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Palästinensischer Botschafter verstirbt nach Explosion in seiner Prager Wohnung

In der Prager Wohnung des palästinensischen Botschafters in Tschechien kam es am Mittwoch zu einer Explosion, bei der der Diplomat schwer verletzt wurde. Der Botschafter wurde unverzüglich in das Prager Militärkrankenhaus eingeliefert, unterlag dort jedoch am Nachmittag seinen Verletzungen.

Nach Aussage der Polizei sei die mit Sprengstoff gesicherte Alarmanlage im Tresor des Hauses explodiert, an der der Botschafter unfachgemäß hantiert habe. Die Polizei hat daher einen terroristischen Anschlag ausgeschlossen. Die Ermittlungen zur Auslösung der Detonation sind noch im Gange. Die Leute aus der Nachbarschaft der Residenzwohnung haben ihren Aussagen nach die Detonation nicht gehört. Das zweistöckige Wohngebäude des Botschafters wurde kaum beschädigt. Botschafter Dschamal al-Dschamal indes wurde bei der Explosion schwer verletzt. Im Krankenhaus sei er deshalb in ein künstliches Koma versetzt worden, erklärte die Sprecherin des Rettungsdienstes. Seinen Verletzungen im Kopf- und Brustbereich war er letztlich aber erlegen.

Wie der Sprecher der palästinensischen Botschaft mitteilte, habe es bei der Explosion keine weiteren Verletzten gegeben. Eine 52-jährige Frau sei indes mit einer Rauchvergiftung zur Beobachtung in ein weiteres Krankenhaus gebracht worden, sagte die Sprecherin des Rettungsdienstes.

Dschamal al-Dschamal war seit Oktober 2013 palästinensischer Botschafters in Tschechien. Vor knapp drei Monaten hat Präsident Miloš Zeman seine Beglaubigungspapiere entgegengenommen.

Ex-Präsident Klaus: Tschechien steht besser da als vor 24 Jahren

Der ehemalige tschechische Präsident Václav Klaus äußerte sich in einem Neujahrsinterview für den privaten TV-Sender Prima kritisch zu den Verhältnissen in Tschechien. Er sprach davon, dass die Situation im Land besser sei als kurz nach der politischen Wende im November 1989. Andererseits sei die Stimmung in Tschechien schlechter als die reale Lage und ein Aufschwung sei auch nicht in Sicht. Die gegenwärtige Situation ließe sich am besten so beschreiben, dass das Land stagniere oder gar schon etwas vor sich hin faule.

Klaus zufolge bestehe nicht die Gefahr, dass in Tschechien der Kommunismus zurückkehre. Er sei ein abgeschriebenes Kapitel der Geschichte. Im Gegensatz dazu aber drohten postdemokratische Tendenzen, es sei daher notwendig, das Land voranzubringen, sagte Klaus. Wie vom Ex-Präsidenten nicht anders zu erwarten, kritisierte er den ihm zufolge existierenden europäischen Zentralismus, der zu einer ökonomischen Stagnation auf dem Kontinent geführt habe. Mit Beunruhigung würde er daher die Stimmen vernehmen, die für die Einführung des Euro in Tschechien plädieren, so Klaus. Seiner Meinung nach sei Tschechien schon nicht mehr uneingeschränkt Herr im eigenen Hause und viele Entscheidungen müsse man schon aus Brüssel entgegennehmen.

Prager Silvesternacht verlief friedlich und ohne Zwischenfälle

Mit Feuerwerk, Sekt und guter Laune wurde an Silvester um Mitternacht in ganz Tschechien das neue Jahr begrüßt. Ausgiebig gefeiert wurde der Beginn des neuen Jahres wie immer in der Hauptstadt Prag. Im Gegensatz zu vielen früheren Jahren ging es diesmal hier sehr geordnet und ohne größere Verletzungen zu. Das bunte Treiben in der Innenstadt wurde von 400 Polizisten überwacht, auch Rettungsdienste waren in Bereitschaft. Polizisten wie Rettungskräfte mussten jedoch nicht ernsthaft eingreifen. Zur guten Atmosphäre trug auch die Entscheidung bei, dass in der Silvesternacht keine Autos auf dem Wenzelsplatz fahren oder parken durften. In Prags City waren tausende Menschen unterwegs, die Mehrzahl waren ausländische Touristen.

Am Denkmal des heiligen Wenzels waren Barrieren aufgestellt, um zu verhindern, dass Betrunkene auf das Denkmal klettern. Den Sockel des Denkmals schmückt ein Mosaik mit dem Porträt von Ex-Präsident Václav Havel. Seine Verehrer haben dort in der Silvesternacht hunderte Kerzen angezündet.

Noch in der Nacht begannen Reinigungskolonnen mit der Säuberung des Prager Stadtzentrums. Sie brauchten zirka 12 Stunden, um das normale Straßenbild wieder herzustellen. Insgesamt wurden 50 Tonnen Abfall abtransportiert, sagte der Chef des Reinigungsdienstes.

Jahr 2014: Tschechien erwartet drei Wahlen und Urteile in Korruptionsprozessen

Im Jahr 2014 erwarten die Bürger in Tschechien mehrere größere Ereignisse. Dazu gehören drei bedeutende Wahlen, die Verlängerung der Prager Metro, die Fortsetzung der Gerichtsprozesse in großen Korruptionsaffären und das Ende der Doppelspitze bei der tschechischen Polizei.

Das Jahr 2014 wird für die Tschechen auch ein „Super-Wahljahr“. Am 23. und 24. Mai wählen sie 21 Abgeordnete für die nächste Legislaturperiode im Europa-Parlament, im Herbst folgen die Senats- und Kommunalwahlen. Im Senat wird ein Drittel der Senatoren neu gewählt, bei den Kommunalwahlen wird unter anderem ein neuer Oberbürgermeister in der Hauptstadt Prag bestimmt. In der Politik wird die neue Regierung vermutlich auch die modifizierte Energiekonzeption des Staates verabschieden, die die Energiepolitik des Landes in den nächsten 205 Jahren bestimmen wird. Zum 1. Januar trat bereits das neue Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft, das das alte Gesetzbuch aus dem Jahr 1964 ablöst.

Speziell in der Innenpolitik hat der neue Ressortchef gleich zu Jahresbeginn ein akutes Problem zu lösen: Er muss entscheiden, welcher der beiden amtierenden Polizeichefs im Amt verbleiben darf und wer nicht. Die unerwünschte Situation mit der Doppelspitze ist entstanden, weil der von Ex-Innenminister Kubice wegen angeblichen Amtsmissbrauchs geschasste Petr Lessy vor Gericht von dieser Anklage freigesprochen wurde. Seit der Rückkehr von Lessy in den Polizeidienst will aber Nachfolger Martin Červíček nicht einfach zurücktreten. In mehreren Gerichtsprozessen, in denen Prominente der Korruption angeklagt sind, erwartet die Bevölkerung mit Spannung das entsprechende Gerichtsurteil. In Prag hoffen die Einwohner indes, dass zwei wichtige Verkehrsprojekte zum Abschluss kommen: die Verlängerung der Metrolinie A in Richtung Westen und der Bau des innerstädtischen Straßentunnels Blanka.

Erstes Neugeborene im Jahr 2014 kam 0.11 Uhr in Prag zur Welt

In der Neujahrsnacht wurde in Tschechien auch wieder neuen Mitbewohnern das Leben geschenkt. Das erste Kind in Prag wurde bereits elf Minuten nach Mitternacht geboren. Es ist ein Mädchen und hört auf den Namen Alma Hajnovská. Das Baby ist 49 Zentimeter groß und brachte bei seiner Geburt fast genau drei Kilogramm auf die Waage. Die Geburt verlief ohne Komplikationen, Alma sei das zweite Kind der Familie Hajnovský, sagte eine Säuglingsschwester.

In Prag erhalten die Familien aller am Neujahrstag geborenen Säuglinge seit zwölf Jahren eine finanzielle Zuwendung. Die Prämie wurde geschaffen, um zu vermeiden, dass Mütter in einen Wettbewerb um die Geburt des ersten Kindes im jeweils neuen Jahr treten. Im vergangenen Jahr erhielten die Eltern von 20 Neugeborenen je 15.000 Kronen (ca. 555 Euro).

Kultur 2014: Jahr der tschechischen Musik ist berühmten Komponisten gewidmet

Das neue Jahr 2014 wir hierzulande auch als das Jahr der tschechischen Musik begangen. Der Grund dafür ist, dass mehrere Jubiläen berühmter tschechischer Komponisten der Vergangenheit in dieses Kalenderjahr fallen. So wird man 2014 besonders an die Komponisten Bedřich Smetana, Leoš Janáček und Antonín Dvořák erinnern, wenn deren Geburts- oder Todestage ein rundes Jubiläum erreichen.

Im Jahr 2014 werden andererseits auch viele ausländische Gesangsstars in Tschechien auftreten. So wird der ehemalige Sänger der legendären Band Led Zeppelin, Robert Plant, beim Festival Colours of Ostrava gastieren. Zu weiteren Konzerten werden ebenso Robin Williams, Justin Timberlake oder die Gruppen YES, Depeche Mode und Metallica nach Tschechien kommen.

Tschechien mit über 80 Sportlern in Sotschi dabei – die Fahne trägt Šárka Strachová

Das Jahr 2014 ist auch ein olympisches Wintersportjahr. Bei den Spielen im russischen Sotschi, die am 7. Februar beginnen, werden mindestens 83 tschechische Athleten an den Start gehen. Allgemein habe man gehofft, mit mehr als 90 Sportlern nach Sotschi zu reisen, doch die tschechischen Teams im Curling konnten sich leider nicht für die Spiele qualifizieren, sagte der Sprecher des Tschechischen Olympischen Komitees (ČOV), Alexander Kliment, am Neujahrstag.

Die endgültige Nominierung für Sotschi wird das Komitee am 16. Januar bekanntgeben, wenn das ČOV-Plenum über die Kandidaten entscheidet. Fest steht indes bereits die Fahnenträgerin der tschechischen Sportler-Vertretung bei der Eröffnungsfeier – es ist die alpine Skiläuferin und Weltmeisterin von 2007 im Spezialslalom, Šárka Strachová.

Vierschanzentournee: Matura als Elfter bester Tscheche beim Springen in Ga-Pa

Beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen hat der Tscheche Jan Matura den 11. Platz belegt. Im ersten Durchgang konnte Matura seinen slowenischen Kontrahenten Jaka Hvala bezwingen und zog als Zwölfter in den Finaldurchgang ein. Seinen zweiten Sprung landete Matura bei 132 Metern, womit er sich noch um einen Rang verbesserte. Die anderen drei Springer aus Tschechien, die sich für den Wettkampf in Ga-Pa qualifiziert hatten, kamen indes nicht über den ersten Durchgang hinaus. In diesem zogen Jakub Janda, Antonín Hájek und Lukáš Hlava im Duell mit ihren direkten Gegnern jeweils den Kürzeren. Das Neujahrsspringen wurde vom Österreicher Thomas Diethard gewonnen, der in beiden Durchgängen als einziger über 140 Meter sprang.

Das Wetter am Donnerstag: bewölkt und regnerisch, bis 6 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, örtlich Nieselregen oder leichter Regen. Vereinzelt besteht Glatteisgefahr. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 0 und 4 Grad, im Osten bei bis zu 6 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 0 Grad erreicht.