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Präsident Klaus verärgert über unbesetzten Posten des Verteidigungsministers

Der tschechische Präsident Václav Klaus ist ungehalten darüber, dass die Landesregierung weiterhin keinen Verteidigungsminister hat. Nach dem Rücktritt von Ex-Militärchef Alexander Vondra Anfang Dezember hatte das Ressort mit Karolína Peake zwar schon eine Nachfolgerin, die aber von Premier Petr Nečas nach nur acht Tagen wieder abberufen wurde. Jetzt verwies Klaus erneut darauf, dass er Nečas bereits vordem von einer der Besetzung des Postens mit Peake abgeraten hätte. Er sei aber sehr unzufrieden, dass der Stuhl des Verteidigungschefs nun schon anderthalb Monate leer steht. Er habe fest mit einem neuen Ressortchef im Januar gerechnet, so Klaus.

Tschechien und Deutschland intensivieren gemeinsame Bekämpfung der Drogenkriminalität

Tschechien und Deutschland wollen ihre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität intensivieren. Zu den verschärften Maßnahmen auf diesem Gebiet gehöre zum Beispiel die Verpflichtung Tschechiens, die Verfahren zur Ausweisung von Ausländern, die mit Drogen handeln, zu beschleunigen. Außerdem soll neben der Kooperation von Polizei und Zoll beider Länder nun auch die Zusammenarbeit im Bereich der Justiz forciert werden. Das erklärten der tschechische Innenminister Jan Kubice und sein deutscher Amtskollege Hans-Peter Friedrich (CSU) am Donnerstag nach ihrem Treffen in Prag vor Journalisten.

Bundesinnenminister Friedrich hat Tschechien zu weiteren Anstrengungen im Kampf gegen die Droge Crystal Meth aufgerufen. Das sei eine Gefahr für unsere jungen Leute, sagte Friedrich in Prag der Nachrichtenagentur dpa. Die Drogenkriminalität im Grenzgebiet habe „fast epidemische Ausmaße angenommen“, bestätigte Innenminister Kubice. Er kündigte eine Verschärfung der tschechischen Drogengesetze an. Das Aufputschmittel Crystal breitet sich in den neuen Bundesländern und in Bayern immer weiter aus. Crystal führt zu körperlichem Verfall und Psychosen bis hin zum Tod nach längerem Gebrauch.

Im Zusammenhang mit Crystal Meth wurden im vorigen Jahr in beiden Ländern mehr als 1000 Menschen festgenommen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Die im Grenzgebiet sichergestellte Menge Methamphetamin nehme von Jahr zu Jahr zu, bestätigte Petr Kočí von der Antidrogen-Zentrale der tschechischen Polizei am Mittwoch. In Sachsen und Bayern gebe es eine Nachfrage für das Aufputschmittel sowie die entsprechende Kaufkraft, auf tschechischer Seite wachse das Angebot. Es sei ein Problem, das beide Seiten teilten, sagte Kočí der Presseagentur dpa. Der Besitz von Drogen sei in Tschechien keineswegs legal, betonte der Polizist.

Bei Kontrollen in Tschechien kein Pferdefleisch in Rindergerichten festgestellt

Die Tschechische Republik ist vom europäischen Pferdefleisch-Skandal derzeit nicht betroffen. Hierzulande habe man keine Informationen darüber, dass Fleisch von mit dem Medikament Phenylbutazon gespritzten Pferden auf dem hiesigen Markt sei. In den zurückliegenden Tagen haben einige Supermarktketten in Deutschland und Großbritannien entdeckt, das Pferdefleisch in Fertiggerichten war, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. Die daraufhin auf dem tschechischen Markt verstärkt durchgeführten Kontrollen hätten solche Auffälligkeiten jedoch nicht zu Tage gefördert, versicherte Landwirtschaftsminister Petr Bendl am Donnerstag.

Das in der Tiermedizin zu therapeutischen Zwecken verwendete Phenylbutazon weise für Menschen nur ein geringes gesundheitliches Risiko auf, hieß es am Donnerstag in London.

Afghanen in Diensten der tschechischen Armee wünschen Asyl in Tschechien

Die afghanischen Übersetzer, die im Rahmen der ISAF-Mission mit den tschechischen Soldaten zusammenarbeiten, haben ihr Interesse an Asyl in Tschechien bekundet. Der Grund seien ihre Ängste vor einem Rachefeldzug der Oppositionskräfte in der Zeit nach dem Abzug der internationalen Streitkräfte aus Afghanistan. Das gab die Sprecherin des Generalstabs der tschechischen Armee am Donnerstag in Prag bekannt.

Statistikamt: Tschechische Wirtschaft 2012 um 1,1 Prozent geschrumpft

Die tschechische Wirtschaft ist vergangenes Jahr um 1,1 Prozent geschrumpft. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen des Tschechischen Statistikamtes hervor. Auch im vierten Quartal ging der Rückgang weiter, Tschechien befindet sich damit seit anderthalb Jahren in der Rezession. Vor allem die Bereiche Bauwesen und Landwirtschaft, aber auch die Versicherungen und Kreditinstitute verzeichneten Einbrüche. Auf der Ausgabenseite trugen vor allem die Haushalte zur Verschlechterung der Situation bei. Ihre Ausgaben gingen um mehr als drei Prozent zurück.

Präsident Klaus ist gegen die Privatisierung der Budweiser Brauerei

Präsident Václav Klaus äußerte sich zufrieden, dass die südböhmische Brauerei Budějovický Budvar nicht privatisiert wurde. Er sei im Grunde genommen stets für eine Privatisierung, doch in erster Linie meine er damit die Abkehr des Landes von der zentralen Planwirtschaft und vom staatlichen Eigentum. Im Falle der Budweiser Brauerei aber sei es sehr gescheit gewesen, diesen Staatsbetrieb zu schützen, sagte Klaus am Donnerstag bei der feierlichen Einweihung einer neuen Abfüllanlage in der Brauerei.

Er selbst, so Klaus, habe Anfang der 1990er Jahre viel dazu beigetragen, dass die Budweiser Brauerei nicht vom US-Konzern Anheuser-Busch geschluckt wurde. Sein Einschreiten als damaliger föderaler Finanzminister sei sogar zwingend notwendig gewesen, beteuerte Klaus. Demgegenüber versucht das Landwirtschaftsministerium schon einige Jahre, den Bierproduzenten in eine Aktiengesellschaft zu verwandeln. Unter anderem deshalb, damit der Staat aus der Dividende kassieren kann. Mögliche Pläne zur Privatisierung der Brauerei aber hat Landwirtschaftsminister Petr Bendl noch stets bestritten.

Bankhaus ČSOB verzeichnet 2012 Gewinnzuwachs von 37 Prozent

Die Tschechoslowakische Handelsbank (ČSOB), die zu den größten Bankgruppen des Landes gehört, hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von umgerechnet rund 600 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Zuwachs von 37 Prozent gegenüber dem Jahr 2011, gab das Bankhaus am Donnerstag bekannt. Zur Gewinnsteigerung habe unter anderem der Verkauf von Anteilen der Versicherung ČSOB Pojišťovna beigetragen, hieß es.

Logistikfirmeneigner Piškanin ist tschechischer Unternehmer des Jahres

Der Eigner der Logistikfirma Hopi, František Piškanin, ist tschechischer Unternehmer des Jahres. Am Mittwoch erhielt der 65-Jährige im Prager Palais Žofín die Auszeichnung. Der Wettbewerb um den besten tschechischen Unternehmer wird seit dem Jahr 2000 von der Consulting-Firma Ernst&Young ausgeschrieben.

Piškanins Logistikfirma arbeitet für die größten Unternehmen auf dem tschechischen Lebensmittelmarkt und ist die Nummer eins in diesem Bereich in den vier Visegrad-Staaten Tschechien, Slowakei, Ungarn und Polen. Der Umsatz von Hopi lag im vergangenen Jahr bei 10,5 Milliarden Kronen (420 Millionen Euro). Der Reingewinn betrug rund 200 Millionen Kronen (ca. 8 Millionen Euro).

Letzte Weinernte in Tschechien um ein Drittel niedriger als 2011

Tschechiens Weinbauern haben im vergangenen Jahr knapp 60.000 Tonnen Wein geerntet. Das ist um ein Drittel weniger als im Jahr 2011. Das geht aus einer Vielzahl von Daten hervor, die das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Donnerstag veröffentlicht hat. Ein wesentlicher Grund für den starken Ernterückgang seien die Fröste gewesen, die einen Teil der Rebstöcke vernichtet hätten. Ein weiterer Grund sei die seit Herbst 2011 anhaltende Dürre, hieß es. Im Vergleich zu anderen Jahrgängen ist die vorjährige Ernte unterdurchschnittlich gewesen, sagen die Statistiker. Die Qualität des letzten Jahrgangs aber sei gut, war zu hören.

Biathlon-WM: Moravec verpasst WM-Titel wegen zweier Fehlschüsse

Bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im mährischen Nové Město na Moravě hat der Tscheche Ondřej Moravec den WM-Titel im Einzelwettbewerb der Männer am Donnerstag knapp verpasst. Vor dem vierten Schießen, dem zweiten im Stehend-Anschlag, hatte Moravec noch die Riesenchance auf die Goldmedaille. Ein Fehler beim zweiten Schuss ließ ihn jedoch noch auf den vierten Platz zurückfallen. Den Titel holte sich der Franzose Martin Fourcade, der wie die beiden anderen Medaillengewinner, Tim Burke (USA) und Fredrik Lindström (Schweden), nur einen Fehlschuss hatte. Moravec hatte die beste Laufzeit aller Teilnehmer, traf insgesamt jedoch zweimal daneben.

Am Freitag hält die WM mit dem Wettbewerb der Frauenstaffel ein weiteres Highlight parat. Es wird ein packendes Rennen erwartet, bei dem auch die tschechischen Frauen im Medaillenkampf ein Wörtchen mitsprechen wollen. Die 17.000 Zuschauer fassende Vysočina-Arena ist ausverkauft, man kann nur noch Restkarten für einen Zuschauerplatz an der Strecke erhalten. Als Titelverteidiger geht die deutsche Staffel ins Rennen.

Ski alpin: Französin holt WM-Titel im Riesenslalom – Tschechiens Damen abgeschlagen

Bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Schladming haben die tschechischen Hoffnungen noch nicht gestochen. Bei der Entscheidung im Riesenslalom der Damen haben die tschechischen Starterinnen Šárka Záhrobská und Martina Dubovská am Donnerstag zwar die Qualifikation für den Finallauf geschafft, in der Endabrechnung aber nur die Plätze 37 und 39 belegt. Hinter der neuen Weltmeisterin Tessa Worley aus Frankreich blieben die beiden Tschechinnen fast zehn Sekunden zurück. Größere Chancen auf eine vordere Platzierung rechnet sich Záhrobská allerdings in ihrer Schokoladendisziplin, dem Spezialslalom aus. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme im vergangenen Jahr, die ihr keine systematische Saisonvorbereitung ermöglicht haben, gehört die Weltmeisterin von 2007 jedoch diesmal nicht zum Favoritenkreis.

Das Wetter am Freitag: bedeckt, Schnee oder Glatteis, um null Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt, tagsüber leichter Schneefall oder gefrierender Sprühregen. Die Meteorologen warnen daher vor Glatteisgefahr. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -1 bis 3 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal -2 Grad Celsius erreicht.