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Bundespräsident Gauck und Václav Klaus wollen gemeinsam Lidice besuchen

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wird bei seinem Staatsbesuch in Tschechien in der kommenden Woche zusammen mit seinem Amtskollegen Václav Klaus die Gedenkstätte Lidice besuchen. Dies sagte die Bürgermeisterin von Lidice, Veronika Kellerová, am Donnerstag der Presseagentur ČTK. Deutsche Einheiten hatten 1942 die Einwohner von Lidice ermordet und das Dorf in Mittelböhmen zerstört. Die Tat war ein Racheakt für das erfolgreiche Attentat tschechoslowakischer Widerstandskämpfer auf den stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich. Wie Kellerová sagte, wollen beide Präsidenten zusammen mit Überlebenden des Massakers Kränze und Blumen in Lidice niederlegen. Gauck wird am Mittwoch kommender Woche zu einem eintägigen Besuch erwartet, es ist seine erste offizielle Reise nach Tschechien als Bundespräsident.

Nachtragshaushalt der EU: Tschechien müsste 200 Millionen Euro zahlen

Die Europäische Kommission will den Haushalt der Europäischen Union für dieses Jahr um zehn Milliarden Euro erhöhen. Auf Tschechien würden nach dem bisherigen Verteilungsschlüssel in diesem Fall Nachzahlungen von 200 Millionen Euro zukommen, heißt es in einem Bericht der Presseagentur ČTK. Die Aufforderung zum Nachtragshaushalt soll bis in zwei Wochen bei den Regierungen landen. Der tschechische konservative Europaabgeordnete Hynek Fajmon kritisiert die Nachzahlungen. Sie seien „ein beispielloses Zeichen für das schlechte Haushalten der Europäischen Kommission“. Zwar würden immer wieder Nachtragshaushalte aufgelegt, aber um „ein bis zwei Stellen vor dem Komma niedriger“ als in diesem Fall, so Fajmon.

Gesundheitsministerium plant historische Reform psychiatrischer Betreuung

Das Gesundheitsministerium plant die historisch erste Reform der veralteten psychiatrischen Betreuung in Tschechien. Ziel sei, die Betreuung näher zu den Patienten zu bringen, sagte Vizegesundheitsminister Marek Ženíšek am Donnerstag gegenüber Journalisten in Prag. Welche Änderungen dazu nötig sind, soll eine Expertengruppe herausfinden, die auch mit der Weltgesundheitsorganisation im Kontakt steht. Das Ministerium rechnet für die Reform mit Geldern der EU. Insgesamt 240 Millionen Euro könnte Tschechien erhalten, um die psychiatrische Pflege hierzulande auf EU-Niveau zu heben, glaubt Ženíšek.

In Tschechien bestehen derzeit 20 psychiatrische Anstalten mit insgesamt 9000 Betten, vier der Anstalten haben mehr als 1000 Betten. Einzige Alternative seien bisher betreute Wohneinheiten im Gesamtumfang von 200 Betten, erläuterte der Vorsitzende der tschechischen Gesellschaft für Psychiatrie, Jiří Raboch. Der Leiter der Psychiatrischen Anstalt in Prager Stadtteil Bohnice sagte, das tschechische System sei auf dem Niveau des 19. Jahrhunderts stehengeblieben.

Investitionen in Umweltschutz in Tschechien steigen

Die Investitionen in den Umweltschutz sind in Tschechien im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt wurden knapp eine Milliarde Kronen investiert, das sind rund zehn Prozent mehr als 2010. Zum Anstieg trugen allein die Privatunternehmen bei, während die Ausgaben des Staates leicht zurückgingen. Mit 38 Prozent entfiel der größte Anteil auf die Investitionen in die Abwasserreinigung. Den größten Sprung machten die Ausgaben für Luftreinhaltung und Klimaschutz. Sie wuchsen um ein Drittel und erreichten damit 20 Prozent der Gesamtsumme.

Zeitung Mf Dnes veröffentlicht Details zum Bestechungsskandal am Arbeitsministerium

Die Tageszeitung Mladá fronta Dnes hat in ihrer Donnerstagsausgabe weitere Details zum Bestechungsskandal am Arbeits- und Sozialministerium veröffentlicht. So sollen Firmen, die sich ohne Ausschreibung an einem Auftrag für ein neues System der Auszahlung von Sozialgeldern beteiligt haben, einem Freund des verhafteten und abberufenen stellvertretenden Arbeitsministers Vladimír Šiška gehören. Der Tageszeitung zufolge setzte Šiška zudem vor drei Wochen durch, dass sein Freund und Handelspartner aus den Firmen zum Vizechef der tschechischen Sozialversicherungsanstalt (ČSSZ) ernannt wurde. Šiška wurde inzwischen in Untersuchungshaft genommen, ihm drohen wegen Korruption bis zu sechs Jahre Gefängnis.

Panschskandal: Importeure und tschechische Hersteller fordern Lockerung des Verkaufsverbots in der Slowakei

Slowakische Importeure und tschechische Hersteller von Spirituosen fordern von der slowakischen Regierung eine Lockerung des Verkaufsverbots für tschechischen Schnaps. Wie in Tschechien sollten jene Spirituosen, die ein Zertifikat der Unbedenklichkeit erhalten, wieder verkauft werden dürfen, sagte der Vorsitzende der Sektion Spirituosen-Importe beim slowakischen Tourismus- und Handelsverband, Roman Pócs.

Bratislava hatte vor mehr als zwei Wochen als Reaktion auf den Methanol-Panschskandal das Verkaufsverbot für tschechische Spirituosen verhängt. In Tschechien sind bisher 27 Menschen an den Folgen von Methanol-Vergiftungen durch gepanschten Schnaps gestorben.

Bauarbeiten für Damm gegen Hochwasser in Zálezlice aufgenommen

Im mittelböhmischen Ort Zálezlice wurde am Donnerstag nach zehnjähriger Wartezeit mit dem Bau eines Damms gegen Hochwasser begonnen. In dem Ort nahe dem Zusammenfluss von Moldau und Elbe hatte im Jahr 2002 das Jahrhunderthochwasser zwei Drittel der Häuser und ein Großteil der Versorgungsleitungen zerstört. Zálezlice wurde daher zu einem Symbol für das Hochwasser. Der Damm soll das Dorf mit rund 500 Einwohnern auch vor Fluten wie damals schützen können. Die Kosten betragen umgerechnet 1,9 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung wird in einem Jahr gerechnet.

Stadt Tábor empfängt zum ersten Festival kleiner Verlage

Im südböhmischen Tábor wird am Freitag das erste Festival kleiner Verlage „Tabook“ eröffnet. Mehr als 40 Verleger aus Tschechien und dem Ausland werden ihre Produkte bei dem zweitägigen Festival vorstellen. Dies teilte Tereza Horváthová vom tschechischen Baobab-Verlag mit, der das Festival veranstaltet. Das Zentrum des Festivalgeschehens wird der Marktplatz von Tábor sein, wo Diskussionen, Ausstellungen und Lesungen stattfinden, an denen Verleger, Schriftsteller, Künstler, Bibliothekare sowie Historiker teilnehmen.

Tennis: Kvitová für Tennis-WM in Istanbul qualifiziert

Trotz zuletzt durchwachsener Leistungen hat sich Petra Kvitová für die Tennis-WM in Istanbul qualifiziert. Beim Saisonabschluss der besten acht am Bosporus zu Ende Oktober will Kvitová ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Im vergangenen Jahr hatte sie erstmals an der mit 4,8 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung teilgenommen. Zusammen mit der 22-jährigen Tschechin haben sich noch Angelique Kerber aus Deutschland und Sara Errani aus Italien für Istanbul qualifiziert. Zuvor standen bereits Victoria Asarenka aus Weißrussland, Maria Scharapowa aus Russland, Serena Williams aus den USA und Agnieszka Wozniacki aus Polen als Teilnehmerinnen fest. Um den letzten freien Platz kämpfen Li Na, Samantha Stosur und Marion Bartoli.

Tennis: Berdych im Viertelfinale des ATP-Turniers in Tokio

Tennisspieler Tomáš Berdych hat beim ATP-Turnier in Tokio das Viertelfinale erreicht. Berdych, der 2008 das Turnier in Tokio gewann, siegte in der zweiten Runde gegen Alejandro Falla aus Kolumbien mit 6:3 und 7:5. Für den 27-jährigen Tschechen war es bereits der 50. Sieg bei einem ATP-Turnier in dieser Saison.

Das Wetter am Freitag, 5. Oktober: wenig Wolken, bis 20 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien meist leicht bewölkt, nur im Norden und Nordwesten des Landes sind die Wolken vorübergehend auch dichter und vereinzelt regnet es. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 16 bis 20 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Temperaturen 9 Grad, im Böhmerwald auch 13 Grad Celsius.