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Staatsanwaltschaft legt Beschwerde gegen mögliche Freilassung des inhaftierten Politikers Rath ein

Die Staatsanwaltschaft in Mittelböhmen hat am Donnerstag Beschwerde gegen einen Gerichtsentscheid in der Causa des ehemaligen Kreishauptmanns David Rath eingereicht. Ein Gericht in Prag hatte am Montag eine Kaution für den wegen Korruptionsverdachts inhaftierten Politiker festgelegt. Für dessen Freilassung aus der Untersuchungshaft müssten daher bis zum 3. September von Rath oder seinen Verwandten 14 Millionen Kronen (560.000 Euro) bei Gericht hinterlegt werden.

Nach Meinung des mittelböhmischen Staatsanwalts Petr Jirát sollte Rath in der Untersuchungshaft bleiben. Es bestehe die Gefahr, dass Rath flüchten beziehungsweise seine Straftätigkeit fortsetzten könnte, so Jirát. Die Staatsanwaltschaft protestiere nicht gegen die Kautionssumme, sondern gegen die Kaution als solche, fügte er hinzu. Auch Raths Anwälte hatten bis zu diesem Donnerstag die Möglichkeit, Beschwerde gegen den Kautionsbeschluss einzulegen.

Der sozialdemokratische Abgeordnete David Rath war Mitte Mai von der Polizei auf frischer Tat ertappt worden, wie er sieben Millionen Kronen in bar entgegengenommen hatte. Es handelte sich offenbar um Bestechungsgeld für die Vergabe eines überteuerten Auftrages zur Sanierung eines historischen Schlosses in Mittelböhmen.

Staatliche Großfirmen weisen Verdacht der Auftragsmanipulierung zurück

Staatliche Großunternehmen haben die Verdächtigung zurückgewiesen, öffentliche Aufträge manipuliert zu haben. Sie reagierten damit auf den Jahresbericht des Nachrichtendienstes BIS, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Darin wurde festgehalten, dass Unternehmer und Lobbyistengruppen die Vergabe von öffentlichen Aufträgen, die personelle Besetzung und strategische Entscheidungen in Firmen mit staatlicher Beteiligung beeinflusst hätten. Als Beispiele für diese Praxis wurde unter anderem die Fluggesellschaft České aerolinie (ČSA), die Tschechische Post, die Tschechische Bahn und das Forstunternehmen Lesy ČR genannt.

Anwalt Láska: Polizei hat ausreichend Beweise für Anklagen in Causa DPP

In der Strafanzeige zu überteuerten Verträgen in der Geschäftstätigkeit der Prager Verkehrsbetriebe (DPP) hat die Polizei mehrere ernsthafte Verstöße festgestellt, die zu einer Anklage von einigen Personen führen dürften. Das erklärte Rechtsanwalt Václav Láska am Donnerstag in einem Gespräch mit der Presseagentur ČTK. Rechtsanwalt Láska hat im Auftrag des Prager Magistrats eine Rechtsanalyse zu zweifelhaften Großaufträgen der Verkehrsbetriebe durchgeführt.

In der Analyse werden auch die Strukturen aufgedeckt, in deren Rahmen das Unternehmen ungünstige und unkündbare Verträge mit zuvor auserkorenen oder zum Schein gebildeten Lieferanten abgeschlossen hat. Diese Handlungsweise geht bis auf das Jahr 2007 zurück, als ein neues Management die Verantwortung bei den Verkehrsbetrieben übernommen hat, sagte Láska. Wegen möglicher Veruntreuung von Geldern und persönlicher Vorteilnahme ermittelt derzeit die Kriminalpolizei in dieser Causa.

Präsident Klaus ehrt erfolgreiche Olympioniken mit Gedenkmedaille

Präsident Václav Klaus hat am Donnerstag Tschechiens erfolgreiche Olympioniken, die bei den Sommerspielen in London insgesamt zehn Medaillen gewonnen haben, auf der Prager Burg empfangen. Alle anwesenden Sportler wurden von ihm mit der Gedenkmedaille des Staatspräsidenten geehrt. Klaus würdigte die guten Leistungen der Sportler mit den Worten, dass eine ganze Nation sehr stolz auf sie sei. Die Sportler, die dem Empfang aufgrund aktueller Verpflichtungen nicht beiwohnen konnten, werden nachträglich geehrt. Zu ihnen gehört die Doppel-Olympiasiegerin im Speerwerfen, Barbora Špotáková, die an den Wettkämpfen der Diamond League in Lausanne teilnimmt.

Gesundheitsreform: Experten begrüßen Ende von IZIP und doppelter Zustimmung bei Kinderbehandlung

Tschechische Ärzte sind nicht verpflichtet, in ihrer Praxis einen PC mit Internetanschluss zu haben. Gerade das aber sei einer der größten Schwachpunkte bei der Modernisierung und Optimierung im tschechischen Gesundheitswesen, urteilt die Non-Profit-Organisation Tschechisches Gesundheitsforum (ČZF) in ihrer neuesten Studie. ČZF führt periodisch eine Bewertung der ökonomischen und sozialen Reformmaßnahmen im Gesundheitswesen durch. Dazu werden je Quartal führende Ökonomen, Manager sowie Experten von Ärzte- und Patientenvereinigungen befragt. Besonders positiv wurden im zweiten Quartal zwei Maßnahmen bewertet: die Einstellung des Projektes zur Einführung der elektronischen Krankenkarten (IZIP) und die Rückkehr zur einfachen Zustimmung bei der Behandlung von Kindern. Laut neuem Gesetz ist es seit dem 1. April in Tschechien erforderlich, dass einer Behandlung ihres Kindes beide Eltern zustimmen müssen. Diese Praxis aber habe sich nicht bewährt, so dass man es jetzt begrüße, wenn dieser Fehler ab Herbst wieder korrigiert wird, erklärten die Experten unisono.

Benzinpreise in Tschechien erreichen neuen Höchststand

Die Benzinpreise in Tschechien sind auf einem neuen Rekordniveau angelangt. Am Mittwoch wurde der Liter Super Bleifrei (Natural 95) erstmals mit einem Preis von über 38 Kronen je Liter bezahlt. Im Vergleich zur Vorwoche ist der Literpreis für Super Bleifrei um 64 Heller gestiegen. Sein durchschnittlicher Verkaufspreis lag am Mittwoch bei 38,04 Kronen je Liter, was einem Literpreis von 1,52 Euro entspricht. Auch Diesel ist so teuer wie noch nie. Am Mittwoch stieg der Durchschnittspreis des Diesels auf 37,04 Kronen je Liter, das entspricht umgerechnet einem Literpreis von 1,48 Euro. In Prag, wo der Kraftstoff am teuersten ist, wurden durchschnittlich bereits Literpreise von 1,55 Euro (für Super Bleifrei) beziehungsweise 1,52 Euro (für Diesel) gezahlt. An einigen Tankstellen wurde sogar schon die Marke von 40 Kronen (1,60 Euro) für einen Liter Benzin überschritten.

Nach Meinung von Wirtschaftsanalysten sei der hohe Preisanstieg auf die Unruhen im Nahen Osten und auf den Optimismus an den Finanzmärkten zurückzuführen. Diese Situation öffne Spekulanten Tür und Tor. Daher sei in naher Zukunft nicht damit zu rechnen, dass die Benzinpreise wieder sinken, behaupten die Experten.

Škoda Auto erzielt neuen Verkaufsrekord für den Monat Juli

Der tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto hat im Juli rund 72.600 Wagen verkauft, um sechs Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit gelang den Autobauern aus Mladá Boleslav ein neues Rekordergebnis für den Monat Juli. Und auch in punkto Jahresbilanz ist Škoda auf Rekordkurs: Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat das Unternehmen bereits 565.000 Fahrzeuge abgesetzt. Das ist um 8,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Verkauf der Škoda-Modelle nahm im Juli auf allen Märkten zu mit Ausnahme von Westeuropa. Das meistverkaufte Modell von Škoda ist und bleibt der Octavia.

Škoda beginnt mit Produktion der neuen Kompakt-Limousine Rapid

Škoda Auto hat in Mladá Boleslav die Produktion der neuen Kompakt-Limousine Rapid begonnen. Der Wagen wird ab Oktober schrittweise auf den europäischen Markt gebracht. Ab nächstem Jahr wird er zudem nach China exportiert und ab 2014 auch nach Russland. Seine Premiere wird der neue Rapid auf dem Autosalon im September in Paris feiern, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Presse-Erklärung von Škoda Auto.

Der tschechische Autokonzern rechnet mit einer Tagesproduktion von 800 bis 1200 Wagen des Rapid. Der neue Wagen hat ein ausdrucksstarkes Design und wird sich größenmäßig zwischen den Modellen Fabia und Octavia einordnen. Der Preis des Fahrzeugs ist noch nicht bekannt, er sollte aber früheren Schätzungen zufolge bei umgerechnet 12.000 Euro liegen.

Folgen der Tropenhitze: Steigender Getränkebedarf und unreine Badeseen

Das tropische Wetter der letzten Tage hat in Tschechien auch zu einem Zuwachs des Getränkeverbrauchs geführt. Sowohl in den Restaurants als auch in den Geschäften sei der Verkauf von Bier und nichtalkoholischen Getränken in dieser Woche um zehn Prozent gestiegen, ermittelte die Presseagentur ČTK anhand einer Umfrage unter führenden Getränkeherstellern und -händlern. In einigen Marktsegmenten sei die Nachfrage sogar noch größer. So meldete die Supermarktkette Billa, dass die Nachrage nach alkoholfreiem Bier um bis zu 75 Prozent gegenüber der Vorwoche zugenommen habe.

Demgegenüber hat die große Hitze die Wasserqualität an einigen Badeseen verschlechtert. Der Grund dafür sind die so genannten Blaualgen, die sich infolge der tropischen Temperaturen an den Wasserflächen im Übermaß vermehrt haben. Hohe Konzentrationen dieser Cyanobakterien verändern die aquatilen Lebensräume durch Bildung hochpotenter Gifte (Cyanotoxine) und Allergene und können auch Menschenleben gefährden. Der Zuwachs der Blaualgen wurden insbesondere in den Kreisen Pardubice, Südmähren, Ústí nad Labem / Aussig und Vysočina / Böhmisch-Mährische Höhe gesichtet.

20. Internationales Dudelsackfestival in Strakonice hat begonnen

Im südböhmischen Strakonice wurde am Mittwochabend das 20. internationale Dudelsackfestival eröffnet. Zum europäischen Treffen der Dudelsackpfeifer sind über 1200 Teilnehmer aus 17 Ländern angereist. Bei dem Festival treten zirka 50 Solisten auf, aber auch große Ensembles mit mehr als 30 Dudelsackpfeifern aus Frankreich, Schottland oder Bulgarien. Das erste Festival in Strakonice wurde 1967 anlässlich des 600. Jahrestags der Gründung der Stadt veranstaltet. Seitdem findet es alle zwei Jahre jeweils Ende August statt.

Fußball – EL-Qualifikation: Liberec, Sparta und Pilsen ohne Sieg

In den Play-off-Hinspielen zur Europa League spielten die tschechischen Vertreter zweimal unentschieden und verloren die dritte Begegnung kurz vor dem Abpfiff per Foulelfmeter. Im Heimspiel gegen Dnepr Dnepropetrowsk kam Landesmeister Slovan Liberec nicht über ein 2:2 hinaus. Bis zur 62. Minute lagen die Nordböhmen allerdings noch 0:2 zurück, so dass sie mit dem Remis letztlich zufrieden sein konnten. Den Treffer zum 2:2-Ausgleich erzielte Lukáš Vácha kurz vor Spielende per Foulstrafstoß.

Genau umgekehrt aus tschechischer Sicht verlief die Partie zwischen Feyenoord Rotterdam und Sparta Prag. Hier führten die Gäste durch zwei Treffer von Václav Kadlec zur Halbzeit mit 2:0, nach dem Anschlusstor der Niederländer in der 60. Minute aber hielten die Prager dem Druck der Hausherren nicht stand und kassierten in der Nachspielzeit noch das Tor zum 2:2-Endstand. Viktoria Pilsen unterlag auswärts beim belgischen Club SK Lokeren mit 1:2. Die Rückspiele finden am kommenden Donnerstag statt.

Fußball: Hamburger SV will Tschechiens Nationalspieler Jiráček verpflichten

Der Hamburger SV ist am tschechischen Fußball-Nationalspieler Petr Jiráček interessiert. Für Jiráček hat der HSV dem VfL Wolfsburg dem Vernehmen nach eine Ablöse in Höhe von 3,5 Millionen Euro geboten. Der Mittelfeldakteur war für diesen Betrag erst in der Winterpause von Viktoria Pilsen nach Wolfsburg gekommen, konnte sich aber unter Felix Magath nicht durchsetzen. Laut übereinstimmenden Berichten in Wolfsburger Zeitungen hat der VfL-Trainer und -Geschäftsführer Jiráček die Freigabe für einen Wechsel erteilt.

Die HSV-Verantwortlichen, Sportchef Frank Arnesen und Trainer Thorsten Fink, sind sich einig: Es besteht Handlungsbedarf auf der Spielmacher-Position im Mittelfeld. Da käme die Verpflichtung von Jiráček gerade recht, zumal dieser Transfer für den HSV wirtschaftlich machbar wäre, heißt es.

Brünn erwartet heißes Motorsport-Wochenende

Nach zwei Läufen in Amerika wird die Serie zur Motorrad-Weltmeisterschaft an diesem Wochenende auf dem Masaryk-Ring im mährischen Brno / Brünn fortgesetzt. Am Sonntag werden die WM-Läufe in den in den Klassen MotoGP, Moto2 und Moto3 ausgefahren, am Freitag wird das freie Training und am Samstag die Qualifikation zum WM-Lauf durchgeführt. Zu allen drei Renntagen erwarten die Veranstalter wieder rund 200.000 Zuschauer.

Das Wetter am Freitag: bewölkt mit Schauern oder Gewittern, bis 34 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt, vielerorts treten Schauer oder Gewitter auf. Nur in Mähren und Mährisch-Schlesien ist es in der ersten Tageshälfte heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 28 bis 32 Grad, in Südmähren sind auch 34 Grad Celsius möglich. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte bis zu 21 Grad Celsius.