Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

Neue Prognose: Wirtschaftswachstum wird 2013 nur 1,3 Prozent betragen

Das Finanzministerium in Prag rechnet für dieses Jahr auch weiterhin mit einem leichten Wachstum der tschechischen Wirtschaft um 0,2 Prozent. Für das kommende Jahr allerdings hat das Ministerium seine ursprüngliche Prognose inzwischen etwas zurückgeschraubt. Statt eines Wachstums von 1,6 Prozent, wie im Januar prognostiziert, werde das Bruttoinlandsprodukt im nächsten Jahr wohl nur um 1,3 Prozent zunehmen, heißt es in einem aktuellen Wirtschaftsbericht, den das Ministerium am Donnerstag veröffentlichte. Das nunmehr geringere Wachstum sei auch auf den harten Sparkurs der Regierung zurückzuführen, wird in dem Bericht erörtert.

Gewerkschaften legen eigenen Plan zur Senkung des Haushaltsdefizits vor

Finanzminister Miroslav Kalousek bleibt hart. Nach einem Treffen mit Vertretern des Verbandes der unabhängigen Gewerkschaften (ASO) sagte der Minister am Donnerstag, dass er keinen Fußbreit von den Sparmaßnahmen abweichen werde, die das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Andererseits erklärte er sich bereit, mit den Gewerkschaftern weiter zusammenzuarbeiten und nach Lösungen zu suchen, wie man Steuerhinterziehungen weiter eingrenzen könne.

Bei ihrem Treffen mit dem Finanzminister haben die Gewerkschafter einen eigenen Plan zur Senkung des Haushaltsdefizits vorgelegt. Unter anderem schlägt der Verband darin die Besteuerung von Eigentum vor, dessen Herkunft nicht eindeutig nachgewiesen werden könne sowie eine Steuer auf Bankenoperationen. Die am Mittwoch beschlossenen Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen kritisierten die unabhängigen Gewerkschaften scharf. Es handele sich um eine der schlimmsten Verteuerungen in der Geschichte der Tschechischen Republik, so der Vorsitzende des Gewerkschaftsverbandes, Bohumír Dufek.

Minister Heger legt weitere Pläne zur Gesundheitsreform vor

Gesundheitsminister Leoš Heger hat am Donnerstag seine Pläne zu den weiteren Phasen der Gesundheitsreform vorgelegt. Darin wird unter anderem vorgeschlagen, die Gebühren für einen Arztbesuch von 30 auf 50 Kronen zu erhöhen. Ohne Empfehlung des Hausarztes soll die Gebühr für das direkte Aufsuchen eines Facharztes künftig sogar mehrere hundert Kronen kosten. Zudem sollen die ärztlichen Leistungen, die als „Standard“ von der Versicherung getragen oder als überdurchschnittliche Leistung auch vom Patienten bezahlt werden müssen, weiter gesplittet werden. So sollen Kuraufenthalte, Rehabilitationen, langfristige Pflege, aber auch Krankentransporte und Zahnplomben für Erwachsene künftig als überdurchschnittliche Leistungen eingestuft werden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Petr Nosek am Donnerstag. Die Änderungen sollen in der Gesetzesnovelle zur Krankenversicherung verankert werden, die ab Januar 2014 in Kraft treten soll, hieß es.

Piraten nehmen in Prag Kurs auf europäischen Zusammenschluss

Piraten aus mehr als 20 Ländern wollen am Wochenende in Prag über die Bildung einer Europäischen Piratenpartei (PPEU) beraten. Der internationale Zusammenschluss Pirate Parties International (PPI) sei bereits in Brüssel registriert, sagte der Internationale Koordinator der Piratenpartei Deutschland, Thomas Gaul, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Zu der Generalversammlung dieses Weltverbandes in Prag entsendet jedes Mitglied bis zu sechs Delegierte. Bei Abstimmungen hat jedes Land aber nur eine Stimme.

Im Unterschied zu anderen Zusammenschlüssen von Parteien wie etwa der Sozialistischen Internationale orientiere sich die PPI weniger an festen Parteistrukturen als vielmehr an gesellschaftlichen Bewegungen für mehr Bürgerrechte, sagte Gaul. Weltweit gebe es Piratenparteien in rund 45 Ländern. Bei den informellen Gesprächen werden die Piraten auch über ihre Perspektiven und Erfahrungen in einzelnen Ländern reden. Dabei dürften die deutschen Piraten nach ihren jüngsten Wahlerfolgen auf ein besonders großes Interesse stoßen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff erörterte in Prag Probleme der grenzübergreifenden Energiekonzeption

Die geänderte Energiekonzeption in Deutschland darf nicht zur Überlastung des tschechischen Stromnetzes bis hin zu einem Black-out führen. Diese Meinung vertrat der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, am Donnerstag in einem Gespräch für die tschechische Presseagentur ČTK. Zuvor war Haseloff in Prag mit Tschechiens Regierungschef Petr Nečas zusammengetroffen.

In den Gesprächen der beiden Politiker nahm die Energiepolitik breiten Raum ein. Durch deutschen Ökostrom, der auf dem Weg von den Windrädern im Norden nach Süddeutschland auch durch das tschechische Netz geleitet wird, war es in jüngerer Vergangenheit wiederholt zu einer Netz-Überlastung in Tschechien gekommen. Um einen massiven Stromausfall zu verhindern, würden in Deutschland entsprechende Vorkehrungen getroffen, versicherte Haseloff.

Am Nachmittag hat sich der gläubige Katholik Haseloff auch mit dem Prager Kardinal Dominik Duka getroffen. Auf dem Programm stand zudem ein Besuch im Sudetendeutschen Büro in Prag. Am Freitag will sich Haseloff außerdem mit Firmenchefs von tschechischen Wirtschaftsunternehmen treffen, die in seinem Bundesland Investitionen getätigt haben und weitere planen.

Ex-Fußball-Nationalspieler Karel Poborský geht in die Politik

Der ehemalige tschechische Fußball-Nationalspieler Karel Poborský wird sich in der Politik engagieren. Poborský wird für die Bürgerdemokraten (ODS) bei den Kreiswahlen in Südböhmen antreten. Die Menschen würden in letzter Zeit nur noch über die Politik schimpfen, erklärte Poborský. Er wolle nun dazu beitragen, dies zu ändern. Vermutungen der Medien, die ODS wolle seine Popularität nur für ihre Wahlkampagne nutzen, dementierte Poborský: Er wolle die Entwicklung Südböhmens aktiv mitgestalten. Sollte er bei der Wahl erfolgreich sein, werde er für die Politik der ODS eintreten. Diese sei ihm am nächsten, so Poborský.

Poborský hält mit 118 Einsätzen den Länderspiel-Rekord der Nationalmannschaft und ist berühmt geworden durch sein Tor im Viertelfinale der Europameisterschaft 1996 gegen Portugal. Es war das 1:0-Siegtor, dank dem die tschechische Elf ins Halbfinale gegen Frankreich einzog.

Škoda verzeichnet neue Rekordverkäufe – Löhne aber hinken hinterher

Der tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto ist weiter auf dem Vormarsch. Im ersten Quartal dieses Jahres hat der VW-Tochter-Konzern die Rekordmenge von 242.700 Autos verkauft; das sind um 11,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders erfolgreich war das Unternehmen im März, in dem es mit 95.200 verkauften Fahrzeugen das beste Monatsergebnis aller Zeiten erzielte, gab am Donnerstag Firmensprecher Jozef Baláž bekannt.

Laut Aussage von Baláž hat Škoda seinen Anteil am Auto-Weltmarkt auf fast 1,5 Prozent erhöht, im Vorjahr waren es noch 1,4 Prozent gewesen. Sehr hoch sei das Interesse an Škoda-Fahrzeugen vor allem in China, Indien und Russland. Aber auch in Westeuropa sei die Nachfrage, besonders nach dem Fabia und Octavia, wieder gestiegen, sagte Baláž.

Im krassen Gegensatz zum Verkaufsboom bei Škoda steht indes die Lohnpolitik des Konzerns. Die Arbeitnehmer wollen am Verkaufserfolg des Unternehmens angemessen partizipieren und haben daher über ihre Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von 6 Prozent gefordert. Die Arbeitgeber aber wollten die Tarife zunächst nur um 4,3 Prozent erhöhen. Seit Mittwoch bieten sie eine Tariferhöhung um 4,7 Prozent rückwirkend zum 1. April an. Der Abschluss eines neuen Tarifvertrags ist aber noch nicht in Sicht. Dabei ist alte Vertrag schon Ende März ausgelaufen. VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh hat deshalb das Management von Škoda scharf angegriffen. Es zeuge von „Unfähigkeit“ der Unternehmensführung, wenn es nach mittlerweile 13 Gesprächsrunden noch keine Einigung gebe, sagte der oberste Arbeitnehmervertreter von Europas größtem Autobauer am Mittwoch. Ihre Gewerkschaftskollegen stünden mit beiden Beinen fest auf dem Boden und ihre Forderungen seien berechtigt, betonte Osterloh.

Junge Riesenseeadler im Brünner Zoo geschlüpft – Elefant Rashmi Star im Zoo von Ostrau

Der Zoo im mährischen Brno / Brünn vermeldete erfreulichen Zuwachs bei einer seltenen Adlerart. Es handelt sich um den Riesenseeadler, von dem in dieser Woche zwei Junge geschlüpft sind, gab am Donnerstag die Sprecherin des Tierparks bekannt. Der Bestand dieser Adler umfasst etwa 5000 Exemplare und nimmt weiter ab; daher stuft die internationale Naturschutzorganisation IUCN den Riesenseeadler als gefährdet ein.

Große Freude herrschte am Donnerstag auch im Zoo von Ostrava / Ostrau. Vor genau einem Jahr, am 12. April 2011, wurde dort die Elefantendame Rashmi geboren. Sie ist der erste lebende, in Tschechien zur Welt gekommene indische Elefant. Zwar kam auch in Ostrava zirka einen Monat vorher ein Elefantenjunge zur Welt, dieser aß aber nicht genügend und verstarb zwei Monate später. Rashmi erfreut sich dagegen an ihrem ersten Geburtstag bester Gesundheit. Sie wiegt bereits fast eine halbe Tonne und ist der Liebling der Zoobesucher.

Prager Burg widmet dem Bildhauer Jan Koblasa Retrospektive

Die Prager Burg zeigt eine erste Werkschau des in Deutschland lebenden Bildhauers Jan Koblasa. Der Künstler wird im Oktober seinen 80. Geburtstag feiern und ist für Werke an der Schnittstelle von Religion, Politik und Kultur bekannt. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 kehrte Koblasa von einem Studienaufenthalt nicht in die damalige Tschechoslowakei zurück und siedelte nach Deutschland über. In Kiel leitete er von 1969 bis 1997 die Bildhauerklasse an der Muthesius-Kunsthochschule. Die Spannbreite der in Prag ausgestellten Werke reicht vom „Versuch um ein Lächeln“, einer Mona-Lisa-Interpretation, bis hin zu einer aktuellen Rilke-Würdigung von 2011. Die Ausstellung im Reitsaal der Prager Burg öffnet an diesem Freitag für die Öffentlichkeit und ist bis zum 8. Juli zu sehen.

Eishockey – Stanley Cup: Tscheche Voráček erzielt Siegtor für Philadelphia

Zum Auftakt des Stanley Cups, dem berühmtesten Eishockey-Wettbewerb der Welt, haben auch zwei Tschechen gleich für Furore gesorgt. Im ersten Vergleich des Regionalduells zwischen Pittsburgh Penguins und Philadelphia Flyers, das wegen seiner Brisanz auch als „Battle of Pennsylvania“ betitelt wird, trugen sich am Mittwoch Jaromír Jágr und Jakub Voráček in die Scorer-Liste ein. Superstar Jágr steuerte einen Assist zum 3:3-Ausgleich der Flyers bei und Voráček markierte in der Overtime den 4:3-Siegtreffer für die Gäste aus Philadelphia. In der Best-of-seven-Serie gingen die Flyers damit 1:0 in Führung. Beim diesjährigen Stanley Cup, an dem wie gewohnt 16 Mannschaften teilnehmen, greifen insgesamt 25 Eishockeycracks aus Tschechien ins Geschehen ein.

Das Wetter am Freitag: heiter bis bewölkt, örtlich Schauer, bis 16 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien nach Auflösung örtlicher Frühnebel zunächst heiter, im Tagesverlauf aber nimmt die Bewölkung zu. Hier und da sind auch Schauer möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 12 bis 16 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter bei 6 Grad Celsius.