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Prager Flughafen heißt seit Freitag offiziell Václav Havel-Flughafen

Tschechien ehrt Vaclav Havel: Der Prager Flughafen ist nach dem Ex-Präsidenten und Dramatiker benannt worden. „In Wirklichkeit war er es, der diesem Volk die Welt wieder geöffnet hat. Tschechien sollte sich daher nicht wieder verschließen“, sagte Außenminister Karel Schwarzenberg beim Festakt am Freitag. Die endgültige Umbenennung nach dem im Dezember vergangenen Jahres verstorbenen Dichter-Präsidenten wurde aus Anlass seines Geburtstages vorgenommen. Havel wäre am Freitag 76 Jahre alt geworden.

Havel hatte jahrzehntelang gegen das kommunistische Regime in seiner Heimat gekämpft, das auch die Reisefreiheit einschränkte. Für die Umbenennung des Flughafens hatte sich eine Bürgerinitiative mit mehr als 80 000 Unterstützern starkgemacht. Der Flughafen Prag fertigt jährlich fast 12 Millionen Passagiere ab und ist das zentrale Drehkreuz des Landes.

An der bewegenden Zeremonie im Terminal 2 nahmen zirka 500 Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft teil, darunter viele Vertraute und Weggefährten des Dramatikers. Staatspräsident Vaclav Klaus blieb der Feier fern. Premier Petr Nečas ließ sich wegen einer Dienstreise entschuldigen.

Fehlen von Klaus hat Festakt-Gäste verblüfft – Herbe Kritik von Regisseur Fenič

Das Fehlen von Staatspräsident Vaclav Klaus bei der Veranstaltung zur feierlichen Umbenennung des Prager Flughafens hat viele Gäste unangenehm überrascht. Einige von ihnen sparten nicht mit Kritik. Am schärfsten kritisierte Regisseur Fero Fenič, der die Umbenennung in Václav Havel-Flughafen kurz nach dem Tod des Dichterpräsidenten vorgeschlagen hatte, das Fernbleiben von Klaus. Nach dem Ableben von Havel habe Klaus über seinen Vorgänger im Präsidentenamt noch mit Bewunderung gesprochen, da erschien es nur eine Selbstverständlichkeit, dass er auch dem heutigen Gedenkakt zu Ehren Havels beiwohne. Das tschechische Volk sollte es sich merken, dass er nicht gekommen ist, sagte Fenič. Klaus ließ sich entschuldigen, jedoch ohne Angabe von Gründen. Der Internetseite seiner Präsidialkanzlei zufolge hatte er auch keine offiziellen Termine.

Für Präsidentenamt will nun auch ein Unternehmer kandidieren

Unter den Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten ist seit Freitag auch ein Unternehmer. Der Geschäftsmann Pavel Kořán gehört zu einer Gruppe von Businessleuten, die die anhaltende Korruption im Land öffentlich angeprangert haben. Um das zu ändern, wollen sich er und seine Gleichgesinnten nun stärker öffentlich engagieren. Dazu gehöre auch seine Kandidatur für das Präsidentenamt, sagte Kořán am Freitag der Nachrichtenagentur ČTK.

Der Nachfolger von Präsident Václav Klaus wird am 11. und 12. Januar 2013 gewählt. Die Präsidentschaftsbewerber müssen ihre Kandidatur bis spätestens zum 6. November abgeben. Die nicht von einer Parlamentspartei nominierten Kandidaten müssen 50.000 beglaubigte Unterschriften vorlegen, die ihre Bewerbung unterstützen. Bisher haben das lediglich fünf der schon über 25 Kandidaten geschafft.

Ausbau von Temelín: Französische Firma Areva als Bewerber ausgeschieden

Unter den drei Bewerbern zum Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín ist das französische Unternehmen Areva vorzeitig ausgeschieden. Die Firma habe die Bedingungen der öffentlichen Ausschreibung nicht erfüllt, sagte ČEZ-Sprecher Ladislav Kríž am Freitag. Die Gründe für die Ausbootung von Areva seien von grundsätzlicher Bedeutung sowie von geschäftlicher als auch gesetzlicher Art, hieß es aus dem Hause ČEZ. Der tschechische Energiekonzern ČEZ ist der Betreiber des Meilers in Temelín.

Für den Ausbau des AKW Temelín um zwei weitere Reaktoren bleiben somit noch zwei Bewerber im Rennen: die amerikanisch-japanische Firma Westinghouse sowie das tschechisch-russische Konsortium Škoda JS, Atomstrojexport und Gidropress. Der Ausbau von Temelín soll bis spätestens zum Jahr 2025 abgeschlossen sein. Man rechnet mit Baukosten in Höhe von umgerechnet 8 bis 12 Milliarden Euro.

Eurostat: Tschechien hat in EU höchsten Anteil an Industriearbeitern

In Tschechien sind 38 Prozent der Arbeitnehmer in der Industrie beschäftigt. Das ist der höchste Anteil an Industriearbeitern unter den 27 EU-Staaten, heißt es in einer Studie des Europäischen Statistikamts (Eurostat), die am Freitag veröffentlicht wurde. Gleich nach Tschechien kommt die benachbarte Slowakei mit einem Anteil von 37 Prozent. Am Ende der Reihenfolge liegen Luxemburg und die Niederlande mit 13 beziehungsweise 17 Prozent.

In der statistischen Erhebung für das Jahr 2011 wurden noch weitere Daten verglichen. Dazu gehört die durchschnittliche Arbeitszeit für Vollbeschäftigte. Mit 41 Wochenstunden belegt Tschechien den 5. Platz, nur in Großbritannien, Portugal, Zypern und Österreich wird länger gearbeitet. Am unteren Ende dieser Statistik liegen Dänemark mit 37,7 Stunden und Irland mit 38,4 Stunden. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der EU liegt bei 40,4 Stunden.

Deutschland will Kauf von Prager Palais Lobkowicz bis 2013 eintüten

Die Bundesrepublik Deutschland will die Verhandlungen mit der Tschechischen Republik über den Kauf ihres Prager Botschaftsgebäudes, des Palais Lobkowicz, bis zum nächsten Jahr abschließen. Das sagte die stellvertretende Außenministerin Cornelia Pieper in einem Gespräch für die Mitteldeutsche Zeitung. Dem Blatt zufolge soll sich der Kaufpreis für das Gebäude zwischen 10 und 24 Millionen Euro bewegen.

Für die Bundesrepublik habe das Gebäude eine große historische Bedeutung, erinnerte Pieper in dem Gespräch an die Rolle des Palais Lobkowicz in den bewegenden Wochen vor dem Einsturz der Berliner Mauer. Hier hatten sich im Spätsommer des Jahres 1989 rund 4000 Flüchtlinge aus der DDR verschanzt, um ihre Ausreise nach Westdeutschland zu erzwingen. Am Abend des 30. September 1989 hat der damalige bundesdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher den Vollzug dieses Wunsches auf dem Balkon des Palais Lobkowicz verkündet.

Wegen dieser geschichtlichen Bedeutung will Deutschland das Gebäude erwerben. Im Gegenzug hat der Bund ein Grundstück für einen neuen tschechischen Botschaftssitz in Berlin angeboten. Grundsätzlich hat die tschechische Regierung dem Tausch bereits zugestimmt.

Prager Bezirksgericht lehnt Antrag von Rath auf Haftentlassung ab

Der ehemalige Kreishauptmann von Mittelböhmen, David Rath, bleibt weiter in Untersuchungshaft. Das Bezirksgericht Prag-Ost hat am Freitag einen erneuten Antrag auf Haftentlassung des der Bestechlichkeit beschuldigten Abgeordneten abgelehnt. Dem Gericht zufolge bestehe weiter die Gefahr, dass der Politiker fliehen und sich ins Ausland absetzen könnte. Rath hat gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt, deshalb ist sie noch nicht rechtskräftig.

Ein Gericht in Prag hatte Mitte August eine Kaution von umgerechnet 560.000 Euro für die Freilassung des inhaftierten Politikers festgelegt. Diese Summe konnte weder Rath noch seine Verwandten bisher aufbringen.

Der sozialdemokratische Abgeordnete David Rath war Mitte Mai von der Polizei auf frischer Tat ertappt worden, wie er sieben Millionen Kronen in bar entgegengenommen hatte. Es handelte sich offenbar um Bestechungsgeld für die Vergabe eines überteuerten Auftrages zur Sanierung eines historischen Schlosses in Mittelböhmen.

Regierung Nečas will Republikaner-Partei von Miro Sládek auflösen lassen

Die tschechische Regierung wird aller Voraussicht nach schon bald vorschlagen, die Republikaner-Partei (SPR-RSČ) des ehemaligen Abgeordneten Miroslav Sládek zu verbieten. Auf der Regierungssitzung am kommenden Mittwoch soll außerdem auch das Verbot der Nationalen Partei (NS) und zweier weiterer Parteien thematisiert werden. Das gehe aus den vorbereiteten Unterlagen des Innenministeriums hervor, gab die Presseagentur ČTK am Freitag bekannt. Die vier Parteien mussten ihre Tätigkeit bereits in den Jahren 2010 und 2011 längerfristig einstellen, weil sie dem Parlament wiederholt nicht den jährlichen Finanzierungsbericht oder aber Unterlagen unvollständig eingereicht hatten.

Wissenschaftler entwickeln Verfahren, um Methanolgehalt in Alkohol-Flaschen zu ermitteln

Wissenschaftler von der Chemisch-Technischen Hochschule in Prag haben ein Verfahren entwickelt, wie sich der Gehalt von giftigem Methanol im Alkohol auch in Flaschen feststellen lässt. Das Verfahren kostet nur einen Bruchteil der herkömmlichen Tests, es ist aber noch nicht anerkannt. Die Wissenschaftler wollen nun zusammen mit Mitarbeitern des tschechischen Zolls die praktische Anwendung testen, sagte die Leiterin des Labors für molekulare Spektroskopie an der Hochschule, Miroslava Novotná. Das Verfahren beruht ihren Aussagen nach auf der so genannten Raman-Spektroskopie, dabei wird das Verhalten von Laserstrahlung analysiert. Diese Form der Spektroskopie wurde bisher noch nie bei Methanol angewandt.

Wegen des Skandals mit gepanschtem Schnaps in Tschechien befinden sich unbestätigten Aussagen zufolge insgesamt noch rund 15.000 Liter gepanschten Alkohols in den Lagern von Handel und Gastgewerbe oder beim Endverbraucher.

Fußball-Europa League: Sparta bezwingt Bilbao, Pilsen unterliegt Atletico

Den zweiten Spieltag der Gruppenphase in der Europa League haben die tschechischen Fußballvereine Sparta Prag und Viktoria Pilsen mit unterschiedlichem Erfolg beendet. Sparta gewann sein Heimspiel gegen den spanischen Vorjahresfinalisten Athletic Bilbao am Donnerstagabend mit 3:1. Die Tore für die Prager erzielten Verteidiger Tomáš Zápotočný, Stürmer Bekim Balaj und Mittelfeldspieler Josef Hušbauer per Foulelfmeter. Pilsen verlor hingegen durch ein Tor in der Nachspielzeit bei Titelverteidiger Atletico Madrid mit 0:1. Den Siegtreffer erzielte Cristiano Rodriguez. Die Westböhmen sind ohne ihren verletzten Spielmacher Pavel Horváth in Spanien angetreten.

Handball: Tschechiens Frauenteam besiegt Deutschland im Testspiel

Die Handballerinnen aus Tschechien haben überraschend die Mannschaft aus Deutschland geschlagen. In einem Testspiel für die Europameisterschaft im Dezember besiegten sie am Donnerstagabend in Most / Brüx das DHB-Team deutlich mit 30:23 (14:12). Ein zweites Spiel beider Teams wird am Sonntag ab 17 Uhr in der Arena Leipzig ausgetragen. Die tschechischen Handballfrauen haben sich nach acht Jahren das erste Mal wieder für eine EM qualifiziert.

Das Wetter am Samstag: zunächst heiter, abends regnerisch, bis 24 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien überwiegend wolkenlos bis heiter, nur im Norden des Landes werden vorübergehend Wolken aufziehen. Gegen Abend nimmt die Bewölkung weitgehend zu, örtlich sind Regen oder Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte bis zu 14 Grad Celsius.