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Prag: Polizei ermittelt nach Tod von palästinensischem Botschafter

Der Tod des palästinensischen Botschafters in Tschechien, Dschamal al-Dschamal, nach der Explosion eines Safes in seiner Wohnung gibt weiter Rätsel auf. Mittlerweile wurden auf dem Gelände der Diplomatenresidenz auch Waffen gefunden, die angeblich nicht zugelassen waren. Bei der Explosion geht die Polizei derzeit von einem Unglück aus. Nach ihren bisherigen Erkenntnissen könnte eine in Tschechien illegale Tresor-Sicherung nach „unsachgemäßem Umgang“ hochgegangen sein. Ein Botschaftssprecher widersprach unterdessen Angaben des palästinensischen Außenministers Riad Malki, dieser hatte behauptet, der Tresor habe über Jahrzehnte unbenutzt in einer Ecke gestanden. In den Safe sei regelmäßig Geld für den täglichen Zahlungsverkehr der Botschaft abgelegt worden, sagte der Sprecher im Tschechischen Rundfunk.

Ein Sprecher des tschechischen Inlandsnachrichtendienstes BIS bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, dass es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe. Der Dienst unterstütze die Arbeit der Polizeiermittler mit Informationen über Al-Dschamal und dessen Verbindungen und Kontakte.

Defizit im tschechischen Staatshaushalt geringer als erwartet

Das Defizit im tschechischen Staatshaushalt für 2013 ist deutlich geringer ausgefallen als befürchtet. Wie Interimspremier Jiří Rusnok bekannt gab, lag das Defizit bei 81 Milliarden Kronen (3 Milliarden Euro). Dies ist der niedrigste Wert seit 2008. Im Haushaltsplan hatte die Vorgängerregierung unter Premier Petr Nečas noch mit einem Minus von 100 Milliarden Kronen (3,7 Milliarden Euro) gerechnet. Das bessere Ergebnis gehe darauf zurück, dass die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer konstant steigen würden und mehr EU-Gelder als geplant akquiriert werden konnten, sagte Rusnok.

Prag unterbricht Verhandlungen über Leasing von Gripen-Abfangjäger

Die Interimsregierung von Premier Rusnok hat die Gespräche mit Schweden über ein Leasing von Gripen-Abfangjägern für die tschechische Armee unterbrochen. Die endgültige Entscheidung über eine Verlängerung des auslaufenden Leasingvertrags solle die neue Regierungskoalition treffen, begründete Verteidigungsminister Vlastimil Picek am Donnerstag nach der Kabinettssitzung. Das Ressort rechnet damit, dass der neue Vertrag bis Ende März unterschrieben werden kann.

Tschechien entschied sich 2004, insgesamt 14 Überschallflugzeuge auszuleihen anstatt sie zu kaufen. Für das zehnjährige Leihgeschäft überweist Prag insgesamt 20 Milliarden Euro (740 Millionen Euro) an Schweden. Der Leasingvertrag würde dieses Jahr auslaufen und soll aber unter neuen Bedingungen um zwölf Jahre verlängert werden. Unter anderem will Tschechien weniger für die Gripen-Abfangjäger zahlen. Der Preis soll bei 16,5 Milliarden Kronen (610 Millionen Euro) liegen.

Verfassungsrichter erkennen Beschwerde von Ex-Abgeordnetem gegen U-Haft an

Das Obergericht in Prag hat bei der Verlängerung der Untersuchungshaft gegen David Rath die persönlichen Rechte des ehemaligen Abgeordneten eingeschränkt. Zu diesem Schluss ist das Verfassungsgericht in Brno / Brünn gekommen. Die Verfassungsrichter gaben damit einer Beschwerde von Rath statt. Das Urteil hat keinen Einfluss auf die Ermittlungen gegen den Ex-Politiker wegen möglicher Bestechung. Es eröffnet nur die Möglichkeit für eine Entschädigung. Diese will Rath aber nicht beantragen, wie er am Donnerstag mitteilte.

David Rath hatte anderthalb Jahre in Untersuchungshaft verbracht und war erst im November freigekommen. Zuvor hatte der ehemalige sozialdemokratische Kreishauptmann zwölf Mal Beschwerde gegen seine Haft eingelegt. Alle Beschwerden waren vom Obergericht ohne detaillierte Verhandlung abgelehnt worden. Rath und elf weiteren Menschen wird vorgeworfen, öffentliche Ausschreibungen beeinflusst und dabei Bestechungsgelder angenommen zu haben.

Tschechische Bahnen wollen 25 neue Züge kaufen

Die Tschechischen Bahnen planen den Kauf von bis zu 25 neuen Zügen für den Nah- und Fernverkehr. Insgesamt seien Ausgaben von 3,86 Milliarden Kronen geplant, sagte ein Sprecher der Bahnen. Umgerechnet sind das 142 Millionen Euro. Die neuen Züge sollen die Konkurrenzfähigkeit der Bahn erhöhen. Sie seien für Strecken gedacht, die demnächst auch für private Anbieter ausgeschrieben werden sollen, bestätigte der Sprecher. Das Geld für den Ankauf soll zu großen Teilen aus Regionalprogrammen der Europäischen Union kommen.

Atomkraftwerk Dokuvany produziert Rekordmenge an Strom

Im Atomkraftwerk Dukovany wurde im vergangenen Jahr eine Rekordmenge an Strom produziert. Insgesamt 15,68 Terawattstunden seien ins tschechische Stromnetz eingespeist worden, gab ein Sprecher des Akw bekannt. Dukovany ist der ältere der beiden tschechischen Atommeiler, er ist seit 28 Jahren in Betrieb. Das mährische Atomkraftwerk deckt rund 20 Prozent des tschechischen Bedarfs an elektrischer Energie. Am Donnerstag wurde der vierte Block des Akw nach einer geplanten Wartungspause wieder angefahren.

Palach-Film erhält meiste Nominierungen für tschechischen Kritikerpreis

Für den Kritikerpreis des tschechischen Films sind die Nominierungen vergeben worden. Insgesamt zehn und damit am meisten Nominierungen erhielt der Streifen „Hořící keř“ (Der brennende Busch) der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland. Im Mittelpunkt des Films stehen die Begebenheiten rund um die Selbstverbrennung des Prager Hochschulstudenten Jan Palach im Jahr 1969. Auf dem zweiten Platz liegt das Psychodrama „Jako nikdy“ (Wie noch nie) von Regisseur Zdeněk Tyc. Der Film über einen todkranken Mann erhielt sechs Nominierungen.

Die Preise der tschechischen Filmkritiker werden am 25. Januar verliehen. Die Veranstaltung findet im Prager Theater Archa statt und wird live im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen übertragen.

Eishockey U-20-WM: Tschechien verliert Viertelfinale gegen Finnland

Die tschechischen Eishockeyjunioren bis 20 Jahre bleiben erneut ohne WM-Medaille. Am Donnerstag verloren sie bei der Weltmeisterschaft in Schweden im Viertelfinale mit 3:5 gegen Finnland. Dabei hatten die Schützlinge von Trainer Miroslav Přerost zwischenzeitlich sogar mit 3:1 geführt. 2005 hatte die tschechische U-20-Eishockeymannschaft zuletzt eine Medaille geholt, es war damals Bronze.

Fußball: Torwart Čech stellt Vereinsrekord des FC Chelsea ein

Der tschechische Fußball-Nationaltorhüter Petr Čech hat am Neujahrstag einen Rekord seines Vereins FC Chelsea eingestellt. Der 3:0-Auswärtssieg von Chelsea im Punktspiel in Southampton war zugleich seine 208. Begegnung im Trikot der Londoner, in der Čech ohne Gegentor blieb. Mit dieser Leistung hat der 31-jährige Tscheche die Marke von Chelseas Torhüterlegende Peter Bonetti egalisiert, dieser stand von 1959 bis 1979 für die „Blues“ im Tor. Bonetti benötigte für den Rekordwert 729 Spiele. Čech, der seit 2004 in Diensten Chelseas steht, reichten dafür 457 Spiele. In der Tabelle der englischen Premier League liegt Chelsea derzeit auf Platz drei – nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter FC Arsenal und einen Zähler hinter Manchester City.

Tennis: Záhlavová-Strýcová scheitert in Shenzhen im Viertelfinale

Tennisspielerin Barbora Záhlavová-Strýcová ist beim WTA-Turnier im chinesischen Shenzhen im Viertelfinale ausgeschieden. Die 27-jährige Tschechin verlor am Donnerstag gegen Vania King aus den USA mit 2:6 und 4:6. Im vergangenen Jahr hatte Záhlavová-Strýcová die um drei Jahre jüngere Amerikanerin in beiden gemeinsamen Begegnungen jeweils geschlagen.

Das Wetter am Freitag, 3.1.: erst heiter, später auch bedeckt, bis 8 Grad

Nach der Auflösung von örtlichen Frühnebelfeldern ist es am Freitag in Tschechien meist heiter, nur vereinzelt hält sich zäher Hochnebel. Am Nachmittag werden im böhmischen Landesteil von Westen her die Wolken dichter, mit später örtlich leichtem Regen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 4 und 8 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 3 Grad erreicht.