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EU-Ratspräsident Van Rompuy weilte zu Gesprächen in Prag

Premier Petr Nečas ist am Donnerstag in Prag mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zusammengetroffen. Es läge im eigenen Interesse seines Landes, sich an der Suche nach Lösungen für die Probleme der Eurozone zu beteiligen, sagte Nečas im Anschluss der Zusammenkunft. Van Rompuy verwies darauf, dass Tschechien immer noch nicht alle Maastricht-Kriterien zur Einführung des Euro erfülle. Eine Debatte über dieses Thema stehe also derzeit nicht auf der Tagesordnung. Staatspräsident Miloš Zeman hatte am Wochenende gegenüber einer deutschen Zeitung gesagt, Tschechien könnte in bis zu fünf Jahren den Euro einführen.

Herman Van Rompuy traf am Donnerstagmittag auch zu Gesprächen mit Zeman zusammen. Beide Politiker verhandelten über die Europäische Union. Er, so Zeman, werde sich in seiner Amtszeit für eine tiefere Integration Tschechiens in die EU einsetzen. Beim Treffen mit Van Rompuy verwies er schließlich darauf, seit zirka einem Monat auch die EU-Fahne auf der Prager Burg ausgeflaggt zu haben. Außerdem nimmt der Präsident des Europäischen Rates an einer Konferenz über die EU im tschechischen Abgeordnetenhaus teil.

Tschechien kritisiert Quotenregelung zur Freizügigkeit von Ausländern in der Schweiz

Die tschechische Diplomatie hat am Donnerstag die Quotenregelung für Ausländer, die in der Schweiz leben und arbeiten wollen, kritisiert. Das Außenministerium in Prag bezeichnete diese Regelung sogar als diskriminierend. Am Mittwoch hatte die Regierung in Bern beschlossen, die Quoten für Arbeitnehmer aus Tschechien und weiteren mittel- und osteuropäischen Ländern ein weiteres Jahr beizubehalten. Einen Tag später beschloss sie aber auch, ähnliche Restriktionen für alle weiteren EU-Länder einzuführen.

Für Menschen aus den acht EU-Ländern Mittel- und Osteuropas waren vor einem Jahr die Quoten eingeführt worden. Sie beziehen sich auf fünfjährige Daueraufenthaltsgenehmigungen, die auch die Aufnahme einer Arbeit in der Schweiz ermöglichen. Während der vergangenen zwölf Monate vergaben die eidgenössischen Behörden rund 2000 solcher Aufenthaltsgenehmigungen an Arbeitnehmer aus Tschechien und den weiteren sieben Ländern. Tschechien will diese Quotenregelung jetzt auf europäischer Ebene behandeln lassen. Diese Regelung verstoße gegen die Vereinbarung der Schweiz mit der EU über die Freizügigkeit von Personen, war aus dem Außenministerium in Prag zu hören.

Papst Franziskus kommt wahrscheinlich dieses Jahr nicht nach Tschechien

Papst Franziskus wird mit großer Sicherheit dieses Jahr nicht nach Tschechien kommen. Ein Sprecher des Vatikans verkündete laut der Pressagentur AFP am Donnerstag, der Pontifex unternehme in diesem Jahr nur eine einzige Auslandsreise, und diese Reise führe den Papst nach Brasilien.

Der Prager Erzbischof, Kardinal Dominik Duka, und Staatspräsident Miloš Zeman hatten Papst Franziskus zu Anfang Juli nach Tschechien eingeladen. Ihre Hoffnung war, dass das neugewählte Kirchenoberhaupt zur 1150-Jahresfeier der Slawenaposteln Kyrill und Method nach Mähren kommen könnte.

Senat billigt vier Verfassungsrichter-Kandidaten von Präsident Zeman

Der Senat in Prag hat am Donnerstag wie erwartet alle vier Kandidaten bestätigt, die von Präsident Milos Zeman für den Posten eines Verfassungsrichters vorgeschlagen wurden. Von den möglichen 72 Stimmen konnten alle vier Kandidaten mindestens eine Drei-Viertel-Mehrheit auf sich vereinigen, mit Ausnahme des Kandidaten Jaroslav Fenyk – er erhielt nur 52 Stimmen. Fenyk wird vorgeworfen, in der Zeit vor der politischen Wende im Jahr 1989 als militärischer Prokurator gearbeitet zu haben. Ein Prokurator galt in der Vorwendezeit als verlängerter Arm des kommunistischen Regimes im Justizbereich.

Sozialpartner uneinig über Anhebung des Mindestlohns

Die Sozialpartner in Tschechien haben sich am Donnerstag in Prag nicht auf die Anhebung des monatlichen Mindestlohns einigen können. Während die Gewerkschafter eine Erhöhung von 600 Kronen fordern, haben die Arbeitgeber eine Anhebung von 400 Kronen vorgeschlagen. Der gegenwärtige Mindestlohn in Tschechien liegt bei 8000 Kronen (ca. 310 Euro), und das schon seit dem Jahr 2007. Nach der Verhandlung erklärte Arbeitsministerin Ludmila Müllerová, dass sie beide Vorschläge im Kabinett vorlegen werde. Nach Vorstellung aller Seiten soll der neue Mindestlohn mit Beginn des nächsten Jahres gelten. Zudem haben die drei Partner über Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft verhandelt.

Städte und Gemeinde fordern hohe Zuschüsse aus EU-Fonds

Die Vertreter des Verbandes der Städte und Gemeinden (SMO) in Tschechien haben am Donnerstag ihre Vorstellung zur Finanzierung von regionalen Projekten geäußert. Nach ihrem Treffen in Brno / Brünn forderten sie die Landesregierung auf, dafür genügend EU-Gelder abzuschöpfen. Die Wunschliste der Städte und Gemeinden reicht von der Instandsetzung der Kanalisation über den Bau von Kläranlagen, neuen Grundschulen und Seniorenheimen bis hin zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Der Verband wolle dazu eine Strategie der regionalen Entwicklung in Tschechien ausarbeiten und diese schon bald im zuständigen Ministerium vorlegen, sagte Vizeverbandschef Jaromír Jech am Donnerstag.

Der Minister für Regionalentwicklung, Kamil Jankovský, hat die Erwartungen der Städte- und Gemeindevertreter indes gedämpft, Die Vorstellung, dass 65 Prozent der Gelder aus den EU-Fonds für die Finanzierungsperiode 2014 bis 2020 direkt an die Gemeinden gehe, sei realitätsfremd, sagte Jankovský am Donnerstag.

Manager des Jahres 2012 gekürt – Präsident Zeman schlägt Antipreis vor

Der Generaldirektor und Vorstandsvorsitzende der Vítkovice Holding, Jan Světlík, ist am Donnerstag in Prag zum tschechischen Manager des Jahres 2012 gekürt worden. Der Gewinner der zum 20. Male durchgeführten Umfrage, die vom Manager-Verbandsfonds durchgeführt wird, wurde von einer Kommission aus 86 Finalisten ermittelt. Managerin des Jahres 2012 wurde die Direktorin und Inhaberin der Firma Abydos, Olga Kupec.

Bei der Preisverleihung war auch Präsident Miloš Zeman zugegen. Dabei hat er den Organisatoren der Umfrage den Vorschlag unterbreitet, künftig auch einen Antipreis für den schlechtesten Manager des Jahres zu schaffen. Seiner Meinung gäbe es genügend Beispiele dafür, einen solchen Antimanager zu ermitteln. Zeman zählte dazu einige sehr schlecht verlaufene Investitionen wie die Prager Opencard, die elektronische Sozialkarte (sKarta) oder der Prager Verkehrstunnel Blanka auf.

Über 11.000 Menschen sterben jährlich in Tschechien an Hirnschlag

In Tschechien sterben jedes Jahr über 11.000 Menschen an Hirnschlag. Das seien 32 Leute täglich, informierte Richard Češka vom Zentrum für präventive Kardiologie am Institut für klinische und experimentelle Medizin (IKEM) in Prag. Jährlich werden rund 60.000 Patienten mit der Diagnose auf die Gefäßerkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert, die Arbeitsunfähigkeit eines Gefäßerkrankten liegt bei durchschnittlich 153 Tage. Zur Früherkennung dieser Krankheit werde man im Mai in Prag und im Juni in Brno / Brünn wieder zwei Aktionstage durchführen, an denen sich alle gesundheitsbewussten Interessenten dank modernster Labortechnik kostenlos untersuchen lassen können, sagte Češka.

Tschechisch-österreichische Landesausstellung in Freistadt eröffnet

Unter dem Motto „Alte Spuren – Neue Wege“ ist am Donnerstag in Freistadt die Landesausstellung 2013 eröffnet worden, die das Bundesland Oberösterreich und der Südböhmische Kreis gemeinsam veranstalten. Nach Aussage des oberösterreichischen Landeshauptmanns Josef Pühringer dokumentiere die Ausstellung auf eindrucksvolle Weise, was beide Regionen verbindet und was sie in der Geschichte getrennt hat. Nach vier Jahrzehnten, in denen man durch den Eisernen Vorhang wie voneinander abgeschnitten war, habe man jetzt wieder die Chance, einen gemeinsamen Weg zu beschreiten, sagte Pühringer.

Die Landesausstellung 2013 wird in den oberösterreichischen Städten Freistadt und Bad Leonfelden sowie in den südböhmischen Städten Český Krumlov / Krumau und Vyšší Brod / Hohenfurth veranstaltet. Sie dauert bis zum 3. November.

Magnesia Litera: Roman „Rybí krev“ von Jiří Hájíček tschechisches Buch des Jahres

Der Roman „Rybí krev“ (Fischblut) des Autors Jiří Hájíček wurde zum tschechischen Buch des Jahres gekürt. Am Mittwoch erhielt der 45-jährige Schriftsteller dafür in Prag den Hauptpreis im Wettbewerb Magnesia Litera. Sein Roman spielt in den 80er und 90er Jahren in der Gegend von Temelín, als mit dem Bau des dortigen Atomkraftwerks begonnen wurde. Hájíček schildert die dramatischen zwischenmenschlichen Beziehungen angesichts des Kampfes gegen das AKW. Magnesia Litera ist die wichtigste Auszeichnung für tschechische Literatur.

Beim Wettbewerb wurden zudem Preise in neun weiteren Kategorien vergeben. Den Preis für die beste Übersetzung erhielt zum Beispiel Věra Koubová, sie hatte den Gedichtband Traumsaum des deutschen Schriftstellers Richard Pietraß ins Tschechische übertragen. Den Leserpreis erhielt die Autorin Petra Tučková für ihren Roman „Žitkovské bohyně“ (Die Göttinnen von Žitková).

Tennis: Kvitová erreicht das Viertelfinale beim WTA-Turnier in Stuttgart

Beim Porsche Tennis Grand Prix hat die tschechische Top-Spielerin Petra Kvitová am Donnerstag das Viertelfinale erreicht. Im Achtelfinale des WTA-Turniers in Stuttgart bezwang sie nach großem Kampf die Deutsche Julia Görges in drei Sätzen mit 2:6, 7:6 (7:4) und 6:2. Görges, die stark begann, versäumte es gegen die Wimbledonsiegerin von 2011, im zweiten Satz für die Entscheidung zu sorgen. Kvitová hingegen steigerte sich und vereitelte damit auch die Revanche der Deutschen für deren Niederlage gegen sie im Fed Cup an gleicher Stelle vor einem Jahr.

Das Wetter am Freitag: sonnig-heiter, später Schauer, bis 28 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend wolkenlos bis heiter. Erst am Nachmittag von Westen her zunehmende Bewölkung und am Abend örtlich Schauer oder Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 24 und 28 Grad Celsius, im Osten des Landes werden aber auch noch 19 Grad Celsius erreicht.