Nachrichten

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Pietätakt beim Tschechischen Rundfunk

Einige Dutzend von Pragern haben am Sonntag zu Mittag des Mai-Aufstands des tschechisches Volkes im Jahre 1945, bei dem kurz vor dem Kriegsende Menschen im Kampf mit Okkupanten ums Leben kamen, beim Gebäude des Tschechischen Rundfunks gedacht. An dem Pietätakt haben auch der tschechische Premier Milos Zeman, die stellvertretende Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Petra Buzkova und der Prager Oberbürgermeister Jan Kasl teilgenommen. Premier Zeman warnte in einer kurzen Rede vor einer Welle des Hasses, die der ähnlich sei, die die Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges zu Folge hatte und die sich in diesen Monaten und Jahren in den Nachbarländern Bayern, Österreich, Ungarn und weiteren erhebe.

Tschechische Bürgerrechtler beklagen Bildung von "Roma-Gettos"

Immer mehr tschechische Kommunen isolieren die lokale Roma-Minderheit nach Angaben von Bürgerrechtsinitiativen in getto- ähnlichen Einrichtungen. Die Verwaltungen gingen "bis an die äußerste Grenze der Gesetze", um die oftmals arbeitslosen Roma aus dem Zentrum in abbruchreife Häuser in den Vorstädten abzuschieben, klagten mehrere Mitarbeiter sozialer Einrichtungen am Sonntag im Rundfunk. "Wir kennen mindestens 20 Fälle, können als Staat aber nichts tun", sagte der Regierungsberater für Roma-Angelegenheiten, Roman Kristof.

Tschechische Exporte auf den EU-Markt gesunken

Der Export von tschechischen Produkten auf den EU-Markt ist im ersten Quartal des Jahres um ca. 3 Prozent gesunken. Die Importe sanken sogar um fast ganze 10 Prozent. Der Überschuss der Tschechischen Republik ist somit ca. ums dreifache gestiegen. Die Nachrichtenagentur CTK erhielt diese Angaben, die am Sonntag bekannt gegeben wurden, aus den Zollstatistiken.

Vaclav Havel will nach Beendigung der Amtszeit Memoiren schreiben

Der tschechische Präsident Vaclav Havel will nach Beendigung seiner 13- jährigen Amtszeit im Februar 2003 seine Memoiren schreiben, berichtete die Nachrichtenagentur DPA am Sonntag. Ein Grund für seine Entscheidung sei, dass sich Journalisten oft darüber stritten, was seine größte Fehlentscheidung gewesen sei, wurde Havel zitiert. "Ich will ihnen nun das Leben erleichtern und selbst darüber Auskunft geben", sagte er nicht ohne Ironie. Vor kurzem hatte der frühere Dramatiker auch angedeutet, möglicherweise noch ein Theaterstück zu schreiben: "Ich kann nicht garantieren, dass ich in der Zeit, die mir noch bleibt, Ruhe gebe."

Prager Verteidigungsminister kämpft mit Baby-Bild für Armeereform

Im Streit um die Armeereform in Tschechien hat Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik erneut Aufsehen erregt. Der Sozialdemokrat habe vergangene Woche Flugblätter verteilt, auf dem er als weinendes Kleinkind zu sehen sei, berichtete der Prager Rundfunk am Sonntag. Unter dem Foto stehe: "Schon damals wusste ich, dass es im Parlament nicht einfach sein würde." Erst im April hatte Tvrdik mit einem ironischen Geschenk für Schlagzeilen gesorgt. Während einer Pressekonferenz hatte er ein Kästchen mit einer Studie über die umstrittene Reform verteilt sowie einer Patrone Übungsmunition und einem Zettel mit dem Aufdruck: "Lassen Sie es sich durch den Kopf gehen."