Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png

Staatsbesuch des slowakischen Premiers in Tschechien

Der slowakische Premier Mikulas Dzurinda wird heute von Präsident Václav Havel sowie den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern Petr Pithart und Vaclav Klaus in Prag empfangen. Er hat am Sonntag seinen Staatsbesuch in der Tschechischen Republik eröffnet, dessen Hauptziel es ist, die tschechisch- slowakischen Beziehungen zu bilanzieren. Auch das Treffen der Visegrad- Länder und der Benelux-Staaten, das am kommenden Wochenende im slowakischen Trencin stattfinden wird, stellt eines Gesprächsthemen dar.

Trauerfeier auf dem Nationalfriedhof in Terezin

Auf dem Nationalfriedhof in Terezin /Theresienstadt/ wurde am Sonntag ein Pietätakt veranstaltet. Die tschechische Öffentlichkeit gedenkt dort traditionell im Mai der Opfer des Faschismus aus dem Ghetto Theresienstadt, der dortigen Kleinen Festung und dem KZ im nahen Litomerice/Leitmeritz. An der Trauerfeier nahmen außer den tschechischen Spitzenpolitikern auch die Gattin des US-amerikanischen Präsidenten Laura Bush und der slowakische Premier Mikulas Dzurinda teil.

Stoiber stellt Europatauglichkeit Tschechiens in Frage

Der deutsche Kanzler-Kandidat und bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat die Tschechische Republik aufgefordert, die sog. Benes-Dekrete aufzuheben. Wie in den vergangenen Jahren, hat er den EU- Beitritt Tschechiens von diesem Schritt nicht abhängig gemacht. Er sagte jedoch am Sonntag auf dem 53. Sudetendeutschen Tag in Nürnberg, wer im Jahr 2002 in Europa Vertreibung und Entrechtung verteidige, die über 57 Jahre zurückliegen, der müsse sich von allen Europäern fragen lassen, wie europatauglich er sei. Der Bundesregierung warf Stoiber Untätigkeit gegenüber den Anliegen der Heimatvertriebenen vor. Tschechische Politiker erklärten in Reaktion auf Stoibers Äußerungen, sie wollten sich nicht mehr mit den Benes-Dekreten befassen.

Brüssel: Benes-Dekrete sind kein Gegenstand des Beitrittsprozesses

Die Benes-Dekrete zur Vertreibung der Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei haben keine Auswirkungen auf die Entscheidung über eine Aufnahme Tschechiens in die EU. Das machte ein Sprecher des für die Erweiterung zuständigen EU-Kommissars Günter Verheugen am Sonntag deutlich. Es müsse aber gewährleistet sein, dass die heutige tschechische Rechtsordnung und Rechtspraxis im Einklang mit dem europäischen Recht stehe. Dies überprüfe die EU-Kommission sehr genau, und auch Tschechien überprüfe zur Zeit seine Gesetzgebung, sagte Verheugens Sprecher Jean- Christoph Filori.

Ausländische Investitionen in Höhe von 5 Milliarden USD

Die Tschechische Republik hat im vergangenen Jahr direkte Investitionen aus dem Ausland in Höhe von fast fünf Milliarden US-Dollars gewonnen. Die Direktinvestitionen erreichten in den letzten zwei Jahren 2,5 Tausend US- Dollars pro Einwohner und waren somit die höchsten in der Region. Auf der Jahrestagung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sagte dies am Sonntag in Bukarest der tschechische Finanzminister Jiri Rusnok. Den Großteil der Investitionen stellten Projekte auf grüner Wiese dar, wie etwa das neue Autowerk Toyota PSA im mittelböhmischen Kolin oder die LG-Philips- Fabrik im mährischen Hranice.

In Wullowitz wurde gegen Temelin protestiert

Etwa 60 Leute haben sich am Sonntag Vormittag in Wullowitz nahe der tschechisch-österreichischen Grenze getroffen, um ihren Protest gegen das südböhmische Atomkraftwerk Temelin zum Ausdruck zu bringen. Organisator der Aktion, während der Musik spielte und Bioprodukte sowie Informationsmaterialien gegen Temelin angeboten wurden, war die Oberösterreichische Plattform gegen Atomgefahr. Eine Grenzblockade hat diesmal nicht stattgefunden.

Umzug zu Gunsten der AIDS-Hilfe

In der ganzen Welt wurden am Sonntag Events zu Gunsten der AIDS-Hilfe veranstaltet, die an das schwere Schicksal der HIV-Kranken erinnern sollten. In Prag fand am Abend ein Umzug durch die Stadt statt. "Die Teilnehmer wollen Solidarität mit allen äußern, die von dieser unheilbaren Krankheit betroffen wurden", sagte der Nachrichtenagentur CTK Jitka Klimova von der Jugendorganisation des Tschechischen Roten Kreuzes, die den Marsch organisierte.

Magdalena Kozena und Malcolm Martineau auf dem "Prager Frühling"

Gemeinsam mit der tschechischen Mezzosopranistin Magdalena Kozena, die sich bereits einen weltweiten Erfolg erobert hat, hat sich der Pianist Malcolm Martineau dem tschechischen Publikum am Sonntagabend zum ersten Mal vorgestellt. Während des Liederabends im Rahmen der Festspiele "Prager Frühling" erklangen Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Claude Debussy, Alban Berg, Dmitrij Schostakowitsch und Petr Eben.