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NATO-Luftwaffenübung in Tschechien

Anfang September wird eine große Nato-Übung für Luftstreitkräfte in der Tschechischen Republik stattfinden. Das gab eine Sprecherin des Verteilungsministeriums am Samstag bekannt. Luftstreitkräfte aus 17 Mitgliedsländern werden an dem Manöver teilnehmen, gesteuert wird die Übung von Nato-Hauptquartier in Ramstein, Deutschland. Für das Manöver werden A-10 Kampfbomber und F-16 Jagdmaschinen der US-Air-Force auf den tschechischen Luftwaffenstützpunkt in Náměšť nad Oslavou verlegt. Es wird wohl die einzige Nato-Luftwaffenübung in diesem Jahr sein.

Hochwasserschutzübung zum 10. Jahrestag der Überschwemmung in Prag

Früh am Samstagmorgen haben die Feuerwehr, Soldaten und Freiwillige Helfer begonnen, im Prager Zentrum eine Hochwasserschutzmauer zu errichten. Bei der Übung werden mobile Schutzmauern und Pumpen aufgebaut. Das rechte Moldauufer ist solange für die Öffentlichkeit gesperrt. Am Nachmittag nutzt die Stadt die Übung, um an das fatale Hochwasser zu erinnern, dass im August vor zehn Jahren Prag und weite Teile Böhmens überschwemmt hatte. An der Insel Žofín findet ein Programm für die Öffentlichkeit statt, Besucher können sich dort über das Hochwasserschutzsystem informieren und die Spezialtechnik anschauen.

Christdemokratische Partei denkt über Namensänderung nach

Die führenden Köpfe der tschechischen Christdemokraten erwägen eine Namensänderung der Partei, um mehr Wähler anzuziehen. Das berichtet die Tageszeitung Pravo in ihrer Samstagsausgabe. Der Vorsitzende der Partei, Pavel Bělobrádek sagte dem Blatt, es seien acht bis zehn Alternativen zum offiziellen Namen der Partei – Christlich-demokratische Union-Tschechische Volkspartei (KDU-ČSL) – im Gespräch. So gebe es Überlegungen, das adjektiv christlich aus dem Namen zu streichen, um mehr Wähler anzuziehen. Oder wieder den ursprünglichen Namen Volkspartei zu verwenden. Unter dieser Bezeichnung fungierte die Partei bis 1989. Die Überlegungen werden diskutiert und eventuell auch umgesetzt auf dem Parteitag der Christdemokraten im Dezember.

Die Volkspartei wurde 1918 gegründet und ist eine der ältesten tschechischen Parteien. Sie war Teil von Regierungskoalitionen vor dem Zweiten Weltkrieg und regelmäßig auch nach 1989. In den letzten Wahlen 2010 konnte die Partei kein Mandat erringen, sie scheiterte an der 5-Prozent-Hürde. Für die kommenden Wahlen sagen ihr Umfragen aber einen erneuten Einzug ins Abgeordnetenhaus vorraus.

Präsidentenwahl: Jan Fischer führt weiter Umfragen an

Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Meridian sieht den ehemaligen Premier Jan Fischer bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr deutlich vorne. 34,5 Prozent der Befragten gaben an, dem kurzzeitigen Vorsitzenden einer Beamtenregierung und ehemaligen Chef des Statistikamtes zum Nachfolger von Václav Klaus wählen zu wollen. Auf dem zweiten Platz ist der ehemalige Sozialdemokrat Miloš Zeman, ihn wollen 14 Prozent der Befragten im höchsten Staatsamt sehen, auf dem dritten Platz liegt mit 11,5 Prozent Jan Švejnar, der bereits 2008 angetreten war, sich aber Amtsinhaber Klaus geschlagen geben musste. Die Wahlen werden im Januar 2013 stattfinden, zum ersten Mal in der Geschichte Tschechiens und der Tschechischen Republik in einer direkten Wahl durch die Bürger.

Fehlende Transportlizenzen für Deutschland und Polen Schuld an Rückgang von Waffenexporten

Die tschechischen Waffenproduzenten haben im vergangenen Jahr Waffen im Gesamtwert von 4,5 Milliarden Kronen (180 Millionen Euro) ausgeführt, das sind 600 Millionen Kronen weniger als noch im Jahr 2010. Schuld am Rückgang seien vor allem die Nachbarländer Polen und Deutschland. Im Jahr 2011 hätte die Industrie ein Drittel mehr ausführen können, hätten die Nachbarländer sie nicht am Transport der Waffengeräte gehindert, so ein Sprecher des Interessenverbandes der Waffenproduzenten. Deutschland und Polen verlangen besondere Transportlizenzen für den Transit von Waffen über ihr Territorium zum nächsten Hafen. Die tschechische Waffenindustrie hat nun die Politik aufgefordert, sich bei der Europäischen Union zu intervenieren. Der freie Warenverkehr sei schließlich eines der größten Versprechen der Union.

Polizeieinsatz im Altvatergebirge gegen illegale Blaubeerensammler

Am Samstagmorgen haben Polizisten die Parkschützer im Nationalpark Jeseníky / Altvatergebirge verstärkt. Sie sollen das illegale Blaubeerensammeln verhindern. Organisierte Gruppen gehen mit speziellen Harken durch das Unterholz, um die Beeren zu pflücken. Dabei richten sie aber Flurschäden in den Schutzgebieten an. Die Polizei kontrolliert nun die Wege in die Wälder. Verstoße gegen das Sammelverbot können mit einem Verwarngeld von 1000 Kronen (40 Euro) bestraft werden.

Olympia: Svoboda holt Gold im modernen Fünfkampf

Im modernen Fünfkampf konnte der Tscheche David Svoboda am Samstagabend die dritte Goldmedaille für Tschechien holen. Der 27-jährige Sportsoldat konnte direkt zu Beginn beim Säbelfechten überzeugen, beim Schwimmen schaffte er es auf den siebten Platz. Erst beim Springreitwettbewerb musste er Strafpunkte einstecken, seine direkten Konkurrenten schlossen aber schlechter ab, daher ging er als Favorit in die letzte Disziplin. Er startete mit nur einer Sekunde Vorsprung auf den Chinesen Zhongrong Cao und lieferte sich in der Folge ein packendes Duell. Cao zeigte beim Schießen eine etwas ruhigere Hand, Svoboda war aber beim Laufen klar besser. In der letzten Runde überholte er den Chinesen an der Steigung und schaffte es mit einem Vorsprung von fünf Sekunden zur Goldmedaille.

Das Wetter am Sonntag, 12.8.: bewölkt, bis 23 Grad

Am Sonntag wird es in Tschechien schöner. Der Himmel ist zunächst klar. Erst im Laufe des Tages zieht es vorübergehend zu und vereinzelt kommt es zu Schauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 19 bis 23 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Werte maximal 13 Grad Celsius.