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Spidla : deutsche Furcht vor massenhaftem Zustrom tschechischer Arbeitskräfte nach EU-Erweiterung ist unbegründet

Der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokraten, Vladimir Spidla, hat sich am Rande des zweitägigen Kongresses der sozialdemokratischen Partei Europas am Dienstag in Berlin mit Bundeskanzler Gerhard Schröder getroffen. Wie Spidla der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, habe er im Gespräch mit dem Bundeskanzler die deutschen Befürchtungen als unbegründet bezeichnet, nach denen die EU-Erweiterung eine Migrationswelle aus der Tschechischen Republik nach Deutschland zur Folge haben könnte. Der tschechische Standpunkt in dieser Frage, so Spidla, stütze sich auf begründete Fakten.

Im Gespräch mit Schröder brachte Spidla ferner sein Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit mit Deutschland, vor allem in der Frage der europäischen Integration, zum Ausdruck. Wie Spidla dem Bundeskanzler sagte, sei die Tschechische Republik im Grunde bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf den EU-Beitritt vorbereitet.

Gedenken an Kriegsende vor 56 Jahren

Der im Zweiten Weltkrieg gefallenen tschechoslowakischen Soldaten haben am gestrigen Jahrestag des Kriegsendes Staatspräsident Vaclav Havel sowie weitere staatliche Repräsentanten der Tschechischen Republik und Vertreter der Streitkräfte am Grab des Unbekannten Soldaten auf dem Prager Berg Vitkov gedacht. Auch in weiteren tschechischen Städten wie dem mährischen Brno/Brünn und dem westböhmischen Pilsen wurde in Gedenkveranstaltungen an das Kriegsende vor 56 Jahren erinnert.

Am gestrigen Staatsfeiertag erhob der tschechische Präsident ferner auf der Prager Burg 12 Offiziere aus Armee, Polizei und Feuerwache in höhere Ränge und folgte damit der Tradition, diese Rangerhöhung am 8. Mai zu vollziehen.

Weltkirchenrat informiert sich über Situation der tschechischen Roma

Eine fünfzehnköpfige Delegation des Weltkirchenrates hat sich am Dienstag im böhmischen Lysa nad Labem über die soziale Situation der dortigen Roma informiert. Wie ein amerikanischer Vertreter des Weltkirchenrates der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, wolle die Delegation auf ihrer Reise von Budapest über die Ostslowakei nach Tschechien herausfinden, wie das Leben der Roma in Mitteleuropa und die Beziehung der dortigen Mehrheits-Bevölkerung zu den Roma aussehe. Von den 8500 Einwohnern Lysas sind 500 Roma, die in der Stadt über eigene gesellschaftliche und kulturelle Einrichtungen verfügen.

Initiative "Tschechisches Fernsehen - eine öffentliche Angelegenheit" will gegen Leiter des Brünner Fernsehstudios vorgehen

Die Initiative "Tschechisches Fernsehen - eine öffentliche Angelegenheit" will sich nach wiederholter Kritik an dem Leiter des Brünner Studios des Tschechischen Fernsehens nun an die Polizei und den Antikorruptionsdienst wenden. Die Initiative verdächtigt den Leiter des Brünner Studios, Zdenek Drahos, er habe das öffentlich-rechtliche Medium für seine privaten Interessen missbraucht. Die Sprecher der Initiative teilten dies in einem offenen Brief dem Übergangs-Direktor des Tschechischen Öffentlich-rechtlichen Fernsehens Jiri Balvin mit, berichtete die Nachrichtenagentur CTK am Dienstag.

Havel weist Befürchtungen der EU zur Freizügigkeit der Arbeitskräfte zurück

Staatspräsident Vaclav Havel hat auf seinem Treffen mit dem belgischen Premier Guy Verhofstadt am Montag in Prag Befürchtungen der Europäischen Union zurückgewiesen, wonach die bisherigen EU-Mitgliedsstaaten nach dem Beitritt Tschechiens von tschechischen Arbeitskräften überschwemmt werden würden. Wie Havels Sprecher Ladislav Spacek mitteilte, bedeute ein Aufschub des Prinzips der Freizügigkeit der Arbeitskräfte nach Ansicht des Präsidenten auch einen Aufschub des Prinzips "wir alle sind Europäer".