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Minister Fischer fordert Spender zur Offenlegung ihrer Spenden an ihn auf

Finanzminister Jan Fischer ist die kontroverseste Person im neuen Kabinett von Ministerpräsident Jiří Rusnok. Dem ehemaligen Premier wird vorgeworfen, bei der Finanzierung seiner Kampagne für die Präsidentschaftswahl im Januar ein undurchsichtiges Spiel zu treiben. Bis kurz vor seiner Ernennung zum Finanzminister hatte Fischer noch Verbindlichkeiten von umgerechnet zirka 200.000 Euro aus seiner Wahlkampagne zu begleichen. Binnen weniger Stunden gingen Gelder von mehr als 200.000 Euro auf seinem Wahlkampfkonto ein. Das hat insbesondere die Opposition stutzig gemacht. Sozialdemokratenchef und Oppositionsführer Bohuslav Sobotka (ČSSD) stellte deshalb die Forderung, dass Fischer die Herkunft der finanziellen Mittel für die Präsidentschaftskampagne öffentlich erklären soll. Am Montag hat Fischer nun einen seiner Spender aufgerufen, die Herkunft des Geldes zu belegen. Von einem zweiten Gönner verlangte er, Details über seine finanzielle Spende zu veröffentlichen. Falls er diese Informationen nicht bis Mittwoch erhalten wird, werde er das Geld zurückgeben, sagte Fischer.

Eklat um Anspielung auf jüdischen Glauben von Finanzminister in Prag

Mit einer plumpen Anspielung auf den jüdischen Glauben des tschechischen Finanzministers Jan Fischer hat der VV-Politiker Michal Babák in Prag einen Eklat ausgelöst. Kein Jude könne für die Staatskasse schlimmer sein als Herr Kalousek, sagte der Abgeordnete für Südböhmen am Sonntag in einer Diskussionssendung des Tschechischen Fernsehens (ČT). Miroslav Kalousek war Fischers konservativer Vorgänger an der Spitze des Ressorts. Die Äußerungen Babáks hätten einen eindeutig antisemitischen Hintergrund, kritisierte der Vorsitzende der Vereinigung jüdischer Gemeinden in Tschechien, Petr Papoušek. Derartige Aussagen aus dem Mund eines Parlamentsabgeordneten könnten in der Gesellschaft gefährliche Folgen haben, warnte er.

Babák versuchte später, seine Wortwahl zu rechtfertigen: Er habe die allgemein bekannte Eigenart hervorgehoben, dass Juden historisch sehr gut mit Geld umgehen können, erklärte der 38-Jährige. In der Fernsehdebatte hatte Babák bemängelt, dass Fischer die Finanzierung seiner erfolglosen Präsidentschafts-Wahlkampagne im Januar nicht ausreichend offengelegt habe.

Durchaus zufrieden mit dieser Darstellung zeigte sich am Montag die Fraktionsvorsitzende der Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV), Kateřina Klasnová. Ihrer Meinung nach habe Babák seine Äußerung hinreichend erklärt, nur seine Wortwahl sei unglücklich gewesen, so Klasnová. Von vielen anderen Seiten hagelte es indes Kritik, vor allem ausländische Medienvertreter in Tschechien stellten Babáks Äußerung an den Pranger. Wenn solche Worte einem Abgeordneten in Westeuropa entgleiten würden, dann müsste er seinen Hut nehmen oder zumindest aus der Partei austreten, sagte der Prager BBC-Korrespondent Rob Cameron.

Gericht entscheidet Ende der Woche über Beschwerden im Fall Nagyová

Im Bespitzelungs- und Bestechungsskandal, der Ex-Premier Petr Nečas zum Rücktritt zwang, haben sechs Beschuldigte Beschwerde gegen ihre Inhaftierung eingereicht. Im Fall der Hauptbeschuldigten, der ehemaligen Büroleiterin von Premier Nečas, Jana Nagyová, wird das Kreisgericht in Ostrava / Ostrau frühestens Ende der Woche über die Beschwerde gegen ihre Untersuchungshaft entscheiden. Der juristische Senat studiert immer noch die Akten und wird auf die Beschwerden vermutlich auf einer nicht öffentlichen Sitzung reagieren. Das teilte eine Sprecherin des Gerichts am Montag mit.

In dem Skandal wurden acht Personen beschuldigt. Das Kreisgericht in Ostrava schickte sieben davon in Untersuchungshaft.

Tschechische Beamte lauerten kriminellen Polizisten auf

In der Korruptionsaffäre um den tschechischen Ex-Ministerpräsidenten Petr Nečas sind neue kuriose Verwicklungen bekanntgeworden. Nach einem Bericht der Zeitung „Mladá fronta Dnes“ am Montag überwachte die Innenrevision der Polizei wochenlang das Haus des Nečas-Parteikollegen Pavel Bém. Die Beamten hätten dort versucht, Einbrecher aus den Reihen der Polizei auf frischer Tat zu ertappen.

Einem Informanten zufolge hatten es die kriminellen Polizisten auf Bargeld im Wert von 3,8 Millionen Euro abgesehen, das angeblich in Sporttaschen im Keller des Politikers lagern sollte. Doch die Aktion endete ergebnislos. Die Diebe blieben fern, vom Geld gibt’s keine Spur.

Drei Schwerverletzte beim Unfall eines tschechischen Reisebusses in Serbien

Bei dem Unfall eines tschechischen Reisebusses in Serbien wurden am Montagmorgen drei Personen schwer und zwei leicht verletzt. Dies teilte eine Sprecherin des tschechischen Außenministeriums mit. Den Informationen des serbischen Fernsehens RTS zufolge ist der Reisebus auf der Autobahn südwestlich von Belgrad mit einem Lkw zusammengestoßen. Die drei Schwerverletzten – unter ihnen der Busfahrer und der Reiseführer – wurden in eine Klinik in Belgrad eingeliefert. Die zwei leicht verletzten Passagiere werden im Krankenhaus von Smederevo behandelt. Der Reisebus war auf der Rückfahrt von der Türkei nach Tschechien.

Unfalltod: Fallschirmspringer stirbt nach Absprung über Flugplatz in Jihlava

Nach dem Absprung aus einem Flugzeug in 1200 Meter Höhe ist am Sonntag auf dem Flugplatz Jihlava-Henčova ein 34-jähriger Fallschirmspringer tödlich verunglückt. Das Unglück ereignete sich kurz vor 19 Uhr. In rund 200 Meter Höhe habe der Mann versucht, seinen Fallschirm zu öffnen, doch das Manöver schlug fehl. Den Grund und die weiteren Begleitumstände für den Tod des Fallschirmspringers untersucht die Polizei. Es wurde eine Obduktion des Toten veranlasst, erklärte am Montag eine Polizeisprecherin.

Bei dem ungebremsten Aufprall auf die Erde erlitt der Mann sehr schwere Verletzungen. Rettungskräfte waren sehr schnell am Unfallort, doch ihre Hilfe blieb erfolglos: noch vor Ort erlag der Fallschirmspringer seinen schweren Verletzungen.

Polizei auf Wildschwein-Jagd quer durch Prag

Ein Wildschwein hat am Sonntag das Stadtzentrum von Prag unsicher gemacht. Der Keiler durchschwamm die Moldau, zerschlug das Schaufenster eines Fünf-Sterne-Hotels und bedrohte Fußgänger. Die Polizei veröffentlichte am Montag ein Überwachungsvideo der zweistündigen Verfolgungsjagd durch mehrere Stadtteile. Ein Motorradpolizist habe Schlimmeres verhindert, als er sich schützend vor eine Mutter mit einem Kinderwagen warf, teilte eine Sprecherin mit. Streifenbeamte hätten das Wildschwein letztlich auf einer Baustelle überwältigt und mit drei Beruhigungsspritzen besänftigt.

Neuer Deal: Drei L-159-Maschinen aus Casa-Geschäft gelangen in die USA

Ein privater Interessent aus den USA hat drei tschechische Militärflugzeuge vom Typ L-159 gekauft, die ursprünglich Teil eines Geschäftes mit dem europäischen Rüstungskonzern EADS waren. Tschechien hatte für die eigene Armee drei Casa-Transportmaschinen bei dem Konzern in Spanien gekauft, doch diese Maschinen wiesen dauerhaft Mängel auf. Es gab ständig Probleme mit der Bordelektronik, insbesondere was das passive Schutzsystem der Maschinen betrifft. Eine vierte Casa-Maschine sollte daraufhin gegen vier L-159-Unterschallflugzeuge getauscht werden. Später wurde vereinbart, dass EADS der tschechischen Seite eine Kompensation von umgerechnet knapp 800.000 Euro für die nicht funktionierende Bordelektronik bei den Casa-Flugzeugen gewähren werde. Von dieser Summe hat Tschechien bislang erst ein Drittel beim Erhalt von Ersatzteilen ausgeschöpft, erklärte am Montag Pavel Bulant vom tschechischen Verteidigungsministerium.

Böhmerwaldmuseum in Sušice zeigt Ausstellung über Tschechen und Deutsche

Im Böhmerwaldmuseum in Sušice / Schüttenhofen wurde am Wochenende eine Ausstellung über die Koexistenz der Tschechen und Deutschen im 20. Jahrhundert eröffnet. Fotos, Bildbände, Dokumente, Uniformen sowie weitere Exponate zeigen das Schicksal der beiden Völker während zweier totalitärer Regime – des NS-Regimes und des Kommunismus. Die Ausstellung habe man in Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum in Plzeň / Pilsen zusammengestellt, sagte die Leiterin des Museums in Sušice, Zdeňka Řezníčková. Die Ausstellung über „Tschechen und Deutsche im 20. Jahrhundert“ im Böhmerwaldmuseum ist bis zum 31. Oktober zu sehen.

Heidelbeerfest „Borůvkobraní“ in Borovany besuchten 15.000 Menschen

Im südböhmischen Borovany fand am Wochenende das dort sehr populäre Heidelbeerfest „Borůvkobraní“ statt. Neben dem traditionellen Heidelbeerkuchen sowie Heidelbeerknödeln konnten die Besucher ebenso Heidelbeerbier, den Heidelbeerwein oder Heidelbeermarzipan verkosten. Es wurden aber auch gastronomische Neuheiten serviert, wie etwa Schweinesteak auf Heidelbeeren oder Teigwaren mit Heidelbeeren, die italienische Köche für diese Gelegenheit zubereitet hatten. Zum Heidelbeerfest in Borovany sind über 15.000 Menschen gekommen.

Tschechische Firma Lasvit stellt Siegertrophäen für Tour de France her

Die Siegerpokale für den Gesamtsieger und die Gewinner der einzelnen Wertungen bei der Tour de France kommen erneut aus Tschechien. Schon zum dritten Male wurden die Trophäen in der Glashütte Ajeto im nordböhmischen Lindava bei Česka Lípa / Böhmisch-Leipa hergestellt. Sie wurden aus geschliffenem Kristall- und Opalglas geformt, nach Entwürfen des Designers Peter Olah, informierte am Montag Václav Koukolíček von der Firma Lasvit, die Eigner der Glashütte ist.

Tour de France: Tscheche Kreuziger in der Gesamtwertung weiter Vierter

Auf der 15. Etappe der Tour de France, die am Sonntag steil bergauf zum fast 2000 Meter hohen Mount Ventoux führte, belegte der tschechische Radprofi Roman Kreuziger Rang fünf vor seinem Teamkollegen bei Saxo-Tinkoff Alberto Contador. In der Gesamtwertung liegt Kreuziger auch nach dieser schweren und längsten Prüfung bei der diesjährigen Tour weiter auf Platz vier. Im Ziel sprach der Tscheche mit Bewunderung über die Leistung des Mannes im Gelben Trikot, den Briten Christopher Froome. Er sei wie ein Motorrad gefahren, sagte Kreuziger anerkennend.

Rudern: Synek gewinnt im Einer Weltcup-Finale in Luzern

Der tschechische Europameister und Olympia-Zweite im Einer-Rudern, Ondřej Synek, hat am Sonntag das Weltcup-Finale in Luzern gewonnen. Auf dem Rotsee war der tschechische Ruderer um zwei Sekunden schneller als Vize-Europameister Marcel Hacker aus Deutschland. Den dritten Platz belegte Ángel Fournier Rodríguez aus Kuba. Die tschechische Olympiasiegerin Miroslava Knapková belegte in der Einer-Konkurrenz der Frauen indes nur den dritten Platz. Es siegte die Australierin Kim Crow vor der Amerikanerin Eleanor Logan.

Tennis: Hlaváčková und Hradecká siegen im Damen-Doppel in Budapest

Die tschechischen Tennisspielerinnen Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká haben das Damen-Doppel beim WTA-Turnier in Budapest gewonnen. Die Olympia-Zweiten besiegten am Sonntag im Finale das russisch-georgische Paar Nina Bratchikova und Anna Tatishvili mit 6:4 und 6:1. Für die Tschechinnen ist es der erste Turniersieg seit dem Turnier in Luxemburg, das sie im Oktober letzten Jahres gewannen.

Judo: Schwergewichtler Horák gewinnt Grand Prix-Turnier in Ulan Bator

Der tschechische Judoka Michal Horák hat beim Grand Prix-Turnier in Ulan Bator den Wettbewerb im Schwergewicht gewonnen. Einer der besten tschechischen Judokas in dieser Gewichtsklasse, Lukáš Krpálek, der in den vergangenen Tagen zwei Goldmedaillen bei der Sommer-Universiade in Russland holte, nahm nicht am Turnier in der Mongolei teil. Horák ist erst der zweite tschechische Judoka, dem es gelang, ein Grand Prix-Turnier zu gewinnen.

Das Wetter am Dienstag: wolkenlos und warm bis 27 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien wolkenlos bis heiter und sommerlich warm. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 23 und 27 Grad Celsius, in den Höhenlagen um 1000 Meter bei 18 Grad Celsius.