Nachrichten Dienstag, 21. November, 2000

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Von Dagmar Keberlova

Bundespräsident Klestil wird in Prag erwartet

Der österreichische Bundespräsident Thomas Klestil wird am 28. November zu einem Arbeitsbesuch in Prag erwartet. Klestil soll mit seinem Amtskollegen Vaclav Havel zusammentreffen, mit dem er der Nachrichtenagentur APA zufolge unter anderem über das Atomkraftwerk Temelin sprechen wird.

Präsident Havel zur Nachbesetzung der Leitung der CNB

Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat die Konsultationen über die Nachbesetzung der vakanten Stellen im Rat der Tschechischen Zentralbank praktisch abgeschlossen. Der Präsidentensprecher Ladislav Spacek hat am Montag bekannt gegeben, dass sich der Präsident über die Kandidaten im klaren sei. Falls noch weitere Konsultationen anberaumt werden, dann nur deshalb, um sicher zu sein, dass sich Havel richtig entschieden hat. Nach dem bestehenden Gesetz gehört es zu den Aufgaben des Präsidenten der Tschechischen Republik, die neuen Mitglieder des Bankrates der Zentralbank für die Amtzeit von 6 Jahren nicht nur vorzuschlagen sondern gleichfalls zu ernennen.

EU ab 2003 auf die Erweiterung vorbereitet

Die Europäische Union will ab dem 1. Januar 2003 auf ihre Erweiterung vorbereitet sein. Dann wird es darauf ankommen, welche von den Kandidatenländern auf den Beitritt tatsächlich vorbereitet sein werden. Dies erklärte am Montag Gerard Fuchs, stellvertretender Vorsitzende des EU- Ausschusses der französischen Nationalversammlung, der in Prag mit den Mitgliedern des Parlamentsausschusses für europäische Integration debattiert hat.

Einfuhrverbot von Rindfleisch für Frankreich und Portugal

Seit heute gilt für Frankreich und Portugal Einfuhrverbot von Rindfleisch nach Tschechien. Des weiteren gilt dieses Verbot für alle weiteren Rindfleischprodukte. Dies gab am Montag Josef Holejsovksy, Leiter der Staatlichen veterinären Verwaltung bekannt. Der Grund dafür sei laut Holejsovsky der Schutz vor der Rinderseuche BSE. Ein ähnliches Einfuhrverbot gilt seit 1994 für Grossbritanien und für die Schweiz.

Österreichische Grünen überreichen der tschechischen Botschaft eine Petition

Dem tschechischen Botschafter in Wien Jiri Grusa ist am Montag, der Meldung der Nachrichtenagentur CTK zufolge, vom Sprecher der österreichischen Grünen Alexander Van der Bellen eine Petition bezüglich der 78 Bauänderungen am AKW Temelin überreicht worden. Ein Teil der Petition ist auch die notarielle Beglaubigung, dass sich dieser Petition 7861 Österreicher angeschlossen haben.

In der Petition wird vor allem an die tschechischen Ämter appelliert, die nukleare Reaktion im AKW zu stoppen und eine sog. Denkpause einzuleiten. Weiter wird eine komplexe Überprüfung der Auswirkungen des AKWs auf die Umwelt gefordert.

Proteste vor der tschechischen Botschaft in Wien

An die 20 Gegner des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin haben am Montag erneut vor der tschechischen Botschaft in Wien protestiert. Ihre Proteste waren gegen die Inbetriebnahme des umstrittenen Kernkraftwerkes gerichtet. "Wir sind von der bereits dritten Störung des AKWs beunruhigt , zu der es innerhalb von kurzer Zeit gekommen ist," sagte Marie Urban von der Wiener Plattform für Zukunft ohne Atomenergie. Die Plattform sei bereit, bei jeder Störung des AKWs ihre Besorgnis zum Ausdruck zu bringen. Zum letzten Mal haben Anhänger der Plattform vor der tschechischen Botschaft am 30. Oktober protestiert, wo sie Jiri Grusa, dem tschechischen Botschafter in Wien, eine Petition überreicht haben.

Außenministerium lehnt oberösterreichische Kritik ab

Zum AKW Temelin äußerte sich am Sonntag Abend auch das tschechische Außenministerium und lehnte die Kritik des oberösterreichischen Landeshauptmanns Josef Pühringer ab, der zufolge die Tschechische Republik die österreichische Seite über das Abschalten des Reaktorblocks am Samstag, auch bis Sonntagmittag offiziell nicht informiert hätte. Der Sprecher des Außenministeriums Ales Pospisil erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur CTK, die Tschechische Republik habe Österreich gleich am Samstag um 11 Uhr informiert.

Humanitäre Hilfe für Tschetschenien

50 Tonnen Nahrungsmittel hat die tschechische NGO Mensch in Not in Zusammenarbeit mit der tschechischen und österreichischen Charita Ende letzter Woche in die durch den Krieg geplünderte tschetschenische Hauptstadt Grozny gebracht. Der tschechischen Nachrichtenagentur CTK teilten es am Montag Vertreter "Von Mensch in Not" mit. Der tschechisch - österreichische Konvoi wurde durch die unsichere Lage in Grozny gezwungen, am dritten Tag nach ihrer Ankunft schnell dei Lebensmittelverteilung zu beenden und nach Nazran im benachbartem Inguschetsien abzufahren.

In Zukunft mehr Bürger mit Maturaabschluss

Fast die Hälfe der tschechischen Bürger sind der Meinung, dass mehr junge Menschen in der Zukunft eine Ausbildung mit Maturaabschluss erreichen sollten als bisher. Ein Großteil der Bürger sprach sich auch für den Erhalt der mehrjährigen Gymnasien aus. Diese Ergebnisse erfolgen aus einer Meinungsumfrage des Meinungsforschungsinstituts IVVM, die im Oktober durchgeführt und am Montag der CTK bekannt gegeben wurde.

Wetterbericht

Und abschließend der Wetterbericht. Am Dienstag wird das Wetter in der Tschechischen Republik unter dem Einfluss eines Tiefdruckausläufers stehen. Tagsüber wird es bewölkt sein, örtliche Regenschauer sind nicht auszuschließen. Die Nachttemperaturen bewegen sich zwischen plus zwei und minus zwei Grad, die Tageshöchstwerte erreichen 5 bis 9 Grad Celsius.