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Studenten wollen Bildungsminister überzeugen die Hochschulreform zu überarbeiten

Die tschechischen Studenten wollen Bildungsminister Josef Dobeš überzeugen, seine geplante Hochschulreform zu überarbeiten. Studentenvertreter erklärten am Donnerstag, sie hätten sich mit dem Minister auf einen Termin zu Verhandlungen geeinigt. Man wolle Anfang März versuchen, den Minister von Änderungen zu überzeugen, bevor er seinen Gesetzesvorschlag der Regierung zur Beratung vorlege, so der Vorsitzende der Studentenkammer, Miroslav Jašurek. Am 27. Februar findet die „Nacht der Universitäten“ statt, mit der die Hochschulen im ganzen Land gegen die geplanten Reformen protestieren wollen.

Gegen die Reformen sind nicht nur die Studenten, sondern auch der Hochschulrat und die akademischen Senate der einzelnen Hochschulen. Während die Studenten eine hohe finanzielle Belastung durch die Einführung von Studiengebühren fürchten, sehen die akademischen Organe die Freiheit und Unabhängigkeit der Forschung gefährdet.

Premier Nečas trifft in den Haag niederländischen Regierungschef Rutte

Der tschechische Premier Petr Nečas hat am Donnerstag in den Haag seinen niederländischen Amtskollegen Mark Rutte getroffen. Kurz vor dem Besuch hatte die niederländische Partei für Freiheit (PVV) die Niederländer dazu aufgefordert, „Unrecht“ zu melden, das von Menschen aus Mittel- und Osteuropa begangen worden sei. Nach seinem Treffen mit Nečas erklärte Rutte, das diese Äußerungen nicht die Haltung seiner Regierung wiedergebe, es sei nur die Position einer einzelnen Partei. Thema der Unterhaltung zwischen den beiden Regierungschefs war auch die Haltung Tschechiens zum EU-Fiskalpakt. Der niederländische Premier hatte vorher erklärt, er würde es willkommen heißen, wenn Tschechien seine Meinung ändere.

Beide Politiker äußerten sich auch zufrieden mit den niederländisch-tschechischen Wirtschaftsbeziehungen. Rutte gratulierte Tschechien zur großen Transformation, die in den letzten Jahren erreicht wurde. Die Niederlande sind nach Deutschland zweitgrößter Handelspartner der Tschechischen Republik.

Tschechien muss Entschädigung wegen unzureichender Ermittlungen zum Tod eines Romas in einer Polizeistation zahlen

Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am Donnerstag entschieden, dass die Tschechische Republik 20.000 Euro Entschädigung an die Hinterbliebenen eines Mannes zahlen muss, der 2002 bei einem Sprung aus dem Fenster einer Polizeistation in Brno / Brünn ums Leben kam. Das Gericht erklärte, der Zwischenfall sei niemals gründlich und unabhängig untersucht worden. Der 32-jährige Roma war wegen des Verdachts auf Diebstahl von Videorekordern festgenommen worden. Als ihn die Wache durch ein Treppenhaus führte, sprang der Mann durch ein Fenster und stürzte acht Meter in die Tiefe. Auf dem Weg ins Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. Bei den anschließenden Ermittlungen stellte die Polizei fest, der Mann habe Selbstmord verüben wollen.

Die Lebensgefährtin des Mannes gab sich mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden und reichte mit Hilfe der Liga für Menschenrechte Klage beim Europäischen Gerichtshof ein. Ihr Freund sei in guten gesundheitlichen Zustand gewesen und sie haben ein gemeinsames Kind erwartet. Daher hätte er keinen Grund für Selbstmord gehabt, so die Lebensgefährtin. Ihrer Meinung nach sei ihr Freund Opfer von Gewalt durch die Polizeibeamten geworden.

Schneefall behindert weiterhin Straßen- und Bahnverkehr

Heftige Schneefälle verursachen in Tschechien weiterhin Verkehrsbehinderungen und viele Unfälle. In der Gemeinde Kojetice starb eine Frau, nachdem ihr Linienbus am Mittwochabend kurz vor dem Ziel im Schnee steckengeblieben war. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei verlor die 39-Jährige im Schneechaos die Orientierung. Die Leiche der Erfrorenen wurde erst am Donnerstag in der Nähe eines Bahnhofs entdeckt. In der Region Vysočina hat die Feuerwehr Armee-Pioniere zur Hilfe gerufen. Das Militär soll mit einem Bergepanzer und anderen Spezialfahrzeugen helfen, Lastwagen aus Straßengräben zu ziehen. Auf einigen Schnellstraßen hängen die Gütertransporter seit mehr als 12 Stunden fest und blockieren den Verkehr. Der Grenzübergang zu Polen in Harrachov / Harrachsdorf musste deswegen vollständig gesperrt werden.

Duka reist in den Vatikan, um Kardinalinsignien entgegenzunehmen

Der Prager Erzbischof Dominik Duka, der vor einem Monat zum Kardinal ernannt wurde, reist in den Vatikan, um das Ernennungsdekret und weitere Insignien entgegenzunehmen. Am Samstag wird Duka in Rom einen Gottesdienst für Pilger aus Tschechien zelebrieren und am Sonntag mit dem Papst und den anderen neu ernannten Kardinälen eine Festmesse im Petersdom lesen. Zu den Zeremonien nach Rom reisen rund 1000 Gläubige aus Tschechien an, unter ihnen auch Außenminister Karel Schwarzenberg. Duka war während des Kommunismus inhaftiert, weil er das herrschende Regime kritisierte.

Kofola-Chef Jannis Samaras ist Unternehmer des Jahres 2011

Tschechiens Unternehmer des Jahres 2011 ist der Generaldirektor der Firma Kofola, Jannis Samaras. Den Preis überreichten Finanzminister Miroslav Kalousek und Magdalena Souček von der Firma Ernst & Young dem erfolgreichen Unternehmer am Mittwochabend in Prag. Der Sieger hat die Chance, sich um den Titel des Weltunternehmers des Jahres in Monte Carlo zu bewerben. Die Kofola AG ist Hersteller von alkoholfreien Getränken, vor allem des kohlensäurehaltigen Softdrinks Kofola, der in den 1960er Jahren in der Tschechoslowakei erfunden wurde.

Schätzungen gehen von 400.000 illegalen Ausländern in Tschechien aus

Laut Schätzungen könnten bis zu 400.000 illegale Ausländer in der Tschechischen Republik leben. Zu diesem Ergebnis kamen Fachleute der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karlsuniversität auf einer internationalen Konferenz über Immigrationstendenzen und Integrationsbemühungen. Laut offizieller Statistik leben derzeit 406.211 Ausländer in Tschechien. Die Migration sei aber bedeutend höher, als es die Statistik ausweise, so Eva Janská vom Lehrstuhl für Sozialgeografie. Die Experten hätten eine Vielzahl von Methoden angewendet, um zu einer möglichst genauen Schätzung zu kommen, so Janská. Dazu gehörten auch Befragungen von Sozialarbeitern und Organisationen, die mit Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung arbeiten.

Polizei klagt zwei Bulgaren wegen Manipulationen an Geldautomaten an

Die Prager Polizei hat Anzeige gegen zwei Bulgaren erstattet, die im Januar an Bankautomaten Geräte angebracht hatten, um die Daten und Pinnummern von Geldkarten zu erhalten. Die Montage war ihnen an drei Geldautomaten im Prager Vorort Černý Most gelungen. Sie erbeuteten in drei Fällen nicht ganz 30.000 Kronen (etwa 1200 €), bevor die Polizei sie festnehmen konnte. Im Falle einer Verurteilung drohen den Tätern bis zu acht Jahren Haft.

Älteste Tschechin stammt aus Griechenland und feiert ihren 108. Geburtstag

Die älteste Einwohnerin der Tschechischen Republik feierte ihren 108. Geburtstag. Das berichtete die Tageszeitung Mladá Fronta Dnes in ihrer Donnerstagsausgabe. Evangelia Čarasová lebt in Divčí Hrad / Maidlberg und stammt ursprünglich aus Griechenland. Sie musste mit ihrer Familie 1948 vor dem Bürgerkrieg in Griechenland fliehen und kam über Albanien nach Tschechien. Ihre beiden Brüder leben noch in Griechenland, nähern sich aber ebenfalls der 100-Jahres-Marke.

In der Tschechischen Republik lebt eine kleinere griechische Minderheit. Sie stammen von Flüchtlingen ab, die von der kommunistischen Regierung der Tschechoslowakei während des Bürgerkriegs in Griechenland aufgenommen wurden.

Fußball: Slavia Prag verhandelt mit Tavares über eine Rückkehr

Die Führung des Prager Fußballklubs Slavia verhandelt mit Mickaël Tavares über eine mögliche Rückkehr des 29-jährigen an die Moldau. Allerdings sind die finanziellen Vorstellungen des Spielers für den Prager Verein bisher zu hoch. Der Franzose spielte von 2007 bis 2009 für Slavia und holte mit dem Verein zwei Meistertitel. Anschließend wechselte er zum Hamburger SV, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte.

Er habe bereits mehrmals mit Mickaël gesprochen, so Sportdirektor Miroslav Držmíšek von Slavia Prag, aber bisher habe man keinen Ausgleich zwischen den Forderungen Tavares´ und den Möglichkeiten des Klubs finden können. Jetzt seien sie erstmal an einem toten Punkt angelangt, erklärte der Sportdirektor. Im Sommer 2011 lief der Vertrag des Mittelfeldspielers mit dem HSV aus, seitdem trainiert er dort ohne festes Engagement mit der zweiten Mannschaft.

Das Wetter am Freitag: bewölkt mit Schneeregen, 0 bis 4 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien bedeckt bis bewölkt, im böhmischen Landesteil fällt unter 700m Schneeregen, der gegen Abend in Regenschauer übergeht. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 0 bis 4 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter bei -2 Grad Celsius.