Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png

Oberstes Verwaltungsgericht muss Streit um Unterschriften-Auszählung für Präsidentschaftswahl klären

Das Oberste Verwaltungsgericht in Tschechien wird vermutlich einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl lösen müssen. Es geht um die Herangehensweise bei der Anrechnung der ungültigen Stimmen in den Unterschriftensammlungen, die Bewerber ohne parlamentarische Unterstützung für ihre Kandidatur zu erbringen hatten. Es war erforderlich, 50.000 Unterschriften als Beleg für die öffentliche Unterstützung einer Kandidatur vorzulegen. Wegen zu vieler fehlerhafter Angaben in den Unterschriftenlisten sind die Kandidaten Jana Bobošíková, Vladimír Dlouhý und Tomio Okamura am Freitag durch das Innenministerium von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen worden.

Kurz nach Bekanntwerden der Kontrollergebnisse hatte der ausgebootete Kandidat Vladimír Dlouhý bereits angekündigt, seinen Ausschluss gerichtlich anfechten zu lassen. Weil das Gesetz zur Methode der Berechnung von ungültigen Unterschriften unklar sei, hätten die Beamten diese Unterschriften nach einer doppelten Stichproben-Kontrolle addiert, anstatt daraus einen Durchschnittswert zu ermitteln, moniert Dlouhý. Das sei ein numerischer Fehler bei der Streichung von Unterschriften der Präsidentschaftskandidaten, deshalb werde er beim Obersten Verwaltungsgericht in Berufung gehen, erklärte Dlouhý am Freitag im Tschechischen Rundfunk. Dlouhýs Meinung wird von mehreren Anwälten geteilt. Käme nachträglich die von Dlouhý geforderte Anrechnungsmethode zur Anwendung, bliebe er dennoch draußen – lediglich Jana Bobošíková würde dann in den Kreis der Kandidaten um das Präsidentenamt zurückkehren, heißt es.

Das in großer Eile vom Parlament verabschiedete Gesetz zur Direktwahl des tschechischen Staatsoberhauptes war schon lange vorher von Pavel Rychetský, dem Vorsitzenden des Verfassungsgerichtes, kritisiert worden. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass die Klage von Dlouhý und weiterer Kläger letztlich in seinem Hause landet – aber erst, wenn zuvor das Oberste Verwaltungsgericht in dieser Sache entschieden hat, sagte Rychetský.

Ondřej Liška erneut zum Parteichef der Grünen gewählt

Auf dem Parteitag der Grünen in Tschechien ist der ehemalige Bildungsminister Ondřej Liška am Samstag erneut zum Vorsitzenden der Partei gewählt worden. In der Kampfabstimmung mit Martin Bursík, seinem Vorgänger als Parteichef, erhielt Liška 106 der möglichen 199 Stimmen. Widersacher Bursík erhielt nur 70 Stimmen auf dem Parteitag in Česká Třebová.

In der hitzigen Debatte vor der Wahl hatte Bursík versucht, die Grünen-Mitglieder darauf einzuschwören, dass es nötig sei, wieder an den Wahlerfolg von 2006 anzuknüpfen. Damals hatten die Grünen erst- und bisher letztmalig den Einzug in das Abgeordnetenhaus geschafft. Dafür aber müsse die Ausrichtung der Partei, die ihm zu „linkslastig“ sei, geändert werden, forderte Bursík. Er sehe jedoch kein Koalitionspotenzial für ein Abdriften der Partei nach Rechts, konterte Liška. Zudem habe Bursík die Partei im Stich gelassen, als sie begann, ihre Wähler zu verlieren und in ökonomischen Problemen zu versinken schien, betonte Liška. Die Mehrzahl der Parteitagsdelegierten folgte seiner Linie und gab dem 35-Jährigen nun die verlängerte Gelegenheit, die Partei der Grünen wieder aus dem Tal zu führen.

Ermittler haben Blackbox des abgestürzten Militärjets bei Kolín gefunden

Unweit von Kolín haben die Ermittler am frühen Freitagabend die Blackbox des Militärjets gefunden, der tags zuvor aus noch ungeklärter Ursache 70 Kilometer östlich von Prag bei der Gemeinde Radovesnice abgestürzt ist. Beim Absturz der einsitzigen Maschine vom Typ Aero L-159 ist der Pilot ums Leben gekommen. Die auf der Blackbox gespeicherten Daten sollen recht bald erste Aufschlüsse zur möglichen Absturzursache geben, sagte die Sprecherin des Generalstabs der tschechischen Armee.

Die Unglücksmaschine wurde von einem Oberleutnant einer Einheit der taktischen Luftstreitkräfte in Čáslav geflogen, der seinen Militärdienst seit zwölf Jahren ausübte. Seit 2007 gehörte er der Einheit in Čáslav an, er besaß die Erfahrung von über 1000 Flugstunden, von denen er mehr als 560 mit einer Maschine des Typs L-159 absolviert hatte. Im Februar 2003 war eine Maschine des gleichen Typs nach einem missglückten Flugmanöver abgestürzt. Das leichte Kampfflugzeug stammt aus tschechischer Produktion.

Premier Nečas sprach mit Samaras über „Spionage-Fall“ um zwei Tschechen

Am Rande des EU-Gipfels in Brüssel hat sich der tschechische Premierminister Petr Nečas mit seinem griechischen Amtskollegen Antonis Samaras zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. Thema ihrer internen Unterredung war der Fall zweier tschechischer Computerspielentwickler, die Anfang September in Griechenland verhaftet wurden und wegen angeblicher Spionage auf der Insel Limnos angeklagt werden sollen. Samaras habe gegenüber Nečas versichert, er werde sich um diese Angelegenheit persönlich kümmern, informierte die Presseagentur ČTK.

Nach Meinung von Premier Nečas sei es äußerst unwahrscheinlich und unglaubwürdig, dass die beiden Tschechen einer Spionagetätigkeit nachgegangen seien. Zuvor hatte bereits Präsident Václav Klaus in einem Brief an seinen griechischen Amtskollegen Karolos Papoulias den Fall der beiden Computerspielentwickler als „unglückliche Angelegenheit“ bezeichnet. Die beiden Mitarbeiter des Computerspiele-Herstellers Bohemia Interactive sollen auf Limnos militärische Anlagen fotografiert haben. Den zwei Tschechen drohen Haftstrafen zwischen 5 und 20 Jahren. Die Spielentwickler sind derzeit in einem Gefängnis auf der Insel Chios.

Bohemia Interactive arbeitet an dem Kampfspiel „Arma III“, das einen imaginären Krieg zwischen der Nato und Iran darstellen soll. Kampfschauplatz sind die griechischen Inseln. Die Entwickler versprechen in ihrer Werbung eine „authentische Darstellung“.

Tschechin Fajksová zur schönsten Frau der Erde gekürt

Die Tschechin Tereza Fajksová ist zur dritten Siegerin eines weltweiten Schönheitswettbewerbs gewählt worden. Im Finale des Wettbewerbs Miss Earth 2012 setzte sich die 23-jährige Fajksová auf den Philippinen gegen Konkurrentinnen aus weiteren 79 Ländern durch. Der Miss-Earth-Wettbewerb ist mit ökologischen Themen verknüpft, bei denen Fajksová ihre Qualitäten zeigte.

Innerhalb von sechs Jahren hat die kleine Tschechische Republik nun schon das zweite Mal eine Welt-Schönheitskönigin gestellt: 2006 wurde Taťána Kuchařová zur Miss World gekürt.

Süßwarenraub: Slowaken stehlen 18 Tonnen Schokolade, die vermutlich nach Tschechien sollten

Diebe haben in Österreich 18 Tonnen Milchschokolade gestohlen, die den offensichtlich gefälschten Transportpapieren zufolge für einen Käufer in Tschechien bestimmt waren. In der Schokoladenfabrik der westösterreichischen Stadt Bludenz hat ein slowakischer Fahrer seinen Lkw mit 33 Paletten der Süßware beladen, um danach mitsamt der Fracht spurlos zu verschwinden, meldete die Presseagentur AP. Der Transport nach Tschechien sollte in weniger als 24 Stunden vollzogen sein, jetzt aber wird schon fünf Tag nach der verschwundenen Ladung gefahndet. Laut AP war auch der Lkw aus der Slowakei.

Wie die Agentur APA später präzisierte, war eine österreichische Firma mit dem Transport der Schokolade beauftragt. Die Firma habe jedoch das Abholen der Ware einem Vertragspartner mit Sitz in Tschechien überlassen, hieß es.

Weltberühmte Sopranistin Anna Netrebko begeisterte Prager Publikum

Die weltberühmte Sopranistin Anna Netrebko hat am Freitag erstmals vor tschechischem Publikum gesungen. Im restlos ausverkauften Repräsentationshaus in Prag begeisterte die österreichische Operndiva russischer Herkunft die Zuschauer mit ihrem Können. In der konzertanten Aufführung der dramatischen Oper Jolanthe von Peter Iljitsch Tschaikowski interpretierte sie die Titelrolle der blinden Prinzessin. Während des Konzerts wurde die Solistin vom Orchester der Slowenischen Philharmonie unter der Leitung des französischen Dirigenten Emmanuel Villaume begleitet. Prag war eine Station auf Netrebkos großer Europa-Tournee. Weitere Gastspiele wird die Sopranistin unter anderem in Essen und Wien geben.

Skisport-Weltcup: Tscheche Bauer wird 13. beim Saisonauftakt im Skilanglauf

Zum Auftakt der neuen Weltcup-Saison im Skilanglauf belegte der tschechische Top-Athlet Lukáš Bauer am Samstag im schwedischen Gällivare über 15 Kilometer klassisch den 13. Platz. Im Ziel hatte der 35-jährige Läufer aus Boží Dar / Gottesgab im Erzgebirge etwas über 47 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Norweger Martin Johnsrud Sundby. Wegen einer Muskelverletzung, die Bauer in seiner Saisonvorbereitung stark eingeschränkt hat, ist der dreifache olympische Medaillengewinner ohne größere Ambitionen ins Rennen gegangen. Dennoch war ein Platz unter den Top 10 sein Ziel, das er knapp verfehlte. Nach all seinen gesundheitlichen Problemen im Vorfeld des Rennens sei er dennoch mit dem Ergebnis des Saisonauftakts zufrieden, sagte Bauer gegenüber dem tschechischen Fernsehen.

Eishockey – KHL: Lev Prag nach 7:3 über Jaroslawl wieder im Aufwind

In der euro-asiatischen Kontinental Hockey League (KHL) hat der tschechische Verein HC Lev Prag binnen 48 Stunden zwei Heimsiege gelandet. Am Mittwoch besiegten die Prager den Moskauer Vorstadtclub Atlant Mytishi mit 4:2 und am Freitag den Spitzenreiter der Tarasow-Division, Lokomotive Jaroslawl, sogar mit 7:3. Es waren die ersten beiden Heimerfolge unter dem neuen Coach Václav Sýkora, der seine Trainertätigkeit bei den Löwen in der Länderspielpause Anfang November begonnen hat. Vordem hatte der HC Lev in sieben Heimspielen sechsmal verloren. Durch den jüngsten Doppel-Erfolg aber haben sich die Löwen wieder auf einen Play-off-Rang in der Western Conference nach vorn gekämpft.

Das Wetter am Sonntag: bewölkt, Frühnebel und Regen, bis 11 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt bis bedeckt, örtlich Frühnebel. In Böhmen ziehen ab Nachmittag von Westen her Regenwolken auf, gegen Abend vor allem im Nordwesten Regen oder Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 7 bis 11 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte maximal 7 Grad Celsius.