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Tschechien gedenkt des 33. Jahrestages seit Ende des "Prager Frühlings"

Mit Gedenkkundgebungen und Kranzniederlegungen wird am Dienstag in Prag der Ereignisse gedacht, die vor 33 Jahren als Okkupation der Tschechechoslowakei durch die Armeen der Warschauer Paktstaaten und Zerschlagung des "Prager Frühlings" in die Geschichte eingingen. Ein traditioneller Pietätsakt, dem führende Politiker des Landes beiwohnen werden, findet vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks statt. Kleinere konservative Parteien veranstalten eine Gedenkversammlung am Denkmal des hl. Wenzels im Stadtzentrum. Mehrere Gedenkveranstaltungen finden auch in weiteren tschechischen Städten statt.

Premier Zeman trifft Bundeskanzler Schröder auf Schloss Sychrov

Im Rahmen seiner Sommerreise durch die neuen deutschen Bundesländer, Polen und Tschechien trifft der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder am Dienstag auf Schloss Sychrov mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Milos Zeman zusammen. Dem gemeinsamen Mittagessen der beiden Staatsmänner wird auch der tschechische Außenminister Jan Kavan beiwohnen. Schröder eröffnet sein eintägiges Besuchsprogramm mit einer Visite der Skoda-Werke in Mlada Boleslav, wo er mit Tschechiens Wirtschaftsminister Miroslav Gregr zusammen treffen wird. Die Skoda-Auto-AG ist das erfolgreichste tschechische Wirtschaftsunternehmen der Gegenwart und als Tochter des VW-Konzerns zugleich eines der positivsten Beispiele der tschechisch-deutschen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Zum Abschluss seines Programms wird der Bundeskanzler den "Bau der Versöhnung" in Liberec/Reichenberg besichtigen. Er ist an der Stätte der ehemaligen jüdischen Synagoge in Form einer regionalen Bibliothek mit angegliederter neuer Synagoge entstanden und im Vorjahr eingeweiht worden.

Österreichische Temelin-Gegner wollen gegen CEZ und Westinghouse klagen

Die österreichischen Gegner des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin haben am Montag ihre Absicht bekräftigt, gegen den tschechischen Betreiber von Temelin, die Energiegesellschaft CEZ, und gegen den amerikanischen Technologie-Zulieferer, die Firma Westinghouse, zu klagen. In Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten wollen sie beim Landgericht in Linz eine Klage einreichen mit dem Ziel, eine unbegrenzte Haftung der beiden Gesellschaften für mögliche aus dem Kernkraftbetrieb entstehende Schäden zu erzielen. Wie Temelin-Sprecher Milan Nebesár dazu am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK erklärte, sei Betreiber CEZ stets strikt nach den tschechischen Gesetzen vorgegangen und habe daher von der Klage nichts zu befürchten.

Unzufriedene Auto-Verbände fordern Rücktritt von Minister Schling

Mit einer Blockade des Verkehrsministeriums in Prag haben am Montag die tschechischen Verbände der Fahrschulen und der Autoimporteure ihrer Forderung nach Rücktritt von Verkehrsminister Jaromir Schling Nachdruck verliehen. Mehr als 100 Fahrzeuge legten für zehn Stunden den Betrieb um das Gebäude lahm. Die Verbände werfen dem Sozialdemokraten Versäumnisse bei Gesetzesnovellen über Auto-Importe und Fahrprüfungen vor. Sollte Schling sein Amt nicht bis 1. September aufgeben, blockiere man Hauptstraßen und Grenzübergänge, kündigte ein Sprecher an. Minister Schling hat jede Verhandlung mit den Protestierenden unter den "Blockade-Bedingungen" abgelehnt. Dafür haben die Protestierenden auf dem Prager Regierungsamt erreicht, dass sie am 27. August mit Premier Milos Zeman über ihre Probleme verhandeln werden.

Unterstützung durch Sudetendeutsche half historische Bauwerke zu retten

Die Zusammenarbeit mit den Sudetendeutschen, die vom Verband der Deutschen aus Liberec/Reichenberg vermittelt wurde, hat der Reichenberger Region seit 1992 insgesamt 91,7 Millionen Kronen (ca. 5,1 Mill. Mark) an finanzieller Unterstützung eingebracht. Das gab die Geschäftsführerin des Tschechisch-Deutschen Begegnungszentrums in Liberec, Vera Strakova, am Montag über die Nachrichtenagentur CTK bekannt. Anhand einer unter Kommunen in Böhmen und Mähren durchgeführten Umfrage, die von CTK am Sonntag in Prag veröffentlicht wurde, geht hervor, dass deutsche Vertriebene in den vergangenen zehn Jahren mehrere hunderttausend Mark für den Erhalt historischer Bauwerke in Tschechien gespendet und viele von ihnen damit vor dem endgültigen Zerfall gerettet haben. Das Geld sei entweder direkt von Privatpersonen oder über Sammlungen gekommen und zumeist zu Kirchen-Renovierungen verwendet worden, hieß es.

STEM: Viele Tschechen glauben an moralischen Verfall der Gesellschaft

Nahezu zwei Fünftel aller Tschechen sind überzeugt davon, dass Moral und Redlichkeit vor der Wende im November 1989 im Land besser waren als heute. Das geht aus einer im Juli vom Meinungsforschungsinstitut STEM durchgeführten Umfrage hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Anhand dieser Umfrage waren 57 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich die Situation nicht wesentlich geändert habe. Nur sechs Prozent hingegen waren der Ansicht, dass sich die Moral der Bürger im gegenwärtigen Zeitabschnitt gebessert habe.

Viertelmillion Menschen versuchte tschechische Grenze illegal zu passieren

Seit der Gründung der Tschechischen Republik am 1. Januar 1993 bis zum Ende des Jahres 2000 haben knapp 246.000 Menschen versucht, die Grenzen des Landes illegal zu überschreiten, darunter rund 230.000 ausländische Bürger. Allein im letzten Jahr versuchten es 32.720, davon 30.761 Ausländer aus 115 Staaten. Die Grenzverletzer seien vornehmlich Bürger aus Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien und Afghanistan hieß es im Bericht über die Migration in der Tschechischen Republik, der dem Prager Abgeordnetenhaus am Montag vom Zeman-Kabinett vorgelegt wurde.

Violinist Cestmír Musil verstorben

Im Alter von 88 Jahren ist am vergangenen Freitag der bedeutende tschechische Violinist Cestmír Musil verstorben. Musil war Gründungsmitglied des Künstlerkreises der Violinisten, der im Jahr 1956 entstand. Am Donnerstag wird der verdiente Künstler im Krematorium in Prag-Strasnice feierlich beigesetzt.