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Hochwassergefahr in Tschechien geht seit Nacht zu Sonntag zurück

Die Hochwassergefahr, die am Samstag an mehreren Flüssen und Bächen in Tschechien herrschte, ist in der Nacht zu Sonntag geringer geworden. Die starke Schneeschmelze und durch das Tauwetter geborstene Eisblöcke, die Wasserläufe blockierten, hatten zunächst für ein rasches Ansteigen der Pegel gesorgt. In der kühleren Nacht aber wurde die Schneeschmelze weitgehend gestoppt und die Pegel der Wasserläufe gingen wieder zurück. Großes Aufatmen darüber gab es besonders im Kreis Liberec / Reichenberg, für den die Meteorologen die höchste Hochwasser-Warnstufe ausgerufen hatten. An einigen Flüssen, die stark vereist waren, wurde das Eis von Feuerwehrleuten gesprengt, um den Ablauf des Wassers zu sichern. Die Hochwasserwarnungen des Wetterdienstes werden seit Sonntag wieder niedriger eingestuft: an einigen Flüssen gilt noch die mittlere Warnstufe, an anderen Wasserläufen ist lediglich noch erhöhte Wachsamkeit geboten.

Premier Nečas fordert Justizminister Pospíšil auf, Streit unter Staatsanwälten zu schlichten

Premier Petr Nečas hat Justizminister Jiří Pospíšil aufgefordert, für die Beendigung eines Streits zwischen hochrangigen Vertretern der Staatsanwaltschaft zu sorgen. In einer Reaktion auf die aufheizte Atmosphäre im Justizressort erklärte Nečas, dass die scharfe Auseinandersetzung zwischen dem Obersten Staatsanwalt Pavel Zeman und dem Prager Oberstaatsanwalt Vlastimil Rampula nicht vertretbar sei. Staatsanwälte sollten gegen Verbrecher kämpfen, nicht aber gegeneinander, ließ Nečas am Samstag in einer schriftlichen Mitteilung wissen.

Der Streit zwischen den beiden Staatsanwälten war am Freitag eskaliert, als Rampula verkündet hatte, gegen seinen Amtsvorgänger Stanislav Mecl Anklage zu erheben wegen der Gewährung des Zutritts von unbekannten Personen in das Büro seines Stellvertreters. Mecl behauptet, dass diese Personen Polizisten gewesen seien, die dort ihre Ermittlungen fortsetzen wollten. Die Medien spekulieren seitdem auf Kriminalbeamte der Abteilung zur Enthüllung des organisierten Verbrechens (ÚOOZ), die eine Spur in der so genannten Pandur-Affäre verfolgt haben könnten.

Hintergrund des Streits ist, dass Justizminister Pospíšil Oberstaatsanwalt Rampula im Januar wegen angeblicher Verletzung seiner Dienstpflichten aus dem Amt gejagt hat. Nach einer Entscheidung des Prager Stadtgerichts wurde der Rausschmiss Rampulas jetzt allerdings wieder aufgehoben. Der Oberste Staatsanwalt Pavel Zeman aber wolle laut Pospíšil nun „irgendein Berufungsverfahren“ in die Wege leiten, um die Rückkehr Rampulas zu verhindern, hieß es. Im Falle dieser Rückkehr wolle er seinen Verbleib im Amt des Justizministers überdenken, erklärte Pospíšil am Samstag.

Weiterer Brandanschlag auf Roma: Unbekannte Täter verfehlen in Aš zum Glück ihr Ziel

Zwei noch unbekannte Täter haben in der Nacht zu Sonntag, gegen halb drei Uhr morgens, Brandflaschen auf ein Roma-Wohnheim im westböhmischen Aš / Asch geworfen. Keinem der Einwohner ist zum Glück nichts passiert, die Molotow-Cocktails sind nicht in der Herberge gelandet. Nach den Tätern wird von der Polizei intensiv gefahndet. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts nach allgemeiner Bedrohung mit rassistischem Motiv. In Tschechien kommen solche Übergriffe immer wieder vor. Nach den lebensgefährlichen Brandverletzungen, die ein kleines Roma-Mädchen dabei vor knapp drei Jahren im schlesischen Vítkov / Wigstadtl erlitten hat, aber werden sie härter verfolgt.

ČSÚ: Vertrauen in die Wirtschaft und EU-Exportanteil Tschechiens nehmen zu

Das Vertrauen in die tschechische Wirtschaft nimmt weiter zu. Im Februar stieg der Kennziffer-Wert, nach dem das Vertrauen beurteilt wird, um 0,8 Punkte gegenüber dem Januar, Besonders unter den Unternehmen im Industriebereich und bei ausgewählten Dienstleistungen sei das Vertrauen wieder gewachsen, meldete das Tschechische Statistikamt (ČSÚ). Im Bereich Handel sei das Vertrauen indes zurückgegangen, im Bausektor aber ziemlich gleich geblieben, ergänzten die Statistiker.

Auch im Export hat die Tschechische Republik weiter zugelegt. So ist der Anteil der tschechischen Ausfuhren am Gesamtexport der Europäischen Union im zurückliegenden Jahrzehnt stetig gestiegen. Lag der tschechische Anteil im Jahr 2000 noch bei einem halben Prozent, so wurde er 2007 schon mit 1,1 Prozent und 2010 mit 1,2 Prozent registriert. Das geht aus der Publikation „Die Tschechische Republik im internationalen Vergleich“ hervor, die vom Statistikamt in Prag herausgegeben wurde.

Prager Bühne „Divadlo v Dlouhé“ gewinnt drei Alfréd-Radok-Preise

Bei einem Gala-Abend in Prag wurden am Samstagabend die Alfréd-Radok-Preise für die besten Theaterinszenierungen des Jahres 2011 vergeben. Die meisten Trophäen räumte die Prager Bühne „Divadlo v Dlouhé“ (Theater in der Langen Straße) ab, die dreimal erfolgreich war. Die Preisträger wurden nach einer Umfrage unter mehr als 80 Theaterkritikern und Publizisten ermittelt, die von der Zeitschrift „Svět a divadlo“ durchgeführt wurde. In diesem Jahr feierte die Preisverleihung ein Jubiläum – sie wurde zum 20. Male veranstaltet.

Tennis: Duo Hlavácková / Hradecká gewinnt Damen-Doppel in Memphis

Die tschechischen Tennisspielerinnen Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká haben beim internationalen Turnier in Memphis das Damendoppel gewonnen. Im Finale am Samstag (Ortszeit) bezwangen sie das russisch-weißrussische Duo Vera Duschewina / Olga Goworzowa in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:4. Für beide Tschechinnen war es nach Auckland der zweite Turniersieg im Doppel in dieser Saison. Insgesamt hat das H-H-Duo schon sieben Titel gewonnen, der größte Erfolg dabei war ihr vorjähriger Sieg bei den French Open in Paris.

Ihrem Landsmann Radek Štěpánek hingegen blieb der Einzug in das Herren-Finale verwehrt. In einem spannenden, zweistündigen Match unterlag Štěpánek am Samstag im Halbfinale dem Österreicher Jürgen Melzer in drei Sätzen mit 4:6, 6:3 und 3:6.

Nordische Kombination: Zweiten Weltcup in Liberec gewinnt Japaner Watabe

Der Japaner Akito Watabe hat am Sonntag den zweiten Weltcup-Wettbewerb der Nordischen Kombination im nordböhmischen Liberec / Reichenberg gewonnen. Das Ziel der Langlaufdisziplin überquerte Watabe mit knapp 20 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Jason Lamy Chappuis, der im Gesamt-Weltcup nach 20 von 23 Rennen in Führung liegt. Sein Vorsprung auf den zweitplazierten Watabe hat sich allerdings auf 183 Punkte verringert. Als bester Tscheche belegte Tomáš Slavík am Sonntag den 19. Platz. Wegen des erneut böigen Windes wurde das Springen unter dem Jeschken anstatt von der Großschanze wie am Samstag von der Normalschanze vollzogen.

Fußball-Liga: Liberec verkürzt Rückstand zu Sparta Prag auf drei Punkte

Durch einen 2:0-Heimsieg über den 1. FK Příbram hat Slovan Liberec am Samstag den Vorsprung von Spitzenreiter Sparta Prag in der ersten tschechischen Fußball-Liga bis auf drei Punkte verkürzt. Beide Treffer für die Nordböhmen erzielte der ehemalige Bundesliga-Spieler Jiří Štajner schon nach einer Viertelstunde per Doppelschlag. Die Jeschkenstädter profitierten bei ihrer Aufholjagd von der 0:1-Niederlage, die Sparta zum Auftakt des 18. Spieltags am Freitag in Hradec Králové / Königgrätz einstecken musste. Es war zugleich die erste Auswärtsniederlage der Hauptstädter in der Saison, nach neun Siegen kamen sie erstmals ohne Punkte aus der Fremde zurück.

Mit einem Sieg über Aufsteiger Dukla Prag kann am Sonntag auch Titelverteidiger Viktoria Pilsen weiter zum Tabellenführer aufschließen. Allerdings haben die Bierstädter vor ihrer Begegnung mit Dukla noch zehn Punkte Rückstand auf den Rekordmeister.

Bisher spielten: Hradec Králové – Sparta Prag 1:0, Liberec – Příbram 2:0, Ostrau – Jablonec n.N. 2:2, Slovácko – Olmütz 0:1, Žižkov – Mladá Boleslav 1:2, Budweis – Bohemians 1905 3:1.

Das Wetter am Montag: wolkig mit Schneeschauern, bis 7 Grad

Am Montag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, im Nordosten des Landes kommt es vereinzelt zu Schneeschauern. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung von Westen her zu, am Abend kann es in Böhmen örtlich schneien. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 7 Grad Celsius. In Lagen über 1000 Meter bleiben die Tageshöchstwerte mit -2 Grad Celsius weiter unter dem Gefrierpunkt.