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Staatspräsident Zeman wird nicht an Feierlichkeiten zum 17. November teilnehmen

Staatspräsident Miloš Zeman hat seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 17. November abgesagt. Grund seien seine gesundheitlichen Probleme, erklärte die Sprecherin des Staatsoberhaupts, Hana Burianová, am Freitag. Zeman wird bei den Gedenkzeremonien für die Opfer der Studentenaufstände vom 17. November 1939 und 1989 von seinen Untergebenen vertreten.

Den Kranz zum Gedenken an den Tod des Studenten Jan Opletal 1939 wird der Protokollchef des Präsidenten, Jindřich Forejt, niederlegen. Dem Akt für die Opfer der Studentendemonstrationen von 1989 auf der Prager Nationalallee wird der Chef der Präsidentenkanzlei, Vratislav Mynář, beiwohnen. Zeman hatte sich am Knie verletzt und ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Sein Ärztestab gab aber bekannt, dass die Erholung des Staatsoberhaupts gut voran schreite.

Koalitionsverhandlungen: ČSSD und Ano wollen Unabhängigkeit Tschechiens bei der Lebensmittelversorgung

Die tschechischen Sozialdemokraten und die Partei Ano wollen sich im Falle einer gemeinsamen Regierung für die Unabhängigkeit Tschechiens bei der Lebensmittelversorgung einsetzen. Das sagten Vertreter der Unterhändlerteams beider Parteien am Freitag der Presseagentur ČTK. Bei dem Treffen der möglichen Koalitionspartner am Freitag ging es auch um Umweltthemen. Beide Parteien wollen einen vernünftigen Schutz der Umwelt, aber keinen Terrorismus, so ein Abgeordneter der Partei Ano. Dazu sollen die Umweltverträglichkeitsgutachten vereinfacht werden, hieß es weiter.

Chef und Gründer der Partei Ano, der Milliardär Andrej Babiš, ist Inhaber der Unternehmensgruppe Agrofert. Die Firma handelt vor allem mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Umfrage: Sozialdemokraten verlieren Unterstützung, Ano gewinnt leicht

In der ersten Umfrage nach den Wahlen Ende Oktober haben die Sozialdemokraten (ČSSD) leicht an Unterstützung eingebüßt, während die Partei Ano leicht zulegen konnte. Die ČSSD kommt auf 19,5 Prozent im Vergleich zu 20,45 Prozent, Ano liegt bei 20 Prozent im Gegensatz zum Wahlergebnis von 18,6 Prozent. Vor allem der Machtkampf in der Parteispitze zwischen Bohuslav Sobotka und Michal Hašek ist für den Einbruch bei den Sozialdemokraten verantwortlich, 57 Prozent der eigenen Wähler haben die Auseinandersetzung kritisiert. Die Zahlen hat das Meinungsforschungsinstitut ppm factum zwischen dem 5. und dem 13. November ermittelt, befragt wurden etwa 1000 Menschen älter als 18 Jahre.

Verkauf der deutschen Botschaft in Prag an Deutschland gefährdet

Die Verhandlungen über den Verkauf des historischen deutschen Botschaftsgebäudes in Prag an Deutschland drohen zu scheitern. Die kommissarisch amtierende Regierung von Premier Jiří Rusnok will über den Verkauf des Gebäudes an die Bundesrepublik nicht mehr entscheiden und die wahrscheinliche nächste Regierung unter Führung der tschechischen Sozialdemokraten (ČSSD) sei gegen den Handel, berichtete die Tageszeitung Pravo in ihrer Freitagsausgabe. Der ČSSD-Außenexperte Lubomír Zaorálek erklärte, es stehe ihnen nicht zu, Paläste auf der Prager Kleinseite zu verkaufen, um Finanzprobleme zu lösen. Die Vorgängerregierung unter Petr Nečas war einem Verkauf des Gebäudes nicht abgeneigt gewesen. Der ehemalige Außenminister Karel Schwarzenberg hatte vorgeschlagen, den Verkauf des Gebäudes mit einem Grundstück für eine neue tschechische Botschaft in Berlin zu verrechnen.

Tausende DDR-Flüchtlinge hatten im Wendejahr 1989 im Garten der deutschen Botschaft Prag Zuflucht gesucht, am 30. September verkündete dann Außenminister Hans-Dietrich Genscher, dass sie ausreisen durften.

Tschechien erkennt weitere Widerstandskämpfer gegen Kommunismus an

Das Verteidigungsministerium zeichnet 16 Tschechinnen und Tschechen für ihren Widerstand gegen das kommunistische Regime aus. Die Übergabe der Medaillen und Abzeichen findet im Vorfeld des Staatsfeiertags zur politischen Wende von 1989 am 17. November statt. Die Medaillen und Plaketten überreicht Verteidigungsminister Vlastimil Picek am Freitag. Zu den Geehrten gehören unter anderem der Schriftsteller Alexander Kliment, der in den 1970er und 1980er Jahren ein Publikationsverbot hatte, und der Theologe Milan Balabán, der sich in den 1960er Jahren gegen die strikt atheistischen Erziehungsmethoden wehrte.

Laut dem Tschechischen Fernsehen sind bisher insgesamt 421 Menschen hierzulande als Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus anerkannt worden. Fast 4000 Menschen haben bisher einen entsprechenden Antrag eingereicht, über 800 wurden schon abgelehnt.

Pakistanischer Senat überwacht Ermittlungen im Entführungsfall zweier Tschechinnen

Im Entführungsfall zweier junger Tschechinnen in Pakistan will der Senat des Landes die Ermittlungen überwachen. Der Senat habe das Innenministerium in Islamabad und die verantwortlichen Behörden darum gebeten, ihn in der Entwicklung des Falls auf dem Laufenden zu halten. Dies schrieb die englischsprachige pakistanische Zeitung The Express Tribune am Freitag auf ihren Internetseiten.

Die beiden tschechischen Touristinnen waren am 13. März in der Provinz Belutschistan entführt worden. Die 24 Jahre alten Frauen waren auf der Durchreise von Iran nach Indien, als bewaffnete Männer sie in ihre Gewalt brachten. Im Oktober hatten die Entführer eine Videoaufnahme geschickt, auf dieser klagen die Frauen über ernste gesundheitliche Probleme. Der Vorsitzende des Auslandsausschusses im pakistanischen Senat, Hadschi Muhammad Adil, bezeichnete den Fall als „sehr dringlich aus diplomatischen und humanitären Gründen“.

Sozialdemokraten: Potenzielle Koalitionspartner sollen Staatshaushalt berechnen

Die Sozialdemokraten wollen von ihren potenziellen Koalitionspartnern, der Ano-Partei und den Christdemokraten, eine Berechnung der Staatsfinanzen. Hintergrund seien die Verhandlungen über mögliche Steuererhöhungen, sagte der stellvertretende sozialdemokratische Vorsitzende Lubomír Zaorálek am Freitag nach einer Sitzung des Parteigremiums. Die Sozialdemokraten wollen die Steuerprogression wiedereinführen, vor allem die Ano-Partei des Milliardärs Andrej Babiš lehnt bisher jedoch ab, Körperschafts- oder Einkommenssteuer zu erhöhen. Die Frage von Steuereinnahmen und Staatshaushalt sei entscheidend für den Erfolg der weiteren Koalitionsverhandlungen so Zaorálek.

Tschechische Justiz muss Geldstrafen aus anderen EU-Ländern eintreiben

Die tschechische Justiz muss Geldstrafen und Geldbußen eintreiben, wenn sie von einem Gericht aus einem anderen EU-Land darum gebeten wird. Dies hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Die Richter in Luxemburg hatten einen Fall beurteilt, bei dem sich die Bezirkshauptmannschaft im österreichischen Kufstein an das Obergericht in Prag gewandt hatte, sie bat um das Eintreiben einer Geldstrafe bei einem tschechischen Lkw-Fahrer. Das Obergericht hatte jedoch Zweifel, ob die Bezirkshauptmannschaft überhaupt zuständig sei in solchen Dingen. Deswegen wandten sich die Prager an den Europäischen Gerichtshof.

Der Fahrer hatte in der Nähe von Kufstein eine Straße befahren, die für Lkws gesperrt war. Die Bezirkshauptmannschaft in Kufstein verhängte deswegen gegen den Tschechen eine Geldstrafe von 220 Euro.

Altersrente in Tschechien im Durchschnitt bei etwa 400 Euro

Die durchschnittliche Höhe der Alterrente im Juni 2013 betrug in Tschechien 10.900 Kronen (etwa 400 Euro). Das berichtete die Presseagentur ČTK am Freitag. Allerdings erhalten 50 Prozent der Rentner weniger als den Durchschnittwert, und nur neun Prozent bekommen über 14.000 Kronen (etwa 520 Euro) pro Monat Ruhestandsgeld. Insgesamt erhalten 2,34 Millionen Tschechen Altersrente, Frauen im Schnitt etwa ein Fünftel weniger als Männer.

Statue des braven Soldaten Švejk im russischen Samara enthüllt

In der russischen Stadt Samara wurde am Freitag eine lebensgroße Bronzestatue des braven Soldaten Švejk enthüllt. Die Figur wurde in der Nähe des ehemaligen Hotels San Remo aufgestellt, in dem der Autor des Romans, Jaroslav Hašek, von April bis Juni 1918 wohnte. Anlass der Enthüllung war der 130. Geburtstag des bekannten Schriftstellers.

Sowohl Hašek als auch seine Romanfigur Švejk sind in Russland sehr beliebt, die Figur in Samara ist nicht die erste. Bereits 2003 wurde in St. Petersburg eine Statue enthüllt und auch in der sibirischen Stadt Omsk wurde Švejk ein Denkmal gesetzt.

Fußball: Tschechien gewinnt Freundschaftsspiel gegen Kanada mit 2:0

Die tschechischen Fußballspieler haben am frühen Freitagabend das Freundschaftsspiel gegen die Nationalmannschaft Kanadas mit 2:0 gewonnen. In einer schwachen Partie fiel das erste Tor der Begegnung recht früh. Bereits in der dritten Spielminute erzielte Ondřej Čelůstka die Führung für die Gastgeber. Danach war Tschechien drückend überlegen, konnte jedoch zunächst keinen Vorteil daraus ziehen. Vor einer Blamage bewahrte die Tschechen dann Torhüter Petr Čech, der in der 35. Minute einen Elfmeter der Gäste parierte. Den Endstand erzielte dann in der Schlussphase Tomáš Hořava.

Tennis: Tschechien startet mit Niederlage ins Davis-Cup-Finale

Tschechien hat am Freitagnachmittag das Auftaktspiel des Davis-Cup-Finales gegen Serbien verloren. Der tschechische Tennisspieler Radek Štěpánek unterlag nach großem Kampf der Nummer zwei der Welt, Novak Djoković, in drei Sätzen mit 5:7, 1:6 a 4:6. Noch am Freitagabend muss Tomáš Berdych im zweiten Einzel gegen Dušan Lajović ran. Lajović ersetzt den eigentlich vorgesehenen Janko Tipsarević, dieser muss wegen einer Fersenverletzung passen.

Für das Doppel setzen die Tschechen auf das Duo Lukáš Rosol und Jan Hájek, bei den Gastgebern sind bislang Nenad Zimonjić und Ilija Bozoljac vorgesehen. Am Sonntag kommt es dann zum Top-Duell zwischen Djoković und Berdych, zum Abschluss spielen Lajović und Štěpánek gegeneinander.

Das Wetter am Samstag, 16.11.: Wolken, bis 7 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien meist hochnebelartig bewölkt, örtlich auch nebelig. In den Mittelgebirgen und zunehmend auch in den Niederungen lockert die Bewölkung im Tagesverlauf auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 3 und 7 Grad Celsius, bei Sonnenschein auch bis zu 9 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 5 Grad Celsius erreicht.