Nachrichten Donnerstag, 29. Juni, 2000

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KAVAN PLANT AUSLANDSREISEN

Am Rande der Warschauer Aussenministerkonferenz verhandelte der tschechischen Aussenminister Jan Kavan über offizielle Besuche mit den Ländern Argentinien, Chile und der Republik Südafrika. Der argentinische Aussenminister Adalberto Rodrigues wird Tschechien noch in diesem Jahre besuchen, da beide Aussenminister zum Schluss kamen, dass man die Handelsbeziehungen verstärken sollte. Laut Kavan habe Tschechien unter anderem Interesse an der Ausfuhr von Flugzeugtechnik. Mit einer Gruppe von tschechischen Unternehmern will Kavan in diesem Jahr die Republik Südafrika besuchen, auch stehen geschäftliche Kontakte im Vordergrund der Reise.

AUSSENMINISTER KAVAN ÜBERGIBT GRATIAS AGIT PREIS

Heute Nachmittag wird der tschechische Außenminister Jan Kavan im Prager Cernin-Palais den Preis des Außenministers Gratias Agit übergeben. Der Preis wird an einige Personen sowie Organisationen gehen, die für ihre Verdienste um den guten Ruf der Tschechischen Republik geehrt werden. Zum ersten mal wurde der Preis vom Außenminister Zielenec 1997 überreicht, der hiermit das Bemühen der Menschen, die mit ihren Aktivitäten zum höheren Bekanntheitsgrad Tschechiens beitragen, hervorheben wollte.

VISUMSPFLICHT FÜR UKRAINER

Ukrainische Staatsbürger müssen vom heutigen Tag an bei einem Tschechienbesuch ein Visum vorlegen. Die Einführung der Visapflicht soll die Zahl der Ukrainer, die sich in Tschechien zu Schwarzarbeit aufhalten, reduzieren. Illegal arbeiten in Tschechien viele Ukrainer vor allem im Baugewerbe. Der tschechische Innenminister Stanislav Gross gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass man über keine konkreten Zahlen der illegal sich in Tschechien aufhaltenden Ukrainer verfüge, nichts desto trotz geht er davon aus, dass durch die Visapflicht auch massgeblich die Kriminalitätsrate sinke, da laut Gross sich die Bürger der Ukraine in relativ hoher Zahl an Straftaten beteiligen würden.

AGRARKOMMISSAR FISCHLER ZU EU BEITRITT TSCHECHIENS

Laut dem Agrarkommissar der Europäischen Kommission Franz Fischler hängt das Beitrittsdatum Tschechiens zur Europäischen Union sowie der weiteren Kandidaten in keinem Fall mit den Auseinandersetzungen über Agrarzuschüssen zusammen. Das Rahmenbudget für die Jahre 2000 bis 2006 rechnet nämlich nicht mit direkten Zuschüssen für die Landwirte in den neuen EU - Mitgliedsländern. Dies sei aber kein Grund dafür, die Erweiterung erst nach diesem Datum anzusetzen. Des weiteren glaubt Fischler, dass auch wenn keine formelle Zustimmung aller Mitgliedsstaaten bezüglich des Abkommens über Liberalisierung des Agrarhandels zwischen den 15 Ländern und Tschechien erreicht werden könnte, könnte dies ab 1. Juli so angewendet werden wie vorgesehen war.

RUSSLANDS POLITIK GEGENÜBER DER NATO IST UNKLAR

Die Politik Russlands gegenüber der NATO ist weder ganz eindeutig, noch gut verständlich. Darauf haben sich die Teilnehmer der Konferenz "Beziehungen Russlands und der NATO" geeinigt, die gestern im Prager Aussenministerium das Bildungszentrum für die Unterstützung der Demokratie veranstaltet hat. Den Grund dafür sehen die tschechischen und ausländischen Experten darin, dass in Russland selbst unstabile und unklare Verhältnisse herrschen.

NEUER TSCHECHISCH- SÄCHSISCHER WANDERWEG

Ein neuer Wanderweg wird am Samstag zwischen dem nordböhmischen Dolni Zelb und dem sächsischen Schöna eröffnet. Der Pfad ist für Wanderer, aber auch Radfahrer und Rollstullfahrer gedacht, wie ein Sprecher der nordböhmischen Grenzpolizei bekannt gab. An der nordböhmischen Grenze werde insgesamt ab Samstag 25 Wanderwege in Betreib sein, darunter auch 10 Grenzübergange nach Deutschland und Polen.

MESSEN IN PRAG UND BRÜNN

Der Brünner Bischof Vojtech Cikrle wird am Donnerstag in der Kathedrale in Brno die Messe anlässlich der kirchlichen Feiertage der Apostel Peter und Paul zelebrieren, dabei soll die Messe in A Dur von Antonin Dvorak erklingen. Der Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk seinerseits wird am Donnerstag Abend einen Gottesdienst in der Prager Visegrad Kirche abhalten.

MAX BROD PREIS FÜR JUNGE LITERATEN

Der beste junge Essayist wurde heute in Prag im Rahmen des literarischen Wettbewerbes für Schüler uns Studenten bis 26 Jahren mit dem Max-Brod-Preis geehrt. Im 6.Jahrgang des Wettbewerbes, der von der Franz Kafka Gesellschaft organisiert wird, hat die Fachjury aus mehr als 100 Essays die Arbeit eines Mittelschülers aus Kutna Hora, Kuttenberg ausgewählt. Den Teilnehmern standen drei Themen zur Auswahl und zwar die Zeit Kafkas, die Idee des Europäertums aus der Sicht der jungen Generation und ein Thema mit dem Titel "Adieu, 20.Jahrhundert".