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Heiße Phase der tschechischen Präsidentschaftswahl 2013 hat begonnen

Am zweiten Weihnachtstag beginnt in Tschechien offiziell die heiße Phase des Wahlkampfs zur Präsidentschaftswahl im Januar 2013. Ab dem Stephantag haben die neun Kandidaten die Möglichkeit, die öffentlich-rechtlichen Medien für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Aufgrund des Weihnachtsfestes aber hat man sich auf einen etwas späteren Beginn geeinigt: Ab dem 29. Dezember strahlt das Tschechische Fernsehen (ČT) die Wahlspots der Kandidaten aus, der Tschechische Rundfunk beginnt damit am 2. Januar.

Die Wahlspots der Kandidaten dürfen eine halbe bis eine ganze Minute lang sein, insgesamt stehen den Bewerbern auf das Präsidentenamt fünf Stunden Eigenwerbung in TV und Radio zu. Außerdem strahlen beide Medien mehrere thematische Debatten mit den Kandidaten aus. Die neun Bewerber auf das Präsidentenamt – drei Frauen und sechs Männer – werden auch von Radio Prag in einer Serie vorgestellt. In der deutschsprachigen Version von Radio Prag finden Sie die Kandidaten-Porträts ab dem 17. Dezember an jedem Arbeitstag täglich in der Reihenfolge ihrer Wahlnummerierung.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl findet am 11. und 12. Januar 2013 statt. Die eventuell zweite Runde – eine Stichwahl unter den beiden Top-Kandidaten der ersten Runde – folgt 14 Tage später. Die Amtszeit von Präsident Václav Klaus endet am 7. März 2013.

Senator Okamura reicht Verfassungsbeschwerde zur Präsidentschaftswahl ein

Senator Tomio Okamura wird am Donnerstag eine Beschwerde beim Verfassungsgericht in Brno / Brünn einreichen und dabei das Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts über seinen Ausschluss als Präsidentschaftskandidat anfechten. Okamura will die Beschwerdeschrift gleich um 9 Uhr bei der Annahmestelle des Gerichts hinterlegen.

Okamura war als einer von den Bewerbern, die für ihre Kandidatur die geforderte Unterstützerliste mit über 50.000 Unterschriften eingereicht hatten, vom Innenministerium aber abgelehnt wurden mit der Begründung, dass zu viele Daten in der Liste fehlerhaft seien. Die daraufhin von Okamura beim Obersten Verwaltungsgericht gemachte Beschwerde wurde zurückgewiesen. Nun aber wehrt sich Okamura gegen die Urteilsbegründung. In dieser Begründung werfe ihm das Verwaltungsgericht indirekt vor, Unterschriften in seiner Unterstützerliste gefälscht zu haben. Das aber lasse er nicht so stehen, begründete er seinen Schritt vor das Verfassungsgericht.

Im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl ist beim Verfassungsgericht bereits eine Beschwerde von Jiří Kesner aus dem mittelböhmischen Kolín eingegangen. Das Innenministerium hatte Kesners Bewerbung auf das Präsidentenamt abgewiesen, da er lediglich 54 Unterschriften zur Unterstützung der Kandidatur beigefügt hatte. Dennoch ist Kesner der Meinung, ein Anrecht auf die Kandidatur zu haben.

Tschechien erfüllt derzeit nur zwei von vier EU-Konvergenzkriterien

Die Tschechische Republik hat in diesem Jahr zwei der vier Maastricht-Kriterien nicht erfüllt. Wegen der Erhöhung des unteren Mehrwertsteuersatzes zu Jahresbeginn wurde das Kriterium der Preisstabilität nicht erfüllt. Zudem verfehlte das Land abermals die Vorgabe, das Defizit der öffentlichen Finanzen unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu halten. Das geht aus dem Jahresbericht der Tschechischen Nationalbank (ČNB) des Finanzministeriums zur Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien hervor. Aus ihm folgt die Empfehlung, dass Tschechien der Eurozone (noch) nicht beitreten solle.

Mit dem Beitritt in die Europäische Union hat sich Tschechien verpflichtet, Schritte zu unternehmen, um so schnell als möglich auch für den Beitritt zur Eurozone vorbereitet zu sein. Die Festlegung des Termins für die Einführung des Euro liegt jedoch in der Kompetenz des Mitgliedsstaates und hängt in erster Linie vom Maß seiner Bereitschaft ab. Das Kriterium der Preisstabilität könnte Tschechien in den Jahren von 2013 bis 2015 in den Griff bekommen, auch wenn mit einer geringen Inflation zu rechnen sei. Auch das Defizit der öffentlichen Haushalte sollte schon ab dem Jahr 2013 unter drei Prozent des BIP zu bringen sein, heißt es in dem Jahresbericht. In diesem Jahr aber liegt das Defizit noch bei rund fünf Prozent des BIP, was vor allem auf die Zahlungen zurückzuführen sei, die mit der Kirchenrestitution verknüpft sind, heißt es.

Mit dem Stand der Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien hat sich die Regierung in Prag noch vor Weihnachten befasst und den vorgelegten Bericht gebilligt. Analog zum Finanzministerium und der Zentralbank hat auch die Regierung die Empfehlung ausgesprochen, vorläufig noch kein Zieldatum für die Einführung des Euro in Tschechien festzulegen.

Shopping-Center in Tschechien locken mit großen Rabatten zum Weihnachtsausverkauf

In den großen Shopping-Centern in Tschechien und im Internet hat schon am zweiten Weihnachtstag der nachweihnachtliche Ausverkauf begonnen. Die dabei von den Händlern angebotenen Rabatte erreichen bis zu 80 Prozent. Einige der verbilligten Waren sind daher am Mittwoch im Nu über den Ladentisch gegangen. Die Geschäfte bieten Preissenkungen insbesondere bei Elektronik-Waren, Winterbekleidung und -schuhe, Sportartikel und Möbel an. Die Händler wollen vor allem die Lager mit jenen Produkten schnell leer kriegen, bei denen das Weihnachtsgeschäft nicht wie erhofft florierte. Aufgrund der kräftigen Preisnachlässe kann man bereits vom Beginn des Winterschlussverkaufs in Tschechien sprechen.

Weihnachten im Mobilfunk: Zahl der Telefonate ging zurück – mehr MMS als zuvor

Zu Heiligabend haben die Tschechen zirka 68,5 Millionen SMS verschickt, was in etwa soviel war wie ein Jahr zuvor. Dafür wurde umso weniger telefoniert. Die Zahl der mobilen Telefonate sank im Jahresvergleich um fünf Millionen auf 38 Millionen Anrufe. Das geht aus den Informationen der drei Mobilfunkanbieter in Tschechien – O2-Telefonica, T-Mobile und Vodafone – hervor. Im Vergleich zum Jahr 2010 und den Jahren davor ist aber auch die Zahl der SMS gesunken. Im Gegenzug hat die Zahl der verschickten MMS zugenommen. Das sei ein Beleg dafür, dass auch die Zahl der modernen Handys gestiegen sei, die in Tschechien benutzt werden, hieß es.

Laut Statistik von Vodafone haben die Tschechen zu Heiligabend die meisten Auslandsgespräche in die Slowakei, die Ukraine, nach Deutschland, Russland und Großbritannien geführt. Nach der Anzahl der sich mobil gemeldeten Ausländer haben Weihnachten am meisten Deutsche, Niederländer und Briten in Tschechien gefeiert.

Mährisches Rajhrad erlebte eines der größten Krippenspiele in Mähren

Im mährischen Rajhrad unweit von Brno / Brünn haben Pfarrangehörige eine der größten lebendigen Weihnachtskrippen in Mähren gebildet. An der Darstellung des Krippenspiels nahmen 75 kostümierte Personen aller Generationen teil. Ein 20-köpfiger Chor sang dazu Weihnachtslieder. Weitere 15 Leute halfen bei der Organisation der Vorführung. Das Krippenspiel im Vorhof des Benediktiner-Klosters in Rajhrad wurde von über 600 Zuschauern besucht.

Traditionelles Moldauschwimmen in Prag zeitigt erneut Teilnehmerrekord

Die neue Rekordzahl von 243 Schwimmerinnen und Schwimmern hat am zweiten Weihnachtstag am traditionellen Moldauschwimmen in Prag teilgenommen. Das so genannte Alfred-Nikodém-Memorial, das am Mittwoch zum 66. Male stattfand, ist der älteste und populärste Wettbewerb der Eisbader in Tschechien. Es ist nach dem Prager Goldschmied und Wegbereiter des hiesigen Eisbadens, Alfred Nikodém, benannt.

Unter den 243 Teilnehmern der 66. Auflage waren 58 Schwimmerinnen. Die älteste Teilnehmerin war 82 Jahre alt, der jüngste Teilnehmer war ein 11-jähriger Junge. Der bisherige Teilnehmerrekord war erst im vergangenen Jahr erzielt worden, als 223 Leute beim Prager Moldauschwimmen unweit des Nationaltheaters am Start waren. Die Wassertemperatur lag diesmal übrigens bei 4 Grad Celsius, am Ufer waren es „milde“ 7,5 Grad. Dafür hatten alle Schwimmerinnen und Schwimmer mit einer ziemlich starken Strömung zu kämpfen. Unter den Teilnehmern waren auch Eisbader aus Deutschland, der Slowakei, Polen und Großbritannien.

Radcross-Weltcup: Tscheche Štybar Dritter beim Weihnachtsrennen in Zolder

Der zweifache Radcross-Weltmeister Zdeněk Štybar hat beim Weltcup-Querfeldeinrennen im belgischen Zolder den dritten Platz belegt. Das Rennen am zweiten Weihnachtstag gewann Lokalmatador Sven Nijs vor seinem belgischen Landsmann Niels Albert. Auch in der Weltcup-Gesamtwertung schob sich Nijs am amtierenden Weltmeister vorbei an die Spitzenposition.

Für den 27-jährigen Štybar hingegen bleibt der Auftritt in Zolder der einzige Start in einem Radcross-Weltcuprennen in dieser Saison. Im nächsten Jahr will sich Štybar voll und ganz auf den Straßenrennsport konzentrieren. Einzelne Querfeldeinrennen wie auch die tschechische Meisterschaft am 12. Januar in Střibro will Štybar lediglich als konditionelle Vorbereitung auf die Straßensaison nutzen.

Eishockey-U20-WM: Tschechien unterliegt zum Auftakt Schweden mit 1:4

In die Eishockey-Weltmeisterschaft für Spieler unter 20 Jahre ist die tschechische Nachwuchs-Nationalmannschaft am Mittwoch in Ufa mit einer Niederlage gestartet. In ihrem Auftaktspiel unterlagen die Schützlinge von Trainer Miroslav Přerost Titelverteidiger Schweden mit 1:4. In der Gruppe A treffen die jungen Tschechen bis zum Ende des Jahres noch auf Finnland, Lettland und die Schweiz. Nach diesen Begegnungen muss Tschechien zumindest Gruppen-Dritter sein, um am 2. Januar im Viertelfinale zu stehen. Andernfalls müssen die „Junglöwen“ ab kommenden Mittwoch gegen den Abstieg aus der Weltgruppe des U20-Eishockeys spielen.

Das Wetter am Donnerstag: bewölkt und regnerisch, bis 7 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt bis bedeckt, in weiten Teilen des Landes gelegentlich Regen, der in Lagen über 1000 Meter auch als Schnee fällt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 7 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter steigt die Quecksilbersäule auf maximal 1 Grad Celsius.