Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png

Finanzministerium: Tschechiens Wirtschaftswachstum wird 2013 stagnieren

Das tschechische Finanzministerium hat seine Prognose zur Wirtschaftsentwicklung des Landes nach unten korrigiert. In diesem Jahr werde die Schaffung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) stagnieren, im kommenden Jahr aber werde es um 1,2 Prozent steigen, heißt es in der neuen Prognose zur Makroökonomie, die das Ministerium am Freitag veröffentlicht hat. Im Januar war man im Ressort noch von einem minimalen Wachstum von 0,1 Prozent in diesem Jahr und einer BIP-Erhöhung von 1,4 Prozent im nächsten Jahr ausgegangen. Die nun erwartete Wirtschaftsentwicklung könne sich aber ebenso weiter verschlechtern, erklärte der Sprecher des Ministeriums.

Verfassungsgericht verbessert Kontrolle von Glücksspiel

Das tschechische Verfassungsgericht hat am Donnerstag die Rechte der Gemeinden bei der Kontrolle des Glücksspiels verbessert. Die obersten Verfassungsschützer haben einen Passus in der Novelle des Lotteriegesetzes gestrichen, mit der das Finanzministerium das Aufstellen von Spielautomaten bis Ende 2014 erlaubt hatte. Die westböhmische Stadt Klatov / Klattau hatte gegen die Novelle Beschwerde eingelegt, die Gemeinden wollen die in Tschechien allgegenwärtigen Spielautomaten aus den Städten verbannen.

Ein Sprecher der Glücksspielgegner sagte am Donnerstag, der Anfang vom Ende des harten Glücksspiels in Tschechien sei gekommen. Vertreter der Vereinigung der Glücksspielsysteme erklärten dagegen, dass Verfassungsgericht habe der Regulierung des Glücksspiel ein Ende bereitet und der Mafia den Markt übergeben.

Das Gericht hat die blinkenden Glücksspielautomaten nicht generell verboten, sondern den Gemeinden die Möglichkeit eingeräumt, selbst über die Anzahl der aufgestellten Geräte zu entscheiden.

Tschechische Polizei schnappt steckbrieflich gesuchten Deutschen in Karlsbad

Die tschechische Polizei hat im Kurort Karlovy Vary / Karlsbad einen international und steckbrieflich gesuchten Deutschen gefasst. Nach dem 69-jährigen Uwe Giesemann wurde seit vergangenem Herbst gefahndet, weil er im unerlaubten Besitz eines ganzen Waffenarsenals war. In Giesemanns Wohnung in Hannover hatte die deutsche Polizei voriges Jahr über 200 Maschinenpistolen sowie Granaten und eine Panzerfaust gefunden. Das Waffenlager wurde rein zufällig entdeckt: Nach einem Wasserrohrbruch, der nicht behoben wurde, musste die Polizei die Wohnung des Verdächtigen aufbrechen. In Giesemanns Zweitwohnung wurden danach neben Waffen auch 290.000 Euro sowie jede Menge Schmuck und Wertsachen gefunden. Ein Spezialtrupp der tschechischen Polizei hat Giesemann nun am Mittwoch zusammen mit einem Bekannten in einer Karlsbader Wohnung aufgespürt. Bei seiner Festnahme leistete der Verdächtige keinerlei Widerstand, hieß es.

Staatsanwaltschaft klagt Tatra-Chef Adams wegen Bestechung an

Die Staatsanwaltschaft in Tschechien hat am Freitag beim Kreisgericht in Brno / Brünn Anklage erhoben gegen den Chef der einst berühmten Tatra-Werke im mährischen Kopřivnice, Ronald Adams. Der US-Amerikaner wird der Korruption beschuldigt. Vor vier Jahren soll er dem ehemaligen Verteidigungsminister Martin Barták ein Schmiergeld von umgerechnet 800.000 Euro geboten haben für dessen Zusage, die Tschechische Armee mit fast 600 Lkw-Geländewagen von Tatra auszurüsten. Adams bestreitet dies. Ex-Minister Barták, der ebenfalls angeklagt ist, aber soll bei der Polizei gegen Adams ausgesagt haben. Staatsanwalt Jan Petrásek konnte am Freitag aber noch nicht bekanntgeben, wann in etwa der Prozess gegen Adams eröffnet wird.

Polizei lässt Drogenbande bei Zugriff in drei Ländern auffliegen

Tschechische Kriminalbeamte und ihre Kollegen aus dem Ausland haben einer Drogenbande das Handwerk gelegt, die mit Kokain und Heroin handelte. Der Zugriff auf die Bande erfolgte in Tschechien, der Schweiz und Polen, insgesamt wurden zehn Leute verhaftet. Nach Angaben der Ermittler wurden die Drogen nach Tschechien gebracht, damit sie hier gestreckt und dann in noch größeren Mengen in Europa verkauft werden. Bei der Festnahme der Bandenmitglieder wurden in den drei Ländern zudem 4,5 Kilogramm Heroin, 9 Kilogramm Verdünnungsstoff und 300 Gramm Kokain sichergestellt, informierte der Chef der tschechischen Antidrogen-Zentrale, Jakub Frydrych am Freitag. Den festgenommenen Personen drohen jetzt Haftstrafen von 10 bis 18 Jahren. Zwei von ihnen könnten jedoch auch mit zwei Jahren Gefängnis davonkommen.

Gericht: Tschechien hat eine Million Kronen Schmerzensgeld zu zahlen

Die Tschechische Republik muss der Mutter eines Vietnamesen ein Schmerzensgeld in Höhe von einer Million Kronen (ca. 39.000 Euro) für den Tod ihres Sohnes zahlen. Das hat das Stadtgericht in Brno / Brünn am Freitag entschieden. Der Sohn der Vietnamesin war im Januar 2009 an den Folgen eines brutalen Polizeieinsatzes in Brünn verstorben. Unlängst hatte das Brünner Gericht in einem anderen Fall ähnlich entschieden: Für den Tod eines Vietnamesen musste der tschechische Staat 1,5 Millionen Kronen (ca. 58.000 Euro) an den hinterbliebenen Sohn des Opfers zahlen.

Aus Afghanistan zurückgekehrte Militärausbilder in Prag ausgezeichnet

Aus den Händen von Verteidigungsminister Vlastimil Picek und Generalstabschef Petr Pavel haben tschechische und slowakische Soldaten am Freitag die Auszeichnungen für ihren Afghanistan-Einsatz erhalten. Im vergangenen halben Jahr haben sie in Afghanistan heimische Polizisten und Militärpiloten ausgebildet. Ihr Einsatz endete Anfang April.

Es sei nicht immer einfach gewesen, den Militärauftrag in dem asiatischen Land umzusetzen. Einige Afghanen hätten nicht allzu viel Begeisterung bei der Ausbildung an den Tag gelegt, man habe deshalb mit viel Gefühl und Weitblick handeln müssen, berichtete der Kommandeur der Einheit, Michal Wojnar. Der Einsatz der tschechischen Militäreinheit, der auch zwei Slowaken angehörten, war der letzte in dieser Größenordnung in Afghanistan. Auch das tschechische Wiederaufbauteam für die dortige Provinz Lógar hat nach fünf Jahren seine Zelte abgebrochen. Nach Afghanistan werden ab sofort nur noch Militärausbilder in kleineren Gruppen entsandt. Wie Verteidigungsminister Picek am Freitag ausführte, hat Tschechien den Afghanen überdies 12 Hubschrauber überlassen.

Arbeitskraft in Tschechien deutlich billiger als im EU-Durchschnitt

Die Kosten für die Beschäftigung von Arbeitnehmern sind in Tschechien ebenso wie in anderen postkommunistischen Staaten Europas bedeutend niedriger als der EU-Durchschnitt. Das geht aus einer Studie des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) hervor. Die so genannten Einheitskosten pro Arbeitsstunde betrugen demzufolge in Tschechien im Schnitt 10,6 Euro. An der Spitze der Auswertung steht Schweden mit 39 Euro pro Arbeitsstunde, es folgen Dänemark mit 38,1 Euro und Belgien mit 37,2 Euro. Am anderen Ende der Skala befinden sich Bulgarien mit 3,7 Euro und Rumänien mit 4,4 Euro Einheitskosten pro Arbeitsstunde. Deutschland bewegt sich mit 30,4 Euro im oberen Mittelfeld.

Siemens verlegt Teil seiner Maschinenbau-Produktion nach Mähren

Die Maschinenbau-Gruppe des deutschen Siemens-Konzerns verlegt einen Teil ihrer Produktion von Deutschland ins mährische Mohelnice bei Šumperk / Mährisch Schönberg. In dieser von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Region entstehen dadurch 200 Arbeitsplätze, informierte der Server ihned.cz am Freitag. Nach Aussage von Firmensprecher Pavel Kaidl sei jedoch noch nicht gewiss, wann der Umzug erfolgen werde. In Tschechien beschäftigt der Siemens-Konzern bereits rund 10.500 Arbeitnehmer.

Theresienstadt meldet 230.000 Besucher für das Jahr 2012

Die Mahn- und Gedenkstätte Theresienstadt hat die Besucherzahlen für das Jahr 2012 bekannt gegeben. Demnach haben etwa 230.000 Menschen das ehemalige Konzentrationslager im vergangenen Jahr besucht. Drei Viertel der Besucher kamen aus dem Ausland.

Die Gemeinde Theresienstadt arbeitet seit längerer Zeit daran, Touristen nicht nur wegen der tragischen Ereignisse in den 1940er Jahren anzulocken, sondern auch mit der Geschichte der historischen Festung. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und nach Maria Theresia benannt.

Österreichische Bergrettung hilft tschechischen Wanderern in den Alpen

Die österreichische Bergrettung musste am Donnerstagabend fünf tschechischen Wanderern zu Hilfe kommen, die sich nach Sonnenuntergang auf dem Weg zu ihrer Berghütte verlaufen hatten. Die zwei Frauen und drei Männer aus Prag waren am Donnerstag zu einem Ausflug in das Dachsteingebirge aufgebrochen. Im weichen Tiefschnee verloren sie aber die Orientierung und blieben nach Sonnenuntergang in einer Höhe von etwa 2000 Metern stecken. Die Bergretter stießen auf Skiern zu den Verirrten und brachten sie anschließend auf Schneemobilen zurück zu ihren Fahrzeugen auf einem Parkplatz am Fuß der Berge. Verletzt wurde niemand.

Eishockey: Tschechisches Nationalteam trifft zweimal auf Deutschland

Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft tritt am Freitag und am Samstag zu zwei Testspielen gegen Deutschland an. Bei den Begegnungen wird der ursprünglich nominierte Verteidiger Vladimír Roth fehlen, er hat sich kurz vor der Abreise verletzt. Nationaltrainer Alois Hadamczik hat momentan 28 Spieler im Kader: zwei Torhüter, zehn Verteidiger und 16 Stürmer. Das erste Testspiel findet in Regensburg statt, das zweite am Samstag in Selb.

Das Wetter am Samstag: heiter bis bewölkt, etwas Regen, bis 16 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, örtlich Regen, vor allem in den Bergen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 12 und 16 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte 6 Grad Celsius.