Nachrichten

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Havel traf mit Leuenberger zusammen

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel ist am Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch in der Schweiz eingetroffen. Aus Bern meldet sich Dagmar Keberlova:

Havel: Milosevics Auslieferung stärkt UN-Autorität

Präsident Vaclav Havel sprach sich während seines Besuches in der Schweiz gestern Abend auch zur Auslieferung von Slobodan Milosevic an das UN- Kriegsverbrechertribunal aus. Er erklärte, Milosevics Auslieferung würde die Autorität der internationalen Gemeinschaft stärken. Dies sagte Havel in Bern noch kurz bevor in Belgrad bekannt gegeben wurde, dass Milosevic an das UN- Kriegstribunal ausgeliefert worden ist.

Senat billigte Gesetz über Referendum über EU-Beitritt

Der Senat hat am Donnerstag seinen Gesetzesentwurf über das Referendum gebilligt, in dem die Bürger über den Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union entscheiden sollen. Die Gesetzesvorlage wurde von 35 der insgesamt 66 anwesenden Senatoren unterstützt. Die Verabschiedung des Gesetzesentwurfs in seiner ursprünglichen Fassung erfolgte unerwartet, da von einigen Senatsauschüssen empfohlen worden war, die Gesetzesvorlage noch zu ändern. Viele Senatoren sprachen sich in der Debatte z. B. dafür aus, dass die Teilnahme von mindestens 50% der Wähler zur Bedingung für die Gültigkeit des Referendums gemacht werde.

Havel: Referendum über EU-Beitritt spätestens 2003

Ein Referendum über den EU-Beitritt der Tschechischen Republik soll nach Meinung von Präsident Vaclav Havel spätestens im Jahre 2003 durchgeführt werden. "Dieses Referendum muss stattfinden, und deswegen muss es auch ein entsprechendes Gesetz geben," sagte Havel kurz vor seiner Abreise in die Schweiz.

Societe Generale gewinnt Rennen um tschechische Komercni banka

Die Societe Generale hat das Monate lange Rennen um die tschechische Komercni banka gewonnen, um die sich auch die Hypo Vereinsbank bemüht hatte. Das französische Kreditinstitut zahlt für 60 Prozent Staatsanteile insgesamt 40 Milliarden Kronen, d.h. etwa 1 Milliarde eine Million Euro, teilte die Regierung am Donnerstag in Prag mit. Um die Komercni banka haben sich auch die Credit Agricole aus Frankreich und die UniCredito Italiano beworben. Der tschechische Finanzminister Jiri Rusnok hat unmittelbar vor dem Kabinettsbeschluss betont, das einzig entscheidende Kriterium zur Vergabe der Staatsanteile sei die Höhe des Gebots.

Komercni banka wird auf Beitritt von Societe Generale vorbereitet

In der Komercni banka wird ein Integrationsteam errichtet, das für einen reibungslosen Beitritt des neuen Partners " der Societe Generale " sorgen soll. Die Bank muss nach Worten ihrer Sprecherin sämtliche Arbeitsverfahren mit den Methoden der Societe Generale in Einklang bringen. Der Vorstand der Komercni banka hat den Kabinettsbeschluss begrüßt. Der Abgeordnete und Ex- Finanzminister Ivan Pilip erklärte am Donnerstag auf der Konferenz mit dem Titel Euro-Union 2001, der Verkauf der Komercni banka an Societe Generale für 40 Milliarden Kronen werde zur Erweiterung der Möglichkeiten der tschechischen Wirtschaft beitragen. Die Tschechische Zentralbank bezeichnete die Privatisierung der Komercni banka als einen Beitrag zur Stabilität des Bankensektors. Mehr zu diesem Thema bringen wir im Tagesecho im Anschluss an die Nachrichten.

Sechter: NS-Zwangsarbeiter brauchen keine Kürzung der Auszahlungen zu befürchten

Tschechische NS-Zwangsarbeiter brauchen nicht zu befürchten, dass man die ihnen ausgezahlten Entschädigungssummen aus dem Grund kürzen würde, dass es nach bestimmten Angaben dem deutschen Stiftungsfonds im Gesamtumfang an finanziellen Mitteln mangeln könnte. Die Gesamtsumme von 423 Millionen Mark für tschechische NS-Opfer werde garantiert und solle für die 85.000 gestellte berechtigte Anträge ausreichen, erklärte der Mitarbeiter des tschechischen Außenministeriums Jan Sechter am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK.

Kavan: Irland stelle Vorbild für Tschechien dar

Irland stellt für die Tschechische Republik einen hochgeschätzten Partner und Helfer bei den Vorbereitungen auf den EU-Beitritt. Daran wird auch durch das Resultat des Referendums nichts geändert, in dem Irland den Nizza-Vertrag abgelehnt hat. Darauf einigten der tschechische Außenminister Jan Kavan und sein irischer Amtskollege Brian Cowen am Donnerstag in Prag.

Luxemburg investierte in Tschechien direkt 180 Mio. US-Dollar

Luxemburg hat in Tschechien bis in das Jahr 2000 direkt über 160 Millionen US-Dollar investiert. Mit seinen 420.000 Einwohnern ist Luxemburg der fünfzehntgrößte Investor in Tschechien, informierte am Donnerstag die Sprecherin des tschechischen Handels- und Industrieministeriums nach dem Treffen des tschechischen Ressortchefs Miroslav Gregr mit der luxemburgischen Vizepremier Lydie Polfer. Im ersten Vierteljahr hat Luxemburg weitere fast 22 Mio. Dollar investiert.

Havel sprach mit Orban über die Visegrader Staaten-Gruppe

Die Zusammenarbeit im Rahmen der Visegrader Staaten-Gruppe, zu der Tschechien, Ungarn, die Slowakei und Polen gehören, soll mit dem EU-Beitritt dieser Staaten nicht beendet werden. Darauf einigten sich der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel und der ungarische Premier Viktor Orban am Mittwoch in Prag. Sie stellten fest, dass die EU einen mehrschichtigen Staatenbund darstelle, in dem sich dank inneren Kräften bestimmte Gruppierungen bilden werden.

Nuntius Coppa verabschiedet sich im Veitsdom

Mit einem Gottesdienst im St. Veitsdom auf der Prager Burg hat sich der apostolische Nuntius Giovanni Coppa am Donnerstag offiziell von der Tschechischen Republik verabschiedet. Anlässlich der Beendigung seiner elfjährigen Mission in Tschechien wird der Erzbischof noch einen Gottesdienst am 5. Juli " dem Tag des heiligen Kyrill und Method " im mährischen Velehrad zelebrieren. Mehr dazu bringen wir im Tagesecho im Anschluss an die Nachrichten.

As wird mit Rehau Konferenz über ein einheitliches Europa organisieren

Die westböhmische Stadt As hat vor, gemeinsam mit der deutschen Stadt Rehau Ende des Jahres eine internationale Konferenz zum Thema "Ein einheitliches Europa " die Verständigung zwischen den Völkern" zu organisieren. Ihre Teilnahme an der Konferenz haben der EU-Erweiterungskommissar, Günter Verheugen und der tschechische Botschafter in Österreich, Jiri Grusa, zugesagt.