Nachrichten Freitag, 13. März, 1998

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Nachrichten 13.3.1998

Ahoj und willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, bei einem neuen halbstündigen Programm in deutscher Sprache auf den Wellen von Radio Prag. Gute Unterhaltung und einen ungestörten Empfang wünscht Franz-Josef Balkhausen. Die Nachrichten:

Premier Tosovsky in London

Der tschechische Premierminister Josef Tosovsky hat am Donnerstag in seinem Vortrag auf der Europäischen Konferenz in London eindringlich vor der organisiserten Kriminalität in der Tschechischen Republik gewarnt.

Wie Tosovsky sagte, sei die tschechische Gesellschaft insgesamt weniger immun gegen dieses Phänomen, da aus Zeitgründen einfach nicht die Möglichkeit bestanden habe, eine solche Immunität hierzulande aufzubauen.

Tosovsky traf am Rande der Konferenz mit den Premierministern einiger anderer Teilnehmerländer - u.a. auch mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl - zu einem kurzen Meinungsaustausch zusammmen. Mehr zu diesem Thema hören Sie in unserem aktuellen Blcok im Anschluss an diese Nachrichten.

Tschechische Parlamentsdelegation in Warschau

Eine Delegation des Sicherheits- und Verteidigunsgausschusses des tschechischen Parlaments befindet sich seit Donnerstag in Warschau, um mit den polnischen Kollegen über ein gemeinsames Vorgehen beider Länder im Hinblick auf einen Beitritt in die Nordatlantische Verteidigunsgallianz zu verhandeln. Ein weiteres Gesprächsthema bilden etwaige Möglichkeiten zur Verbesserung einer Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet. Mit dem polnischen Verteidigungsminister Onyszkiewicz konnte bereits eine Einigung erzielt werden nicht nur in Bezug auf eine enge Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie sowie bei der Koordinierung des Einkaufs moderner Miltärtechnik, sondern auch im Hinblick auf die Schaffung einer gemeinsamen tschehcisch- polnischen Militäreinheit bei sogennanten Friedenseinsätzen.

Lobkowicz in Bosnien

Der tschechische Verteidigungsminister Michal Lobkowicz beginnt heute einen zweitägigen Besuch der tschechischen Sfor-Truppen im bosnischen Donja Ljubija. Morgen wird Lobkowicz u.a. auf der Miltärbasis der 6. Hubschrauber-Einheit erwartet. Das tschechische Miltärkontingent in Bosnien beträgt 650 Mann.

Verteidigungsminister Lobkowicz plant nach einem Bericht der Tageszeitung Pravo umfangreiche Säuberungsmassnahmen in der tschechischen Armee. Neben den Leitern mehrerer Sektoren soll demnach auch der derzeitige Gerenralstabschef der tschechischen Streitkräfte, Jiri Nekvasil, in absehbarer Zeit seinen Posten räumen. Lobkowicz wirft den Sektorenleitern fehlende Eigeninitiative und fehlende Anpassungsfähigkeit an die neuen Gegebenheiten vor.

Jüdische Gemeinden unterstützen Nato-Beitritt

Die Föderation der jüdischen Gemeinden in der Tschechischen Repubkik unterstützt die Bemühungen des Landes um einen Nato- Beitritt eindeutig und ohne Vorbehalte. Wie der Sekretär des Föderation, Tomas Kraus, gegenüber der Nachrichtenagentur CTK sagte, gebe das Schicksal der ehemaligen Tschechoslowakei ein beredtes Zeugnis dafür ab, dass die kleinen demokratischen Staaten in Mitteleuropa alleine nicht in der Lage waren bzw. sind, Freiheit und Demokratie für ihre Bürger zu verteidigen.

Kraus fügte hinzu, die jüdischen Gemeinden in der Tschechischen Republik, über die man bereits wie über etwas der Gechichte Angehörendes spreche, begännen neu aufzuleben. Die Zahl der Juden im Lande sei erstmals seit 50 Jahren wieder im Steigen begriffen.

Tschechisch-russisches Verkehrsabkommen

Der tschechische Industrie- udn Handelsminister Karel Kühnl und der stellvertretende russische Verkehrsminister Nikolaj Grigorijevic unterzeichnen heute in Prag ein gemeinsames Verkehrsabkommen.

Wie der Sprecher des tschechischen Ministeriums, Pavel Tunkl, sagte, sei dieses Abkommen für die tschechische Seite von grosser Bedeutung, da in letzter Zeit der Wareneport nach Russland und damit auch das Interesse der tschechischen Exporteure an einer Strassenbenutzung in der Russischen Föderation enorm gestiegen seien.

Bürgermeistertreffen in Brünn

Im mährischen Brünn beginnt heute ein dreitägiges Treffen der Bürgermeister und deren Stellvertreter aus der ganzen Republik. Neben einem Erfahrungsaustausch in Bezug auf die kommunlapolitische Arbeit richtet sich das Augenmerk der Bürgermeister vor allem auf Themen wie Gesundheitswesen, Sozialarbeitk, Umwelt und Kultur.

Sie hörten die Nachrichten von Radio Prag.