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Klaus wird sein Amt zur Disposition stellen

Der ODS-Vorsitzende Vaclav Klaus erklärte am Mittwoch gegenüber dem Rundfunksender BBC, er werde beim nächsten Parteitag seinen Parteivorsitz zur Verfügung stellen. Dies sei seine Reaktion auf das negative Abschneiden der von ihm geführten ODS bei den Abgeordnetenhauswahlen. Ob er sich erneut um die Gunst seine Parteikollegen bemühen wird, habe er noch nicht entschieden, fügte Klaus hinzu.

Sozialdemokraten und Liberale nach ersten Gesprächen optimistisch

Die Sozialdemokraten (CSSD) und die liberale Koalition sind sich bei ersten Gesprächen zur Bildung einer neuen Regierung näher gekommen. Der CSSD-Vorsitzende Vladimir Spidla kündigte für Montag eine neue Verhandlungsrunde an. Dabei soll schon über konkrete Fragen beraten werden, hieß es. Er schloss am Mittwoch aber auch die Bildung einer Minderheitsregierung nicht völlig aus.

Vermutlich schon an diesem Donnerstag werde die CSSD den Liberalen ein vorläufiges "Strukturprogramm" als Diskussionsgrundlage übergeben, sagte er. Sollten sich beide Seiten einigen, werde die neue Regierung "wohl in etwa einem Monat stehen". Weitere Gespräche über die Regierungsbildung werden heute insbesondere in den jeweiligen Parteigremien geführt.

Rekordtemperaturen in Prag

Im Prager Klementinum wurde am Mittwochnachmittag eine neue Rekordtemperatur gemessen: Um 15 Uhr stand die Quecksilbersäule bei 31,9° Celsius, und damit um ein halbes Grad höher als beim bisherigen Rekordwert für den 19. Juni, im Jahre 1934. Doch die Meteorologen sagen eine weitere Temperatursteigerung voraus. Bereits am Dienstag waren die Hitzerekorde gepurzelt. Im Klementinum werden die Werte seit 1775 registriert. Nicht nur in Prag, sondern im ganzen Land forderte die außergewöhnliche Hitze erste Opfer: Nach Auskünften der Krankenhäuser waren bereits zahlreiche Fälle von Kreislaufkollaps und Flüssigkeitsmangelerscheinungen zu beklagen. Bauarbeitern Kreislaufbeschwerden wegen Flüssigkeitsmangel. Die Mediziner rechnen bis Freitag mit einem weiteren Anstieg an Hitzeopfern.

Brand im Finanzministerium

Nicht wegen der Hitze, sondern wegen eines Brandes wurde am Mittwochnachmittag das Gebäude des Tschechischen Finanzministeriums evakuiert. In einem, in den oberen Stockwerken gelegenen Büro war ein Feuer ausgebrochen und es kam zu starker Rauchentwicklung. Die Feuerwehr löschte den Brand innerhalb weniger Minuten und der Betrieb konnte wieder aufgenommen werden. Über die Ursache des Brandes ist bisher noch nichts bekannt gegeben worden.

Kasal und Marvanova werden offensichtlich an der Spitze des Abgeordnetenhauses stehen

Der Vizechef der Christdemokraten Jan Kasal und die Vorsitzende der Freiheitsunion/Demokratischen Union, Hana Marvanova, werden voraussichtlich an der Spitze des neuen Abgeordnetenhauses stehen. Nach Informationen der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" stehe praktisch fest, dass Kasal Vorsitzender des Unterhauses und Marvanova die Vizevorsitzende sein werden. Den Posten des zweiten Vizechefs wird höchstwahrscheinlich ein Abgeordneter der Kommunisten bekleiden. Deren Parteichef Miroslav Grebenicek nannte am Mittwoch gegenüber Journalisten u.a. die Parteivizevorsitzende Zuzka Rujbrova sowie Vojtech Filip als mögliche Kandidaten.

Tschechischer AKW-Betreiber CEZ bezieht russische Brennelemente

Der tschechische Energiekonzern CEZ wird weiterhin russische Brennelemente beziehen. Ein entsprechendes Protokoll mit dem russischen Brennstäbe-Hersteller TWEL wurde am Mittwoch auf dem 6. Wirtschaftsforum in St. Petersburg unterzeichnet. Der Wert des Abschlusses beträgt nach Angaben der Agentur Itar-Tass mehr als 200 Millionen US-Dollar (210,8 Mio Euro). Die Brennstäbe werden in den Atomkraftwerken Temelin und Dukovany eingesetzt, die von CEZ betrieben werden. Nach diesen Angaben wird Russland die Brennelemente 2002 bis 2006 liefern. Damit soll auch ein Teil der russischen Schulden in Tschechien getilgt werden. Die Holding TWEL, zu der 16 russische Unternehmen gehören, liefert nukleare Brennelemente an 14 Länder, darunter auch Deutschland.

25 000 Autos verschwinden jährlich in der Tschechischen Republik

In der Tschechischen Republik werden alljährlich im Durchschnitt 25000 Kraftfahrzeuge gestohlen. Dies bedeutet: Alle 25 Minuten ein Auto-Diebstahl. Der daraus entstehende Schaden beläuft sich auf 5-8 Milliarden Kronen jährlich. Dies geht aus einem am Mittwoch von der Gesellschaft Cebia veröffentlichten Bericht hervor. Cebia befasst sich in Tschechien seit zehn Jahren mit KFZ-Kriminalität.

Skoda-Auto nach wie vor Spitzenreiter

Skoda Auto ist nach wie vor der Spitzenreiter unter den tschechischen Unternehmen. In der alljährlich von der Vereinigung "Czech Top 100" ausgearbeiteten Rangliste liegt die zur Volkswagengruppe zählende Automarke mit Einnahmen in Höhe von 146 Milliarden Kronen auf dem Spitzenplatz - gefolgt von Unipetrol mit 80 Milliarden und dem Energiekonzern CEZ mit 52 Milliarden Kronen.

Zeman verhandelt in Sankt Petersburg über Zusammenarbeit

Der tschechische Premier Milos Zeman ist am Mittwoch in Sankt Petersburg mit dem Vorsitzenden des Oberhauses des russischen Parlaments, Sergej Mironow, zusammengetroffen. Thema des Gesprächs waren bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Beziehungen Russlands zur EU sowie das Problem der Region von Königsberg. Beide Politiker stellten fest, dass es nach den tschechischen Abgeordnetenhauswahlen gute Aussichten an die Fortsetzung der gegenseitigen Zusammenarbeit gibt. Mironow gratulierte Zeman zum Sieg der Sozialdemokraten und bezeichnete ihn als Zemans persönlichen Sieg.

Bruttoinlandsprodukt stieg 2001 um 3,3% an

Das Tschechische statistische Amt hat das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im vergangenen Jahr berichtigt. Nach den korrigierten Ziffern betrug es 3,3 Prozent. Ursprünglich war von über 3,6 Prozent die Rede. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahre 2000 wurde dagegen auf 3,3 Prozent statt ursprünglich 2,9 Prozent korrigiert. Die neuen Angaben wurden am Dienstag von der Nachrichtenagentur CTK veröffentlicht.

Kinder-Folkloreensembles aus fünf Ländern in Kunovice

15 Ensembles aus 5 Ländern präsentieren sich derzeit beim siebten Kinder-Folklorefestival im südmährischen Kunovice. Vertreten sind laut den Organisatoren mehr als 600 junge Musikanten aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Lettland und Bulgarien. Im Rahmen des Festivals findet auch ein Holzschnitzersymposium statt, bei dem die Künstler Werke zu Themen wie "Die Welt des Kindes" etc. vorstellen werden.

Regierung soll Zuschuss für entlassene Eisenbahner billigen

Einen Jahresbetrag von ungefähr 300 Mio. Kronen soll der Staat bis 2005 den entlassenen Mitarbeitern der Tschechischen Bahn auszahlen. Mit dem Entwurf, der von einem sozialen Begleitprogramm aus dem Jahr 2000 ausgeht, soll sich das Kabinett heute befassen. Darüber informierte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Der Beitrag ist für die ca. 14.000 Beschäftigten vorgesehen, die von der Bahn in den Jahren 2001 bis 2005 entlassen werden.

Autor: Olaf Barth
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