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Justizminister Blažek ernennt Bradáčová zur obersten Staatsanwältin in Prag

Der tschechische Justizminister Pavel Blažek hat die Aussiger Staatsanwältin Lenka Bradáčová zur neuen Vorsitzenden der Oberen Staatsanwaltschaft in Prag ernannt. Das sagte Blažek am Montag vor Journalisten. Der Justizminister entsprach damit dem Vorschlag des Obersten Staatsanwalts Pavel Zeman.

Wegen der Ernennung Bradáčovás auf den Chefposten der Oberen Staatsanwaltschaft in Prag war es in jüngster Vergangenheit zu wilden Spekulationen gekommen. Eine davon war, der Grund für die Abberufung von Blažeks Vorgänger als Justizminister, Jiří Pospíšil, soll gewesen sein, dass er Bradáčová zur Oberen Staatsanwältin vorschlagen wollte. Premier Nečas hat diesen Vorwurf strikt zurückgewiesen. Justizminister Blažek wiederum wurde vorgehalten, die Ernennung der Oberen Staatsanwältin absichtlich hinauszuzögern. Blažek erwiderte darauf, dass das Datum, an dem der Vorschlag zur Ernennung Bradáčovás offiziell unterbreitet wurde, „grob manipuliert“ worden sei. Vermutlich mit der Absicht, Premier Nečas zu diskreditieren, so Blažek. Seinen Worten nach sei dieser Vorschlag erst am Tag seiner Ernennung auf den Tisch gelegt worden und nicht schon zur Amtszeit seines Vorgängers.

Politiker aller Parteien begrüßen Ernennung von Bradáčová – nur ODS übt Kritik

Die Vertreter fast aller Parteien in Tschechien haben die Ernennung von Lenka Bradáčová zur obersten Staatsanwältin in Prag begrüßt. Der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei Top 09, Petr Gazdík, bezeichnete diesen Schritt als „gute Nachricht“. Nach Meinung von Vizepremierministerin Karolína Peake werde die Situation in der Oberen Staatsanwaltschaft in Prag durch diese Entscheidung stabilisiert. Auch Vertreter der oppositionellen Sozialdemokraten (ČSSD) und Kommunisten (KSČM) sprachen sich lobend über die Besetzung der juristischen Spitzenposition aus.

Einzig die Bürgerdemokraten äußerten sich etwas missbilligend. Es sei beunruhigend, wenn jemand angeblich mit dem Vorschlag zur Ernennung von Bradáčová manipuliert habe. Die Sozialdemokraten und die Partei Top 09 hätten die entstandene Situation zum Angriff auf die ODS genutzt, um von eigenen Problemen abzulenken, sagte ODS-Fraktionschef Zbyněk Stanjura am Montag. Die Berufung Bradáčovás in das Amt der obersten Staatsanwältin in Prag bestätige andererseits, was Premier Nečas und die ODS immer behauptet haben: Die Abberufung von Justizminister Pospíšil steht in keinem Zusammenhang mit der Personalie Bradáčová, ergänzte Stanjura. Finanzminister und Top 09-Vizechef Miroslav Kalousek äußerte sich ähnlich. Ihm zufolge sei es offenkundig, dass Pospíšil aufgrund seiner mangelhaften Fähigkeiten als Krisenmanager abberufen worden sei.

Vizepremierministerin will Auftrag für Kfz-Register überprüfen lassen

Vizepremierministerin Karolína Peake forderte am Montag, die Funktionsfähigkeit, den Preis und die Form des Auftrags für die neue Software des Kfz-Registers prüfen zu lassen. Peake erklärte auch, dass ihr Parteikollege, Verkehrminister Pavel Dobeš, für das wiederholte Versagen des Systems Verantwortung übernehmen müsse. Die neue Software für die Kfz-Zulassungsstellen erwies sich seit ihrer Inbetriebnahme am 9. Juli bis Mitte letzter Woche wiederholt als sehr störanfällig.

Premier Petr Nečas hatte dem Verkehrsminister daraufhin bis zum vergangenen Freitag eine Frist gesetzt, um die Probleme zu beheben. Andernfalls habe Dobeš die personellen Konsequenzen zu tragen, so Nečas. Am Montag funktionierte das System in den meisten Ämtern problemlos, nur aus Prag und Pardubice wurden leichte Komplikationen gemeldet. Der Vizechef der Sozialdemokraten, Michal Hašek, erklärte aber, dies sei Grund genug, dass Dobeš zurücktreten müsse.

Streit um Casa-Transporter: L-159 Maschine kompensiert Mängel-Lieferung

Im Streit um eine Lieferung von vier Casa-Flugzeugen, die mangelhaft waren, ist am Montag in Čáslav ein weiteres Kapitel geschlossen wurden. Auf dem Militärflugplatz der ostböhmischen Stadt traf ein Kampfflugzeug vom Typ L-159 ein, das vom europäischen Rüstungskonzern EADS als Kompensation für die Mängel beim Casa-Auftrag geschickt wurde. Das Kampfflugzeug wurde in seinen Einzelteilen mit zwei Lkw-Fuhren antransportiert.

Tschechien hat drei Casa-Transportmaschinen für die eigene Armee gekauft, die vierte Maschine soll gegen vier der L-159-Unterschallflugzeuge getauscht werden. Pavel Bulant vom tschechischen Verteidigungsministerium wollte diesen Tausch jedoch nicht bestätigen. Er habe keine Informationen darüber, dass noch weitere L-159-Maschinen nach Tschechien zurückgebracht würden. Diese Kampfflugzeuge stammen aus eigener Produktion, werden in der Armee jedoch nur zu Übungszwecken eingesetzt.

Die Casa-Transportmaschinen sollten ursprünglich die Antonow-Flugzeuge aus russischer Produktion ersetzen. Weil die Casa-Transporter aber immer wieder Mängel anzeigen, hat sie die tschechische Armee in Afghanistan nur sehr begrenzt einsetzen können. Wegen des teueren und konkurrenzlosen Ankaufs der Casa-Maschinen muss sich derzeit auch die ehemalige Verteidigungsministerin Vlasta Parkanová den Ermittlungen der tschechischen Kriminalpolizei stellen.

Komerční banka steigert Gewinn im ersten Halbjahr 2012

Die tschechische Komerční banka (KB) konnte im ersten Halbjahr 2012 ihren Gewinn auf 7,3 Milliarden Kronen (290 Millionen Euro) steigern. Im Vorjahr machte die Bank noch einen Gewinn von 5,48 Milliarden Kronen. Seitdem konnte sie eine Reserve von 1,66 Milliarden Kronen anlegen, um auf die Verluste aus der Überbewertung griechischer Staatsanleihen reagieren zu können. Die Geschäfte der Bank laufen stabil, so ein Analytiker, und das sich verlangsamende Wachstum der Einnahmen, dass durch die stockende wirtschaftliche Entwicklung der Tschechischen Republik verursacht werde, konnte erfolgreich auf der Ausgabenseite kompensiert werden. Die Komerční banka gehört zu den größten inländischen Bankengruppen. Hauptanteilseigner ist mit 60,4 Prozent die französische Société Générale.

Bierbrauereien in Tschechien steigern Halbjahres-Produktion um 1,4 Prozent

Die tschechischen Bierbrauereien haben ihre Produktion im ersten Halbjahr dieses Jahres ein wenig gesteigert. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben sie um 1,4 Prozent mehr Bier abgefüllt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Angaben machte am Montag der Tschechische Verband der Brauereien und Mälzereien, dem mehr als 90 Prozent aller Bierproduzenten des Landes angehören. Diese Steigerung sei vor allem auf zwei Komponenten zurückzuführen – auf den höheren Ausstoß bei Radler-Bieren und auf die wiederbelebte Rückkehr von Touristen in Tschechien, sagte Verbandsdirektor Jan Veselý.

Olympia: Tschechische Wildwasser-Kanuten schüren Medaillenhoffnung

Auch nach dem dritten Olympiatag in London ist die Tschechische Republik noch ohne Medaille. Die größten Hoffnungen, dass sich das ändert, aber gibt es im Wildwasser-Kanuslalom. In dieser Sportart haben Jaroslav Volf und Ondřej Štěpánek sowie Vavřinec Hradilek und Stanislav Ježek am Montag das Halbfinale im Zweier-Canadier erreicht. Auch die Grand Dame dieses Sports, Štěpánka Hilgertová, überzeugte. In der ersten Wettbewerbsgruppe belegte die zweifache Olympiasiegerin im Einer-Kajak den dritten Platz in der Qualifikation. Damit sollte sich die 44-Jährige ebenfalls für das Halbfinale qualifiziert haben.

Olympia: Im Tennis ist Kvitová Tschechiens letzte Einzelhoffnung

Nahezu ein olympisches Debakel hat der tschechische Tennissport am Montag in den Einzelkonkurrenzen von Wimbledon erlebt. In drei Begegnungen der ersten Runde, die wegen des Regens am Sonntag ausgefallen waren, haben alle drei Starter aus Tschechien verloren: Radek Štěpánek in zwei Sätzen gegen den Russen Nikolai Dawydenko, Lucie Šafářová in zwei Sätzen gegen die Britin Laura Robson und Petra Cetkovská nach 1:6 und Aufgabe im zweiten Satz (0:3) gegen die Deutsche Angelique Kerber. Damit scheiterten gleich fünf der sechs tschechischen Einzel-Teilnehmer in der ersten Runde.

Einzig und allein Vorjahres-Wimbledonsiegerin Petra Kvitová vertritt jetzt noch die tschechischen Farben in den Einzel-Wettbewerben. Nach einem weiteren mit Höhen und Tiefen heraus gespielten Drei-Satz-Sieg über die Chinesin Peng Shuai erreichte Kvitová am Montag sogar schon die dritte Runde.

Olympia: Badminton-Spieler Koukal und Gavnholt scheiden aus

Die tschechischen Badminton-Vertreter sind bei den olympischen Sommerspielen in der Vorrunde ausgeschieden. Petr Koukal verlor auch das zweite Spiel der Gruppe O. Am Sonntag unterlag er dem Spanier Pablo Abián mit 1:2 nach Sätzen. Die tschechische Badminton-Spielerin Kristína Gavnholt bezwang am Sonntag in der Gruppe N Larissa Grigowa aus der Ukraine mit 2:1. Da sie tags zuvor aber gegen die Deutsche Juliane Schenk verloren hatte, musste Gavnholt klar gewinnen. Der verlorene Satz gegen Grigowa besiegelte daher ihr Ausscheiden.

Die Chancen auf ein Weiterkommen gewahrt haben indes die tschechischen Beach-Volleyballerinnen Lenka Háječková und Hana Klapalova. Am Montagvormittag besiegten sie ein Außenseiterpaar aus Mauritius mit 2:0 Sätzen. Zuvor hatten sie gegen das deutsche Duo Katrin Holtwick und Ilka Semmler verloren.

Olympia: Kreuziger schließt Hilfe für Winokurow aus

Der tschechische Radsport-Profi Roman Kreuziger wehrt sich gegen Vorwürfe, beim Olympia-Straßenrennen eher für sein kasachisches Team Astana, als für sein Land gefahren zu sein. Sein Astana-Teamkapitän Alexander Winokurow hatte am Samstag nach einem Ausreißversuch die Goldmedaille geholt. Nach dem Rennen hatte Kreuziger gesagt, sich aktiv an dessen Verfolgung zu beteiligen, fände er „nicht anständig“. Der Gedanke jedoch, als einziger Tscheche unter mehreren Spaniern, Amerikanern und Niederländern die Verfolgung aufzunehmen, sei völlig abwegig, so Kreuziger später auf seiner Webseite. Kreuziger belegte als bester Tscheche den 15. Platz.

Olympia: Tschechiens Basketball-Damen kassieren zweite Niederlage

Vize-Weltmeister Tschechien hat im olympischen Basketball-Turnier der Damen die zweite Niederlage kassiert. Die Tschechinnen verloren am Montag in London gegen die Türkei mit 57:61 (21:33). Zum Auftakt waren die Spielerinnen von Trainer Lubor Blažek bereits China unterlegen. Für das Team aus der Türkei war es in der Basketball Arena im Olympic Park dagegen bereits der zweite Sieg. Auch China ist nach einem 83:58 gegen Kroatien noch ungeschlagen.

Das Wetter am Dienstag: heiter und sonnig, bis 28 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend wolkenlos bis heiter. Nur im Westen Böhmens etwas stärkere Bewölkung, örtlich Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen in Böhmen bei 21 bis 25 Grad, in Mähren und Schlesien bei 24 bis 28 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen sie lediglich 18 Grad Celsius.