Nachrichten Dienstag, 27. Juni, 2000

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Havels Botschaft für die Konferenz über Demokratie in Warschau

Die Teilnahme der Hälfte der Welt an der Konferenz der Gemeinschaft demokratischer Länder in Warschau bestätigt nach der Meinung des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel die Tatsache, dass die Entwicklung der Demokratie in der letzten Zeit zum unteilbaren Bestandteil der Entwicklung der Menschheit wird. Es freue ihn, dass die Demokratie überall in der Welt einen Aufschwung erlebe, und verschiedene Diktaturen in den Hintergrund zurückfielen, äußerte Havel in seiner Botschaft, die er am Montag den Teilnehmern des Warschauer Treffens schickte. Die Tschechische Republik ist an der zweitätigen Konferenz über Demokratie und Menschenrechte von Außenminister Jan Kavan vertreten.

Vizeaußenminister Telicka erwartet Differenzierung der EU-Kandidaten

Die fortgeschrittensten Bewerber um die EU-Mitgliedschaft können die Beitrittsverhandlungen schon um Jahrwende 2001 und 2002 beenden. Im Anschluss daran ist die politische Entscheidung der Union über den Beitrittstermin erforderlich. Der tschechische EU-Unterhändler und stellvertretende Außenminister Pavel Telicka sagte dies am Montag in seinem Vortrag im Tschechischen Zentrum in New York. Seiner Meinung nach solle man nicht abwarten, bis alle Kandidatenländer vorbereitet sind. "Ich sehe in keinem Fall alle Länder als eine Gruppe," sagte Telicka. Er eröffnete am Montag seinen viertägigen Arbeitsbesuch in den USA.

Irischer Senatspräsident zu Besuch in Prag

Der irische Senatsvorsitzende Brian Mullooly sprach am Montag mit dem tschechischen Parlamentspräsident Vaclav Klaus über die Zukunft der Europäischen Union. Klaus gab vor der Presse seine Befürchtung bekannt, dass aus der EU eine hegemoniale Einheit auf der Achse Deutschland - Frankreich entstehe, anstelle einer Institution gleichberechtigter Staaten, wo auch kleine Länder, wie Irland und Tschechien ihre Vorstellungen einbringen könnten. Mullooly beendet am Montag seinen fünftägigen Tschechien-Besuch, wobei er mit seiner Amtskollegin Libuse Benesova und dem stellvertretenden Außenminister Hynek Kmonicek zusammenkam, mit denen er vor allem über die irischen Erfahrungen beim EU-Beitritt sprach.

Bruttoinlandprodukt um 4,4 Prozent gestiegen

Die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts in der Tschechischen Republik ist im ersten Quartal dieses Jahres um 4,4 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen. Diese Information wurde am Montag vom Tschechischen Statistischen Amt veröffentlicht. Dem Analytiker Pavel Sobisek von der Bank Austria Creditanstalt zufolge sei es damit gelungen, ein schnelleres Anstiegstempo als in der EU zu erreichen und das mehrere Jahre dauernde Öffnen der Schere zwischen der Leistungsfähigkeit der tschechischen und der EU-Wirtschaft zu stoppen. Sobiseks Schätzungen nach werde der Anstieg in der kommenden Zeitperiode ein wenig zurückgehen und sich um 2 Prozent bewegen.

63 Prozent der Tschechen stimmen dem Atommeiler Temelin zu

Für die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Temelin sprechen sich nach der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IVVM 63 Prozent der Tschechen aus. Die Befürworter des Atommeilers argumentieren am häufigsten mit dem hohen Kostenaufwand. Die Gegner - nach der Untersuchung handelt es sich 18 Prozent der Befragten - verweisen hingegen auf die Gefahr eines Unfalls. Als weitere Gründe für den Stop des Aufbaus führte man an, es stehe genug Strom zur Verfügung, das Kernkraftwerk beschädige die Umwelt. Außerdem sei die Produktion der Atomenergie zu teuer.

Tschechische Ärzte behandeln den slowakischen Präsidenten

Der Leibarzt von Präsident Vaclav Havel, Ilja Kotik, hat sich am Montag drei tschechischen Ärzten angeschlossen, die in Bratislava helfen, den kritischen Gesundheitszustand des slowakischen Präsidenten Rudolf Schuster zu bewältigen. Den neuesten Berichten zufolge schwebt das slowakische Staatsoberhaupt in Lebensgefahr. Nach zwei Notoperationen am Darm habe Rudolf Schuster mit einer beiderseitigen Lungenentzündung zu kämpfen. Große Probleme bereite den Ärzten auch ein Blutgerinnsel.

New Yorker Philharmoniker spielten in Prag

Im Rahmen ihrer Europa Tournee haben am vergangenen Wochenende die New Yorker Philharmoniker im restlos ausverkauften Smetana-Saal des Prager Repräsentationshauses konzertiert. Unter dem Taktstock von Kurt Masur erklang neben der 9. Symphonie Gustav Mahlers und Bruckners "Siebten" auch eine für das älteste amerikanische Orchester in Auftrag gegebene Komposition von Sofia Gubajdulina. Das Gastspiel des Spitzenensembles wurde in Zusammenarbeit mit dem Festival Prager Frühling als eines der teuersten Projekte im Rahmen von Prag - Kulturstadt Europas 2000 organisiert.

Wetter

Abschließend der Wetterbericht. Am Dienstag ist ein weiterer Zustrom kalter Luft von Nordwesten her zu erwarten. In Tschechien wird es leicht bewölkt sein, mit örtlichen Regenschauern muss gerechnet werden. Die Nachttemperaturen fallen bis auf 9 bis 5 Grad, die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen 14 und 18 Grad Celsius.