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Ukrainer demonstrieren in Prag

Etwa 400 in Tschechien lebende Ukrainer haben sich am Sontag zur Unterstützung der Anti-Regierungsproteste in Kiew auf dem Altstädter Ring getroffen. Die Demonstranten riefen Slogans und hielten Bilder von Menschen hoch, die durch die ukrainische Polizei misshandelt wurden. Auf der Kundgebung wurde der Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowitsch, bezichtigt, einen Krieg gegen seine eigene Bevölkerung zu führen. In Tschechien leben schätzungsweise 200.000 Ukrainer, sie bilden die größte ethnische Minderheit hierzulande.

Präsidentenkanzlei beschuldigt Webserver, Zeman gefährdet zu haben

Die Kanzlei des Staatspräsidenten hat den Webserver iDnes.cz beschuldigt, die Sicherheit von Miloš Zeman seinem Besuch in Afghanistan gefährdet zu haben. Der Server hatte am Samstagmorgen die Nachricht veröffentlich, dass der tschechische Staatspräsident sich in Kabul aufhalte. Die Journalisten wiesen die Beschuldigung jedoch zurück, sie hätten lediglich generelle Informationen über den Besuch des Staatspräsidenten bei tschechischen Soldaten veröffentlicht.

Der Staatspräsident war am Freitag zu einem zweitägigen Truppenbesuch nach Afghanistan geflogen, geplant war der Besuch bereit seit 2013. Nach seiner Verletzung am Knie hatte das Staatsoberhaupt die Reise aber verschoben. Zeman hat sich auch mit dem afghanischen Staatspräsident Hamid Karzai getroffen.

Künftiger Innenminister legt Posten als Kreishauptmann von Pilsen nieder

Der kommende Innenminister, der Sozialdemokrat Milan Chovanec, hat am Sonntag das Amt des Kreishauptmanns von Plzeň / Pilsen niedergelegt. Die Sozialdemokraten hatten ihre Kreishauptleute aufgefordert, im Falle des Erwerbs eines Abgeordnetenmandats ihr Amt an der Spitze der Kreisverwaltungen aufzugeben. Die Maßnahme war bei einigen Parteimitgliedern auf Kritik gestoßen, vor allem beim parteiinternen Rivalen von Premier Bohuslav Sobotka, dem mächtigen Regionalpolitiker und Kreishauptmann von Südmähren, Michal Hašek.

Liška als Vorsitzender der Tschechischen Grünen bestätigt

Ondřej Liška ist erneut zum Vorsitzenden der tschechischen Grünen gewählt worden. Der 36-Jährige wurde gleichzeitig auch zum Spitzenkandidaten für die anstehenden Europawahlen auserkoren. Bei der Wahl zum Parteichef erhielt Liška 125 Delegiertenstimmen, sein Gegenkandidat, der Chef der Prager Grünen Petr Štěpánek, wurde von 66 Delegierten unterstützt. Damit ist Liška seit 2009 ununterbrochen an der Spitze der Partei.

In die engere Führung der Partei wurde auch der Vertreter des linken Flügels der Partei, Matěj Stropnický. Er ist der Sohn des künftigen Verteidigungsministers Martin Stropnický, der für die Protestbewegung Ano von Milliardär Andrej Babiš kandidiert hatte. Matěj Stropnický warnte auf dem Parteitag der Grünen davor, dem politischen Kitsch zu verfallen und sich der wirklichen Politik zuzuwenden. Die Partei war gelobt worden für die kreativste Kampagne im Wahlkampf 2013. Dies hätte nur zu einem Zuwachs von 0,6 Prozent geführt, und ohne Wähler gehe es nunmal nicht, sagte Stropnický weiter.

Umfrage: Tschechen bewerten Beziehungen zur Slowakei am besten

In einer Umfrage haben 94 Prozent der Befragten erklärt, das Tschechien die besten Beziehungen zur Slowakei unterhalte. Am schlechtesten seien dagegen die Beziehungen zum Iran. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut CCVM im Dezember durchgeführt. Auf den oberen Plätzen sahen die Befragten auch die Beziehungen zu den anderen europäischen Nachbarn, wie zum Beispiel Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Lediglich Polen bildet eine Ausnahme. Waren 2012 noch 90 Prozent der Tschechen der Meinung, gute Beziehungen zum Nachbarland zu unterhalten, waren es 2013 nur noch 78 Prozent. Grund für diesen Einbruch sind zahlreiche Medienskandale um aus Polen importierte Lebensmittel aus dem vergangenen Jahr.

Film über Palachs Selbstverbrennung erhält sechs Filmkritiker-Preise

Der Film „Der brennende Busch“ (Hořící keř) der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland hat am Samstagabend bei der Verleihung der tschechischen Filmkritikerpreise einen überragenden Erfolg eingefahren. Er hat den Kritikerpreis für den besten Film, für die beste Regie, den besten Schnitt, das beste Drehbuch, die beste weibliche Nebenrolle und die beste Musik erhalten. Der Film konzentriert sich auf die Ereignisse nach der Selbstverbrennung von Jan Palach 1969. Produziert hat ihn der amerikanische Privatsender HBO, die Ereignisse wurden auf drei Folgen verteilt.

Samstag kälteste Nacht dieses Winters

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war die bislang kälteste in diesem Winter. In einigen Teilen Tschechiens fielen die Temperaturen auf Werte unter -20 Grad, am kältesten war es in Jizerka im Isergebirge. Dort wurden in der Nacht Temperaturen von -25 Grad gemessen. Frost und Schneefall haben auch vereinzelt zu Verkehrsbeeinträchtigungen geführt, vor allem in Höhenlagen, wo einige Straßen mit Eis und Schnee bedeckt waren. Meteorologen gehen davon aus, dass das kalte Wetter noch bis Montag anhalten wird.

Das Wetter am Montag, 26.1.: bedeckt, Schneefall, maximal 2 Grad

Am Montag ist es in Tschechien bedeckt und es schneit zu Tagesbeginn vor allem in der böhmischen Landeshälfte, später auch im restlichen Land. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen -2 und +2 Grad Celsius, im Nordosten Böhmens und in Mähren und Schlesiens -6 bis -2 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei -3 Grad Celsius.