Nachrichten

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Tschechien begann mit Auszahlung an NS-Zwangsarbeiter

Die Tschechische Republik hat gestern als erstes Land mit der Auszahlung von Entschädigungen an die ersten 10.000 ehemaligen NS-Zwangsarbeiter begonnen. Die Bundesstiftung in Berlin hatte in der vergangenen Woche dazu 56 Millionen Mark nach Prag überwiesen. Der tschechische Außenminister Jan Kavan sprach von einem "historischen Tag" und dankte der Bundesregierung für ihren Einsatz während der Entschädigungsverhandlungen. Vorstandsmitglied der Bundesstiftung Hans Otto Bräutigam erklärte gestern in Prag, dass die Entschädigung keine Wiedergutmachung für erlittenes Leid und Unrecht sein könne. "Wenn die ersten Opfer jetzt diesen bescheidenen Beitrag bekommen, ist das kein Schlussstrich, denn Geschichte vergeht nicht und darf auch in Deutschland nicht vergessen werden," erklärte er.

Senatspräsident Petr Pithart: Irland investierte im Bildungsbereich

Das irische Referendum über den Nizza-Vertrag hat gezeigt, dass die Sprache der EU für die Bevölkerung unverständlich ist. Dies erklärte der tschechische Senatspräsident Petr Pithart gestern Abend nach seinem Treffen mit dem irischen Premier Bertie Ahern in Dublin. Pithart betonte auch, dass Irland viel im Bildungsbereich investiert habe und dies sei " so Pithart - einer der Gründe, warum Irland in den vergangenen Jahren einen so großen Fortschritt zu verzeichnen hatte.

Interessent für Kauf von Komercni banka wird diese Woche ausgesucht

Der Berater für die Privatisierung des tschechischen Finanzinstituts Komercni banka, die Londoner Firma Goldman Sachs, soll das beste Angebot für den Kauf des 60-prozentigen Anteils an der Komercni banka bis Ende dieser Woche aussuchen. Das Kabinett könnte dann nächste Woche über den Wettbewerbssieger entscheiden.

Wagnerova: Justizreform wird Gerichte belasten

Die Reform der tschechischen Justiz, die Justizminister Jaroslav Bures durchsetzen möchte, wird nach Meinung der Vorsitzenden des Obersten Gerichtes, Eliska Wagnerova, die Arbeit der Richter nicht erleichtern. Es wird damit gerechnet, dass die sogenannten Vorbereitungsverfahren und die Arbeit der Ermittler in Gerichtssäle übertragen werden. Deswegen müssten die Gerichte gestärkt werden, meinte Wagnerova. Bures stimmt ihrer Meinung nicht zu. Die Justizreform war Thema der Gespräche, die Vertreter der Justiz gestern auf der Prager Burg mit Präsident Vaclav Havel führten.

Josef-Lux-Fonds will zur Verbesserung der Beziehungen in der Gesellschaft beitragen

Der Josef-Lux-Stiftungsfonds hat vor, an das Vermächtnis des ehemaligen Chefs der tschechischen Christdemokraten, Josef Lux, anzuknüpfen, der im November 1999 an Leukämie gestorben ist. Der Fonds soll durch Verbreitung ethischer Werte und Kultivierung des Medienmilieus zur Verbesserung der Beziehungen in der Gesellschaft beitragen. Zugleich wird er Aktivitäten fördern, die sich auf psychische Hilfe für Leukämie-Patienten spezialisieren. Darüber informierte gestern in Prag die Gattin des verstorbenen Politikers, Vera Luxova, die den Fonds gestiftet hat.

Abgeordnetenchef Vaclav Klaus: Aufnahme Tschechiens in die EU wäre 2004 am günstigsten

Der Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus hat am Montag erklärt, dass die Aufnahme Tschechiens in die EU im Jahre 2004 am günstigsten wäre. Damit identifizierte sich Klaus mit der Erklärung der EU vom vergangenen Wochenende, in der den Beitrittskandidaten zugesichert wurde, die Verhandlungen bis zum Ende des nächsten Jahres abzuschließen. Sie deutete zugleich die Möglichkeit ihrer EU-Aufnahme bis zum Jahr 2004 an. Vaclav Klaus erklärte im Gespräch für den privaten Rundfunksender Frekvence 1 des weiteren, es gehe nicht darum, ob Tschechien ein Vierteljahr früher oder später EU-Mitglied sein werde. "Es scheint mir, dass es ein einziges Datum gibt, worüber es Sinn macht zu diskutieren, und dies ist eben das Jahr 2004, in dem die Wahlen zum Europaparlament stattfinden werden," erklärte Klaus. Er fügte jedoch hinzu, dass eine übereilte Aufnahme in die EU für das Land ungünstig sein könnte.

AKW Temelin wird Ende Juli angefahren

Das wegen Reparaturarbeiten Anfang Mai abgeschaltete südböhmische Atomkraftwerk Temelin wird nach dem 21. Juli wieder angefahren. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der Betreibergesellschaft CEZ, Jaroslav Mil, gestern in Prag an. Die Arbeiten an der defekten Ölleitung und der beschädigten Turbine seien fast beendet, sagte Mil. Voraussichtlich Ende Juli werde der Reaktor auf 55 Prozent Leistung hochgefahren.

Konferenz über Nonprofit-Organisationen in Prag eröffnet

Der EU-Beitritt Tschechiens wird zur Entwicklung der Nonprofit- Organisationen beitragen. Tschechische Bürger und Politiker haben bisher diesem Bereich nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt. Darauf einigten sich gestern auf einer Pressekonferenz in Prag Vertreter der EU und der Nonprofit-Organisationen. Der EU-Botschafter in Tschechien, Ramiro Cibrian, erklärte, die Nonprofit-Organisationen stellten neben den politischen Parteien eine der Stützen der Bürgergesellschaft dar. Diese Fragen werden auf einer Konferenz erörtert, die unter dem Namen "Die Nonprofit-Organisationen und die Europäische Union im Jahre 2001" gestern im Sitz des tschechischen Außenministeriums eröffnet wurde.

Wegen BSE erhöhte CP Versicherungsbeiträge für Bauern

Die tschechische Versicherungsanstalt Ceska pojistovna (CP) hat wegen des ersten BSE-Vorkommens im Lande die Versicherungsbeiträge für die Bauern um bis zu 100% erhöht. Darüber informierte der private Fernsehsender Prima. Die Versicherungsanstalt erhöhte die Prämien, nachdem sich die BSE- Erkrankung in Europa verbreitet habe, erklärte der Sprecher der Versicherungsanstalt. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften interessieren sich trotz der erhöhten Versicherungsbeiträge für die Versicherung des Viehs. Sie befürchten, dass die Entschädigung, die sie im Falle des Auftretens eines BSE-Falls vom Staat erhalten würden, den Wert der Rinder nicht decken würde.

Neues Referenzlabor für Creutzfeldt-Jakob-Krankheit errichtet

Im Thomayer-Krankenhaus in Prag wird ein Referenzlabor für die Diagnostik der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit eröffnet. Nach Informationen der Tageszeitung Pravo vom Dienstag wird im selben Krankenhaus auch ein neues Forschungszentrum errichtet, das sich mit dieser Erkrankung befassen wird.

Zeugen Jehovas gewannen Rechtsstreit mit Justizministerium

Die Gesellschaft der Zeugen Jehovas hat auch das Berufungsverfahren im Rechtsstreit mit dem Justizministerium um einen Schadenersatz für Tausende Pakete vernichtetes Büropapier gewonnen. Die angeklagte Seite soll den Zeugen Jehovas den Schaden samt Zinsen ersetzen. Der Schaden ist der Gesellschaft dadurch entstanden, dass das Papier, das für die Herstellung deren Samizdat- Literatur bestimmt worden war, durch Feuchtigkeit und von Nagetieren vernichtet wurde. Die Polizei hatte das Papier 1986 bei einer Razzia beschlagnahmt und danach wurde es im Keller der damaligen Staatsanwaltschaft gelagert.

Tschechischer Tourist in Kroatien verunglückt

In der Nähe der kroatischen Insel Vis ist am Sonntag ein tschechischer Tourist ertrunken. Der Nachrichtenagentur CTK zufolge kam es zu dem Unglück beim Tauchen. Nähere Informationen wurden von der tschechischen Botschaft in Zagreb bislang nicht mitgeteilt.