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Schwarzenberg: Syrien braucht Waffenruhe, keine Intervention

Außenminister Karel Schwarzenberg hat sich am Donnerstag zu Syrien geäußert. Die Situation in dem arabischen Land sei eine Tragödie, die er als Bürgerkrieg betrachte. Die Schuld daran könne aber nicht nur eine Seite tragen, erklärte Schwarzenberg gegenüber der Presseagentur ČTK. Daher müsse unbedingt eine Waffenruhe eintreten. Ein Vertreter einer militärischen Intervention sei er aber nicht, fügte der tschechische Chefdiplomat hinzu. Die Schlüsselposition nehme Russland ein, das den größten Einfluss auf den syrischen Präsident Asad habe. Daher müsse man Russland von einem Waffenstillstand überzeugen, so Schwarzenberg weiter.

Verteidigungsminister Vondra verspricht Acht-Jahres-Plan für Rüstungsbeschaffungen

Verteidigungsminister Alexandr Vondra hat am Donnerstag auf einem Treffen des Verbands der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie versprochen, einen strategischen Acht-Jahres-Plan für die Beschaffung von Rüstungsgütern vorzulegen. Die Industrievertreter hatten zuvor beklagt, zu viel Geld für die Forschung an Rüstungsgütern auszugeben, die später nicht benötigt würden. Vondra kündigte auf dem Treffen auch an, im nächsten Jahr eine Zentralstelle für die Beschaffung von Ausrüstung für Polizei, Militär und Gefängnisverwaltung zu schaffen, um Kosten zu reduzieren.

Vorsitzende des Abgeordnetenhauses eröffnet im israelischen Parlament Ausstellung über Attentat auf Heydrich

Im israelischen Parlament wird eine Ausstellung über das Attentat auf Reinhard Heydrich gezeigt. Die Exposition wurde am Mittwochabend von der Vorsitzenden des tschechischen Abgeordnetenhaus, Miroslava Němcová, und vom Präsident der Knesset, Reuven Rivlin, eröffnet. Die Ausstellung sei speziell für die Knesset vorbereitet worden, erklärte der Leiter des Militärhistorischen Instituts in Prag, Aleš Knížek. Neben Dokumenten zum Attentat auf Heydrich zeigt die Ausstellung die Entwicklung der Beziehungen zwischen dem tschechischen und dem jüdischen Volk und später dem Staat Israel im Laufe des 20. Jahrhunderts. Eröffnet wurde die Ausstellung am Vorabend des 50. Jahrestags der Hinrichtung von Adolf Eichmann.

Causa Rath: Führung des ČSSD-Regionalverbandes will nicht zurücktreten

Die Führung des Regionalverbandes der Sozialdemokraten (ČSSD) in Mittelböhmen wird wegen dem inhaftierten mittelböhmischen Kreishauptmann David Rath nicht zurücktreten. Die Führung des ČSSD-Regionalverbandes möchte, dass zunächst der Rat des mittelböhmischen Kreises, der nur aus Sozialdemokraten zusammengesetzt ist, die politische Verantwortung übernimmt. Erst wenn die Ratsmitglieder zurücktreten werden, ist die Führung des Regionalverbandes bereit, ebenfalls zurückzutreten. Dies teilte das Mitglied der Führung der mittelböhmischen ČSSD und stellvertretende mittelböhmische Kreishauptmann Marcel Chládek am Mittwochabend mit. Das Exekutivkomitee der ČSSD empfahl zuvor der Führung der mittelböhmischen Sozialdemokraten, wegen David Rath zurückzutreten. Rath wurde Mitte Mai der Korruption beschuldigt und inhaftiert.

Nur 41 Prozent der Tschechen mit EU-Mitgliedschaft zufrieden

Mit der Mitgliedschaft der Tschechischen Republik in der Europäischen Union zeigten sich bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts STEM nur 41 Prozent der Tschechen zufrieden. Das ist der niedrigste Wert seit dem Beitritt des Landes zur Union im Jahr 2004. Knapp drei Viertel der Befragten gaben an, Tschechien sei nicht fähig, eine wichtige Rolle innerhalb der EU zu spielen. Am beliebtesten ist Europa noch bei Menschen unter 30 und Anhängern der rechten Parteien, wie der ODS und der Top 09. Am stärksten gegen eine Mitgliedschaft Tschechiens in der EU sind die Anhänger der Kommunisten.

Alkoholkonsum bei 16-jährigen in Tschechien am höchsten

Der Alkoholkonsum der 16-jährigen Tschechen ist europaweit am höchsten. Das geht aus der Studie zum Konsum von Drogen bei 16-jährigen hervor, an der 105.000 Jugendliche aus 36 europäischen Ländern im Jahr 2011 teilgenommen hatten. Während im restlichen Europa 57 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal im Monat Alkohol konsumieren, sind es in der Tschechischen Republik 79 Prozent. Dänemark liegt mit 76 Prozent auf Platz zwei, in Deutschland für 73 Prozent der Schüler zwischen 15 und 16 Jahren der Griff zur Flasche zur Normalität. Im Vergleich zu den Studienergebnissen aus dem Jahr 2007 habe sich Tschechien sogar noch verschlechtert, erklärte einer der Autoren, Ladislav Csémy. Die Tschechen sähen im Alkoholkonsum ein geringes Risiko und würden ihn viel positiver werten, als ihre europäischen Altersgenossen, so der Wissenschaftler weiter.

Allerdings sei die Zahl der jungen Tschechen rückläufig, die illegale Drogen probierten. Erstmalig ging sogar der Konsum von Marihuana zurück. 2007 gaben noch 45 Prozent der 16-jährigen an, es probiert zu haben, 2011 waren es 3 Prozent weniger.

Deutsche Rewe-Touristik erwirbt Mehrheit an Exim Holding

Die deutsche Firma Rewe-Touristik hat 51 Prozent der Anteile an der tschechischen Exim Holding erworben. Zur Holding gehört auch der größte tschechische Reiseanbieter Exim Tours. Die einzige Möglichkeit zur schnelleren Entwicklung heutzutage seien strategische Allianzen, so der Chef und Miteigentümer der Exim Holding, Ferid Nasr. Der Gewinn der Touristiksparte Exim Tours betrug im vergangenen Jahr umgerechnet 6,76 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 136 Millionen Euro. Man erhoffe sich Synergieeffekte zum Beispiel beim Kauf von Flugzeugen oder bei der Buchung von Hotelkapazitäten, so Nasr weiter. Die Struktur der Holding werde nicht verändert, erklärte der deutsche Direktor von Rewe-Touristik, Norbert Feibig, Nasr wird Generaldirektor bleiben.

Tschechien finanziert ausländische Studenten mit 4 Millionen Euro jährlich

Die Tschechische Republik finanziert gegenwärtig mit umgerechnet 4 Millionen Euro jährlich Stipendien für ausländische Studenten. Das gab das Außenministerium am Donnerstag bekannt. Derzeit studieren 426 Studenten mit einem solchen Regierungsstipendium an tschechischen Universitäten. Sie stammen aus 59 Ländern, vor allem aus Bosnien und Herzegowina, Äthiopien, Moldawien, der Mongolei und Georgien. Die Gewährung von Stipendien an Studenten aus Entwicklungsländern habe eine lange Tradition. Seit Ende der 1950er Jahre bis 1993 hätten über 20.000 Stipendiaten ein Studium in der Tschechoslowakei absolviert, so das Ministerium in seiner Erklärung. Einige Stipendiaten hat Außenminister Karel Schwarzenberg am Donnerstag in Prag empfangen.

Prager Villa Winternitz von Adolf Loos für die Öffentlichkeit geöffnet

Bewunderer moderner Architektur können in diesen Tagen einen weniger bekannten Prager Bau von Architekt Adolf Loos besichtigen. Die Villa Winternitz im Stadtteil Smíchov wurde kurz nach der bekannteren Prager Villa Müller erbaut. Am Entwurf arbeitete Loos damals mit Karel Lhota zusammen. Die Villa trägt den Namen des Anwalts Josef Winternitz, der sie erbauen ließ. 1943 wurde die Villa von den deutschen Besatzern beschlagnahmt und später an die Stadt Prag verkauft. Ende der 1990er Jahre wurde das Haus den Nachkommen des ursprünglichen Besitzers zurück gegeben, die sie in Stand setzen ließen. Die Villa Winternitz ist bis zum kommenden Mittwoch von 12 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet. Neben dem Interieur können die Besucher eine Ausstellung von Werken von 20 tschechischen Gegenwartskünstlern besichtigen.

HC Slavia Prag sagt Teilnahme an der European Trophy ab

Der tschechische Eishockey-Erstligaklub HC Slavia Prag wird in diesem Jahr an der European Trophy-Serie nicht teilnehmen. Der Klub sagte seine Teilnahme ab, um sich nach der misslungenen vergangenen Saison nun auf die kommenden Erstliga-Spiele zu konzentrieren. Dies teilte die Führung des Klubs am Mittwoch mit. Im Sommer hat HC Slavia Prag neun Testspiele auf dem Programm, unter anderem gegen die Dresdner Eislöwen.

Das Wetter am Freitag, 01.06.: wechselhaft, Schauer, bis 18 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien wechselhaft, überwiegend jedoch stark bewölkt mit häufigen Schauern. Gegen Abend verringern sich die Niederschläge und die Bewölkung nimmt ab. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 14 bis 18 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Metern bei 10 Grad Celsius.