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OKD will Steinkohlegrube Paskov nicht über 2014 hinaus aus eigenen Mitteln betreiben

Die Firma OKD will die Steinkohlegrube Paskov nicht aus eigenen Mitteln länger als bis Ende 2014 betreiben. Das sagte der Geschäftsführer von OKD, Ján Fabián am Sonntag im Tschechischen Fernsehen. Das Unternehmen könne es sich nicht leisten, einen verlustbringenden Betrieb auf eigene Kosten zu subventionieren, so Fabián. 400 bis 750 Arbeiter sollen in den kommenden Monaten auf andere Gruben des Unternehmens verteilt, und einige wenige Hundert Mitarbeiter werden den Betrieb in Paskov bis Ende 2014 abwickeln, sagte Fabián weiter. Insgesamt sind 3000 Arbeitsplätze betroffen. Sein Unternehmen sei aber bereit, im Falle einer staatlichen Unterstützung die Grube über 2014 hinaus zu betreiben, fügte der Geschäftsführer noch hinzu.

Eine Förderung durch den Staat hatte Premier Jiří Rusnok aber in der vergangenen Woche abgelehnt. Nun soll es zu Verhandlungen zwischen Staat und Firma am Dienstag kommen, das Treffen hat Staatspräsident Miloš Zeman anberaumt.

Verteidigungsminister will mehr Geld für Militärhaushalt

Verteidigungsminister Vlastimil Picek rechnet damit, bei den Haushaltsberatungen am Mittwoch eine Erhöhung des Militärhaushalts zu erreichen. Picek möchte eine Milliarde Kronen (160 Millionen Euro) mehr als das Verteidigungsressort derzeit zur Verfügung hat, insgesamt würde sich der Haushalt dann auf 43 Milliarden Kronen (1,7 Milliarden Euro) belaufen. Ideal wären 50 Milliarden, aber er sei sich im Klaren, dass eine solche Forderung derzeit nicht durchsetzbar sei, erklärte der Minister in einer Talkshow im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen am Sonntag.

Milliadär Babiš will auch als Abgeordneter weiter seinen Konzern führen

Andrej Babiš, Chef einer der größten Firmen Tschechiens und der Bewegung „Ano“ hat am Sonntag erklärt, auch im Falle eines Einzug ins Abgeordnetenhaus weiter an der Spitze seines Konzerns bleiben zu wollen. Das sagte Babiš am Sonntag bei einer Diskussion in einem tschechischen Privatfernsehsender. Nur falls seine Bewegung in die Regierung käme und er ein Ministeramt innehätte, würde er die Leitung von Agrofert an jemanden anders übertragen, so der Milliardär weiter.

Babiš hat Agrofert im jahr 1993 gegründet. Damals handelte das Unternehmen hauptsächlich mit Düngemittel und anderen Landwirtschaftschemikalien. Heutzutage umfasst die Gruppe etwa 200 Firmen, unter anderem auch in Deutschland. Mit mehr als 5,5 Milliarden Euro Umsatz ist Agrofert das viertgrößte Unternehmen in der Tschechischen Republik. Im Juni hat die Gruppe auch das Medienunternehmen Mafra von der Düsseldorfer Rheinischen Post gekauft. Mafra gibt die beiden wichtigsten Tageszeitungen Mladá Fronta Dnes und Lidové Noviny heraus.

Tschechen wünschen sich neue Parteien im Abgeordnetenhaus

Etwa 65 Prozent der Tschechen wünschen sich neue Parteien und Bewegungen im Abgeordnetenhaus nach den vorgezogenen Neuwahlen im Oktober. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts PPM Factum ergeben. Vor allem jüngere Menschen unter 29 Jahre oder Haushalte mit einem hohen Durchschnittseinkommen haben den Wunsch nach frischen Wind im Parlament geäußert. Die besten Chancen von sechs neu kandierenden Parteien und Bündnissen räumten die Befragten der Bewegung „Ano“ von Milliardär Andrej Babiš ein.

Malteserorden fordert lukrative Grundstücke bei Prag zurück

Der Malteserorden hat im Rahmen der Kirchenrestitution die Rückgabe von 167 Hektar am Prager Stadtrand gefordert. Dabei handelt es sich meistens um Felder, aber auch Grundstücke, die für den Bau von Schulen und Sportzentren sowie für einen Teil des geplanten Autobahnrings vorgesehen sind. Allerdings sollen laut Informationen des Tschechischen Fernsehens 120 Hektar vor dem 25. Februar 1948 enteignet worden sein. Damit hätte der Ritterorden keinen Anspruch auf die lukrativen Grundstücke, da laut dem Kompromiss zur Kirchenrestitution nur Besitz zurückgegeben werden kann, der nach der Machtergreifung der Kommunisten enteignet wurde. Ein Sprecher der Malteser sagte hingegen, man habe alles geprüft und fordere lediglich Besitztümer zurück, die von den Kommunisten enteignet worden seien.

Kleinbrauereien locken Tschechen wieder in die Gasthäuser

Die tschechischen Kleinbrauereien locken die Biertrinker wieder vermehrt in die Gaststätten. Während sich die großen industriellen Brauereien seit Jahren beschweren, dass der Verkauf von Fassbier kontinuierlich zurückgeht, brummt das Geschäft bei den kleinen Brauereien. Man rette das Geschäft auch in jenen Kneipen, in denen nur Bier aus Großbrauereien ausgeschenkt werde, erklärte ein Vertreter der kleinen Hersteller selbstbewusst auf dem größten Festival für kleine Biersorten „Sonne im Glas“ in Plzeň / Pilsen.

Derzeit gibt es in Tschechien etwa 190 Kleinbrauereien, die durchschnittlich etwa 750 Hektoliter pro Jahr produzieren. Mehr als 90 Prozent der Produktion werde direkt in Kneipen verkauft, während die Großbrauereien nur 43 Prozent ihrer Produktion direkt in Gaststätten absetzen. Im Jahr 2010 waren es noch über 50 Prozent gewesen.

Volleyball-EM: Tschechien scheidet gegen Deutschland aus

Die tschechischen Volleyballspieler sind am Sonntag bei der EM in Polen ausgeschieden. Sie unterlagen dem starken Deutschen Team mit 3:0 und mussten sich damit ohne Spiel und Punktgewinn aus dem Turnier verabschieden. Deutschland ist dagegen durch den Sieg direkt qualifiziert für den Einzug ins Viertelfinale und muss nicht in die Play-offs.

Das Wetter am Montag, 23.9.: bewölkt mit Schauern, bis 16 Grad

Am Montag ist es in Tschechien bewölkt, vereinzelt mit leichtem Regen. Im Nordosten des Landes ist die Bewölkung dichter und es regnet stärker. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 17 und 21 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden 13 Grad Celsius erreicht.