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Tschechien und Schweden wollen EU-Kandidatenstatus für Serbien

Tschechien und Schweden haben eindringlich dafür geworben, dass die EU Serbien den Status des Beitrittskandidaten zuerkennt. Er hoffe, dass diese Entscheidung nun beim Gipfel in Brüssel getroffen werde, sagte Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt am Donnerstag vor Beginn des Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Serbien brauche dieses Signal von uns, betonte Reinfeldt.

Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg sagte, Serbien habe gewaltige Fortschritte gemacht und alle Bedingungen erfüllt. Nun müsse die EU ihre Versprechungen einhalten und Serbien den Kandidatenstatus einräumen. Sonst würde man unglaubwürdig, erklärte Schwarzenberg.

Der EU-Gipfel wollte am Donnerstagabend darüber beraten, ob Serbien den Status des Beitrittskandidaten erhält. Bisher bremst noch Rumänien. Die EU-Kommission begründet den Vorschlag, Serbien zu einem Beitrittskandidaten zu machen, mit wesentlichen Fortschritten in allen einst kritischen Bereichen.

Premierminister Nečas und Cameron stimmten gemeinsame Position vor EU-Gipfel ab

Der tschechische Premier Petr Nečas und sein britischer Amtskollege David Cameron haben am Donnerstag in London ihre Position vor dem EU-Gipfel miteinander abgestimmt. Tschechien und Großbritannien sind die beiden einzigen EU-Länder, die den neuen Fiskalpakt ablehnen. Beim EU-Gipfel, der am Donnerstagabend in Brüssel beginnt, wollen beide Länder vielmehr ein Maßnahmenpaket durchsetzen, das für mehr Wirtschaftswachstum in Europa sorgen soll. Von London aus reisten beide Ministerpräsidenten gemeinsam mit dem Zug nach Brüssel.

Der neue Fiskalpakt verpflichtet die Länder zu strenger Haushaltsdisziplin. Damit sollen Problemfälle wie Griechenland verhindert und das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewonnen werden. Der Sparpakt wurde Ende Januar beschlossen und wird beim EU-Gipfel am Freitag unterschrieben. Allerdings ziehen nicht alle 27 EU-Staaten mit: Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor, Irland lässt das Volk über das Abkommen abstimmen. Da es ein zwischenstaatlicher Vertrag ist, reicht jedoch auch die Ratifizierung von 12 Euro-Ländern. In Kraft treten soll der Fiskalpakt spätestens Anfang 2013.

Kronprinz Charles bei Gedenkabend ergriffen von Lebenswerk Havels

Einen Tag vor dem Treffen von Cameron und Nečas in London wurde in der britischen Metropole das Andenken an Václav Havel geehrt. Zu dem Gedenkabend für den ehemaligen Dissidenten und Präsidenten der Tschechoslowakei und Tschechischen Republik hatte der tschechische Botschafter in London, Michael Žantovský, geladen. Zu den erlauchten Gästen der Veranstaltung im Königlichen Institut Britischer Architekten gehörte auch Kronprinz Charles. Nach Aussage von Botschafter Žantovský sei Charles von der Dokumentation zu Havels Leben und Werk sehr ergriffen gewesen. Er habe auch davon gesprochen, dass es ein großer Verlust sei, Havel nicht mehr unter uns zu wissen, ergänzte Žantovský.

Im Programm des Gedenkabends hörten die anwesenden Gäste vor allem Auszüge aus Havels Briefen an Olga, seiner ersten Ehefrau. Mehrere Passagen aus den Briefen, die Havel im Gefängnis schrieb, wurden mit persönlicher Diktion vom populären Schauspieler Jeremy Irons gelesen. Seine persönlichen Erinnerungen an Havel schilderte der britische Dramatiker mit tschechischen Wurzeln Tom Stoppard.

Studentenproteste: 400 Leute demonstrierten in Ústí – Wissenschaftler veranstalteten Happening in Prag

Mit weiteren Aktionen haben Studenten und Akademiker von 18 Bildungsstätten in Tschechien am Donnerstag die so genannte „Woche der Unruhe“ fortgesetzt, mit der sie gegen die geplante Hochschulreform protestieren. Im nordböhmischen Ústí nad Labem / Aussig gingen 400 Studenten auf die Straße, sind forderten unter anderem den Rücktritt von Bildungsminister Josef Dobeš. In Prag haben sich junge Wissenschaftler des Forums „Věda žije!“ (Die Wissenschaft lebt!) den Studenten angeschlossen und am Vormittag ein Happening vor dem Bildungsministerium veranstaltet. An den Protestaktionen nehmen während der gesamten Woche Tausende Studenten aus 12 Universitätsstädten Tschechiens teil.

Experten-Studie: Neonazistischer Szene in Tschechien gehören rund 4000 Personen an

In der Tschechischen Republik gibt es rund 4000 militante Neonazis, von denen etwa ein Zehntel davon den so genannten harten Kern bildet. Das geht aus einer Studie des Innenministeriums hervor, die von Experten für Extremismus erarbeitet wurde. Nach Angaben der Polizei soll die Zahl der neonazistischen Aktivisten, die zum harten Kern gehören, sogar bei rund 600 Personen liegen. Eine einhellige Meinung besteht jedoch darin, dass die neonazistische Szene bezüglich ihrer Kriminalität und Gewaltbereitschaft eine ständige Gefahr darstellt. Man befürchte deshalb, dass Übergriffe von Extremisten auf die Minderheit der Roma in den nächsten fünf Jahren eher noch zunehmen werden, heißt es in der Studie.

Eurostat: Rekordzahl an Arbeitslosen in Europa – Tschechien steht gut da

Die Tschechische Republik gehört in der Europäischen Union zu den Ländern mit einer niedrigen Arbeitslosenquote. Im Januar wurde in Tschechien eine Quote von 6,9 Prozent registriert – das sind 3,2 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt, der bei 10,1 Prozent liegt. Unter den 27 EU-Staaten gibt es lediglich fünf Länder, die eine noch geringere Arbeitslosenquote als Tschechien haben. Den besten Wert verzeichnete Österreich mit 4,0 Prozent, abgeschlagenes Schlusslicht hingegen ist Spanien mit alarmierenden 23,3 Prozent. Das geht aus einer Erhebung des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Den vom Eurostat vorgelegten Angaben zufolge wurden hat im Januar in Europa neue Minusrekorde bei der Arbeitslosigkeit registriert. Hierbei sind die Quote in der Eurozone auf 10,7 Prozent und die Quote in der EU auf 10,1 Prozent gestiegen. Im Januar 2011 lagen diese Werte noch bei 10,0 beziehungsweise 9,5 Prozent. Nach Schätzungen der Statistiker waren im Januar innerhalb der Union 24,3 Millionen Menschen ohne Arbeit, davon 16,9 Millionen in der Eurozone.

Über 150.000 Pensionäre in Tschechien hatten 2011 einen Zusatzverdienst

In Tschechien nehmen die Rentner zu, die einer bezahlten Arbeit nachgehen. Im vergangenen Jahr ist ihre Zahl um 11.000 gestiegen. Damit wurden zu Jahresende rund 157.000 Leute registriert, die neben ihrer Rente auch Einkünfte aus einer Arbeit oder Unternehmung bezogen. Der Anteil der Pensionäre, die sich neben ihrer Rente noch etwas hinzuverdienen, liegt bei sieben Prozent, sagte Dalibor Holý vom Tschechischen Statistikamt (ČSÚ) am Donnerstag auf einer Konferenz in Prag.

Bei Einbrecher-Jagd in Südböhmen wurden zwei Polizisten verletzt

Bei der Verfolgung zweier Einbrecher im tschechisch-österreichischen Grenzgebiet sind am Donnerstagmorgen zwei Polizisten verletzt worden. Einer der Polizisten erlitt mittelschwere Verletzungen, leicht verletzt wurde auch einer der Diebe. Der zweite Verdächtige floh über die Grenze, wurde aber nach einigen Stunden von österreichischen Polizisten gefasst. Keiner der Verletzten schwebt laut Auskunft der südböhmischen Polizei in Lebensgefahr.

Wie der Server Heute.at mitteilte, ist bei der nordösterreichischen Stadt Gmünd ein tschechischer Polizist angeschossen worden. Laut Aussage eines tschechischen Polizeisprechers ist vor einem Geschäft beim Grenzübergang Halámky geschossen worden. Dort hatte die Polizei zwei maskierte Männer gestellt, die in der Nacht in den Laden eingebrochen sind. Danach haben die Diebe versucht, vor allem Zigaretten zu stehlen. Gegen 3 Uhr sind sie jedoch von der Polizei überrascht worden, als sie die Beute gerade verladen wollten. Die Einbrecher reagierten nicht auf die Aufforderung, sich zu stellen, sondern gingen zum Angriff über. Einer der Täter benutzte dazu anfangs eine Axt, danach kam es zu einer Schießerei. Einer der Diebe wurde sofort geschnappt, der zweite Dieb dann Stunden später von den Kollegen aus Österreich aufgegriffen.

EU-Gericht: Auslandsführerschein muss nicht anerkannt werden

Ein europäischer Auslandsführerschein muss nach einem Gerichtsurteil nicht in jedem Fall anerkannt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg anhand eines Falles entschieden (Rs. C-467/10), bei dem deutsche Behörden einem Landsmann den in Tschechien erworbenen Führerschein die Anerkennung verweigert hatten. Die höchsten EU-Richter kamen zu dem Urteil, Deutschland könne einen fremden Führerschein ablehnen, wenn es Beweise dafür gebe, dass der Führerscheinbesitzer gar keinen Wohnort in jenem Land hatte, in dem der Führerschein ausgestellt wurde.

Im konkreten Fall ging es um einen Mann, dem wegen erheblicher Vorstrafen die Fahrerlaubnis in Deutschland verweigert wurde. Er hatte dann in Tschechien eine Fahrerlaubnis bekommen und verlangte deren Anerkennung. Die tschechischen Behörden bestätigten jedoch, dass der Mann zum Zeitpunkt der Ausstellung des Führerscheins nicht im Land gemeldet gewesen sei.

Fußball: Tschechien und Irland trennen sich 1:1 bei Testspiel in Dublin

Die tschechische Fußballnationalmannschaft ist mit einem Unentschieden in das EM-Jahr gestartet. In ihrem ersten Länderspiel des Jahres trennte sie sich am Mittwochabend in Dublin von Gastgeber Irland mit 1:1. Das Team von Nationaltrainer Michal Bílek ging in der 50. Minute durch Milan Baroš in Führung. Für den 30-jährigen Stürmer, der bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht, war es der 40. Treffer im Auswahltrikot. Vier Minuten vor dem Abpfiff aber glich Simon Cox noch zum 1:1-Endstand aus.

Tennis: Tomáš Berdych scheitert im Viertelfinale von Dubai an Murray

Beim internationalen Tennisturnier in Dubai kann Tschechiens Top-Spieler Tomáš Berdych seine vorjährige Halbfinal-Teilnahme nicht wiederholen. Im Viertelfinale des laufenden Turniers unterlag er am Donnerstag Andy Murray aus Großbritannien in zwei Sätzen mit 3:6 und 5:7. Der 26-jährige Berdych unterlag dem zwei Jahre jüngeren Schotten erstmals nach mehr als sechs Jahren und überhaupt das erste Mal ohne Satzgewinn. In der Weltrangliste steht Murray allerdings auch drei Plätze vor dem auf Rang 7 geführten Berdych.

Das Wetter am Freitag: wolkig, etwas Regen, bis 14 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, gelegentlich Regen, der in höheren Lagen in Schneeregen übergeht. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 10 bis 14 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter bei 3 Grad Celsius.