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Erinnerung an Václav Havel: Rotes Herz in Brüssel, Gedenkgottesdienst in Prag

Am Sitz des Europäischen Parlaments in Brüssel erleuchtete am Montagabend ein rotes Neonherz. Es ist ein Werk des tschechischen Künstlers Jiří David und soll an den ersten tschechoslowakischen und tschechischen Präsidenten der Nachwendezeit, Václav Havel, erinnern. Der ehemalige Staatspräsident, Dramatiker und Dissident Havel war am 18. Dezember vergangenen Jahres im Alter von 75 Jahren gestorben.

Am Vorabend des ersten Todestags von Václav Havel hat zur gleichen Zeit in der Prager Kirche der Heiligen Anna ein Gedenkgottesdienst an ihn begonnen. Die Messe wird Kardinal Dominik Duka lesen. Die Witwe, Dagmar Havlová, hatte auch die Öffentlichkeit eingeladen, am Gottesdienst teilzunehmen. Neben dem Gottesdienst fanden und finden noch weitere Gedenkaktionen statt. So haben Außenminister Karel Schwarzenberg und Ex-Verteidigungsminister Alexandr Vondra am Montagnachmittag am Denkmal von Woodrow Wilson in Prag eine Václav-Havel-Gedenktafel enthüllt. Die Gedenkveranstaltung wurde von der amerikanisch-tschechischen und der amerikanisch-slowakischen Gemeinschaft organisiert. An der Schaffung der Gedenktafel haben sich 258 in den USA lebende Tschechen und Slowaken finanziell beteiligt.

Grab von Havel ununterbrochen mit Blumen und Kerzen geschmückt

Am Grab von Václav Havel häufen sich dieser Tage wieder die Menschen, die hier Blumen niederlegen und Kerzen anzünden. Die sterblichen Überreste des ehemaligen Dichterpräsidenten wurden am 4. Januar dieses Jahres auf dem Friedhof im Prager Stadtteil Vinohrady beigesetzt. Seit diesem Moment ist kein Tag vergangen, an dem nicht frische Blumen am Grab abgelegt und ein Licht bei der Grabtafel an der Seitenwand der Kapelle zum Heiligen Wenzel gebrannt haben. Die Erinnerung an ihren ersten Präsidenten nach der Wende wird von den Tschechen wach gehalten. Zu seinem ersten Todestag am 18. Dezember wird die Zahl derjenigen, die zu seiner letzten Ruhestätte pilgern, sicher noch stark anschwellen.

Senator Okamura will Verfassungsbeschwerde zur Präsidentschaftswahl einreichen

Senator Tomio Okamura will zwischen den Feiertagen beim Verfassungsgericht in Brno / Brünn eine Beschwerde einreichen und dabei das Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts über seinen Ausschluss als Präsidentschaftskandidat anfechten. Das erklärte der Unternehmer am Montag bei einem Pressetermin in Prag. Okamura war als einer von den Bewerbern, die für ihre Kandidatur die geforderte Unterstützerliste mit über 50.000 Unterschriften eingereicht hatten, vom Innenministerium aber abgelehnt wurden mit der Begründung, dass zu viele Daten in der Liste fehlerhaft seien. Die daraufhin von Okamura beim Obersten Verwaltungsgericht gemachte Beschwerde wurde zurückgewiesen. Nun aber wehrt sich Okamura gegen die Urteilsbegründung. In dieser Begründung werfe ihm das Verwaltungsgericht indirekt vor, Unterschriften in seiner Unterstützerliste gefälscht zu haben. Das aber lasse er nicht so stehen, begründete er seinen Schritt, nun vor das Verfassungsgericht ziehen zu wollen.

Wirtschaftsexperte Vladimír Dlouhý, der wie Okamura wegen zu vieler fehlerhafter Unterschriften als Kandidat gestrichen wurde, hat selbiges nicht vor. Sollte indes die Präsidentschaftswahl verschoben werden, dann würde auch er diesen Schritt in Erwägung ziehen, sagte Dlouhý am Montag.

Nečas in Belgrad: Tschechien unterstützt Serbien bei Dialog mit dem Kosovo

Tschechien unterstützt die Integration Serbiens in die Europäische Union, knüpft daran jedoch auch die Bedingung, dass Serbien und der Kosovo einen direkten Dialog führen. Das erklärte der tschechische Premierminister Petr Nečas am Montag nach dem Treffen mit seinem serbischen Amtskollegen Ivica Dacic in Belgrad. Während ihrer Gespräche stimmten Dacic und Nečas zudem überein, dass das politische und wirtschaftliche Potenzial der beiderseitigen Beziehungen sehr groß sei. Tschechien wolle daher in dem Balkanland eine Reihe von größeren Investitionen tätigen, bemerkte Nečas.

Wirtschaftsgebaren des Staates wird ab März 2013 öffentlich gemacht

In Tschechien werden die Bürger die Möglichkeit erhalten, das wirtschaftliche Gebaren ihres Staates nachzuvollziehen. Via Internet wird man ab März kommenden Jahres eine vereinfachte Darstellung der wirtschaftlichen Vorgänge im Staatsapparat verfolgen können, erläuterte der Direktor des Projektes Státní pokladny (Staatskassen), Radoslav Bulíř, am Montag vor Journalisten. An das Staatskassen-System würden dazu schon ab Januar alle staatlichen Organisationen angeschlossen, ergänzte Bulíř. Der Haushalt für das Jahr 2013 sei bereits in das Staatskassen-System eingespeist worden. Die Minister könnten daher jederzeit die aktuelle finanzielle Situation in ihrem Ressort herauslesen, schilderte Bulíř.

Škoda begann mit Serienproduktion der dritten Generation des Octavia

Der tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto hat am Montag mit der Serienproduktion der dritten Generation des Škoda Octavia begonnen. Die neueste Version des Erfolgsmodells der Firma soll gegen Ende Januar 2013 auf den europäischen Markt kommen. Die Produktionskapazität des Werkes in Mladá Boleslav wird sich dann von täglich 800 auf 1200 Fahrzeuge steigern. Das geht aus einer Presseinformation hervor, die das Unternehmen am Montag veröffentlicht hat.

Die Vorstandsetage von Škoda Auto ist optimistisch, dass die dritte Generation des Octavia an die Verkaufserfolge seiner Vorgänger anknüpfen kann. Schon über ein Jahrzehnt ist der Octavia das meistverkaufte Modell der Marke. In den ersten elf Monaten dieses Jahres hatte der Octavia einen Anteil von rund 44 Prozent am weltweiten Verkauf der Škoda-Modelle. Die Autobauer aus Mladá Boleslav werden zunächst die Limousine wie auch die Kombi-Ausführung des neuen Modells auf den Markt bringen. Im weiteren Verlauf des nächsten Jahres sollen dann auch die Sportwagen-Variante RS und die Geländewagen-Version Scout folgen. Der Octavia der dritten Generation wird etwas größer sein als seine Vorgänger und zudem einige neue Designer-Elemente aufweisen, die das Unternehmen schon bei der Kompaktklassen-Limousine Rapid verwendet hat.

Der Škoda Octavia wird seit dem Jahr 1996 produziert. Seine zweite Generation kam acht Jahre später auf den Markt und im Jahr 2008 wurde eine modernisierte Variante dieses Modells eingeführt.

Französische Areva will weiter um Temelín-Ausbau kämpfen

Das französische Unternehmen Areva will weiter um den Auftrag zum Ausbau des tschechischen Atomkraftwerks Temelín kämpfen. Der Regionaldirektor für Mitteleuropa erklärte in der Montagsausgabe der tschechischen Tageszeitung „Mladá Fronta Dnes“, seine Firma sei bereit, bis zur letzten möglichen juristischen Instanz zu klagen. Das Angebot des Unternehmens sei völlig in Ordnung, die Art und Weise aber, wie man aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen wurde, dagegen höchst ungewöhnlich gewesen, so der Direktor.

Areva war im Oktober aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen worden, weil einige formale Kriterien nicht erfüllt worden seien. So habe Areva keine Preisgarantie für den Bauauftrag geben wollen und noch gegen weitere Punkte der Ausschreibung verstoßen, erklärte ein Sprecher des tschechischen Energiekonzerns ČEZ, der das Atomkraftwerk betreibt.

Hopfenernte 2012 um 30 Prozent geringer als im Vorjahr – Preis wieder gestiegen

Die Hopfenernte in Tschechien ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Im Spätsommer haben die hiesigen Hopfenbauern 4338 Tonnen Hopfen geerntet, das sind fast 30 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Der relativ geringe Ernteertrag sei durch vor allem durch die starken Fröste im Februar und die nachfolgende Trockenheit verursacht worden, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Hopfenzüchter in Tschechien, Bohumil Pázler, auf einer Pressekonferenz am Montag in Prag. Die Hopfen-Anbaufläche sei aber in diesem Jahr auch um 22169 Hektar kleiner gewesen als im Vorjahr, bemerkte Pázler. Auf der anderen Seite habe die geringere Ernte auch ihr Gutes gehabt. Wegen der Überproduktion in den zurückliegenden Jahren mussten die Züchter ihren Hopfen zu einem niedrigen Preis verkaufen, jetzt sei der Preis zumindest wieder etwas gestiegen, ergänzte Pázler.

Gericht bestätigt zehnjährige Haftstrafe für Drogenschmuggler

Am Montag wurde vom höchsten Gerichtshof Tschechiens die Haftstrafe für einen albanischen Drogenhändler endgültig bestätigt. Der Mann hatte in Südböhmen hauptsächlich mit Pervitin und Heroin gehandelt und die Drogen über die Grenze geschmuggelt. Wegen sieben Fällen in Plzeň / Pilsen und Rozvadov / Roßhaupt war er zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, hatte aber mehrmals Einspruch wegen angeblicher Verfahrensfehler eingelegt. Der höchste Gerichtshof in Prag hat nun die letztmögliche Berufung abgelehnt und sie als offensichtlich unbegründet abgelehnt. Die Organisation des Mannes habe wiederholt Kuriere mit Drogen über die Grenze geschleust und sich dabei professionell und raffiniert verhalten. Dies alles beweise, dass der Angeklagte eine große Gefährdung für die Gesellschaft sei und rechtfertige die Strafe, so das höchste Gericht in seiner Begründung.

Massenunfall nach Glatteis: Auf R10 krachen 15 Fahrzeuge ineinander

Auf der spiegelglatten Fernstraße R10 von Prag nach Liberec / Reichenberg hat es in den frühen Morgenstunden des Montags bei Kilometer 14 einen Massenunfall gegeben. Nahe der Ausfahrt nach Stará Boleslav sind 15 Fahrzeuge ineinander gekracht. Zwei Personen wurden dabei leicht verletzt. Die Fernstraße in Richtung Liberec war fast vier Stunden gesperrt. Auf der Gegenfahrbahn in Richtung Prag sind an derselben Stelle drei Autos zusammengestoßen. Überfrierende Nässe und Glatteis hatten bereits am Samstag- und Sonntagvormittag zu mehreren Unfällen mit nachfolgenden Verkehrbehinderungen in ganz Tschechien geführt.

Postämter in Prag haben vor Weihnachten bis 21 Uhr offen

In Prag werden in dieser Woche alle Postämter bis 21 Uhr abends geöffnet sein. Die verlängerten Öffnungszeiten in der Vorweihnachtszeit gelten von Montag, 17. Dezember, bis Freitag, 21. Dezember. Die Prager Hauptpost hat zudem auch am 24. Dezember geöffnet. Heiligabend ist in Tschechien ansonsten ein arbeitsfreier Feiertag. In den anderen Städten und Gemeinden des Landes seien indes keine verlängerten Öffnungszeiten geplant, sagte ein Sprecher der Post.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt, Regen oder Schneefall, bis 4 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, gelegentlich Regen, der in Lagen über 700 Meter in Schneefall übergeht. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 0 und 4 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter bleiben die Höchstwerte unter dem Gefrierpunkt, sie liegen maximal bei -1 Grad Celsius.