent sein. Auf diesbezüglich große Möglichkeiten hat der spanische Kronprinz Felipe bei der Eröffnung eines tschechisch-spanischen Unternehmerforums in Prag hingewiesen.. Ihm zufolge habe Spanien allein im vergangenen Jahr so viele Investitionen in Tschechien getätigt wie zuvor in einem ganzen Jahrzehnt. Den spanischen Kronprinzen begleiten bei seiner Tschechien-Visite Vertreter von 26 spanischen Firmen.

Verdienstmedaille an deutschen Kunstmäzen

Präsident Vaclav Havel hat auf eine Verdienstmedaille dem deutschen, aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammenden Kunstmäzen Reiner Kreissl verliehen. Mit der Staatsauszeichnung würdigte er die Verdienste des 77jährigen Kunstsammlers im Bereich der Kultur. Bei einem Treffen auf der Prager Burg schenkte Kreissl dem Präsidenten die afrikanische Statuette Ashanta aus Elfenbeinküste.

Europa-Tag in Prag

Im Prager Klementinum haben etwa 60 Gäste an den traditionellen Europa-Tag erinnert. In seiner Ansprache vor ausländischen Diplomaten sowie tschechischen Gästen stellte Außenminister Jan Kavan u.a. fest, dass Tschechien allmählich die einzelnen Schlösser öffne, die sie noch von der Europäischen Union trennten. Nach Kavan wird das Land noch vor dem Ende der laufenden Legislaturperiode auf seinen EU-Beitritt, also Mitte des kommenden Jahres vorbereitet sein. In diesem Jahr - so Kavan - werde darüber entschieden werden, ob die Tschechische Republik zu der ersten Aufnahmewelle nach 2001 gehören werde.

Am 9.Mai, dem Europa-Tag werden Prags Bewohner die Gelegenheit haben, mehr Informationen über die Europäische Union und die vorgesehenen Auswirkungen des EU-Beitritts Tschechiens erhalten. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die Prager an verschiedenen Orten der Stadt mit Fachexperten diskutieren können. Einen Tag zuvor werden Aussenminister Jan Kavan, der tschechische Chefunterhändler mit der EU, Pavel Telicka und der EU-Botschafter in Prag, Ramiro Cibrian, auf dem Prager Platz der Republik der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen.

Tag der offenen Türen in der Moschee von Brno

Über 2 500 Menschen haben in den vergangenen fünf Tagen im Rahmen der Tage der offenen Türen die islamische Moschee in Brno/Brünn besichtigt. Unter den Besuchern waren Schüler und Menschen der mittleren Altersgruppe am stärksten vertreten. Als Ziel der Veranstaltung bezeichnete der Vorsitzende der Islamischen Stiftung Brno, Munib Hasan, das Interesse, eine breitere Öffentlichkeit mit dem Islam, dem Koran und islamischen Bräuchen vertraut zu machen.

Befürworter des NATO-Beitritts stellen die Mehrheit dar

Rund zwei Drittel der Tschechen bewerten den Eintritt ihres Landes in die NATO im März 1999 als einen richtigen Schritt. Derselbe Anteil der Bevölkerung ist der Ansicht, dass sich dadurch das Prestige Tschechiens erhöht hat. Gleichzeitig nimmt aber das Gefühl an Intensität zu, dass Tschechien nicht als ein gleichwertiger Partner der stärkeren Mitgliedsländer der Allianz ist. Dies geht aus einer im April durchgeführten Umfrage des Prager Meinungsforschungsinstituts STEM hervor.

Belgischer Premier wird seine Erweiterungsvision für die EU in Prag vorstellen

Seine Vorstellung über die vorgesehene EU-Erweiterung wird am kommenden Montag der belgische Premier Guy Verhofstadt in Prag präsentieren. Seine Vision der EU-Integration basiert auf flexiblen Verhandlungen zwischen den einzelnen EU-Ländern sowie zwischen ihnen und den Beitrittskandidaten. Diese Verhandlungen - wie sich Verhofstadt in dieser Woche auf einer Pressekonferenz äußerte - sollen ohne überflüssige Versprechen und Illusionen verlaufen. An dieser Vorstellung wolle sich Belgien nach der Präsidentschaftsübernahme in der EU in der zweiten Hälfte dieses Jahres orientieren.

Anstieg von tschechischen Waffenimporten

Ein sprunghafter Anstieg im Wert von 54,4 Mio US-Dollar wurde im vergangenen Jahr bei den tschechischen Waffenimporten verzeichnet. Damit erreichten sie den Gesamtwert von ca. 170 Mlr US-Dollar. Der Wert der tschechischen Waffenexporte sank hingegen von 101 Mio US-Dollar im Jahre 1999 auf ca. 98 Mio US Dollar im Jahre 2000.

Mangelndes Interesse an Investitionen in der Region von Ralsko

Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 25Hektar in der Region Ceska Lipa/ Böhmisch Leipa hat die Gemeinde Ralsko für potentielle Investoren vorbreitet. Die Kosten der im Vorjahr durchgeführten Vorbereitungsarbeiten beliefen sich auf 10 Mio Kronen. Durch den Ausbau einer Industriezone will die Gemeinde neue Arbeitsplätze für die Einwohner der Lokalität schaffen und damit auch deren weitere Entwicklung gewährleisten. Wie der Bürgermeister von Ralsko der Tschechischen Nachrichtenagentur CTK mitteilte, habe sich bisher kein seriöser Interessent um eine Investitionsmöglichkeit beworben.