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Václav Klaus scheidet aus dem Amt des tschechischen Staatspräsidenten

Václav Klaus scheidet am Donnerstag nach zehn Jahren aus dem Amt des tschechischen Staatspräsidenten. Am Abend wird er ein letztes Mal offiziell bei einer Fernsehansprache zu den Bürgern seines Landes sprechen. In einem weiteren Interview für das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen äußerte er sich am Mittwochabend unter anderem zu der Hochverratsklage linksgerichteter Senatoren gegen ihn. Dies sei ein politischer Kampf gegen seine Person, sagte Klaus. Er könnte sich deswegen gezwungen sehen, weiter Politik zu machen, so der scheidende Staatspräsident.

Bürgerinitiativen haben für den Donnerstag mehrere Happenings angekündigt, um das Ende von Klaus´ Amtszeit zu feiern. Unter anderem werden auf dem Hradschiner Platz Kugelschreiber niedergelegt - in Anspielung auf Klaus´ Besuch in Chile im Jahr 2011, als der tschechische Präsident bei einer Pressekonferenz unauffällig einen Kugelschreiber in seinem Sakko verschwinden ließ.

Klaus und Zeman legen Blumen am Grab Masaryks in Lány nieder

Der scheidende Staatspräsident Václav Klaus hat gemeinsam mit seinem Nachfolger im Präsidentenamt, Miloš Zeman, am Donnerstag in Lány bei Prag das Andenken von Tomáš Garrigue Masaryk geehrt. Am Grab des ersten tschechoslowakischen Staatspräsidenten legten beide Politiker zum 163. Geburtstags Masaryks in Begleitung ihrer Frauen Blumen nieder. Schloss Lány ist der traditionelle Sommersitz der Staatspräsidenten, auf dem nach dem Gedenken ein festliches Essen stattfand.

Vereidigung von Staatspräsident Zeman auf Großbildleinwand

Die Vereidigung des neuen tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman wird auf dem Prager Hradschin am Freitag live auf einer Großbildleinwand übertragen. Die Übertragung sei eine von elf Neuerungen bei der Inauguration des Staatsoberhauptes, gab eine Sprecherin von Zeman am Mittwoch bekannt. Der erste direkt gewählte tschechische Präsident legt am Freitag auf der Prager Burg seinen Amtseid traditionell vor der Versammlung beider Parlamentskammern ab. Die Zeremonie beginnt am Vormittag um 10 Uhr.

Visegrad-Länder wollen gemeinsame Kampftruppe aufstellen

Bis 2016 soll eine gemeinsame Kampftruppe der mitteleuropäischen Staaten Polen, Ungarn, Tschechien und Slowakei aufgestellt werden. Das vereinbarten die Verteidigungsminister der Visegrad-Gruppe am Mittwoch in Warschau. Die Truppe solle bis zu 3000 Soldaten umfassen, erläuterte der stellvertretende tschechische Verteidigungsminister Vlastimil Picek. Tschechien könnte 800 Soldaten stellen, Polen 1300 bis 1600, die Slowakei 400 und Ungarn 350. Laut dem tschechischen Premier Petr Nečas sind in der militärischen Zusammenarbeit alle Staaten an Haushalts-Vorgaben gebunden. Das erfordere mehr internationale Zusammenarbeit und eine stärkere Arbeitsteilung bei der Bewältigung der Aufgaben, so Nečas.

Erstmals nahmen auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande an dem Treffen teil. Die europäische Sicherheit solle gemeinsam in Angriff genommen werden, sagte die Bundeskanzlerin. Gegenseitige Unterstützung sei sowohl bei der Teilung von Kapazitäten möglich als auch bei Aufgaben außerhalb Europas. Bei dem Visegrad-Treffen ging es außerdem um wirtschaftliche Zusammenarbeit und die finanzielle Konsolidierung der europäischen Staaten.

Hackerangriff auf Webseiten tschechischer Mobilfunkanbieter

Computer-Hacker haben die Webseiten großer tschechischer Mobilfunkanbieter lahmgelegt. Es handelt sich um den dritten Hackerangriff seit Anfang der Woche, zuvor waren Nachrichtenserver und die wichtigsten Banken- und Börsen-Webseiten betroffen gewesen. Seit Donnerstagmorgen sind die Internetauftritte von T-Mobile und O2 gar nicht oder nur schwer zugänglich. Die Seiten von Vodafone funktionierten jedoch bisher problemlos. Laut Experten handelt es sich bei den Hackerangriffen der vergangenen Tage um die geplante Überlastungen der Server durch künstlich erhöhte Zugriffe.

Sparkasse hält Sozialkartenprojekt für gescheitert

Das Projekt einer allgemeinen Sozialkarte (sKarta) in Tschechien könnte endgültig scheitern. Am Mittwoch verkündete die tschechische Sparkasse (Česká spořitelna), dass sie wegen der geplanten Änderungen durch das Ministerium für Arbeit und Soziales das Projekt nicht mehr für sinnvoll halte. Das Ministerium möchte, dass den Nutzern der Bezahlfunktion der Karten freigestellt bleibt, ob sie auch ein Konto bei der Sparkasse führen. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass das Ministerium einseitig vom Vertrag zurücktrete, heißt es in einer Presseerklärung der Sparkasse. Das Arbeits- und Sozialministerium möchte jedoch weiter mit dem Kreditinstitut verhandeln, wie eine Sprecherin sagte.

Das Ministerium und die Sparkasse hatten im vergangenen Jahr einen gemeinsamen Vertrag über die Einführung einer verbindlichen Karte für die Empfänger von Sozialleistungen des Staates geschlossen. Die Karte sollte eine Bezahlfunktion erhalten. Der Vertrag war indes am Regierungskabinett vorbei beschlossen worden. Nach scharfer Kritik unter anderem des Ombudsmanns und des Amtes für Datenschutz entschied Premier Petr Nečas im Dezember, dass die Bezahlfunktion der Karten nur noch freiwillig sein solle. Nun hat das Ministerium auch die Führung eines Sparkassen-Kontos für Sozialbezüge freigestellt.

Inspektion untersucht Umstände der Explosion in Frenštát

Die tschechische Generalinspektion der Sicherheitskräfte (GIBS) untersucht die Umstände der Tragödie von Frenštát pod Radhoštěm / Frankstadt. Sie befasst sich mit Streitigkeiten und Konflikten, die sich in der Vergangenheit zwischen den Bewohnern des Hauses abspielten. Der Inspektion geht es darum, zu wissen, ob die Polizei in der Vergangenheit keine Fehler beging sowie ob es möglich war, die Explosion des Hauses, bei der sechs Menschen ums Leben kamen, zu verhindern. Dies teilte die Sprecherin der Inspektion, Radka Sandorová, am Donnerstag mit.

Der Plattenbau im mährischen Frenštát explodierte in der Nacht auf 17. Februar. Sechs Menschen starben, elf weitere wurden verletzt. Die Explosion hatte höchstwahrscheinlich einer der Bewohner vorsätzlich verursacht. Der 57-Jährige stritt mit den Nachbarn und kam wegen Schulden um die Wohnung. Er starb selbst bei der Explosion.

Westböhmen: Drogenfahnder nehmen Händler von Crystal fest

Tschechische Drogenfahnder haben im Februar im nordwestböhmischen Sokolov / Falkenau eine Gruppe festgenommen, die mit Crystal (Pervitin) gehandelt hat. Möglich sei, dass ein großer Teil des Crystals an Nutzer in Deutschland verkauft wurde, gab die tschechische Polizei am Donnerstag bekannt. Bei der Razzia wurden drei Vietnamesen und ein Tscheche festgenommen. Das Crystal sollen sie in Originalpackungen für Babynahrung versteckt haben. Insgesamt wurden bei anschließenden Haussuchungen laut den Angaben der Polizei 6,2 Kilogramm des Metamphetamins sowie knapp ein Kilogramm Marihuana sichergestellt. Des Weiteren fanden die Polizisten mehr als 1000 Stück Munition für Schusswaffen unterschiedlichen Typs.

Bereits 80 Prozent des Festivals Smetanas Litomyšl verkauft

Das Interesse für das diesjährige internationale Opernfestival Smetanas Litomyšl ist enorm. Bereits nach dem ersten Verkaufstag waren mehr als 80 Prozent der Karten vergriffen. Schon sieben Vorstellungen seien komplett ausverkauft, teilte der Festivaldirektor Jan Pikna mit. Er erinnerte daran, dass Reservierungen nur fünf Tage gültig sind, danach gehen die Karten zurück in den Vorverkauf. Jede Festivalkarte gilt in diesem Jahr auch als Eintrittskarte in das Schloss der Stadt. Das Festival Smetanas Litomyšl findet vom 13. bis zum 30. Juni statt.

Snowboard-Junioren-WM: Ester Ledecká holt zweites Gold

Die tschechische Snowboard-Fahrerin Ester Ledecká hat bei der Junioren-WM in Erzurum die zweite Goldmedaille gewonnen. Nach dem WM-Titel im Parallel-Riesenslalom am Mittwoch siegte Ledecká am Donnerstag auch im Parallel-Slalom. Im Finale besiegte die Tschechin Cheyenne Loch aus Deutschland. Bronze ging an die Russin Natalia Sobolewa.

Das Wetter am Freitag, 8. März: Wolken, Regen, bis 11 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, örtlich mit Regen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 7 bis 11 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 7 Grad Celsius erreicht.