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Industrieminister Kuba beruft Generaldirektor von CzechInvest ab

Wegen einer strittigen Auftragsvergabe hat der tschechische Minister für Industrie und Handel, Martin Kuba, am Montag den Generaldirektor der staatlichen Investitionsagentur CzechInvest, Miroslav Krížek, abberufen. An dessen Stelle rückt ab Dienstag Petr Očko, der Direktor der Abteilung EU-Fonds beim Industrieministerium. Laut Minister Kuba habe ein von ihm angeordnetes Audit aufgezeigt, dass CzechInvest bei der Ausschreibung eines Auftrags zur Auswahl von Gewerbeflächen für in- und ausländische Investoren grobe Fehler begangen habe. Wegen des Verdachts auf unlautere Auftragsvergabe waren die Räume der Agentur vergangenen Montag auch von der Antikorruptionseinheit der tschechischen Polizei durchsucht worden. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen diese Woche bekanntgegeben werden.

Sozialdemokraten in Kreisen Vysočina und Zlín wollen Kampagne gegen Kirchenrestitutionen entschärfen

Die Sozialdemokraten (ČSSD) in den Kreisen Vysočina (Böhmisch-Mährische Höhe) und Zlín lehnen die erbitterte Kampagne ihrer Partei gegen Kirchenrestitutionen ab. Sie wollen der Debatte zu diesem Thema in ihren Kreisen die Schärfe nehmen, teilte das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen am Sonntagabend unter Berufung auf ČSSD-Mitglieder aus den beiden Regionen mit.

Die Kirchen haben die Kampagne der Sozialdemokraten vorige Woche kritisiert. Die Art und Weise, wie die ČSSD ihren Wahlkampf führe, sei nicht kultiviert und ein Weg, der die Demokratie gefährde, so die Kirchenvertreter. Die Kampagne der Sozialdemokraten verglichen sie mit der Propaganda der einstigen Regime des Nationalsozialismus und Kommunismus. In den Regionen Vysočina und Zlín, wo eine verhältnismäßig hohe Prozentzahl der Bewohner katholisch ist, befürchten die Sozialdemokraten dem Fernsehbericht zufolge, dass ihnen die Kampagne schaden könnte.

Konservative protestieren gegen Festival Prague Pride

In Prag wurde am Montag das Schwulen- und Lesbenfestival Prague Pride eröffnet. Das Festival findet zum zweiten Mal in der tschechischen Hauptstadt statt, trifft aber in der Bevölkerung auch auf Widerstand. Ähnlich wie im vorigen Jahr protestieren Konservative gegen das Festival. Die Bürgerinitiative D.O.S.T. übergab dazu dem Prager Magistrat am Montag eine Protestnote. Die Bürgerinitiative distanziert sich darin von der Unterstützung, die Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda dem Festival gewährt. Weitere Protestnoten der Bürgerinitiative werden auch an die Botschaften der USA, Israels und der Niederlande gehen, weil sie das Festival unterstützen. Auf dem sechstägigen Programm von Prague Pride stehen Diskussionen, Ausstellungen und Konzerte.

Hochwasser-Symbol Zálezlice erhält neuen Deich für sechs Millionen Euro

In der mittelböhmischen Gemeinde Zálezlice, deren Gebäude beim Jahrhunderthochwasser vor zehn Jahren zu zwei Dritteln zerstört wurden, wird ein neuer Deich errichtet. Die Kosten für den Bau des verstärkten Wasserschutzdamms liegen bei umgerechnet 6,4 Millionen Euro. Der erste Spatenstich für den Bau wird im September vollzogen, genau ein Jahr später soll der Deich fertig sein, gaben Vertreter des tschechischen Landwirtschaftsministeriums am Montag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt. Der Deich wird auf einer Länge von mehr als 1500 Metern vier Meter hoch sein und damit bis zu 80.000 Kubikmeter auffangen können. Das entspreche dem höchsten Pegelstand bei der Flut vor zehn Jahren, hieß es.

Schwarzes Wochenende: Zwölf Verkehrstote – vier Teenager sterben bei Unfall nahe Klösterle

Am vergangenen Wochenende musste die tschechische Verkehrspolizei eine sehr traurige Bilanz ziehen: Auf den hiesigen Straßen kamen bei Verkehrsunfällen zwölf Menschen ums Leben. Das ist die höchste Zahl an Unfallopfern für ein Wochenende in diesem Jahr, ebenso wie die acht Verkehrstoten am Samstag für einen Wochentag. Besonders tragisch war jedoch der schwere Unfall, der sich am Sonntag im Erzgebirgsvorland ereignet hat – dabei sind vier junge Menschen gestorben. Der Fahrer ihres Kleinwagens missachtete an einer Kreuzung bei Klášterec nad Ohří / Klösterle an der Eger die Vorfahrt. Das Auto prallte gegen einen Transporter, wie die Polizei in Ústí nad Labem / Aussig am Montag mitteilte. Für zwei Jungen und zwei Mädchen im Alter von 17 bis 18 Jahren kam jede Hilfe zu spät. Eine fünfte, 17 Jahre alte Insassin des Kleinwagens, überlebte die Kollision in der Nacht auf Montag schwer verletzt. Sie wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Der Fahrer des Transporters kam mit Blessuren davon.

Polizei nimmt Rumänen-Bande fest, die brutale Raubzüge verübt haben soll

Die tschechische Kriminalpolizei hat am vergangenen Freitag in Prag eine sechsköpfige Rumänen-Bande gestellt und festgenommen, die in dem Verdacht steht, mindestens vier sehr brutal durchgeführte Raubüberfälle verübt zu haben. Die Bande sei vor allem in Lagerhäuser eingedrungen, um Baumaterial oder Elektronik-Ware zu stehlen, sagte am Montag ein Polizeisprecher. Der dabei entstandene Schaden belaufe sich auf mindestens 140.000 Euro.

Bei ihren Raubzügen seien die 20 bis 25 Jahre alten Rumänen stets maskiert gewesen und sehr brutal vorgegangen. Mit Eisenstäben oder Brechstangen bewaffnet hätten sie auf die vor Ort angestellten Lagerarbeiter eingeschlagen und sie dabei schwer misshandelt, schilderte der Polizeisprecher. Die Opfer der Einbrecher haben schwere Verletzungen davongetragen, zum Beispiel Mehrfachbrüche und Knochenabsplitterungen. Dem Polizeisprecher zufolge hätten die Diebe alles geklaut, was ihnen in den Weg kam und sich zu Geld machen ließ. Die Bande habe ihre Straftaten seit Mitte Juni verübt. Fünf der sechs verfolgten Ausländer sitzen in Untersuchungshaft. Wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall droht jedem von ihnen eine Gefängnisstrafe von bis zu 12 Jahren.

Streit um Waldgebiet nähert sich dem Ende: Stiftung Egerwald beschlossen

Ein jahrelanger Rechtsstreit um ein Waldgebiet der westböhmischen Stadt Cheb / Eger, das im benachbarten Bayern liegt, wird voraussichtlich bald begraben. Im Herbst will Cheb dazu die Vereinbarung zur Gründung der gemeinsamen Stiftung Egerwald (Chebský les) mit dem oberpfälzischen Bezirk Tirschenreuth unterzeichnen, in dem sich der Wald befindet. In diese Stiftung werden die Erlöse aus der Bewirtschaftung des Waldes fließen, der Eigentum von Cheb ist, zu Zeiten des Kalten Krieges aber unter der Zwangsverwaltung des deutschen Staates stand. Seit der Wende ist die Stadt Cheb bemüht, wieder Zugriff auf das 647 Hektar große Waldstück zu erlangen.

Im Jahr 2010 entschied das Verwaltungsgericht Regensburg, dass das Andauern der Zwangsverwaltung unrechtmäßig sei. Daraufhin hatte die bayerische Landesregierung dem Rathaus von Cheb ein Angebot von 10 Millionen Euro für das Waldstück gemacht. Die Stadtväter von Cheb haben jedoch abgelehnt. Der jetzigen Variante aber, mittels einer Stiftung an den Einnahmen aus der Waldwirtschaft zu partizipieren, hat das Stadtparlament schon Ende Juni zugestimmt. Nun willigte auch die deutsche Seite ein.

In Horažďovice entsteht Ökologie-Zentrum für Schüler aus Böhmen und Bayern

Der Pilsener Kreis will in einer ehemaligen Mühle im südwestböhmischen Horažďovice binnen eines Jahres ein Aufenthaltszentrum für environmentale Ausbildung errichten. In diesem Zentrum sollen später Grundschüler und Gymnasiasten, aber auch Bürgerinitiativen und Interessensgruppen aus der Region sowie aus der benachbarten Oberpfalz unterrichtet werden. Das Projekt erfordert eine Investition von umgerechnet 1,6 Millionen Euro, von denen 1,3 Millionen Euro durch EU-Fördergelder finanziert werden. Die Kapazität der Einrichtung liegt bei 40 bis 45 Kindern einschließlich der Schlafzimmer und des Speisesaals. Zu den Aktivitäten in der Einrichtung müssen die tschechische und die deutsche Seite zu gleichen Teilen beitragen. Das sollte jedoch kein Problem sein, denn einen Unterricht in Ökologie und Naturwissenschaften in freier Natur hat es bisher nicht gegeben, sagte der stellvertretende Hauptmann des Kreises Plzeň / Pilsen, Ivo Grüner. Die Einrichtung soll in den nächsten Sommerferien ihrer Bestimmung übergeben werden.

Anthropologen erforschen sterbliche Überreste ermordeter Franziskaner

Wissenschaftler der anthropologischen Abteilung des Prager Nationalmuseums erforschen in diesen Tagen im Labor die sterblichen Überreste von vierzehn Prager Franziskanern, die im 17. Jahrhundert ermordet wurden. Nach mehr als 300 Jahren wurden die sterblichen Überreste der Franziskaner im Juli dieses Jahres aus dem Grab in der Prager Maria-Schnee-Kirche gehoben. Die Franziskaner wurden am 15. Februar 1611 während des Einfalls der Passauer Truppen in Prag ermordet. Die aufgebrachten Menschenmassen überfielen damals einige Klöster. Zuletzt wurde die Grabstätte 1677 geöffnet. Die Resultate der anthropologischen Forschungen werden im September bekanntgegeben. Die Franziskaner, die bald nach ihrem Tod als Märtyrer verehrt wurden, sollen im Oktober seliggesprochen werden.

Woche jüdischer Kultur in Holešov hat begonnen

Im mährischen Holešov wurde am Sonntag die Woche der jüdischen Kultur eröffnet. In diesem Jahr konzentriert sich das Festival, das in der Stadt zum 12. Mal stattfindet, auf das osteuropäische Judentum und den 350. Todestag des Rabbiners SchaCh. Nach dem Rabbiner, der ein berühmter jüdischer Gelehrter des 17. Jahrhunderts war, ist auch die Synagoge in Holešov benannt. Holešov hatte in der Vergangenheit eine der größten jüdischen Gemeinden in Mähren. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten in Holešov rund 1700 Juden.

Tschechische Olympiasieger und Medaillengewinner in Prag erwartet

Der restliche Hauptteil der tschechischen Olympiamannschaft tritt am Montag die Heimreise an. In den Abendstunden wird eine Sondermaschine mit fünf der insgesamt zehn Medaillengewinner in Prag landen. Die Erfolgreichen sind die Olympiasieger Barbora Špotáková, David Svoboda und Jaroslav Kulhavý sowie zwei Bronzemedaillengewinner, Hürdenläuferin Zuzana Hejnová und das Quartett des Vierer-Kajaks im Rennkanusport. Die vierte tschechische Olympiasiegerin, Ruderin Miroslava Knapková, reiste bereits vor einer Woche nach Tschechien zurück.

Tennis: Kvitová nach Sieg über Wozniacki im Finale in Montreal

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat beim WTA-Turnier in Montreal das Finale erreicht. Im Halbfinale besiegte die 22-jährige Tschechin am Sonntag Caroline Wozniacki aus Dänemark mit 3:6, 6:2 und 6:3. Im Finale trifft Kvitová auf die Chinesin Li-Na, die im zweiten Halbfinale Kvitovás Landsfrau Lucie Šafářová bezwang.

Das Wetter am Dienstag: heiter, nur örtliche Schauer, bis 26 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien wolkenlos bis heiter, nur im Nordosten des Landes etwas stärker bewölkt mit gelegentlichen Schauern. Morgens örtlich Frühnebel. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen sie lediglich 15 Grad Celsius.