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Zweite Runde der tschechischen Präsidentenwahl beginnt in Amerika schon am Donnerstag

Am Freitagnachmittag und Samstagvormittag wählen die tschechischen Bürger einen neuen Staatspräsidenten. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl treten nur noch der Ex-Premier Miloš Zeman und der konservative Außenminister Karel Schwarzenberg gegeneinander an. Sie hatten von den neun Kandidaten der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten. Wahlberechtigt sind über 8,4 Millionen tschechische Bürger. Amtsinhaber Václav Klaus steht am Ende seiner zweiten Amtszeit und kann sich der Verfassung nach nicht mehr zur Wahl stellen.

Noch vor der Öffnung der Wahlbüros in Tschechien gehen die Wähler in den tschechischen diplomatischen Vertretungen in Nord-, Mittel- und Südamerika an die Urnen. In Brasilien konnten die Tschechen bereits ab Donnerstag 17 Uhr MEZ wählen. An der Ostküste der USA beginnen die Wahlen drei Stunden später.

Drittes Fernsehduell der Präsidentschaftskandidaten mit Rekord-Quote

Das Rededuell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten am Mittwochabend im privaten TV-Sender Nova war bisher die Fernsehdebatte mit den meisten Zuschauern. 1,5 Millionen Menschen über 15 Jahre folgten dem Streitgespräch zwischen Ex-Premier Miloš Zeman und Außenminister Karel Schwarzenberg. Zwei Fernsehduelle hatte es zuvor gegeben: am Donnerstag vergangener Woche im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen mit 1,3 Millionen Zuschauern und am Freitag vergangener Woche beim Privatsender FTV Prima mit einer Einschaltquote von rund 900.000.

Beide Kandidaten bestreiten am Donnerstagabend im Tschechischen Fernsehen das letzte große Fernsehduell vor dem Urnengang. Laut einigen Politologen könnte dieses Duell noch für die Entscheidung einiger unentschlossener Wähler von Bedeutung sein.

Neuer Staatspräsident wird Amtseid am 8. März ablegen

Der neue tschechische Staatspräsident wird sein Amtseid auf einer gemeinsamen Sitzung der beiden Parlamentskammern am 8. März im Vladislav-Saal auf der Prager Burg ablegen. Dies teilte die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Miroslava Němcová, die laut Gesetz diese Sitzung einberufen wird, am Donnerstag mit. Die Amtszeit des jetzigen Präsidenten Václav Klaus endet am 7. März.

Deutsche und tschechische Polizisten sagen Drogenschmuggel den Kampf an

Deutsche und tschechische Zöllner und Polizisten haben dem zunehmenden Schmuggel der Droge Crystal (Pervitin) den Kampf angesagt. Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Hartmut Koschyk kündigte am Donnerstag auf einer internationalen Pressekonferenz in Nürnberg an, eine verstärkte Zusammenarbeit solle künftig noch wirksamer Schmugglern das Handwerk legen. Vertreter der tschechischen Polizei erklärten, die Bekämpfung der Drogenkriminalität habe für sie in diesem Jahr oberste Priorität. Alle Polizeieinheiten seien angewiesen worden, sich am Kampf gegen Drogenbanden zu beteiligen. Das tschechische Innenministerium hat vor, die tolerierte Menge der Droge zu reduzieren, die der Mensch bei sich haben darf, ohne damit eine Straftat zu begehen.

Smog in großen Teilen Tschechiens

In großen Teilen Tschechiens herrscht Smog. Gegenüber den vorangegangenen Tagen hat sich die Luftqualität bis Donnerstagmorgen vielerorts verschlechtert. Neu wurde eine Smogwarnung auch für den Kreis Mittelböhmen herausgegeben. Seit Mittwoch galt sie bereits im Kreis Ústí nad Labem / Aussig und seit Montag im Mährisch-Schlesischen Kreis. An einigen Messstellen in den drei Kreisen erreichte die Feinstaubkonzentration am Donnerstagmorgen mehr als das Dreifache des Grenzwerts. Im nordböhmischen Tušimice wurden zum Beispiel 171 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft gemessen und im mittelböhmischen Příbram 163 Mikrogramm.

Bei Smogwarnung wird Kindern sowie kranken und alten Menschen empfohlen, möglichst wenig auf die Straße zu gehen. Autofahrer sind aufgerufen, ihren Wagen stehen zu lassen. Der Grenzwert für Feinstaub beträgt 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im 24-Stunden-Wert.

Temelín-Erweiterung: weiterer Einspruch des Anbieters Areva abgelehnt

In der öffentlichen Ausschreibung zum Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín ist der bereits aussortierte französische Anbieter Areva mit einem weiteren Einspruch gescheitert. Areva hatte sich zum zweiten Mal an das tschechische Kartellamt gewandt, das Amt hat den neuen Einspruch jedoch abgelehnt, wie sein Vorsitzender Petr Rafaj am Donnerstag mitteilte. Weiter Gültigkeit hat jedoch eine Anordnung des Kartellamtes vom November vergangenen Jahres. Demnach darf der Energiekonzern ČEZ als Temelín-Betreiber vorerst keinen Vertrag mit dem Sieger des Ausschreibungsverfahrens schließen. In Temelín sollen zwei weitere Reaktorblöcke gebaut werden, die Kosten werden auf umgerechnet 12 Milliarden Euro geschätzt.

Im Rennen sind noch die Angebote der japanisch-amerikanischen Firma Westinghouse und des tschechisch-russischen Konsortiums Mir 1200. Areva war Anfang Oktober vergangenen Jahres von ČEZ aus dem Verfahren ausgeschlossen worden, weil das Angebot der Franzosen nicht den Bedingungen für die Ausschreibung entsprochen hatte. Eine endgültige Entscheidung über die Angebote plant ČEZ im September dieses Jahres.

Kommunistische Kreisrätin in Budweis denkt an Rücktritt

Die kommunistische Kreisrätin Vítězslava Baborová, die in der Leitung des Kreises Südböhmen das Bereich Schulwesen übernahm, wird möglicherweise zurücktreten. Dies teilte der Chef der südböhmischen Kommunisten, Petr Braný, am Donnerstag mit. Wenn Baborová zurücktreten wird, wird sie jedoch durch einen anderen Kommunisten ersetzt. Tausende von Menschen protestieren seit dem November 2012 dagegen, dass ein Kommunist den Bereich Bildungswesen in der Leitung des Kreises übernommen hat. In České Budějovice / Budweis fanden inzwischen drei Protestdemonstrationen gegen die Kreisregierung der Sozialdemokraten und der Kommunisten statt. Zurzeit protestieren einige Freiwillige mit einem Hungerstreik gegen die Kreisregierung.

Filmserie über Jan Palach hat Premiere in Prag

In Prag fand am Mittwoch die Premiere der dreiteiligen Filmserie „Der brennende Dornbusch“ statt, die Serie beschäftigt sich mit Jan Palach und dem Andenken an seine Selbstverbrennung. Das Auslandsdebüt des Films der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland findet am 30. Januar beim internationalen Filmfestival in Rotterdam statt.

Der Philosophiestudent Jan Palach hatte sich am 16. Januar 1969 aus Protest gegen die sowjetische Besatzung auf dem Prager Wenzelsplatz angezündet. Drei Tage später erlag er seinen schweren Verbrennungen. Palach wollte mit seiner Tat die Gesellschaft aus der Lethargie reißen. Die Filmserie von Agnieszka Holland zeigt den Wandel der Gesellschaft vom stillen Widerstand gegen die Okkupanten zur Resignation. Sie beschreibt die Geschichte der Anwältin Dagmar Burešová. Die Juristin prozessierte in den 1970er Jahren im Namen von Palachs Mutter gegen einen kommunistischen Abgeordneten, der die Tat des Studenten anzweifelte. Burešová wurde nach der Wende erste demokratische tschechische Justizministerin.

Filla-Gemälde erzielt Rekordpreis bei Auktion in Prag

Bei einer Auktion in Prag wurde ein neuer Rekordpreis für ein Werk des tschechischen Malers Emil Filla erzielt. Für 17,5 Millionen Kronen (700.000 Euro) wurde das kubistische Bild „Maler“ aus dem Jahr 1921 versteigert. Der neue Besitzer blieb anonym. Die Auktion wurde am Mittwoch von der Firma Adolf Loos Apartment and Gallery veranstaltet.

Das Bild von Filla ist das siebtteuerste Gemälde, das bei einer Auktion in Tschechien seit 1990 seinen Besitzer wechselte. Das bisher teuerste war im vergangenen Jahr das Werk „Form in Blau“ von František Kupka, es kostete 55,7 Millionen Kronen (2,2 Millionen Euro). Teuerstes Filla-Gemälde war 2010 das „Stillleben mit Cherry-Flasche“ für 16,25 Millionen Kronen (650.000 Euro).

Eishockey: Hlaváč wechselt zu Växjö Lakers HC

Der tschechische Eishockeyspieler Jan Hlaváč wird nicht mehr für den Extraligaklub Rytíří Kladno spielen. Der 36-jährige zweifache Weltmeister wechselt zum schwedischen Verein Växjö Lakers HC. Der Stürmer spielte in Schweden schon zuvor. Seit 2008 war er bei Linköpings HC unter Vertrag. Früher spielte Hlaváč auch in der NHL – unter anderem für die New York Rangers oder Philadelphia Flyers.

Das Wetter am Freitag, 25.1.: bedeckt mit Schneefall, bis -4 Grad

Am Freitag überwiegt in Tschechien starke Bewölkung. Im Nordosten kommt es zu leichtem Schneefall. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -8 bis -4 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal -9 Grad Celsius erreicht.