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Gewerkschaftsverband und Staatspräsident kritisieren Devisenintervention der Zentralbank

Der böhmisch-mährische Gewerkschaftsverband (ČMKOS) hat die Devisenintervention der Tschechischen Nationalbank kritisiert. Die Bank hatte in der vergangenen Woche den Kurs der tschechischen Krone künstlich geschwächt. Der Kurs soll sich bei 27 Kronen für einen Euro einpendeln. Die Währungshüter erhoffen sich davon positive Einflüsse auf den heimischen Arbeitsmarkt. Die Gewerkschaften kritisieren jedoch, dass dadurch die Preise steigen und vor allem Haushalte mit mittlerem oder geringem Einkommen kurz vor Weihnachten massiv belastet würden.

Die Entscheidung wurde ebenfalls vom Industrie- und Handelsverband kritisiert. Vor allem kleinere Unternehmen habe der überraschende Schritt getroffen und verunsichert, so ein Sprecher des Verbandes. Auch Staatspräsident Miloš Zeman äußerte am Montag Unverständnis über die Abwertung. Die Intervention führe nur zu Verlusten, so Zeman. Eine Deflation, wie von der Nationalbank gefürchtet, drohe Tschechien nicht, erklärte das Staatsoberhaupt.

Ehemaliger Abgeordneter und Kreishauptmann David Rath kommt aus Untersuchungshaft frei

Der ehemalige Abgeordnete und Kreishauptmann David Rath darf die Untersuchungshaft verlassen. Das entschied der Oberste Gerichtshof am Montag nach einer Beschwerde des Politikers. Rath war bei der Annahme von Bestechungsgeldern auf frischer Tat gefasst worden und ist wegen Korruption angeklagt. Der ehemalige sozialdemokratische Spitzenpolitiker sitzt bereits seit 18 Monaten im Gefängnis. Sein Prozess läuft derzeit, ein Urteil wurde noch nicht gefällt.

Rath hatte mehrfach auf juristischem Weg versucht, seine Untersuchungshaft zu beenden. Nun hat der oberste Gerichthof seiner Beschwerde stattgegeben, die Begründung der Entscheidung wurde jedoch noch nicht veröffentlicht. Der klageführende Staatsanwalt kritisierte die Entscheidung. Seiner Meinung nach bestehe weiterhin die Gefahr, dass Rath sich ins Ausland absetze oder in der tschechischen Republik verstecke, so der Jurist.

Urabstimmung: Steinkohle-Bergarbeiter entscheiden sich für Streik

Die Steinkohle-Bergarbeiter der Firma OKD aus Ostrava / Ostrau haben sich am Montag mit knapp 90 Prozent für einen Streik entschieden. Zunächst soll am Dienstag, dem 19. November ein vierstündiger Warnstreik stattfinden. Ende November und Anfang Dezember sollen ganztägige Arbeitsniederlegungen folgen. Die Kumpel wollen in den Ausstand treten, weil die Verhandlungen mit der Firma OKD über einen neuen Tarifvertrag stocken. Der Grubenbetreiber fordert von seinen Mitarbeitern Lohnverzicht wegen der gefallenen Kohlepreise.

Staatspräsident Zeman will Sozialdemokraten-Chef am Mittwoch empfangen

Am Mittwoch wird Staatspräsident Miloš Zeman den Vorsitzenden der tschechischen sozialdemokratischen Partei (ČSSD), Bohuslav Sobotka, auf Schloss Lány empfangen. Das gab die Sprecherin des Präsidenten am Montag bekannt. Sobotka hatte am Montagvormittag um ein solches Treffen beim Staatsoberhaupt ersucht. Er erwarte aber nicht, dass ihn Zeman sofort mit der Regierungsbildung beauftragen werde, sagte Sobotka bereits am Sonntag auf dem Treffen des Exekutivausschusses der Sozialdemokraten.

In Tschechien hat nur der Staatspräsident das Recht, einen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Zeman war jedoch in die Kritik geraten, nachdem er noch am Wahlabend den ersten Stellvertreter der Sozialdemokraten, Michal Hašek, zu einem geheimen Treffen empfangen hatte. Hašek und weitere Teilnehmer an diesem konspirativen Treffen mussten in der vergangenen Woche von ihren Parteiämtern zurücktreten.

Neuer tschechischer Botschafter in Österreich akkreditiert

Der österreichische Staatspräsident Heinz Fischer hat am Montag dem neuen tschechischen Botschafter in Österreich die Ernennungsurkunde überreicht. Mit Jan Sechta hat die tschechische Vertretung in Wien nach einem Jahr wieder einen Botschafter. Sechta war vorher Botschafter in Polen. Seine Ernennung hatte sich verzögert, weil sich der ehemalige Außenminister Karel Schwarzenberg und Staatspräsident Miloš Zeman nicht auf die Besetzung des Botschaftspostens in Bratislava einigen konnten. Zeman hatte daraufhin die Unterschrift unter die Entsendungsurkunden sämtlicher Botschafter verweigert.

ČSSD und Partei Ano beginnen mit Koalitionsverhandlungen

Die Unterhändler von Sozialdemokraten (ČSSD) und der Partei Ano haben am Sonntagabend mit Gesprächen über eine mögliche Koalition begonnen. Zunächst haben sich beide darauf geeinigt, dass das Abgeordnetenhaus neben dem Vorsitzenden weitere vier Stellvertreter haben soll. Den Posten des Vorsitzenden beanspruchen jedoch beide Parteien für sich.

Weiterer Gesprächstoff boten Themen, die beide Parteien als Prioritäten bezeichnen. Dazu gehört die Frage einer Neuregelung der Kirchenrestitution, die von den Sozialdemokraten im Wahlkampf gefordert wurde. Andrej Babiš erklärte, seine Partei werde einen konkreten Vorschlag der ČSSD abwarten und diesen dann beurteilen. Ano hat bislang Änderungen am Gesetz zur Entschädigung der Kirchen abgelehnt.

In der kommenden Woche sollen weitere Verhandlungsteams zusammentreffen, die sich mit detaillierten Einzelfragen beschäftigen werden. Die ČSSD sowie die Ano-Partei werden auch mit den Christdemokraten (KDU-ČSL) verhandeln. Erste Sondierungen soll es bereits am Montag geben.

Tschechien erinnert an Kriegsveteranen

Tschechien begeht am 11. November den Tag der Veteranen. Aus diesem Anlass finden in Prag mehrere Gedenkveranstaltungen statt. Auf dem Vítkov-Hügel wird Verteidigungsminister Vlastimil Picek neun Kriegsveteranen das Verdienstkreuz des Verteidigungsministeriums verleihen. Am Denkmal im Verteidigungsministerium wird der 102 tschechoslowakischen Offiziere gedacht, die während der Nazi-Okkupation in den Jahren 1939-1945 hingerichtet wurden. Auch wird anlässlich des Veteranentags in der Militärkirche St. Johann Nepomuk auf dem Prager Hradschin ein ökumenischer Gottesdienst zelebriert. Premier Jiří Rusnok wird danach die Kriegsveteranen empfangen.

Der 11. November gilt seit 2001 als Tag der Veteranen in Tschechien. Das Datum ist symbolisch – am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet, der die Kämpfe des Ersten Weltkriegs beendete.

Inflationsrate in Tschechien im Oktober niedriger als erwartet

Die Inflationsrate ist im Oktober in der Tschechischen Republik niedriger ausgefallen als erwartet. Das sagte ein Sprecher der tschechischen Nationalbank am Montag. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Teuerungsrate im Oktober hierzulande 0,9 Prozent, dass sind 0,1 Prozentpunkte weniger als die Analysten vorhergesagt hatten. Für den geringen Anstieg der Preise machten die Experten vor allem die Lebensmittelpreise verantwortlich. Bereits für den Herbst 2014 gehen die Analysten der Nationalbank aber wieder von einer Inflationsrate um die 2 Prozent aus, vor allem wegen steigender Preise für Einfuhren und der erwarteten wirtschaftlichen Erholung.

EU droht Tschechien mit juristischen Schritten wegen Temelín-Ausschreibung

Die EU-Kommission droht Tschechien mit juristischen Schritten wegen der Ausschreibung für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelín. Das meldete der Tschechische Rundfunk am Montag unter Berufung auf ihm vorliegende Dokumente. Die französische Firma Areva soll sich nach ihrem Ausschluss aus dem Bieter-Verfahren bei der EU-Kommission beschwert haben. Die EU-Kommission habe dem Tschechischen Rundfunk zufolge die Tschechische Republik gebeten, die Kriterien bekannt zu geben, aufgrund derer der französische Bewerber aus dem Verfahren ausgeschlossen wurde. Anschließend werde die EU-Kommission über die Beschwerde von Areva entscheiden, hieß es.

Die Tschechische Republik lehnt es jedoch ab, der EU-Kommission Dokumente zu liefern. Als Grund nannte die Regierung, dass derzeit eine Beschwerde von Areva beim tschechischen Kartellamt (ÚOHS) vorliege.

Erste Jungweine in Tschechien verkostet

An verschiedenen Orten in Tschechien haben die Winzer am Montag um 11.11 Uhr symbolisch die ersten Flaschen mit Jungwein geöffnet. Die traditionellen „Sankt Martinsfeste“, bei denen die Jungweine ausprobiert werden können, finden an vielen Orten Tschechiens statt. Insgesamt werden dieses Jahr rund zwei Millionen Flaschen „Sankt Martinswein“ angeboten. Ende Oktober hatte eine Expertenkommission 356 Weine von 116 Winzern überprüft, die sich um den Titel „Sankt Martinswein“ beworben hatten. Aber nicht jeder Jungwein darf den Namen tragen, denn er muss aus vier speziellen Rebsorten produziert werden, die früh reifen.

Eishockey: Jágr überschreitet als achter NHL-Spieler die 1.700-Punkte-Marke

Der tschechische Eishockeyspieler Jaromír Jágr hat als achter Spieler in der Geschichte der NHL die 1.700-Punkte-Marke geknackt. Der 41-jährige Stürmer, der bei den New Jersey Devils unter Vertrags steht, hat mit einem Tor und einem Assist zum Sieg seines Klubs über die Nashville Predators beigetragen. Der produktivste europäische Spieler in der NHL-Geschichte hat damit seine Bilanz auf 1701 Punkte für 686 Tore und 1015 Asissts in 1408 NHL-Spielen verbessert.

Tennis: Tschechien muss im Davis-Cup-Finale auf Trainer verzichten

Das tschechische Davis-Cup-Team muss beim Finale in Belgrad ohne Kapitän Jaroslav Navrátil auskommen. Der 56-Jährige werde wegen einer Lungenembolie im Krankenhaus behandelt, teilte der tschechische Tennisverband am Montag mit. Sein Gesundheitszustand erlaube es ihm nicht, am Wochenende auf der Trainerbank zu sitzen, so ein Sprecher des Verbands.

Tschechien tritt im Finale vom 15. bis 17. November mit dem Weltranglisten-Sechsten Tomáš Berdych sowie Radek Štěpánek, Lukaš Rosol und Jan Hájek an. Für Tschechien ist es der dritte Einzug ins Endspiel seit 2009.

Erster Schneefall im Böhmerwald

Im Böhmerwald ist in der Nacht auf Montag erster Schnee gefallen. Der Churáňov-Berg unweit von Prachatice wurde von einer 14 Zentimeter hohen Schneeschicht bedeckt und in Kvilda / Außergefilde liegen etwa fünf Zentimeter Schnee. Auch in Horská Kvilda / Innergefilde und in Bučina / Buchwald fiel in der Nacht Schnee.

Das Wetter am Dienstag, 12.11.:, Sonnig, leichte Bewölkung, bis 8 Grad

Am Dienstag sind in Tschechien am Himmel nur wenige Wolken zu sehen, größtenteils scheint die Sonne. Örtlich können aber tief hängende Wolkenbänke oder Nebelfelder aufziehen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 3 und 7 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter wird maximal 2 Grad Celsius erreicht.